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Maria Theresia Gold

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Hallo liebes Forum,

Ich habe vor Jahren von meinem Vater diese Münze geschenkt bekommen, die er in den 40 er Jahren beim Graben im Garten gefunden hat.

Leider konnte ich zu dieser Maria Theresia Münze keine gleiche in meiner Literatur finden. Vielleicht kennt sich hier jemand damit aus um mir evtl. Auskünfte zur Prägestätte und Katalognummer nennen zu können.

Material Gold, Gewicht 9,3 Gramm, Durchmesser ca 32 mm.

Vielen Dank!

Gruß
Petermännchen
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Also das Gewicht und die Aufmachung widersprechen einer offiziellen Münze. 9,3g entspricht keinem passendem Nominal. Prägebild entspricht grob dem, der heute noch geprägten Theresientaler aus Silber. Eine private Anfertigung ist nicht unwahrscheinlich. Gerade mit solch berühmten Münzmotiven gibt es etliche Anfertigungen ohne Münzcharakter (Anhänger, Knöpfe, Broschen,...). Das könnte auch die ungelenke Anordnung der Umschrift erklären.

Sicher dass es sich um Gold handelt? Möglich ist es natürlich, allerdings hat die Münze ja einen stattlichen Durchmesser und wenn sie nicht sehr dünn ist, wären 9,3g fast ein bisschen wenig.
 
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Hallo Durruti,

danke für die Analyse.
Wenn es eine Fälschung ist, müsste diese weit vor 1940 gemacht worden sein.
Die Münze lag etwa 30-40 cm tief in einer Baumwurzel im harten Gartenboden eines
alten Obstbaums und wurde beim Entfernen gefunden, der sicherlich auch schon 60-80 Jahre alt gewesen ist.

Möglich ist alles, schade wäre es natürlich wenn die Münze nicht "echt" ist.
Mein Vater war damit vor einigen Jahren bei einem Juwelier, der hat diese
gereinigt und auf Gold bestätigt. Die Dicke beträgt ca 1,20 mm.

Schön wäre es wenn man ein gleiches Exemplar finden würde um
die Herkunft, bzw. den Zeitpunkt der Prägung herauszufinden.
Ich freue mich über jeden Tip.

Eine Henkelspur ist nicht sichtbar.

Danke nochmals.
 
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Fälschung ist relativ. Schließlich diente als Vorbild der Theresientaler, der in seiner Abwandlung schon lange kein geschütztes Motiv mehr ist. Der wurde ja auch zur genüge von Staaten "gefälscht", einzig relevant war schließlich der Feingehalt.
Ich bleibe dabei, dass das eine private Anfertigung war. Derer gab es viele, mit unterschiedlichen Vorbildern der Theresien-Münzen (ein Beispiel, wenn auch hier ein anderer Typ als Vorlage genutzt wurde: https://www.********.de/koci/item.php?id=16422)
Also: keine "Münze" sondern wenn dann eine Medaille (19.-20. Jh.) deren Wert auf den Materialpreis hinausläuft.


Edit: Shoplinks funktionieren wohl nicht, war mir nicht bewusst
 
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Danke für die Infos,

ich bin mehr als begeistert was hier für ein Fachwissen herrscht.
Ich werde die Prägung dann als Medaille "Eintüten", optisch ist sie für mich,
besonders mit der Vorgeschichte, ein sammel würdiges Exemplar.

Eine Frage habe ich noch zu der bekannten, wohl am häufigsten kopierten Maria Theresia Medaille
aus Silber. Oftmals wird diese mi dem Hinweis auf "Umlaufmünze" angeboten. War diese
überhaupt als neuzeitliches Bezahlmittel einzustufen? Eher wohl nicht oder irre ich mich damit?

Danke und Grüße!
 
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Danke für die Infos,



Eine Frage habe ich noch zu der bekannten, wohl am häufigsten kopierten Maria Theresia Medaille
aus Silber. Oftmals wird diese mi dem Hinweis auf "Umlaufmünze" angeboten. War diese
überhaupt als neuzeitliches Bezahlmittel einzustufen? Eher wohl nicht oder irre ich mich damit?

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Weites Feld! Abgesehen von der heutigen Prägung durch die Münze Österreich, wurden Nachahmungen und Abwandlungen auch von Staaten offiziell ausgegeben (Venedig, Italien für die Kolonie Eritrea,...). Also Theresientaler sind definitiv in großen Mengen umgelaufen. Bei Scholl-Latour ließt man noch von ostafrikanischen Wochenmärkten aus den späten 50ern auf denen Großeinkäufe mit Theresientalern getätigt wurden. Angeblich nehmen Taxifahrer im Sudan heute noch Thereseientaler an, das halte ich aber für ein Gerücht.

Das Standardwerk dazu kommt von Hafner
Maria Theresia Taler 1780 Hafner H46
 
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Der Maria Theresia Taler ist eine Münze. Auflage ca. 400 Millionen.

In Österreich war der Taler bis Oktober 1858 gesetzliches Zahlungsmittel. Er blieb danach noch bis 1892 in Österreich im Umlauf. In Teilen Afrikas, im Nahen Osten und China war er sogar bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Umlauf.
 
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Hat dein Juwelier etwas zu der Goldlegierung gesagt?
Wenn deine Angaben zu Gewicht, Durchmesser und Dicke halbwegs passen hat das Teil maximal einen Feingehalt von 333.:eek2:
 
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Das "Ding" gefällt mir zwar ganz und gar nicht, hat aber was spezielles. Der "Alte Fritz", ein ganz übler Münzenfälscher seiner Epoche, war es aber nicht, der war 1780 schon 4 Jahre tot. Eine zeitgenössische Fälschung ist aber durchaus möglich, ebenso eine spätere, private Anfertigung für beispielsweise Schmuckzwecke. Ich strecke die Waffen - hier müssen Speziallisten ran.
 
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ich würde gerne mal ein randfoto sehen

von der eingedrückten stelle und von AVST und RG CO
 
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Das "Ding" gefällt mir zwar ganz und gar nicht, hat aber was spezielles. Der "Alte Fritz", ein ganz übler Münzenfälscher seiner Epoche, war es aber nicht, der war 1780 schon 4 Jahre tot. Eine zeitgenössische Fälschung ist aber durchaus möglich, ebenso eine spätere, private Anfertigung für beispielsweise Schmuckzwecke. Ich strecke die Waffen - hier müssen Speziallisten ran.
Ne, der hat Madame Theresia um 6 Jahre überlebt. Dennoch dürfte der mit dem Stück nix zu tun haben
 
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Kannst du mal Fotos vom Rand machen? Erkennt man da vielleicht eine ,,Trennlinie''? Es gibt Galvanoplatische Kopien, die aus zwei zusammen gelöteten Halbschalen bestehen und für mich sieht die Delle so aus, als würde im inneren der Münze Material fehlen.
 
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Hier ein paar Bilder vom Rand und der Schrift.
Eine Kante oder ähnliches kann ich am Rand nicht erkennen.
Zumindest ist es ein geprägtes Stück und kein gegossenes, das kann man schon mal sagen.
Über Eure Meinungen bin ich sehr gespannt

Danke!
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Ich habe grade meinen Vater gefragt, er meinte das der Juwelier eine geringe Goldlegierung erwähnt hat,
um welche genau weiß er leider nicht mehr. Kann man das auch selber überprüfen ohne zum Juwelier fahren zu müssen?

Grüße!
 
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Danke für den Link- große klasse!
 
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Ja, über das spezifische Gewicht. Um das zu ermitteln mußt Du eine Tauchwägung (Googeln) machen. Ist aber eine Feinarbeit nicht ganz genau, denn es kommt auch auf die anderen Legierungsbestandteile an.
Man kann das Volumen auch nâherungsweise berechnen.

Nach meiner Überschlagsrechnung hat das Teil ein spezifisches Gewicht von 9,9. Feingold (999) hat 19,4 und 333 Gold hat mindestens 10,5 (je nach Legierungspartner geringfügig mehr).
 

numisfreund

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Nach meiner Überschlagsrechnung hat das Teil ein spezifisches Gewicht von 9,9. Feingold (999) hat 19,4 und 333 Gold hat mindestens 10,5 (je nach Legierungspartner geringfügig mehr).
Bei den angegebenen Maßen für Masse (9,3 g), Durchmesser (ca. 32 mm) und Dicke (ca. 1,2 mm) komme ich auf eine Dichte (nicht spezifisches Gewicht!) von 9,63 g/cm³
Bei nur geringfügiger Erhöhung der Dicke (wie wurde sie gemessen?) um 0,1 mm beträgt die Dichte 10,4 g/cm³.

Es wird sich vermutlich um 333er Gold handeln.
 
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Danke Euch,

ich werde die Münze morgen mit einer genauen Schieblehre messen
und wiege diese auf einer anderen Waage noch mal nach um Fehler auszuschließen.
Ich teile Euch die Daten dann mit. bin sehr gespannt!

Nach der Tauchwägung werde ich mich ebenfalls erkundigen und diese dann ausprobieren,
es wäre doch gelacht wenn wir das nicht herausbekommen sollten.
Sind denn Nachprägungen um ca 1900 aus 333 Gold bekannt?

Danke für Euer "Brainstorming"!
 
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Weites Feld! Abgesehen von der heutigen Prägung durch die Münze Österreich, wurden Nachahmungen und Abwandlungen auch von Staaten offiziell ausgegeben (Venedig, Italien für die Kolonie Eritrea,...). Also Theresientaler sind definitiv in großen Mengen umgelaufen. Bei Scholl-Latour ließt man noch von ostafrikanischen Wochenmärkten aus den späten 50ern auf denen Großeinkäufe mit Theresientalern getätigt wurden. Angeblich nehmen Taxifahrer im Sudan heute noch Thereseientaler an, das halte ich aber für ein Gerücht.

Das Standardwerk dazu kommt von Hafner
Maria Theresia Taler 1780 Hafner H46
Ich habe passend hierzu einen interessanten Bericht aus dem "Spiegel" gefunden:

ÖSTERREICH / TALER : Für Beduinen - DER SPIEGEL 39/1962

Gruß
 
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Wenn das Gold so niedrig legiert sein sollte, handelt es sich vermutlich um eine Medaille, wie jedermann sie herstellen konnte.
Wenn es sich um ein Goldstück für den Zahlungsverkehr in Afrika oder Asien gehandelt haben sollte, für dass man das allseits bekannte Motiv der Taler verwendet hat, hätte man sicher Dukatengold oder andere Legierungen mit hohem Goldanteil verwendet.
Zudem ist das Gewicht sehr ungewöhnlich, da hätte man im Zweifelsfall weiter recherchieren müssen, ib dies geläufigen Edelmetallgewichten in Afrika oder Teilen Asiens entspricht oder wie im Falle einer moderneren Medaille mehr oder weniger willkürlich gewählt ist
 
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Wenn ich eine Münze als Zahlungsmittel imitieren (oder fälschen) will, werde ich wohl kaum so offensichtliche Abweichungen (Farbeunterschied gold versus silber fällt doch sofort auf; Gewicht ist so unterschiedlich,daß die Abweichung auch ohne Waage von jedem, der schon Mal ein Original in der Hand hielt; etc) vornehmen.

Ich meine es handelt sich um eine Schmuckprägung ! bekanntes Motiv, edleres Material (Gold,), dünner als Original (spät Material ), niedrige Legierung (also preiswert).
 
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Hallo zusammen!

Hier das Ergebnis der Tauchwägung:

Gewicht der Münze: 9,30 Gramm ./. Volumengewicht: 1,12 gr/cm³ = 8,30 Gramm

Somit ist wohl doch kein Gold.

Danke für die Hinweise und die Tips! Der Horizont erweitert sich in dieser Richtung immer mehr.
Ich habe eine geprüfte Goldmünze eines 1/4 Dukaten Maria Theresia, die Farbe gleicht diesem sehr genau,
daher habe ich auch erst die Vermutung des Juweliers übernommen das es Gold sein könnte.

Mich interessiert nun ob es eine zeitgenössische Fälschung ist oder eine Medille,
es gibt ja eine aus Messing aus den 50/ 60er Jahren, diese schaut überhaupt nicht ähnlich meiner aus.
Wie gesagt, da der Fundzeitpunkt feststeht muss die Prägung deutlich vor 1940 gewesen sein.

Eine Henkelspur ist nicht erkennbar, eine Klammerung als Brosche wäre möglich aber am Rand ist ebenfalls keine Klammerspur erkennbar.
Die Vergoldung muss so dick sein, das selbst die vorhandenen Kratzen nicht das Basismaterial zeigen. Die Tauchwägung spricht gegen Gold,
ich bin überfragt.

Über weitere Ideen bin ich Euch sehr dankbar.

Grüße
 
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Hier das Ergebnis der Tauchwägung:

Gewicht der Münze: 9,30 Gramm ./. Volumengewicht: 1,12 gr/cm³ = 8,30 Gramm
Das Ergebnis erschließt sich mir nicht ganz.

Meintest du:
Gewicht Münze: 9,3 gr
Volumen Münze: 1,12 cm³
Dichte Münze = Gewicht/Volumen = 9,3 gr / 1,12 cm ³ = 8,3 gr/cm³ ?

In dem Fall wäre deinen Ausführungen zum Material zuzustimmen.
 
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Das Ergebnis erschließt sich mir nicht ganz.

Meintest du:
Gewicht Münze: 9,3 gr
Volumen Münze: 1,12 cm³
Dichte Münze = Gewicht/Volumen = 9,3 gr / 1,12 cm ³ = 8,3 gr/cm³ ?

In dem Fall wäre deinen Ausführungen zum Material zuzustimmen.
Ja, so meinte ich das, vielleicht habe ich mich nicht professionell ausgedrückt.
 
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