Maria Theresien Taler

Registriert
26.05.2012
Beiträge
820
Punkte Reaktionen
331
Website
www.youtube.com
Hallo Kooikerfreund,

ich habe Deine Münze bereits gestern Abend nach besten Wissen und Gewissen bestimmt, war mir halt bloß mit der dritten mittleren Schwanzfeder ein klein wenig unschlüssig - deshalb unser PN-Austausch, da ich Gewißheit haben wollte bevor ich mich äußere. Nach den nunmehr von Dir eingestellten diesbezüglich noch besseren Foto`s ist für mich dies ein Maria-Theresia-Taler vom Typ Haffner 65, Prägestätte: Kalkutta / Indien, Prägezeitraum: 1940-1942. Und zwar ein wirklich überdurchschnittlich gut erhaltenes Stück und da ich den Preis kenne (;)) nochmals meinen Herzlichen Glückwunsch zu dieser Münze :) !
Vielen Dank für die Zeit die du dir genommen hast um sie zu bestimmen
Gibt es vielleicht ungefähre :rolleyes: Auflage Zahlen?
dieser "Art" des MTT

Danke nochmals:):respekt:

Liebe Grüße
Kooikerfreund
 
Registriert
26.05.2012
Beiträge
820
Punkte Reaktionen
331
Website
www.youtube.com
Diese Frage hattest Du Dir ja wohlweislich mit Deinem Smiley links
oben in der Titelleiste eigentlich schon selber beantwortet ;) ...

Stimmt aber es hätte doch sein können
habe aber auch nicht so wirklich geglaubt weil wie will man das feststellen...:D
Ist dies den nun eine "Originale Nachprägung" oder eine Fälschung?
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
09.01.2012
Beiträge
2.175
Punkte Reaktionen
639
Das Prägerecht für MTT steht und stand immer Österreich zu. Österreich war übrigens zu dieser Zeit an Deutschland "angeschlossen". Also hatte das Deutsche Reich zu dieser Zeit das Prägerecht.
Die Prägungen erfolgten durch den britischen Staat. Indien war damals eine britische Kronkolonie. Großbritannien besaß zum Prägezeitpunkt kein "Lizenzrecht" zur Prägung. Zwischen Großbritannen und Deutschland herschte damals Krieg.
Somit sind diese Prägungen "unautorisiert" und damit formal Fälschungen vom "Münzfälscher" Großbritannien.
Allerdings paßt die formale Kategoriesierung beim MTT sowieso nicht!
In der Numismatik weden aber alle Prägungen des MTT, die im staatlichen Auftrag erfolgten, als "offizielle Nachprägungen" behandelt. Hier wird von Sammlern sogar die "staatliche Münzfälschung" höher bewertet als die vom Prägerechtsinhaber herausgegebenen "Orignalnachprägungen".
 
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.934
Punkte Reaktionen
9.496
Wie ich weiter oben schon sagte; der scheinbar so fade MTT wirft eine ganze Reihe von interesssanten numismatischen ( und politischen ) Fragen auf. Der Grund für die unautorisierte Produktion von Zahlungsmitteln eines anderen Staates ( vulgo: Fälschung ) geschieht aus reinem Zweckdenken.

Weitere Beispiele:
- Schweden prägte im grossen nordischen Krieg russische 5 - Kopekenstücke mit dem Ziel, die russische Währung zu destabilisieren. Erkenntlich sind sie daran, dass die Fälscher versehentlich eine Königskrone statt einer Kaiserkrone einpunzten

- Napoleon fälschte englische Banknoten und England zur selben Zeit französische Banknoten

- Russland prägte um 1830 holländische Ritterdukaten nach. Ich glaube, das kam raus, weil überall, wo gerade ein russisches Schiff vor Anker gelegen hatte, grössere Mengen dieser Dukaten mit einer bestimmten Jahreszahl auftauchten ( 1828 - 31, glaube ich )

- Unternehmen Bernhard

Die Taler - und Antikenexperten können sicher noch weitere Beispiele nennen, eigentlich auch ein interessantes Sammelgebiet.
 
Registriert
09.01.2012
Beiträge
2.175
Punkte Reaktionen
639
Wobei Großbritannien den MTT in vollem "Schrot und Korn", also mit gleichem Gewicht und Silbergehalt, prägte und keine minderwertigen Stücke.

Der Grund war einfach. Im zweiten Weltkrieg brauchten die Briten die Hilfsquellen aus Arabien und Ostafrika. Dafür brauchten sie Geld, das von der dortigen Bevölkerung und den dortigen Autoritäten als Zahlungsmittel akzeptiert wurde. Und das einzige Großzahlungsmittel (also nicht Kleingeld), das in diesem Raum allgemein akzeptiert wurde, war der MTT. Und da der Kriegsgegner Deutschland wohl kaum eine "Prägelizenz" erteilen wird, prägten die Briten halt ohne. Im Ostafrika und Arabien wurde der MTT als "genormte Silbermenge" für Zahlungen benutzt; da interessierte sich keiner dafür, ob die Briten berechtigt oder unberechtigt prägten oder ob der Taler aus Wien oder Indien stammte, solange Gewicht und Silbergehalt stimmten.
 
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.934
Punkte Reaktionen
9.496
Vielen Dank für die Zeit die du dir genommen hast um sie zu bestimmen
Gibt es vielleicht ungefähre :rolleyes: Auflage Zahlen?
dieser "Art" des MTT

Danke nochmals:):respekt:

Liebe Grüße
Kooikerfreund

Für Indien habe ich keine Zahlen gefunden, aber Haffner gibt für die in England geprägten MTTs die Prägemenge mit 19,835.054 Exemplaren an, wobei der grössste Teil wieder eingeschmolzen sein soll.
 
Registriert
09.01.2012
Beiträge
2.175
Punkte Reaktionen
639
Für die Prägungen Großbritanniens im zweiten Weltkrieg (sowohl England als auch Indien) gibt es glaube ich keine veröffentlichten "offiziellen" Prägezahlen. Zur Zeit der Prägung galt die Prägung und alles damit Zusammenhängende, also auch die Auflagenzahlen, als "militärisches Geheimnis".
 
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.934
Punkte Reaktionen
9.496
Für die Prägungen Großbritanniens im zweiten Weltkrieg (sowohl England als auch Indien) gibt es glaube ich keine veröffentlichten "offiziellen" Prägezahlen. Zur Zeit der Prägung galt die Prägung und alles damit Zusammenhängende, also auch die Auflagenzahlen, als "militärisches Geheimnis".

Die Mengenangabe von Haffner bezieht sich auf den gesammten Prägezeitraum bis 1961. Vielleicht sollte man bei der Royal MInt mal anfragen, ob es genauere Angaben gibt, bzw. ob sie verfügbar sind
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
11.09.2009
Beiträge
10.934
Punkte Reaktionen
9.496
Aus der Quelle eines Anbieters, bei dem die MTTs mit Hafner - Nummer angeboten werden:
Frühe, posthume Prägung aus London von der Firma Johnson,Matthey & Co.,18.11.32-10.07.1935
Auflage 251747 Stück

Zumindest bei diesem Typ scheinen Informationen leicht zugänglich zu sein.
 
Oben