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Grüsse vom Nordpol

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Stell Dir vor, Du bist am Nordpol und möchtest es unbedingt allen sagen, doch Du lebst in der Zeit vor dem Handy und der Selfiestange und hast auch ansonsten kein Notizpapier dabei.

Abgesehen von einer englischen Fünfpfundnote. Da bleibt nur Eines zu tun. Griff in die Breftasche und die Feder gezueckt. So tat es der Polfahrer Roald Amundsen am 26.05 1926 an Bord des Luftschiffes Norge.

Möglich wurde dieses Souvenier durch die Traditionsliebe der Bank of England, deren Banknoten noch bis 1946 den Formularen glichen, mit denen die Londoner Goldschmiede im 17. Jahrhundert die Entgegennahme von Wertgegenständen und Geld quittierten, die zahlende Kunden in ihren brand- und diebstahlssicheren Gebäuden aufbewahrten. Anfänglich unterschieden sich die Noten der 1694 gegründeten Bank of England nicht von den « Goldsmith Notes « , die Wertstufen waren frei bestimmbar und noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnten die Noten der englischen Bank namentlich ausgestellt werden, ein fliessender Übergang vom Scheck zum Geldschein. Wie kompliziert diese scheinbar simplen « White Fiver « und ihre Schwesternominale, die bis zum Wert von 1000 Pfund Sterling reichten ,aufgebaut waren, ist durch das Unternehmen Bernhard zum numismatischen Allgemeinwissen geworden.

Amundsens Notizpapier wird am 13. Oktober bei Sincona versteigert : SIXBID.COM - Experts in numismatic Auctions

Vermutlich wird es bei einem norwegischen Sammler landen, doch vielleicht kann das Fram- Museum in Oslo (Fram Museum - Welcome to the Fram Museum ) das Stück erwerben.

In die Ausstellungen, die seit 2011 über das Gründungsanliegens des Museums hinausgeht, das Schiff « Fram « der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, würde Amundsens Gruss gut passen, ein Anbau ist speziell seinen Expeditionen gewidmet. Betrachtet man die Vitrinen zum Nordpolflug ( Fram Museum - Fram Museum ) fällt es schwer,zu begreifen, wieso das Unternehmen ausgerechnet an diesem Punkt so schlecht ausgerüstet war, gab es doch sogar eine eigens angefertigten Sondestempel für Zeppelinpost.

Durch die « Fram « ist Amundsens Name untrennbar mit dem anderen grossen norwegischen Polarhelden verbunden, mitFridtjof Nansen. Nansen liess für seinen Plan, sich im Packeis zum Pol treiben zu lassen, vom renomiertesten norwegischen Schiffbauer seiner Zeit ein Schiff konstruieren, dessen Rumpf wie eine Nusschale geformt war, so dass es vom Druck des Eises nach oben gedrückt würde. Die Expedition, die dem zu diesem Zeitpunkt bereits bekannten Wissenschaftler Weltrum eintrug, auch wenn sie ihr eigentliches Ziel verfehlte, dauerte ganze drei Jahre, von 1893 bis 1896.

Die « Wöchentlichen Anzeigen für das Fürstemtum Ratzeburg « wissen am 30. Juni 1893 zu berichten:

« Dr. Fridhof Nansen hat am Dienstag, den 20. Juni, an Bord des "Fram" (Vorwärts) seine Nordpolexpedition angetreten. Das Schiff segelte von Christiania ab und wird auf seiner Fahrt gen Norden verschiedene norwegische Küstenstädte anlaufen.»

Am 1. Mai 1894 heisst es :

« Von Dr.Nansen, dem kühnen Polarfahrer ist ein Lebenszeichen nach Europa gekommen. Er hat am 29. Juli die Ingorstraße erreicht. Darauf hat sichNansenmit seinen 35 Hunden, indem er das Petroleumboot zum Lothen vor sich herfahren ließ, in die Karassen begeben. Dort hofft er die Mündungen von Ob und Jennissei zu kreuzen, Kap Tscheljuskin zu umschiffen, am Olenek 26 oststbirische Hunde aufzunehmen und dann gegen den Nordpol zu steuern. Man wird also im günstigsten Falle von Olenek her die letzten Nachrichten zu erwarten haben «

Lustig sind bei diesem zweiten Beitrag die Daten, die Leser in der mecklenburgischen Provinz wurden also mit fast einem Jahr Verspätung informert, zu diesem Zeitpunkt befand sich das Schiff bereits fest im Griff des Packeises, im Augut 1893 hatte Nansen die Fram bei Novalja Semja festfrieren lassen. Leider ist der Website der « Wöchentichen Nachrichten « noch nicht so weit erschlossen, dass wir ihm den weiteren Verlauf der Expedition entnehmen können, auch die Reise Amundsens mit der Fram zur Antartkis und zum verhängnissvollen Wettrennen mit Scott im Jahr 1911 liegt dort noch in der Zukunft, hier sei auf die allgemeinzugänglichen Quellen verwiesen.

Im Gegensatz zu Amundsen, der ganz Wissenschaftler und Forscher blieb, widmete Nansen sich zusätzlich politischen und sozialen Fragen. 1905 war er massgeblich daran beteiligt, den dänischen Prinzen Carl dazu zu bewegen, die Krone des neuen Staates anzunehmen. Diese Konstallation beschehrte Norwegen einen Monarchen mit starken Bindungen an das englische Königshaus, was, so das Kalkül, die Schweden und die Russen auf Abstand halten würde. Von 1906 bis 1908 repräsentierte Nansen Norwegen als Gesandter in London, nach dem ersten Weltkrieg engagierte er sich in der Flüchtingshilfe in der Sowjetunion und erreichte, dass staatenlose Flüchtlinge ein international anerkanntes Reisedokument erhielten, den sogenannten « Nansenpass « Ab 1922 wurden ca 450.000 dieser Dokumente ausgestellt, die es Flüchtlingen ermöglichten sich eine neue Existenz zu schaffen, so reissten beispielsweisedie jüdischen Mitglieder der Commedian Harmonists in den Jahren nach 1933 mit Nansenpässen .

Nansens weitgefächerte Bedeutung ist sicher auch der Grund, dass er zwischen 1954 und 1963 auf dem Fünfkronenschein und dann von 1973 bis 1984 auf dem Zehnkronenschein abgebildet war.
IV-5-forside.jpgV-10-forside.jpg

Die « Fram « wurde 1996 mit einer Sondermünze bedacht.
5kroner1996.jpg
2011 feierte Norwegen ein gemeinsames Gedenkjahr für Nansen und Amundsen, leider ohne Sondermünzen.
 
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Ich bin so frei und schieße mal ein größeres Bild von der Fram-Münze bei.
Ich hatte vor 15 Jahren das Vergnügen, in Oslo das Fram-Museum zu besuchen. Es ist absolut sehenswert. Unglaublich, wie die Männer damals auf dieser Nussschale drei Jahre im Packeis ausgehalten hatten.
Übrigens lohnt auf jeden Fall auch ein Besuch im Norwegischen Nationalmuseum gleich um die Ecke, wenn mal schon mal dort ist. Dort sind Wikingerschiffe ausgestellt, die übrigens auch auf einer norwegischen Umlaufmünze zu finden sind. Aber das ist ein anderes Thema.
 

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