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Kaiserreich - Was bekam man für`s Geld ?

Dieses Thema im Forum "Münzen & Geschichte" wurde erstellt von Kempelen, 23. August 2011.

  1. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Münzadler

    Genau kann ich Dir die Frage leider nicht beantworten.

    Es war jedenfalls so, daß der Heller über 1878 hinaus im Umlauf war, in den 1880er Jahren aber kaum mehr auftauchte.

    Offiziell außer Kurs gesetzt wurde der Heller erst durch das Inkrafttreten des Münzgesetzes vom 30.08.1924.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Oktober 2012
  2. 112233

    112233

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    Wie teuer war Hochkultur?

    Opernaufführungen Mai bis Sept. 1900 in München, normaler Spielplan
    Vorverkaufsgebühr: 30 / 50 Pfennig
    Residenztheater:
    Rang 1-3; Vorder-/Rückplatz; Parkettplatz: 3 bis 10 Mark
    Parterrelogen;Vorder-/Rückplatz: 10 / 6 Mark
    Königl. Hoftheater:
    3 bis 12 Mark

    Wagner Opern in Münchener Prinzregententheater Aug./Sept. 1901
    20 Mark
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Dezember 2012
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  3. NikolausderIII.

    NikolausderIII.

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    Lebenshaltungskosten um 1900:

    Lebensmittel, z.B.:
    1 Kilo Schweinefleisch = 1 Mark, 50 Pfennig
    1 Kilo Pferdefleisch = 50 Pfennig
    1 Kilo Butter = 1 Mark, 86 Pfennig
    1 Liter Milch = 20 Pfennig
    1 Kilo Roggenbrot = 23 Pfennig
    1 Kilo Weizenmehl = 36 Pfennig
    1 Kilo Zucker = 65 Pfennig
    1 Kilo Kaffee = 4 Mark, 15 Pfennig
    15 Stück Eier = 73 Pfennig
    1 Zentner Kartoffeln = 2 Mark, 63 Pfennig
    1 Liter Bier = 24 Pfennig

    Kleidung, z.B.:
    1 Damen - Weste = 1 bis 6 Mark
    1 Herren - Anzug = 10 bis 75 Mark

    Möbel, z.B.:
    1 Stuhl = 3 Mark, 75 Pfennig
    1 Tisch = 8 Mark, 75 Pfennig

    Heizmaterial:
    1 Zentner Kohlen = 1 Mark, 20 Pfennig

    Monatslohn z.B.: eines Hafenarbeiters in Hamburg um 1900 = 61 Mark ...


    Lebenshaltungskosten einer Heimarbeiterin um 1900 mit 7 Mark Wochenlohn:

    <table cellpadding="0" cellspacing="0"><tbody><tr><td>Miete für Zweier - Zimmer
    </td> <td> = 1,50 Mark</td> </tr> <tr> <td>Feuerung, Beleuchtung, Wäsche</td> <td> = 0,95 Mark</td> </tr> <tr> <td>Mehl, Gemüse, Graupen</td> <td> = 0,70 Mark</td> </tr> <tr> <td>Kartoffeln</td> <td> = 0,15 Mark</td> </tr> <tr> <td>zwei Brote</td> <td> = 1,00 Mark</td> </tr> <tr> <td>Milch</td> <td> = 0,35 Mark</td> </tr> <tr> <td>Salz, Zündhölzer</td> <td> = 0,10 Mark</td> </tr> <tr> <td>Kaffee</td> <td> = 0,40 Mark</td> </tr> <tr> <td>Butter</td> <td> = 0,50 Mark</td> </tr> <tr> <td>Schmalz</td> <td> = 0,38 Mark</td> </tr> <tr> <td>Kassenbeitrag</td> <td> = 0,22 Mark</td> </tr> <tr> <td>Summe aller Ausgaben</td> <td> = 6,25 Mark</td> </tr> <tr> <td>
    verbleibender Rest</td> <td>
    = 0,75 Mark!</td></tr></tbody></table>
     
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  4. henrietta

    henrietta

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    wow, muss mal ein kompliment an dieses forum loswerden! allein beim lesen der beiträge lernt man so viel geschichte, toll!
     
  5. Silberheini

    Silberheini

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    Münzen sind nun mal "Geschichte pur", zumindest ein Teil davon. ;)
     
  6. holsten2er

    holsten2er

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    Nachdem 112233 schon die Preise der damaligen Zeit für die Hochkultur gepostet hat, habe ich ein paar Preise für Kulturprogramm in einer Kleinstadt (heute: 8.500 Einwohner)

    Jahr 1911
    Gastspiel des süddeutschen Schauspiel-Ensembles
    Abenkasse:
    Galerie-Sperrsitz 1,20 Mark, 1.Platz 90 Pf., 2. Platz 60 Pf., Stehplatz 30 Pf.
    Vorverkauf:
    jeweils 10 Pf. günstiger

    auch 1911
    Eintritt für einen Faschingsball 60 Pf.
     
  7. Friendly_Fire

    Friendly_Fire

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    Da hat der Hafenarbeiter ja gar nicht mal schlecht verdient und einen Anzug hätte er ja eh nicht gebraucht. :)
     
  8. corrado26

    corrado26

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    Ich habe eben auch noch etwas zu diesem Thema gefunden:

    "WAS VERDIENTE GOETHE ?

    Im 18. Jahrhundert bezahlte man in Talern. Ein Taler wurde in 24 Groschen oder in 90 Kreuzer gewechselt.

    Ein Handwerksmeister verdiente zur Zeit Goethes 200-600 Taler im Jahr. Das reichte für ein sehr bescheidenes Leben.

    Was bekam man für einen Taler Ende des 18. Jahrhunderts?

    Zum Beispiel 6 kg Fleisch oder 12 kg Brot, aber nur ½ Pfund Tee oder 1 kg Tabak oder 2 Flaschen Champagner.
    Für zwei möblierte Zimmer und Kost musste man jährlich 100-120 Taler rechnen.
    Elf Bewohner von Weimar hatten ein Jahreseinkommen, das über 2000 Taler lag.
    Goethe war einer von ihnen. Als Schriftsteller nahm er bis 1787 jährlich 1500-2000 Taler ein, als Weimarer Geheimrat bekam er noch einmal soviel; 1816 betrug sein Ministergehalt gar 3100 Taler.
    Das war recht üppig, wenn man die Einkünfte seiner Kollegen betrachtet:
    Wieland bekam als Hofrat und Prinzenerzieher in Weimar 1000 Taler (später 600 Taler Pension).
    Der Philosoph Kant verdiente als Professor in Königsberg 747 Taler, etwa so viel wie Lessing in Hamburg und Wolfenbüttel.
    Als Hofmeister (Privatlehrer) bekam Hölderlin in Frankfurt 150-200 Taler; davon konnte man kaum leben.
    Schiller hatte als Geschichtsprofessor in Jena nur 200, als Hofrat in Weimar dann 400 Taler (so viel wie die von Goethe nach Weimar geholte Hofsängerin Corina Schröter); erst ein Jahr vor seinem Tod konnte er (mit der leeren Drohung, an das Berliner Nationaltheater abzuwandern) 700 Taler beim Herzog rausschlagen."

    corrado26
     
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  9. reining

    reining

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    Ein paar Einkaufspreise für Gaststätten/Hotels/ Großabnehmer:
     

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  10. reining

    reining

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    Kleine Korrektur: Preußen hatte keine Pfennige zu dieser Zeit, sondern Pfenninge

    Noch schlimmer war es um die Pfennige aus den Guldenländern bestellt.
    Da gingen 420 auf einen Vereinstaler, d.h. später umgerechnet 140 auf eine Mark.
    Das hat vor allem dazu geführt, dass Kleinstaaten wie Sachsen-Meiningen massenhaft Pfennige und 2 Pfennige geprägt haben, die in den nördlichen Nachbarländern (natürlich ganz besonders in Sachsen aufgrund des gleichen Wappens) sehr unbeliebt waren. Diese Stücke sind heute noch sehr häufig.

    Die Pfenninge/Pfennige Preußens u.a. und der Guldenländer wurden mit Einführung der Mark aus dem Verkehr gezogen, die Ausnahme bildeten die 3 Pfenning-Stücke, die als 2 1/2 Pfennige angenommen werden mussten.

    Etwas unklar ist die Formulierung zu den 1/12 Groschen, da es diese in expliziter Form nicht gab, es können eigentlich nur die Pfenni(n)ge gemeint sein, von denen 12 einen (Silber)groschen ergaben.

    Das hätte wiederum zur Folge gehabt, dass 3 einzelne preußische Pfenning-Stücke auch in Bezug auf die Mark 3 Pfennige waren, während ein 3 Pfenning-Stück nur 2 1/2 Pfennige wert war.

    So verstehe ich das Gesetz von damals.

    Münzgesetz

    Bayern wurde (natürlich) wieder einmal bevorzugt, der Heller galt 1/200 der Mark, obwohl er eigentlich nur 1/280 wert war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. März 2013
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