www.honscha.de

Kaufkraft der Gulden zur Schillers Zeit

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Nitz277, 22. Dezember 2006.

  1. Nitz277

    Nitz277

    Registriert seit:
    2005
    Beiträge:
    954
    Zustimmungen:
    0


    Hallo
    Wir haben in der Schule zur Zeit Schiller. Nun wollte gerne unsere Deutschlehrerin wissen wie die Kaufkraft von einer Gulde war. Also wieviel die heute ca. entspricht. Weiß das jemand zufällig, hat ja jetzt zeit, da heute lertzer Schultag ist :)
    Vielen Dank
     
  2. corrado26

    corrado26

    Registriert seit:
    2002
    Beiträge:
    2.103
    Zustimmungen:
    203
    Zuallererst: Es heißt nicht "Die Gulde", sondern der Gulden, klar?

    Die Reichsmünzordnung von 1559 schuf neben dem Taler zu 72 Kreuzern auch den "Reichsguldiner" bzw. "Gulden-Taler" zu 60 Kreuzern bei einem Metallgewicht von 24,63 g, einem Feingehalt von 930/1000, und einem Silbergewicht von 22,9 g. Das reguläre Erscheinungsbild wurde der Reichsadler mit Reichsapfel auf der Vorder- und die Angabe 60 (für 60 Kreuzer) auf der in der Gestaltung freieren Rückseite. Zur Reichsmünze ließ sich der Gulden der Regelung zum Trotz nicht erheben, Deutschlands nördliche Territorien beharrten auf dem im Wert höheren Taler. In der Folge zerfiel das Reichsgebiet monetär in Gulden- und Taler-Länder, was mit dem Reichsmünzedikt von 1566 fixiert wurde. Der Taler wurde auf 90 Kreuzer gesetzt, so dass der Gulden 2/3 eines Talers entsprach. In Norddeutschland wurden in der Tat 2/3-Taler geprägt. Um 1700 besaß ein Gulden eine Kaufkraft, die heute etwa (als grobe Orientierung) 40-50 Euro entspräche. 1747 mussten beispielsweise in der Grafschaft Sayn-Altenkirchen für einen Gulden ein Meister 2 Tage, ein Geselle etwa 2½ und ein Tagelöhner 3 Tage zu jeweils 13,5 Arbeitsstunden an den herrschaftlichen Bauten arbeiten.
    Gruß
    corrado26
     
    2 Person(en) gefällt das.
  3. mesodor39

    mesodor39

    Registriert seit:
    2003
    Beiträge:
    4.758
    Zustimmungen:
    338
    Ebay Username:
    eBay-Logo mesodor39
    Dazu noch zwei Anmerkungen meinerseits:
    Schiller lebte von 1759 bis 1805, wobei man davon ausgehen kann, daß die Kaufkraft des Geldes im 18. Jahrhundert viel konstanter war, als das heute der Fall ist.

    Weil damals die Produktivität um ein vielfaches niedriger war, als heute mussten die Menschen viel länger für ein vergleichbares Kaufkraftäquivalent arbeiten, als das heute der Fall ist.
     
  4. Nitz277

    Nitz277

    Registriert seit:
    2005
    Beiträge:
    954
    Zustimmungen:
    0
    Hi
    Vielen Dank, für die Infos. :respekt:
    Gruß Niels
     
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese Ihrem Erleben anzupassen und Sie nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn Sie sich weiterhin auf dieser Seite aufhalten, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden