Münzen mit schöner Patina - ein Hingucker

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Dann einmal ein Beispiel zur Nachfrage: Handelt es sich bei der in den Links gezeigten Münze um eine Münze mit natürlicher oder künstlicher Patina? Und vor allem: Woran erkenne ich den Unterschied? Was sind gängige Kriterien?
Ich denke, das kann man schwer sagen. Vor allem solche Blautöne entstehen meines Wissens unter Anwesenheit von Schwefel. Ob dies aber gewollt und künstlich oder auf natürlichem Weg passiert, lässt sich nachträglich vermutlich schwer sagen. Aufgrund der Gleichmäßigkeit der Patina bei dieser Münze würde ich annehmen, dass die Patina über eine längere Zeit natürlich gewachsen ist. Künstlich erzeugte Patina erfordert oft, weil es schnell gehen soll, eine höhere Schwefelkonzentration und neigt dann eher dazu, fleckig bzw. unregelmäßig zu werden. Es gab hier im Forum schonmal vor Jahren einige Beiträge darüber, wo Versuche mit gekochten Eiern etc. vorgenommen wurden. Manchmal kann das gut werden, oft wird es aber fleckig oder schnell auch zu dunkel bis fast schwarz.
Letztlich ist jede Patina das Produkt einer chemischen Reaktion und man muss sich die Frage stellen, wo die Grenze zwischen "künstlich" und "natürlich" ist. Wenn eine Münze jahrzehntelang unberührt in einem Schrank aus Eichenholz liegt (gerbsäurehaltiges Holz), wird sie voraussichtlich patinieren, das wäre eine natürliche Patina. Wenn man eine Münze zusammen mit frischen Eichenholzspänen in eine geschlossene Dose legt, wird sie das ebenfalls tun, nur schneller, das ist dann aber künstlich. Wo ist die Grenze? Am Ende stellt sich für mich eher die Frage, ob mir eine Patina gefällt oder eben nicht. Es gibt sehr unschöne natürliche Patina, "natürlich" muss nicht zwingend gleichbedeutend mit "hübsch" sein. Ich mag leichte Patina, die sich gleichmäßig vom Rand her über die Münze ausgebreitet hat, aber noch Teilbereiche frei lässt. Bei durchgängiger Patina habe ich immer Sorge, dass diese Putz- oder Bearbeitungsspuren verdeckt. Ich möchte gerne noch hindurchsehen können. Ansonsten ist es mir egal, wie die Patina entstanden ist, mir muss die Münze gefallen.
 
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Dann einmal ein Beispiel zur Nachfrage: Handelt es sich bei der in den Links gezeigten Münze um eine Münze mit natürlicher oder künstlicher Patina? Und vor allem: Woran erkenne ich den Unterschied? Was sind gängige Kriterien?

Atlas Numismatics: New Ancient, World Coin Inventory - May 2016
https://www.coinweek.com/wp-content/uploads/2016/06/saxe-weimar-eisenach_atlas-1024x517.jpg

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Ich denke es lässt sich im Nachhinein fast nie wirklich genau feststellen ob eine Patina natürlich oder unter Zuhilfenahme von Hilfsmitteln / bewusste Lagerung in einer patinabildungsfreundlichen Umgebung entstanden ist.
Hauptsächlich fällt es bei bestimmten Händlern auf, dass diese nur Münzen mit einer ansprechenden, gleichförmigen Patina der gleichen Art anbieten, wenn relativ junge Münzen innerhalb weniger Jahre eine stark ausgeprägte Patina entwickeln oder oder wenn auf natürliche Weise selten entstehende Patinatypen vermehrt am Markt angeboten werden (dazu zähle ich zum Beispiel eine ausgeprägte Regenbogen-Patina und Münzen mit beidseitig gleichmäßiger Patinierung)

Durch die Mode der Zeit sind somit bestimmte Münztypen und Sammelgebiete sicher anfälliger für beabsichtigt herbeigegührte Patinas.
Nun lässt sich sicher gut darüber streiten, ob man dies etwa als Manipulation, unwichtige Spielerei oder gar als Maßnahme zum Schutz der Münze ansieht
 
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Hier mal ein schöner Bayern 5er mit beidseitig toll ausgeprägter Patinierung wo jedoch vor allem der volle Prägeglanz auf dem Avers noch durchscheint .Bilder sind leider mit einem alten Ipad aufgenommen worden und daher recht "schwammig" !
 

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Es gab hier im Forum schonmal vor Jahren einige Beiträge darüber, wo Versuche mit gekochten Eiern etc. vorgenommen wurden.
Ich wars, mit einem schrottigen Zweimarkstück. Die Tönung, die so entstand war tiefschwarz und hatte die Haptik und Optik von Lack. Mal sehen , ob ich noch Bilder finde.
 
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Das 3 Markstück von Weimar dürfte ziemlich sicher eine "moderne" Patina haben !
Kannst Du das begründen bzw. für Unwissende bitte erklären? Ich hätte eher gedacht, dass diese Patina natürlich sein müsste, weil sie so schön gleichmäßig ist. Das macht für mich den Eindruck, als wäre das über einen längeren Zeitraum entstanden. Oder irre ich?
 
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Kannst Du das begründen bzw. für Unwissende bitte erklären? Ich hätte eher gedacht, dass diese Patina natürlich sein müsste, weil sie so schön gleichmäßig ist.
Diese Patina trägt die gleiche Handschrift, wie die vieler anderer Stücke, die ich auch persönlich patiniert habe.
Ich habe mit der Patinierung von Münzen viele Jahre "Experimentiert" und diese Aussage wird Dir jetzt wieder nicht konkret genug sein.................

Tatsache ist, das solche Patinierung erstens eine kleine Wissenschaft für sich selbst ist und Ihre Farbgebung/Intensität, der Nuancenreichtum und Ihr Übergang von sehr vielen Faktoren bestimmt wird.
Den Unterschied zwischen " echter " und " moderner " Patina kann man aber feststellen.
Dazu sollte man aber in Natura gesehen haben, wie welche Münzen mit welcher Legierung und Oberfläche bei den unterschiedlichen Methoden der Patinierung reagieren und zu Vergleichszwecken entsprechend echt gewachsene Patina Beispiele in ausreichender Anzahl gesehen haben. Wie schon bei anderen Diskussionen hier im Forum ist " Natura in der Hand " das letztlich einzig zufriedenstellend/ erklärende Kriterium.
Ich versuche es trotzdem mal mit Worten allein.................
Das "Farbspiel " der Beispielmünze ist in seinen Nuancen, dem Glanz und der Intensität der Farben und Ihrer Übergänge jedenfalls kaum ein Prozess von Jahrzehnten gewesen !
Ganz besonders vorliegender Blauton a.d. Porträtseite ist typisch für auf Schwefelbasis nachpatinierter Stücke. Der letzte typische Beweis dürften die Flecke vor dem Gesicht und am Halsabschnitt sein. Hier ist vor der " Patinaprozedur " unsauber gearbeitet worden................
Von prägefrisch glänzend bis zu diesem Zustand ..........bei entsprechender Methode und Anwendung 2 bis maximal 48 Stunden .............
 
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Hauptsächlich fällt es bei bestimmten Händlern auf, dass diese nur Münzen mit einer ansprechenden, gleichförmigen Patina der gleichen Art anbieten, wenn relativ junge Münzen innerhalb weniger Jahre eine stark ausgeprägte Patina entwickeln oder oder wenn auf natürliche Weise selten entstehende Patinatypen vermehrt am Markt angeboten werden (dazu zähle ich zum Beispiel eine ausgeprägte Regenbogen-Patina und Münzen mit beidseitig gleichmäßiger Patinierung)
Vor allem in den 70 ziger Jahren waren hübsch glänzende Münzen dem Zeitgeist entsprechend der Renner schlechthin.
Vieles, vor allem an modernem Material wurde damals seiner Orginalität beraubt, sprich getaucht, gereinigt etc..........
Manche Patinatypen brauchen für Ihre natürliche Entstehung Jahrzehnte, teilweise sogar Jahrhunderte .
Jetzt kann sich jeder ungefähr ausrechnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ausfällt, daß man Münzen z.b. mit original gewachsener Regenbogenpatina oder tiefen und vor allem gleichmäßigen Blautönen in der Praxis begegnet......................
Das sind absolute "Highlights" und mindestens so selten, wie " Stempelglanz" nach alter Definition !
 
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