Jaeger Stgl. vs MS 66

Registriert
20.04.2018
Beiträge
902
Punkte Reaktionen
477
Ich mach auch mal mit. Ich denke Franquinet vergab ein fast stempelglanz. Wegen dem leicht unruhigen Rand und Mini Randcut auf 10.30 Uhr avers.

Für mich persönlich wäre es im Augenschein vermutlich eine perfekte Münze.

Geiles Teil übrigens.
 
Registriert
18.06.2016
Beiträge
1.242
Punkte Reaktionen
397
ich bin bei einem glatten stgl.

die genannten verletzungen sind so gering, dass sie mMn nicht von dem grad abführen sollten.
 
Registriert
11.03.2013
Beiträge
389
Punkte Reaktionen
287
Ich vergebe ein ehrliches vz-st mit Tendenz zu fast Stgl.
Oder MS 64/65
Kleinere Details der Ausprägung sind lt. Bild nicht mehr 100 % klar strukturiert vorhanden ( vor allem bei der Löwenmähne ) und winz. Kratzer und etwas unruhiger Rand mit kleinem Cut vorhanden.
Sehr attraktives Stück !
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.918
Punkte Reaktionen
9.444
Und was den Jaeger betrifft;
Schön das Du sein Buch kennst...................ich kannte ihn noch persönlich .
Hat KJ in Deinem Beisein mal etwas darüber verlauten lassen, wie er seine Stempelglanzdefinition in der Praxis angewendet sehen wollte, immerhin lässt er mit " mit blossem Auge deutlich erkennbar" Raum für individuelle Abwägungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.918
Punkte Reaktionen
9.444
Gut, dann machen wir doch mal die Probe aufs Exempel. Wie würde denn wohl Franquinet diese Münze bewerten?:
Hat Franquinet nicht so eine Punkteskala, nicht unähnlich, dem US- System? Ich glaube, dieses Stück läge dort weit oben.
F. St. In meiner Sprache auf Grund der Bilder, St vermutlich im Augenschein, falls die kleinen Fehlerchen nicht deutlich ins blosse Auge fallen.
 
Registriert
07.11.2001
Beiträge
380
Punkte Reaktionen
171
Der Danziger wäre m.E.n. MS66 oder stempelglanz.
In der Hand würde das Stück wohl auf den ersten Blick als fehlerfrei durchgehen.
 
Registriert
08.03.2014
Beiträge
910
Punkte Reaktionen
1.396
Unerwähnt blieb bisher der Kratzer im "Gul". Zumindest hier im Forum urteilen wir ja im berühmten Suppentellerformat und in Anbetracht dessen müsste man auch hier trotz der geringen Größe sagen, dass es kein reines stgl sein kann. Die Quasiübernahme der US Definition ist m. E. kontraproduktiv, weil es um Nuancen geht, die zu oft diskutabel und subjektiv sind. Man könnte vielleicht sogar mal mit dem Gedanken spielen, das gängige System zu vereinfachen. Ich denke da etwa an den Nuancenfall gutes vz/vz +. Allein die Auslegung von gut ist so subjektiv, dass das ganze Konstrukt kaum Sinn macht.
 
Registriert
11.03.2013
Beiträge
389
Punkte Reaktionen
287
Hat KJ in Deinem Beisein mal etwas darüber verlauten lassen, wie er seine Stempelglanzdefinition in der Praxis angewendet sehen wollte, immerhin lässt er mit " mit blossem Auge deutlich erkennbar" Raum für individuelle Abwägungen.

Der "Jaeger" ist ein Produkt des Handels. Ebenso seine Preise und Erhaltungsdefinitionen.
Gerade letzteres wurde aus Gründen besserer Vermarktung mehr und mehr den Bedürfnissen einer immer größer werdenden Sammlerschaft angepasst.
Ein Stempelglanzstück war schon immer besonders begehrt ( und entsprechend teuer ).
Es musste also möglichst Stempelglanz dran stehen, um es optimal vermarkten zu können.
Deshalb wurde auch diesem Begriff ( und auch vielen anderen) im laufe der Zeit ein immer größerer Definitionsspielraum eingeräumt.

Der Mensch und Numismatiker Kurt Jaeger hat den Begriff Stempelglanz für die Erhaltungseinschätzung nicht benutzt.
Er war der Ansicht, daß dieser theoretischer Natur sei, weil Münzen dieser Qualität Einzelfälle darstellen und in der Praxis so gut wie nie vorkommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
22.08.2016
Beiträge
648
Punkte Reaktionen
505
Es musste also Stempelglanz dran stehen, um es möglichst optimal vermarkten zu können.
Deshalb wurde auch diesem Begriff ( und auch allen anderen) im laufe der Zeit ein immer größerer Definitionsspielraum eingeräumt.
In der Bewertungstabelle zum Jaeger-Katalog von 1968 (also noch zu Lebzeiten Jaegers, der 1975 verstarb) steht folgendes (das Fettgeschriebene steht auch so im Katalog, ich habe das so übernommen und es hat nichts damit zu tun, dass ich diese Stellen jetzt hervorheben wollte):
"...Da die Erhaltungsgrade oft sehr verschieden beurteilt werden, und ein Sammler sich z. B. beim Durcharbeiten von Auktionskatalogen oder Preislisten oft kaum ein zuverlässiges Bild von der Erhaltung der angebotenen Stücke machen kann, soll hier versucht werden, die Erhaltungsgrade so klar wie möglich zu definieren, und zwar in dieser scharfen und präzisen Form, trotz aller Einsprüche:
1 = polierte Platte: tiefglänzender Ton des Feldes und matte Reliefpartien, die sich vom Grund stark abheben. Es ist selbstverständlich, daß als ''polierte Platte'' nur eine Münze bezeichnet werden kann, die nicht die geringste Beschädigung aufweist..."
"...2 = Stempelglanz: im Gegensatz zu ''polierte Platte'' sind hier Feld und Relief vom gleichen Ton; stempelglänzende Stücke dürfen auch nicht die geringste Beschädigung aufweisen."

Und in diesem Sinne verstehe ich auch noch die heutige Definition, die nur zusätzlich klarstellt, dass zur Feststellung von Beschädigungen keine x-fachen Vergrößerungen benutzt werden sollen, sondern diese "mit bloßem Auge" erkennbar sein müssen. Volle Sehkraft natürlich vorausgesetzt, ansonsten eben mit Brille. Aber ohne Lupe.
Und deshalb ist für mich eine Münze in "Stempelglanz" eine absolute Ausnahmeerscheinung, die selbst in großen und sehr guten Sammlungen nur in Einzelstücken vorkommt. Bei maschineller Herstellung ist mehr als "f.St" definitionsgemäß kaum möglich.

Außerdem erlaube ich mir dazu noch, einen Auszug aus dem Vorwort des Auktionskatalogs des Auktionshauses Grün in Heidelberg zur 16. Auktion im April 1996 zu zitieren. Hier wurde die Sammlung Erich Paproths versteigert. Die Sammlung von Herrn Paproth umfasste eine enorme Anzahl an außergewöhnlichen Erhaltungen, die er mit großer "Verbissenheit" über einen langen Zeitraum zusammengetragen hat und war in ihrer Qualität und Vollständigkeit außergewöhnlich. Das Auktionhaus schreibt dazu im Vorwort des Auktionskataloges:
"...Sicher werden Sie beim Studium des Kataloges feststellen, daß die Erhaltungsangabe ''St'' sehr selten, dafür aber ''f.St.'' um so häufiger vorkommt. Münzen in absolutem ''St.'' sind, allein prägebedingt, von außerordentlicher Seltenheit, auch wenn viele Angebote in anderen Katalogen und Preislisten diesen Eindruck nicht entstehen lassen. ''f.St.'' bedeutet in diesem Katalog, daß die Stücke keinerlei Abnutzungen, aber prägebedingte Unzulänglichkeiten wie winzige Kratzer und Randunebenheiten aufweisen."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Leider gibt es nur wenige, die sich auch daran halten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
18.06.2016
Beiträge
1.242
Punkte Reaktionen
397
sehr schön zusammen getragen. kann man jetzt auch mal so stehen lassen, finde ich.

mir als reinem sammler ist all dies übrigens nur am rande wichtig:
ich kaufe die münze, die mir im moment X gefällt. egal ob ms65, 66, f.stgl. oder auch mal ss+ .
wenn die situation sich einmal ergibt, dann kaufe ich u.U. auch eine münze, die mir nicht zu 100% gefällt, die ich aber zwecks vervollständigung unbedingt haben möchte.

eine wissenschaft aus dem hobby zu machen lehne ich ab.
 
Oben