www.honscha.de

Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

Dieses Thema im Forum "Altdeutschland" wurde erstellt von Kempelen, 11. Juni 2011.

  1. XWorbad

    XWorbad

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    533
    Zustimmungen:
    3.039


    Einen ersten Block an Münzen habe ich verkauft, so dass ich wieder „ins Geschäft einsteigen“ konnte – was zu meinem heutigen Neuzugang geführt hat:
    Ein Ausbeutetaler aus dem Kurfürstentum Hannover, 1756 geprägt in Zellerfeld unter Georg II.

    Die Grube Lautenthals Glück in der Bergstadt Lautenthal warf reichlich Ausbeute ab. Nachdem bereits 1685 von beiden Braunschweiger Linien (Wolfenbüttel und Hannover) Schaustücke aus Anlass der Ausbeute geprägt worden waren, begannen beide nach einer Pause ab 1745 wieder mit der Prägung von Ausbeutetalern.
    Der Spruch „Tu quondam abiectam reddis deus alme sonoram“ passt in zweifacher Hinsicht gut:
    Du, gütiger Gott, gibst das einst Eingesetzte (Weggeworfene) als Klingendes wieder zurück.
    Zum einen geht es um die früheren Investitionen (Zubußen), die nun als klingende Ausbeutemünzen zurückfließen. Zum anderen passt „sonora“ (klangvoll, tönend, klingend) auch gut mit der Lautenspielerin zusammen, die ihrerseits wohl wiederum eine Anspielung auf den Begriff Lautenthal ist.

    Die Beschreibung der Münze durch das Auktionshaus mit „Hübsche Patina, fast vorzüglich“ halte ich für Teilbereiche der Münze zutreffend, allerdings weist die Münze neben kleineren Prägeschwächen, die mich nicht stören, unschöne feine Kratzer auf, die die Sonne deutlich zum Vorschein bringt. Bei anderem Licht fallen sie glücklicherweise nicht so sehr auf.

    Heute gibt es übrigens in Lautenthal ein Bergbaumuseum: Besuchen Sie das Bergbaumuseum bei Goslar im Harz

    Braunschweig-Calenberg-Hannover (Kurfürstentum Hannover) Reichstaler 1756, Welter 2566
    Hannover W 2566 Reichstaler 1756 Lautenthals Glück Av1.jpg Hannover W 2566 Reichstaler 1756 Lautenthals Glück Avschräg1.jpg Hannover W 2566 Reichstaler 1756 Lautenthals Glück Rv1.jpg Hannover W 2566 Reichstaler 1756 Lautenthals Glück Rvschräg1.jpg Hannover W 2566 Reichstaler 1756 Lautenthals Glück Rv.jpg
     
    Alu-Chip, Hugohabicht, hegele und 9 anderen gefällt das.
  2. Fusselbär

    Fusselbär

    Registriert seit:
    2009
    Beiträge:
    6.025
    Zustimmungen:
    4.513
    Das kann ich nur empfehlen, auch die Kids hatten Spass. Gerade die Erzschiffahrt, wo man den Kahn selbst am Seil vorantreiben muss ist klasse!

    Trotz der kleinen Kratzer ein schönes Stück!! Ich finde es immer wieder Bemerkenswert wenn man eine Münze oder Medaillie mit dem Bezug des Ausgangmaterial hat.
     
    Alu-Chip und Muppetshow gefällt das.
  3. JensiS

    JensiS

    Registriert seit:
    2004
    Beiträge:
    500
    Zustimmungen:
    1.704
    Was Neues aus der näheren Umgebung ...

    1/3 Thaler 1669 Mansfeld-vorderortische Linie zu Eisleben

    Wappenseite: DOM.IN.H.S.E.S FORTITER ET CONSTANTER Anker, Wappen, 1669, AB K
    Wertseite: IOHAN GEORG . COM . IN . MANSFELT . NOB Anker, Hl.Georg tötet Drachen, 1/3

    geprägt unter Johann Georg III. (1653-1710), mit ihm erlosch die Linie der Eisleber Herrschaften. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber auf der Wertseite ist es wohl ein Doppelschlag. Zudem ist es vermeintlich eine französische Prägung, ich vermute aber eher eine Stempeldrehung von ca. 170 Grad. Weiß jemand genauer Bescheid?
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2019
    XWorbad, Kempelen, reining und 7 anderen gefällt das.
  4. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2003
    Beiträge:
    7.746
    Zustimmungen:
    7.662
    Ein Drittel Taler ist schon ein recht großer Brocken Silber, der wohl selten mit einem Schlag geprägt wurde. Auf etwa 1 Uhr kann man den mindestens zweiten Schlag deutlich erkennen.
    Stempeldrehungen haben die alten Münzen fast alle. Man muss bedenken, dass von Hand geschlagen wurde. Da war eine exakte Übereinstimmung der Stempelstellung purer Zufall.
     
  5. Alu-Chip

    Alu-Chip

    Registriert seit:
    2016
    Beiträge:
    879
    Zustimmungen:
    3.284
    Ebay Username:
    eBay-Logo moquai_de
    Die 100. WAGO hatte für mich als Kleinmünzen-Sammler einige Highlights zu bieten. Bei drei Losen war ich erfolgreich und möchte euch diese nicht vorenthalten:
    • Königreich Sachsen - Friedrich August I. - 1 Heller 1813 H (Mmz. beidseitig); Jaeger 2b
      J 002b - 1813H - AV.jpg J 002b - 1813H - RV.jpg

    • Königreich Sachsen - Friedrich August I. - 1/48 Taler 1815 S; Jaeger 6
      J 006 - 1815S - AV.jpg J 006 - 1815S - RV.jpg

    • Königreich Sachsen - König Johann - 2 Pfennig 1861 B; Jaeger 80b
      J 080b - 1861B - AV.jpg J 080b - 1861B - RV.jpg
    Bemerkenswert ist bei den Stücken die überdurchschnittliche Erhaltung.
     
    Kempelen, Muppetshow, moppel65 und 7 anderen gefällt das.
  6. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    359
    Zustimmungen:
    536
    Nachfolgendes Stück hätte eben so gut in die Rubrik Medaillen gepasst.
    Denn um eine solche handelt es sich.
    Da es in der Literatur jedoch immer wieder als Taler oder Schautaler bezeichnet wird, habe ich es mal hier reingestellt.

    Fulda
    Fürstabt Amandus von Buseck 1737-1756
    Medaille/ Gedenktaler o.J. (1744) auf die Tausendjahrfeier zur Gründung des Klosters Fulda.
    Geprägt im Gewicht eines Reichstalers (28,95 gr.)

    Eichelmann 83
    Buchonia 19

    Vs.: Brustbild des Fürstabtes mit Kalotte und Juwelenkreuz auf der Brust
    Rs.: Der heilige Benedikt von Nursia auf einer Wolke schwebend, aus der es regnet. Darunter in der Mitte eine Palme, links daneben ein Engel
    mit dem Wappen des Amandus und einem Füllhon. Rechts eine allegorische Figur, die eine Sense zerbricht.
    Fulda Schautaler o J (1744).jpg

    Benedikt wird hier in der Mönchskutte als Zeichen der Demut und Unterwerfung unter den Willen Gottes dargestellt.
    Er hält in seiner rechten Hand ein Buch, auf dem ein gesprungenes Glas steht, aus dem eine sich windende Schlange aufsteigt und in der linken einen Krummstab. Die windende Schlange ist ein Hinweis auf einen misslungenen Anschlag auf den heiligen Benedikt, der von einem seiner Mönche auf ihn wegen zu strenger Ordensregeln ausgeführt wurde.
    Der aus der Wolke fallende , Wachstum spendende Regen ergießt sich über eine Palme, dem uralten Symbol des Königs der Israeliten, des Siegers, der Stärke und Widerstandskraft. Alles auch Tugenden und Eigenschaften, die dem Kloster Fulda seinen tausendjährigen Bestand sicherten.
    Auf einer Seite der Palme sieht man die Figur des Todes, der über seinem Knie das Todessymbol, die Sense, zerbricht. Die Sanduhr zu seinen Füßen ist das Symbol für die verinnende Zeit. Dieses Bild steht hier für die Überwindung des Todes, der Zeit , der Endlichkeit , durch den Glauben an Jesus Christus.
     
    JensiS, moppel65, Alu-Chip und 6 anderen gefällt das.
  7. Leitwolf

    Leitwolf

    Registriert seit:
    2004
    Beiträge:
    2.704
    Zustimmungen:
    3.979
    Dann bleiben wir doch gleich beim Thema - wenn auch mit einem bei weitem nicht so imposanten Stück wie von Medaillenfreund vorgestellt.

    Bei der letzten WAGO konnte ich mir folgende Münze für meine Heimatsammlung sichern, deren Erhaltung zwar überschaubar ist, die aber anscheinend eher selten angeboten wird. Für den Fuldaer Groschen 1724 mit der Frontaldarstellung des Hl. Bonifatius konnte ich spontan nur ein gelochtes Exemplar aus einer Peus-Auktion in 2011 recherchieren. Häufiger kommen die Groschen-Typen mit Dreiviertelprofil vor:

    Fulda red..jpg
     
    JensiS, XWorbad, moppel65 und 5 anderen gefällt das.
  8. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    359
    Zustimmungen:
    536
    Dein Stück mit Frontalansicht ist im Gegensatz zum Dreiviertelprofil wesentlich seltener !
    Verhältnis der Vorkommen mindestens 1 zu 10 !
    Hat die WAG nicht erkannt !
    Glückwunsch !
     
    Leitwolf und Muppetshow gefällt das.
  9. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    359
    Zustimmungen:
    536
    Wenn wir dann jetzt schon mal bei Fulda sind, dann noch eine weitere hübsche Kleinigkeit dieses Gebietes.

    Bernhard Gustav Markgraf von Baden und Abt von Fulda 1671-1677
    Reichstaler 1672 auf seine Wahl zum Abt

    Gerling Erdmann 75-2
    Slg. Fiorino 2325
    Dav.5316
    Vs..jpg Rs..jpg

    Dieses Stück hat einen sehr langen Weg hinter sich und ich konnte es bis zu einer Auktion Ende des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen.
    Manchmal ist das Pedigree einer Münze noch spannender wie das Stück selbst..........
     
    JensiS, Leitwolf, XWorbad und 6 anderen gefällt das.
  10. Gerhard Schön

    Gerhard Schön Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2005
    Beiträge:
    2.949
    Zustimmungen:
    342
    In einem zeitgenössischen Münzmandat wird dieses Stück als Halbgroschen (Knacken, Böhmisch) angesehen und vom ganzen Groschen unterschieden.

    Nach Mitteilung von Herrn Leitwolf hat das Stück das normale Gewicht des Groschens, die (in diesem Fall fränkischen) Zeitgenossen lagen also nicht richtig!
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Juli 2019
    Muppetshow gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese Ihrem Erleben anzupassen und Sie nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn Sie sich weiterhin auf dieser Seite aufhalten, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden