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Kupfermünze - Entfernung von Weichmacherresten

Dieses Thema im Forum "Zubehör,Pflege, Reinigung und Aufbewahrung" wurde erstellt von Rambo, 14. August 2014.

  1. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Hallo zusammen,

    benötige mal wieder die geballte Fachkompetenz der Reinigungsexperten.

    Ich habe eine 1 Cent USA Kupfermünze erstanden. Leider war das Stück über Jahrzente in einer weichmacherhaltigen Verpackung, so dass das Stück komplett klebrig und mit einer Weichmacherschicht bedeckt war.

    Das Stück war insgesamt mehr als 15 Std. in Aceton und der Weichmacher hat sich meiner Meinung nach komplett gelöst ohne die Münze und Patina anzugreifen, da nur organische Substanzen gelöst werden.

    Leider habe ich jetzt in den Vertiefungen einen "grünen Belag", der relativ leicht mit einem weichen Plastikstäbchen zu entfernen ist (an einer kleinen Stelle ausprobiert, s. Blattspitzen neben dem O). Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um Grünspan, denn der Belag hat keine feste Verbindung mit der Oberfläche.

    Gibt es eine Möglichkeit den "grünen Belag" ohne mechanische Einwirkung zu enfernen? Die Münze und Patina darf dabei nicht beschädigt oder in irgendeiner Weise beeinträchtigt werden. Im Ultraschallbad ohne Spüli löst es sich leider auch nicht.

    Anbei ein großes Bild.

    Hoffe auf ein paar Ratschläge. Vielen Dank.

    mfg
     

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    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2014
  2. Silberheini

    Silberheini

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    Mit Kupfermünzen selbst habe ich keine Erfahrungen. Bei Silberlegierungen, die ja auch Kupfer enthalten, löst sich der schmierige grüne Belag eigentlich recht gut in heißem Wasser mit Neutralseife. Hilft dies nicht, bade ich die Münze in Ballistol. Silberpatina bleibt bei diesen Methoden erhalten.
     
  3. hekuhn

    hekuhn

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    Grünspan ist wasserlöslich. Münze in ein Gefäß mit sehr heißem Wasser einlegen und abwarten sollte ausreichen um den Grünspan zu entfernen.


    Viele Grüße
    Hermann
     
  4. bofried

    bofried Moderator Mitarbeiter

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    Kurzgefasst! Koche die Münzen in reichlich Wasser sprudelnd eine Stunde und beschaue dann das Ergebnis. Wenn das Weichmacherzeug noch wabbelig war, sollte das ausgewaschen sein.
    Wenn das nicht reicht, vor dem kochen nochmal eine Woche in Ballistol baden.
    Gruß Bofried
     
  5. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Danke für die Ratschläge, werde es mal die Tage mit kochendem Wasser versuchen.

    Ich denke Ballistol scheidet für die Reinigung aus, da es Kupfer bei entsprechender Einwirkzeit anlösen kann. Zumindest habe ich diese Erfahrung auch mit anderen Waffenölen gemacht. Bei längerer Einwirkzeit und dem Trockenwischen des Laufes sind Kupferrückstände auf den Wollpatches bei meinen Waffen zu erkennen.

    mfg
     
  6. Schlesier

    Schlesier

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    Bist Du sicher, das dies Kupferreste sind? Nicht vielleicht geringste Mengen von Flugrost?
     
  7. hekuhn

    hekuhn

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    :D:D Besteht der Lauf Deines Meuchelpuffers etwa aus einem Stück Kupferrohr vom Heizungsinstallateur? :D:D

    Im Ernst; Kupfer als Legierungselement für Stahl ist mir unbekannt. Gusseisen wird gelegentlich mit Kupfer legiert. Die Härte des Materials erhöht sich dadurch, allerdings wird der Guss gleichzeitig spröder; die Zugfestigkeit verringert sich.

    Ich tendiere bei den Rückständen auch auf Flugrost.

    Viele Grüße
    Hermann
     
  8. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Nichts für ungut, aber da irrt ihr euch gewaltig. Das Kupfer ist kein Legierungselement des Waffenstahls. Es setzt sich durch den Abrieb des Geschosses im Lauf ab. Die meisten Geschosse sind Kupferbeschichtet. Durch die Züge und Felder im Lauf wird das Geschoss hindurch gepresst, so das Kupferabrieb, Blei, andere Legierungsbestandteile und Verbrennungsrückstände sich festsetzen.

    Durch die Reinigung wird ein Großteil der Rückstände entfernt. Ein festsitzender Teil bleibt jedoch zurück. Durch das Ölen der Waffe wird es durch Korrosion geschützt, so dass sich kein Flugrost ansetzen kann. Zumindest ist hier das richtige Öl zu wählen. Durch das Ballistol kann die Feuchtigkeit der Luft durchschlagen, so dass der Lauf in der Tat korrodieren kann. Es gibt jedoch besser Waffenöle.

    Vor dem Schießen wird die Waffe entölt. Der Baumwollpatch ist dabei Schwarz (Verbrennungsrückstände) und Grün (Kupfer). Rost würde eine Braunfärbung verursachen. Zudem tritt dies auch bei Edelstahlläufen auf.

    Mfg
     
  9. Silberheini

    Silberheini

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    So wie Du es geschildert hast, ist dies genau der "gewünschte Efekt". Bei Ballistol (und auch bei anderen Waffenölen) handelt es sich um "Kriechöle". Bei längerer Einwirkung "kriechen" sie förmlich unter die Anhaftungen (festgebrannte Pulver- und Geschossreste) und lösen sie ab. Das ist auch der Grund für das "Nachreinigen" von Waffen einige Zeit nach dem Schießen. Wie Du geschildert hast, befinden sich die gelösten Teile nach dem "Durchziehen" des Laufes dann an den Dochten oder Baumwollpatches. Die Substanz des Laufes wird dabei nicht "angegriffen"
    Genau diese Eigenschaft mache ich mir auch bei der Reinigung meiner Münzen zu Nutze. Die "Beläge" lösen sich nach einer Weile im Ballistolbad auch ohne "mechanische Einwirkung" von alleine ab. Die von Dir ebenfalls erwähnte Wasserlöslichkeit von Ballistol hat den Vorteil, das sich die Münze anschließend unter fließendem heißen Wasser problemlos "entfetten" lässt. Ein Beschädigung der Münzoberfläche habe ich bislang nicht feststellen können, wobei ich allerdings keine Erfahrungen mit Kupfermünzen gemacht habe.Silbermünzen mit einem relativ hohen Kupferanteil (625/1000) können jedoch problemlos "gebadet" werden. Wenn Du Bedenken hast, lege doch zuerst mal ein Centstück für eine Weile ein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2014
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  10. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Danke für die ausführliche Beschreibung, wieder etwas gelernt :).

    Die Kriechwirkung war ehrlich gesagt neu für mich. Nur dann habe ich hier noch ein Verständnisproblem. Wenn die anhaftenden Partikel nur von der Laufoberfläche gelöst werden ohne die Partikel auf- oder anzulösen, wie kommt im Falle von Kupferablagerungen die grüne Farbe (müsste Kupferoxid sein) auf den Baumwollpatches zu stande? Ggf. wenn das Geschoss durch den Lauf mit hoher Geschwindkeit gepresst wird, z.B. durch Reibung entsteht Hitze -> Oxidation der Kupferrückstände?

    Außerdem habe ich folgende Tabelle (siehe Anhang, Quelle: klever-ballistol.de) gefunden, in der steht: Ergebnis des Laborversuchs: in 25 ml Ballistol werden 30 mg Kupferspäne gegeben, nach 24 Stunden in der Schüttelmaschine haben sich 10,4 mg gelöst.

    Auf jeden Fall sehr interessant. Ich werde sicher ein paar Versuchsreihen machen. Hast du Erfahrungswerte wie lange die Verweildauer der Münzen sein soll, ggf. in Abhängigkeit von der Stärke der Verkrustung / des Belags?

    Danke dir.

    mfg
     

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