Komplette Münzsammlung ruiniert! Bitte um Rat.

jeggy

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Hab mir mal den Telekop-Thread durchgelesen. Das mit dem Hustenanfall ist für den einen oder anderen Münzsammler auch schon eine böse Sache gewesen...

Aber von Microfasertüchern würde ich die Finger lassen, bei Glas sicher ok, das ja wesentlich härter ist wie z.B. Silber. Aber z.B. auf Silber verursachen Microfasertücher bestimmt Kratzer.

90% ist zu hoch konzentriert... Du brauchst ja auch schliesslich noch bissl Wasser, um den Schmutz abzutransportieren.
Ideal ist 70% Ethanol, da Ethanol im gegensatz zu Iso keine Schlieren gibt.
Das mit dem Wasser klingt für mich auch logisch.

Gruss,
jeggy
 
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Florin schrieb:
...PS was die Patina betrifft, da missverstehen wir uns: Bei mir handelt es sich nicht um "angelaufene" Münzen, das kann ja gut aussehen, auch wenn mir das eher selten gefällt. Aber auf meinen Münzen ist eine grüne klebrige Paste, die nicht natürlich Ursprungs ist, sondern von den sogenannten
"Weichmachern" stammt, vermutlich Phtalate.
Florin,
Du kannst dir sicher sein, dass wir uns nicht missverstehen. Wenn ich Patina erwähne, meine ich keinen grünen Pudding, sondern das was man beispielsweise auf der abgebildeten Münze sehen kann.
 

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Hi Sipie,

mir ist schon klar was Patina ist. Aber mit "angelaufen" kann man ja verschiedene Dinge meinen. Eine echte Patina kann sehr schön aussehen, die würde ich auch nicht entfernen wollen; sie ist ja auch, im Ggs. zu meinem Problem, ein natürlicher Vorgang. Mein Problem ist aber eben dieser grüne Befall. Wollte hier Tipps austauschen, wie man das Zeug entfernt. Danke auch für deinen. Zitronensaft ist übrigens phantastisch für Silber, kann ich jetzt relativ sicher sagen. Geht schnell und ist nicht so aufwendig.

@Dieter, keene Panik. Aber wenn du ne teure Münze hast und es sind Flecken drauf, die nicht abgehen, das ist ziemlich blöde, kannste mir glauben. (mich persönlich stören sie weniger, was mich ärgert ist dass die Münze bei falscher Reinigung wertmäßig hin sein kann). Wenn jemand noch ne weitere Methode hat, wie man diese Flecken entfernt, hör ich mir die gern noch mal ausführlich an! (Jaja, passt dir wieder nich, wa). Übrigens, falls du nicht so der PP Fan bist, wie ich deinen Worten entnehme, bin ich da ähnlicher Meinung wie du. So manche PP find ich zwar ganz gut, aber wenn ich ehrlich bin gefällt mir eine richtig gute nagelneue prägefrische Silbermünze fast besser. Dieser Glanz ist einfach phantastisch und sieht irgendwie "natürlicher" aus.
 
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Denke mal dies ist für alle interessant! Hier mein

Zwischenbericht

Ich kann nur sagen: Zitronensaft ist für Silbermünzen genial! Habe bereits fast meine gesamte Sammlung damit von diesen Weichmachern komplett befreit... und wenn ich komplett sage, meine ich KOMPLETT. Und das in wenigen Minuten Einwirken.

-- Bei Stempelglanz/Bankfrisch funktioniert die Methode phantastisch. Manche Stücke sind schöner als vorher - aber kein "künstlicher", speckiger Putzglanz, sondern richtiger, echter schöner Stempelglanz! Einfach Klasse.

-- bei PP sind die Ergebnisse "gut"

-- Vorsicht nur bei "sehr schön"/"schön" und noch schlechteren Münzen mit viel Schmutz oder "Patina": Hier werden hinterher ein Haufen Unschönheiten sichtbar - die kommen allerdings nicht vom Zitronensaft, sondern lediglich vom nun entfernten Schmutz, der diese Unschönheiten sehr gut verborgen hielt! Die Wahrheit kommt sozusagen ans Licht...

Eine einzige vorrübergehende Negativerfahrung hatte ich mit zwei DDR - Silbermünzen, "Städteansichten 1974", die ich doppelt habe. Bei der ersten war hinterher ein kleiner Kratzer, aber ich vermute der war vorher schon da und ich habe ihn nur nicht gesehen (oder eben wieder durch SChmutz verborgen). Die andere hatte das Grün nur am Rand, sie hatte vorher einen unheimlich schönen Glanz, so dass ich mich erst sträubte, sie zu behandeln,. Aber das Grün musste weg. Hinterher war der schöne Glanz weg, und sie sah neblig-trüb aus, ich hatte mich unheimlich geärgert. Ich kam dann nach ein paar Tagen auf die Idee, sie einfach vorsichtig mit Pril zu reinigen und gut abzuspülen. Das klappte! Der Glanz ist fast wie vorher, nur ein kleiner Fleck ist noch da, aber die Münze scheint gerettet. Woher diese "Vernebelung" kam, weiss ich nicht, bei der anderen DDR Münze geschah dies überhaupt nicht.

Also ich kann abschließend sagen: Bis auf diese eine DDR Münze habe ich ausschließlich gute Ergebnisse erzielt, und zwar mit Silbermünzen aus

Mexico
Panama
Südafrika
Canada
BRD
Österreich
nur Vorsicht bei DDR, warum weiss ich nicht (vielleicht Legierung)


Die Münzreinigungs-Koryphäe Winskowsky nennt dies die "Italienische Methode", und er schreibt definitiv: "Zitronensaft greift das Silber NICHT an, sondern nur den Schmutz". Ist auch genau meine Erfahrung. Kann ich also nur empfehlen für Silber. Hinweis zum Trocknen: Nach reichlich Klarspülen mit Wasser SOFORT Münze gründlich abschütteln, SOFORT auf frische Tempos oder Küchenkrepp legen und sanft andrücken (nur tupfen, nicht reiben), so dass der Grossteil des Wassers schon mal weg ist. Diese Tücher werden dann ziemlich feucht sein, weg damit und die Münzen gleich auf eine zweite Ladung frische trockene Tücher legen, dort trocknen lassen. (Habe Isopopanol etc noch nicht probiert, werd ich aber noch tun).

Also ich kann die Methode absolut empfehlen. Ich empfehle ausserdem Plastik-Handschuhe, da das Zeug ziemlich auf der Haut brennen kann. Erst an geringwertigen Münzen probieren.
 
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Florin schrieb:
Die Münzreinigungs-Koryphäe Winskowsky nennt dies die "Italienische Methode", und er schreibt definitiv: "Zitronensaft greift das Silber NICHT an, sondern nur den Schmutz". Ist auch genau meine Erfahrung. Kann ich also nur empfehlen für Silber.
Auch bei kupfernen Münzen und solchen aus Kupferlegierungen bewährt sich die Methode hervorragend - bei den Anwendungen, bei denen sie eben sinnvoll ist (um dem automatisch generierten Spruch von der Patina vorzubeugen). Wer Dreck und ungleichmäßige Oxydationsbeläge aus langer Lagerung wegbekommen will, ist mit der Zitrone bestens bedient.

Etwas vorsichtig muß man bei Bimetallmünzen sein. Sobald sich mehrere Metalle gleichzeitig im Zitronenbad befinden, kommt es aufgrund galvanischer Effekte zu Ionenwanderungen und das eine Metall kann sich auf dem anderen niederschlagen. In diesem Fall darf man die Münzen nicht lange in der Zitronensäure lassen, während bei einheitlichem Münzmaterial nach meiner Erfahrung die Zeit völlig unkritisch ist.

Nur bei den ganz unedlen Metallen versagt das Verfahren. Für Umlaufmünzen aus Aluminium kenne ich keine gute Reinigungsmethode. Vielleicht steht in dem Buch vom Winkowsky etwas darüber.
 
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Tach Dieter,

du hast völlig Recht! Hab ich vergessen, ganz wichtig: Man kann zwar mehrere Münzen auf einmal ins Bad legen, aber

1) wie schon Dieter sagte,auf keinen Fall verschiedene Metalle zusammen, und

2) es sollten nicht nur Münzen des selben Metalls, sondern auch immer nur Münzen der gleichen Legierung sein! Beispielsweise haben die 5 DM BRD Silber-Kursmünzen die exakt gleiche Legierung wie die BRD-Gedenkmünzen, nämlich 636/000 Silber. Die können also ganz frivol zusammen ein Bad nehmen, haben sie bei mir auch getan. Ergebniss: Hervorragend. Silbermünzen, deren Legierung man nicht kennt, dann also lieber alleine.

Aber, nochmal: Vom "italienisch" behandelten Stempelglanz bin ich absolut begeistert.
 
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Mal eine Frage.
Kann man das Problem mit den Wasserflecken nicht einfach damit umgehen, anstelle des Leitungswassers zum abspülen destilliertes Wasser zu benutzen?
Im Leitungswasser sind ja (je nach Wohnort mehr oder weniger) Bestandteile die auf einer Münze nichts zu suchen haben.Als optischen Beweis denke ich da in erster Linie an Kalk (ist jedenfalls bei uns eine Plage!).Abgesehen davon sind ja noch eine ganze Horde an Mineralien und Spurenelementen darin enthalten.Bei destilliertem Wasser sollte das nicht der Fall sein,habe es aber bisher aber noch nicht getestet.
Gruss
Bernd
 
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Metalldetector schrieb:
Mal eine Frage.
Kann man das Problem mit den Wasserflecken nicht einfach damit umgehen, anstelle des Leitungswassers zum abspülen destilliertes Wasser zu benutzen?
Ach Metalli ... War denn nicht längst gesagt, was zu tun ist ? Wenn Dein Leitungswasser zu kalkig ist, dann schmeiß sie doch in Alkohol. Oder eben in destilliertes Wasser.

Wenn es funktioniert, ist es gut.
 
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Münzreinigungs-Koryphäe Winskowsky ?

@Florin: ich weis nicht, ob man Herrn Winskowsky als Münzreinigungs-Koryphäe bezeichnen sollte. Sein Buch, daß ich übrigens seit ca. 10 Jahren besitze und auch gründlich gelesen habe ist m.E. ein Zeitdokument, daß den allgemein anerkannten Stand der "Reinigungstechnik" wiedergibt, wie er Mitte der 60er Jahre vorherrschte.

Viele der in seinem Buch abgebildeten, gereinigten Münzen haben unnatürlichen Glanz und zum Teil sind Spuren mechanischer Reinigung (u.a. gebogene Haarlinien) zu erkennen.

Solche Münzen würde ich mir nicht in meine Weltmünzen-Sammlung legen.

Natürlich ist es schwer, einen Reinigungserfolg zu beurteilen, wenn man keine ungereinigten und nicht angelaufenen Vergleichsstücke aus der Zeit besitzt, in der die jeweiligen Münzen geprägt und verausgabt wurden. Auch muß man berücksichtigen, daß es auch damals Stücke gab, die von ehr neuen und ehr alten Stempeln geprägt wurden, sodaß es den exakten Vergleichsmaßstab so nicht gibt. Aber einen ungefähren Eindruck davon, wie eine ordentliche Münzoberfläche auszusehen hat, den kann man sich schon verschaffen:

Ich kann nur jedem Sammler, der Silber-Fünfer sammeln möchte oder sammelt empfehlen, sich mal auf einer Münzenbörse ein 5-DM-Stück direkt aus einer Original-Rolle zu kaufen, dieses in eine Münzkapsel zu legen und dann mal mit dem geputzten, beriebenen und kaputtgetauchten und blankgedrehten (Handdrehapparate, Rotierbürsten) Metallschrott zu vergleichen, den so manche Leutchen als vz oder vz-bfr anbieten.

Gleiches kann man z.B. auch mit anderen Münzen tun. Natürlich ist es totaler Unfug, wenn man beispielsweise hingeht und eine 1-DM-Münze von 1990 als Maßstab dafür nimmt, wie Stücke der 50er-Jahre auszusehen haben. Eine unbehandelte 1-DM-Münze von 1968 oder 1966 z.B. ist hingegen ein sehr guter und auch noch beschaffbarer Vergleichsmaßstab.

Wenn man dann hingeht, und solche autentisch wirkenden, unbehandelten Münzen mit den selbst gereinigten Stücken vergleicht, so wird man sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und von der einen oder anderen Methode der Münzreinigung Abstand nehmen und gewinnen, vorausgesetzt man ist selbstkritisch und so objektiv, daß man sich nichts vormacht.

Zitronensäure bei modernen, zirkulierten 625er-Silber-Münzen, das würde ich erst garnicht versuchen wollen. Bei Münzen aus massiven Sterling-Silber kann das schon wieder anders sein. Der Grund ist ganz einfach:

zirkulierte Silber-Fünfer schimmern z.T. ungleichmäßig, denn die Ronden werden vor dem Prägen erst gebeizt (z.B. in Urea) und dann poliert, damit sie nach dem Prägen total silbrig glänzen. Durch längere Zirkulation wird die hochprozentige, sehr dünne Silberoberfläche an den erhabenen Stellen abgetragen, sodaß die Säure dort auf geringhaltiges Silber trifft und das Metall angreift. Ich bleibe da lieber bei Butter, die löst den Grünspan weg, aber greift Patina und Münze nicht oder nur so schwach an, daß derlei Effekte mit Auge und Lupe nicht feststellbar sind.
 
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@Dieter(li) :D
Natürlich habe ich den Vorschlag von siepie mit dem Isoprop gelesen .. und auch die Bedenken von Florin und mesodor39 (völlige Entfettung,Langzeitwirkung)!
Deswegen mein Denkanstoss mit dem destillierten Wasser.
Gruss
Bernd
 
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