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Kaiserreich - Was bekam man für`s Geld ?

Dieses Thema im Forum "Münzen & Geschichte" wurde erstellt von Kempelen, 23. August 2011.

  1. Durruti

    Durruti

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    Was gaben unserer Sammelkollegen zu Kaiserzeiten für Münzen aus?
    Das zeigt ein Blick in gebundene Preislisten von Münzhändlern (hier Münzhandlung Cahn, Frankfurt a. M. 1914, vor Kriegsbeginn):

    Reiterbrakteat des Ldgrf. v. Thüringen Ludwig III. 1172-90 - 65 Mark
    Dukat Württemberg 1841 - 12 Mark
    Ortstaler Freiberg unter Krfrst. Moritz (Sachsen-Albertiner) 1553 - 1,50 Mark (da hätte ich sofort zugeschlagen :D)
    Vikariatsgulden unter Friedrich August III. 1790 (Sachsen-Albertiner) ss- 2 Mark; vz- 2,50 Mark
    Gulden unter Heinrich (Sachsen-Römhild) 1691 - 18 Mark
    3facher Dukat unter Karl Theodor (Bayern) 1787 - 80 Mark
    Doppeltaler Paul Alexander (Lippe-Detmold) 1843 ss- 22 Mark; vz- 25 Mark
    Breitgroschen F. v. Beichlingen (Erzbst. Magdeburg) 1464 - 80 Mark
    Speziestaler Friedrich III. (Norwegen) 1651 - 17 Mark
    Scaetta (Angelsachsen) 7. Jh. - 8 Mark
    Rubel Peter der Große (Russland) 1720 - 8 Mark
    Ovale Elfenbeinmedaille Leopold I. (H. Röm.-Reich) 17. Jh. - 100 Mark
    Penny Georg III. (GB) 1803 - 35 Pfennig
    Dollar USA 1799 - Prachtexemplar 18 Mark (der dürfte jetzt vier- bis fünfstellige Eurobeträge bringen)
    ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2020
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  2. 112233

    112233

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    Bisher hatten wir noch nicht die Kunst.

    Hans Holbeins Portait von Chrisina von Dänemark wurde von der National Gallery London 1909 für wohl über 70.000 GBP erworben, nachdem es gut 28 Jahre als Leihgabe dort hing.
    Portrait of Christina of Denmark - Wikipedia

    Jetzt konnte ich folgende Wechselkurse finden: 1909: 1 GBP = 4,87 US$; 1913: 1 US$ = 4,25 Mark. Anmerkung: Die Wechselkurse waren wegen des Goldstandards releativ stabil.

    70.000 GBP entsprächen dann 1.448.850 Mark. Also ca. 1,5 Millionen Mark.

    Der Kauf wurde in der Presse kontrovers diskutiert: Warum soviel Geld, warum ein deutscher Künstler, warum das Portrait einer ausländischen Herzogin (Christina war auch Herzogin von Mailand) - hat England nicht genügend eigene Herzoginnen, warum einen Herzog (von Norfolk, Verkäufer) unterstützen..., das Bild darf nicht in die USA verkauft werden (potenzieller Käufer)! Ursprünglich sollte das Bild 60.000 GBP kosten, aber der Preis soll inzwischen durch einen Zwischenverkauf auf 70.000 GBP gestiegen sein. Laut eines Zeitungsartikels soll der Preis aufgrund des öffentlichen Interesses von 61.000 GBP auf 70.000 GBP erhöht worden sein. "The whole transaction is disgusting and a bit more creditable to the purchasers than to the vendors. If Lord Norfolk had been a Chicago pork-millionaire he would have behaved better."
    Der Betrag wurde überwiegend / fast ausschließlich (?) durch private Spenden aufgebracht, u.a. eine anonyme Spenderin mit 40.000 GBP.
     
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  3. Alter Europäer

    Alter Europäer

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    Vielen Dank Dir für die Übersicht - auch wenn die Gehälter (insbesondere im unteren Bereich) mir umgerechnet niedrig erscheinen, vermute ich mal (da ich kein Eisenbahner bin, weder beruflich noch hobbymäßig), dass Wohnung oder Haus vom "Dienstherrn", sprich der/den staatlichen Bahngesellschaft(en), gestellt wurden (ich bilde mir ein, gelesen zu haben, dass auch Brennholz oder Kohlebriketts für die Heizung gestellt wurden).

    Da viele Leute damals außerdem (zumindest was Gemüse und Obst anging) Selbstversorger durch den eigenen Garten waren, relativieren sich m.E. die auf den ersten Blick niedrigen Gehälter zumindest ein Stück weit.
     
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