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Kaiserreich - Was bekam man für`s Geld ?

Dieses Thema im Forum "Münzen & Geschichte" wurde erstellt von Kempelen, 23. August 2011.

  1. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Altdeutschland
    Königreich Bayern
    1 Kreuzer 1868
    J 93
    vz-St

    Diese wirklich sehr kleine Münze (14 mm Durchmesser, Gewicht ca. 0,85 g, 165er Silber) war aber nicht das kleinste Münznominal zu dieser Zeit.
    Es gab noch den Pfenning und den Heller. Dabei hatte ein Kreuzer den Wert von 4 Pfenning bzw. 8 Heller.
    60 Kreuzer waren 1 Gulden.

    Um 1870 kostete ein Liter Milch 6 Kreuzer, ein Pfund Roggenmehl 5 Kreuzer, eine Maß Bier 7 Kreuzer. Für einen Kreuzer bekam man eine Semmel.
    Ein landwirtschaftlicher Arbeiter bekam als Tageslohn 55 Kreuzer ausbezahlt.
     

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  2. 112233

    112233

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    Danke für Deinen Beitrag!

    In der Gründerzeit gab es zunächst eine Inflation (ca. um 10% (?)), die aber später (um Jahrhunderwende oder danach (?)) durch eine Deflation wieder ausgeglichen wurde.


    Edit:

    Dass ein ausgebildeter Schlosser weniger als ein Landarbeiter verdient hat, kann ich mir schwer vorstellen. Abhängig von Branche/Berufserfahrung/Ort habe ich durchschnittliche Arbeiterwochenlöhnen von ca. knapp 20 Mark bis knapp 40 Mark in einer Veröffentlichung gefunden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Oktober 2012
  3. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Mir kommt diese Lohnangabe auch etwas seltsam vor.

    An einer anderen Stelle des Buches "Königlich Bayerisches Geld" werden Tagesdurchschnittsverdienste verschiedener Berufe bei der Reichenbachschen Maschinenfabrik (ab 1898 MAN) in Augsburg von 1844 erläutert.
    Demnach verdiente ein Schlosser 1 Gulden bis 1 Gulden 36 Kreuzer, ein Maschinenschlosser 52 Kreuzer bis 1 Gulden pro Tag.
    Ein Arbeitstag hatte damals 11,5 Stunden !

    Da ein Gulden 60 Kreuzer entsprach, lag der Verdienst des Schlossers bei 96 Kreuzern á 4 Pfenning = 384 Pfenning oder (in Markwährung) 3.84 Mark.
    Hochgerechnet auf eine 6 Tage-Woche sind das ca. 23.00 Mark (was Deine Angabe von 20.00 bis 40.00 Mark Wochenlohn in etwa bestätigt).


    Bayerische Soldaten erhielten von 1816 - 1861 unverändert pro Monat in Gulden :
    - einfacher Soldat : 2,25
    - Feldwebel : 9
    - Oberleutnant : 36
    - Hauptmann 1 Kl. : 85
    - Oberst : 186
    - Generalmajor : 416
    - Kommandierender General : 666

    (Quelle : "Königlich Bayerisches Geld", Staatliche Münzsammlung München 2006, Dietrich O.A. Klose, Franziska Jungmann-Stadler).

    Interessant wäre zu Wissen, ob ein Pfennig der Guldenwährung einem Pfennig der Markwährung entsprach.
    Wurde damals 1 : 1 umgerechnet, oder hinkt mein obiger Vergleich bezüglich des Schlossergehalts doch etwas :confused:.
     
  4. 112233

    112233

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    Ich habe zwar nicht das gefunden, was ich gesucht habe, aber...

    Erhebung: 1907-11, sozialdemokratisch organisierte Metallarbeiter aus Berlin, Solingen und Idar-Oberstein
    Alter/Beruf/tägl. Arbeitszeit/Wochenlohn
    20/Schlosser/10/20M
    21/Maschinenschlosser/9/36M
    23/Schlosser/10/30M
    24/Schlosser/9/35M
    26/Dreher/9,5/43M
    32/Werkzeugschlosser/9,75/36M
    47/Metallarbeiter/9,5/21M

    Erhebung: 1907-11, sozialdemokratisch organisierte Bergarbeiter
    20J./16M
    47J./26M
    50J./16M
    60J./18M

    Erhebung: 1907-11, sozialdemokratisch organisierte Textilarbeiter
    25J./39M
    26J./16M
    43J./42M

    Entnommen aus: Ritter/Kocka (hg.): Deutsche Sozialgeschichte 1870-1914
     
  5. 112233

    112233

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    1 Gulden=60 Kreuzer=240 Pfennige =ca.1,71 Mark (171 Pfennige Reichswährung) (Gulden=1 5/7 Mark)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Oktober 2012
  6. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Hallo 112233

    Ich hatte meine Frage etwas unklar gestellt :eek:.

    Konkret ging es mir darum, ob die Kaufkraft eines Pfennigs der Guldenwährung der Kaufkraft eines Pfennigs der Markwährung entsprach.

    Ich vermute, daß das so war und die Bevölkerung keine Kaufkraftverluste hinnehmen musste.
    Schließlich handelte es sich 1870 ja um keine Währungsreform sondern um eine Währungsumstellung.
     
  7. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Wenn 240 " Guldenpfennige " mit 171 Reichspfennigen gleichzusetzen sind,entsprach ein alter Pfennig in den Guldenstaaten nicht einem Reichspfennig. Für Preussen, wo das Duodezimalsystem herrschte und der Groschen in 12 Pfennige unterteilt war ergibt sich ebenfalls eine Wertdifferenz. Lediglich in Sachsen und diejenigen der thüringischen Kleinstaaten, in denen der Taler zu 30 Neugroschen a 10 Pfennig eingeführt war dürfte der Reichspfennig dieselbe Kaufkraft wie ein Pfennig Landesmünze gehabt haben.

    Aus Angst vor einer Preisanhebung duch die Währungsumstellung durfte Bayern seinen Heller als halben Pfennig behalten - " zur erwünschten Latidüde des Bierpreises ".
     
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  8. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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    Wie lange hat es denn gedauert bis z.B. die Inflation
    den Heller gefressen hat?
     
  9. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Die Preise mussten aber doch sicher an die neuen Währungsverhältnisse angepasst werden. Demnach dürfte die Kaufkraft nicht kleiner geworden sein :confused: (zumindest theoretisch ;)).
     
  10. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Sicher, aber wenn ich Deine Frage richtig verstanden haben, wolltest Du wissen, ob ein Pfennig Landesmünze die selbe Kaufkraft besass, wie ein Pfennig Reichsmünze. Das kann eigentlich nur in Sachsen der Fall gewesen sein, da dort 1Taler = 30 Groschen = 300 Pfennig Landesmünze mit 3 Mark = 300 Pfennig Reichsmünze gleichgesetzt werden konnte.

    Der preussische Pfennig Landesmünze war weniger wert, 360 preussische Pfennige entsprachen 300 sächischen Pfennigen, was, wie ich mal gelesen habe, im Grenzgebiet zu allerhand Mauscheleien geführt haben soll.
     
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