Kroatien bereitet sich auf die EURO-Einführung vor

numisfreund

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Aus der oben zitierten und verlinkten Rede des Gouverneurs der kroatischen Nationalbank, Boris Vujčić, vom 19.05.2022:

"Er betont, dass alle Voraussetzungen für die Einführung des Euro am 1. Januar 2023 erfüllt sind und dass ein förmlicher Beschluss des Rates der EU im Juli erwartet wird. Es soll im Juni bestätigt werden, dass es die nominalen Konvergenzkriterien erfüllt, und ein Beschluss des EU-Rates über die Einführung des Euro in Kroatien wird im Juli erwartet.

In der zweiten Jahreshälfte werden Euro-Münzen geprägt, neue Münzen gekauft, die doppelte Währungssicherung durchgeführt und die Anpassungen im Finanzsektor, auf den Märkten und im Staat abgeschlossen."
 

numisfreund

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Das geht ja nun doch schneller als noch heute Vormittag erwartet:

Screenshot (227).jpg
 

bayreuth

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Bestimmt sehr sinnvoll, ein weiteres Land in die Eurozone aufzunehmen derzeit.
Auf jeden Fall. Kroatien ist wirtschaftlich gesund ohne das eine Bank tricksen muss. Gerade bei einem Land das eine große Tourismusindustrie hat wird die Euroeinführung den Europäern die den Euro schon haben deutliche Erleichterungen bringen. Kein Geld mehr umtauschen, Umtauschgebühren löhnen und sich hinterher ärgern dass es 3 Straßen weiter einen besseren Kurs gegeben hätte, keine horrenden Fremdwährungsüberweisungsgebühren z.B. für die Hotelreservierung, bessere Preisvergleiche und 8 neue Münzen für die Sammlung.
Auch anders herum wird es einfacher für Kroaten die im Ausland arbeiten, oder Geschäfte in der Eurozone machen, vom Onlinekauf bis zum Industrieprojekt.
Beschweren tut sich nur eine kleine (lautstarke) Minderheit, die natürlich auch hier wieder (wegen Europäischer Einigung und so) von östlicher Seite im Internet aufgestachelt wird, sowie diverse Banken, Wechselstubenbetreiber und vor allem die Schwarztauscher, die sich außerhalb des Bankensektors Euro in großen Mengen in bar besorgt haben um hinterzogene Steuern außer Landes zu schaffen oder Inflationsgesichert aufzubewahren. Hat mir in den 90ern mal ein lokaler Eisverkäufer erzählt, das die Banken nur an Kunden Devisen herausgeben (und tatsächlich, ein Verwandter der ca. 1000 Kuna am Urlaubsende rücktauschen wollte, konnte das nicht vor Ort, und musste es in Deutschland tauschen). Man konnte in der betreffenden Eisdiele nur bar bezahlen, wenn man mehrmals da war wurde man gefragt ob man mit DM bezahlen möchte und hat dann Wechselgeld zu einem Super-Kurs herausbekommen. (Ging auch ohne ein Eis zu kaufen, aber das Eis war halt immer sehr lecker, und die Kugel hat glaube ich 2,50 Kuna gekostet...).
 

numisfreund

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Wie geht es nun weiter?

"Die Staats- und Regierungschefs der EU müssen auf ihrem Gipfeltreffen Ende Juni ihre politische Zustimmung zum Beitritt Kroatiens zum Euroraum geben, und das Europäische Parlament wird Anfang Juli über eine Stellungnahme zu diesem Thema abstimmen. Erst dann werden die EU-Finanzminister:innen Mitte Juli formell über den Beitritt Kroatiens zur Eurozone entscheiden."

Quelle:
 

numisfreund

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Der Europäische Rat informiert:
  • Euro-Gruppe
  • Pressemitteilung
  • 16. Juni 2022
  • 16:55

Die Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets empfehlen die Aufnahme Kroatiens als 20. Mitglied des Euro-Währungsgebiets​


Die Euro-Gruppe hat heute eine Empfehlung der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets an den Rat gebilligt. Die Ministerinnen und Minister stimmten der positiven Bewertung der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank zu, dass Kroatien die Konvergenzkriterien erfüllt. In der Empfehlung wird vorgeschlagen, dass Kroatien den Euro am 1. Januar 2023 einführt. Dies ist der erste Schritt eines Verfahrens, in dessen Verlauf der Rat der EU Rechtsakte erlässt, die es Kroatien ermöglichen werden, ab dem nächsten Jahr Mitglied des Euro-Währungsgebiets zu werden und von der Verwendung unserer gemeinsamen Währung, des Euro, zu profitieren.

"Ich freue mich sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass die Euro-Gruppe heute übereingekommen ist, dass Kroatien alle notwendigen Voraussetzungen für die Einführung des Euro erfüllt. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg Kroatiens, das 20. Mitglied unseres Euro-Währungsgebiets zu werden, und ein starkes Signal für die europäische Integration. Ich möchte der kroatischen Regierung besondere Anerkennung für ihr Engagement und ihre harte Arbeit aussprechen, um dieses Ziel in den letzten Jahren unter besonders schwierigen Umständen zu erreichen."

Paschal Donohoe, Präsident der Euro‑Gruppe

Nächste Schritte

Diese Empfehlung soll vom Rat "Wirtschaft und Finanzen" (mit qualifizierter Mehrheit der Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets) auf seiner Tagung am 17. Juni 2022 angenommen werden. Der Rat wird voraussichtlich auch ein Schreiben des Präsidenten des Rates "Wirtschaft und Finanzen" an den Europäischen Rat billigen. Der Europäische Rat wird auf seiner Tagung am 23./24. Juni über dieses Thema beraten.

Das Verfahren wird mit der Annahme von drei Rechtsakten durch den Rat (nach Anhörung des Europäischen Parlaments und der Europäischen Zentralbank) abgeschlossen, die erforderlich sind, damit Kroatien am 1. Januar 2023 den Euro einführen kann. Die Annahme dieser Rechtsakte wird voraussichtlich im Juli erfolgen.

Quelle:
 
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Ich finde es toll, wie sich die Euro-Gruppe feiert.

Und das zu einer Zeit, in der mehr als deutlich wird, dass der Euro in seiner jetzigen Form nicht funktioniert.

Man belügt sich nur noch selbst. Politisch gewollt, aber eigentlich bereits gescheitert.:respekt:
 

numisfreund

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Europäischer Rat
  • Eurogroup
  • Statements and remarks
  • 16 June 2022
  • 21:50
Bemerkungen von Paschal Donohoe nach der Sitzung der Eurogruppe vom 16. Juni 2022:

[...]

Das Thema unserer heutigen Sitzung der Eurogruppe war die Widerstandsfähigkeit. Die Schritte, die wir unternehmen, um die Widerstandsfähigkeit des Euro in der kommenden Zeit zu stärken, und das Engagement der Eurogruppe, die Widerstandsfähigkeit und Robustheit des Euroraums unter allen Umständen zu erhalten.

Wir haben heute eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die unser Engagement für diese Widerstandsfähigkeit und unsere Entschlossenheit, sie weiter zu vertiefen, ganz konkret unter Beweis stellen. Wir haben als Eurogruppe empfohlen, dass Kroatien das 20. Mitglied unserer Euro-Familie wird - ein sehr deutliches Signal für die Stärke des Euroraums und seine wachsende Mitgliederzahl.

Wir haben auch den Weg für den Ausstieg der griechischen Wirtschaft aus der verstärkten Überwachung geebnet. Und wir haben uns heute auf einen Plan für sehr konkrete Maßnahmen geeinigt, die unsere Bankenunion weiter stärken werden.

Ich werde heute kurz auf jeden dieser Beschlüsse eingehen und mit der Diskussion über Kroatien beginnen. Diese Diskussion begann damit, dass die Eurogruppe die Konvergenzberichte begrüßte, die von der Kommission und der EZB im Hinblick auf die Erfüllung der Kriterien, die für den Beitritt Kroatiens zum Euro erforderlich sind, veröffentlicht wurden. Auf der Grundlage der Konvergenzberichte, die uns vorgelegt wurden, hat die Eurogruppe nun empfohlen, dass Kroatien den Euro ab dem 1. Januar 2023 einführt. Ich freue mich darauf, dass diese Empfehlung morgen vom Ecofin-Rat formell angenommen wird.

Dies ist ein wohlverdienter Erfolg für Kroatien, und es ist eine Anerkennung der Eurogruppe und der Institutionen der Europäischen Union für das Engagement und die außerordentliche Arbeit von Premierminister Plenković, von Minister Marić und all unseren Kollegen in der kroatischen Regierung, die alle Schritte unternommen haben, die für den Beitritt zu unserer gemeinsamen Währung erforderlich sind.

Dies zeigt, dass der Euro, der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen als physische Währung feiert, eine Union ist, die wächst und durch Wachstum noch stärker wird. Er ist in erster Linie ein Symbol dafür, wie wir unsere Integration und unsere gegenseitige Abhängigkeit als eine Quelle der Stärke nutzen. Und die Entscheidung der Eurogruppe, Kroatien in diese Familie aufzunehmen, und die Entschlossenheit Kroatiens, unserer Gruppe beizutreten, sind ein Zeichen für diese Widerstandsfähigkeit.

[...]


Quelle und mehr:

Paschal Donohoe (* 19. September 1974) ist ein irischer Politiker (Fine Gael) und seit Februar 2011 Abgeordneter im Dáil Éireann, dem Unterhaus des irischen Parlaments. Nach dem Rücktritt Lucinda Creightons als irische Europaministerin wurde Paschal Donohoe am 12. Juli 2013 zu ihrem Nachfolger ernannt.[1] Mit der Kabinettsumbildung vom 11. Juli 2014 wurde er zum Minister für Verkehr, Tourismus und Sport ernannt. Seit Juni 2017 ist er Minister für Finanzen, öffentliche Ausgaben und die Reform des öffentlichen Dienstes. Seit Juli 2020 ist er Vorsitzender der Euro-Gruppe.

Quelle und mehr: Paschal Donohoe – Wikipedia
 
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Genau, und die nun deutlich sichtbaren und gefährlichen Schwächen dieser Gemeinschaftswährung für die Nordländer sind alle nur frei erfunden.
Von der Geldentwertung seit Jahren ganz zu schweigen.

Die Inflation ist ja nur von kurzer Dauer.
Einfach weitermachen wie bisher, passt ja so schön zu unseren Politikern in D und der EU!
Der Euro ist ein politisch gewolltes Konstrukt und wird vermutlich noch eine Weile so bleiben, koste es, was es wolle. Und egal wie deutlich man spürt, dass er den wirtschaftsstarken Nationen schadet und die Schwachen auf dessen Kosten am Tropf des Geldflusses gehalten werden.
 
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