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Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

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Kurfürstentum Sachsen

Friedrich August III.
1 Taler 1780
geprägt in Dresden

In natura sieht das Stück noch besser aus. Auch wenn der Kurfürst ein paar Narben im Gesicht hat, ist das ein tolles Stück mit einer super Patina.
Mein bester Treffer vom letzten Sonntag.

Normalerweise bin ich ein Gegner davon, unterschiedliche Erhaltungsangaben für jede Münzseite zu machen, aber hier ist Revers wirklich super erhalten. Beim Avers gefällt mir die alte Patina.
 

B555andi

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Ein weiterer badischer Kronentaler ist bei mir eingetroffen, und zwar eine (von mir gefundene) recht seltene Untervariante der bei Kahnt 16e beschriebenen Variante mit enger Jahreszahl, jedoch mit einer anderen Anzahl und Verteilung der Oliven in den Zweigen auf der Wertseite. Von dieser Untervariante konnte ich in zurückliegenden Auktionen lediglich zwei Angebote aus den Jahren 2007 und 2012 finden.

Großherzogtum Baden
Ghzg. Karl (1811-1818)

1 Kronentaler 1814

Katalog:
Kahnt 16e (Untervariante)
AKS 24 Variante
Kronentaler-14-07-a.jpg Kronentaler-14-07-r.jpg
 
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Mir gefallen die Anhalter, der ist weit weg von perfekt aber trotzdem schön. Manchmal kann ich den Auflagezahlen in den Katalogen nicht so recht trauen. Großes Angebot, verhältnismäßig niedrige Preise und dann so geringe Auflagen? Mir solls recht sein.
 

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Da die Münzen von Künker noch nicht bei mir eingetroffen sind, weiche ich von meinem Plan, euch die Münzen in chronologischer Reihenfolge zu zeigen, ab und komme zu einer Münze aus Diepholz.

Die Edelherren von Diepholz hatten zwar kein Prägerecht, prägten aber trotzdem Münzen. Dabei ahmten sie andere Münzen nach, blieben in Schrot und Korn jedoch in der Regel unter den Vorgaben der Originale. Mein Neuzugang ist ein Beischlag zu einem böhmischen Weißpfennig (Putschänel) unter König Wladislaus II., der aller Wahrscheinlichkeit nach ausschließlich zum Umlauf in Böhmen bestimmt war. Münzherr ist der Edelherr Rudolf VIII. (NOBL RODOLF D DIPHOLT), der in Diepholz bis zu seinem Tod 1510 regierte. Entstanden ist die Münze Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts, sie wiegt gerade mal 0,35 g.

Herrschaft Diepholz, einseitiger Pfennig o. J. (um 1500), Giesen 6.1
Diepholz Giesen 6.1 Pfennig Rudolf.jpg


Nach dem Tod Rudolfs regierte in Diepholz sein Sohn Konrad XII. mit seinen Brüdern. Ich habe in meiner Sammlung einen Pfennig, der in seiner Umschrift NOBL CONRAT D DIPHOL eben diesen Konrad nennt. Angesichts der Entwicklung der Löwendarstellungen war er aber möglicherweise gar nicht der Münzherr, sondern bereits sein Vater Rudolf.

Hier beide Münzen (Giesen 6.1 und 6.2) zum Vergleichen:
Diepholz Giesen 6.1 u 6.2 Pfennige Rudolf u Konrad.jpg
 
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Auch der dritte Neuzugang liegt am Rand meiner Heimatsammlung. Es handelt sich um einen Witten aus Lüneburg aus der Zeit des Wendischen Münzvereins, und zwar aus dem Jahr 1502.
Warum habe ich mir dieses Stück gekauft, wenn ich doch in der Regel Münzen der Welfen zeige?

Meine Heimat liegt in der ehemaligen Grafschaft Hoya, die im Jahr 1582 nach dem Tod des letzten Grafen von Hoya an die Welfen fiel (zum größten Teil jedenfalls). Für die Zeit vor 1582 versuche ich daher, Münzen der Grafen von Hoya zu sammeln. Diese sind jedoch rar gesät und - wenn überhaupt erhältlich - dann recht teuer. Deshalb habe ich mir überlegt, mir einen besonderen Umstand „zunutze“ zu machen: Die Hoyaer Münzen waren Beischläge zu anderen Münzen, die in der Grafschaft umliefen. Diese Vorbilder kommen weniger selten vor und sind daher eher zu ergattern. Damit kann ich meine Lücken zumindest dokumentieren.

Und so ist denn auch dieser Lüneburger Witten ein Vorbild für den in der Grafschaft Hoya unter Graf Jobst II. (eventuell schon unter seinem Vater Jobst I.) geprägten Witten (Giesen 35).

Die Städte des Wendischen Münzvereins hatten sich im Rezess von 1502 auf einen neuen Münzfuß geeinigt. Die Witten zeigen auf der Rückseite ein Kreuz und auf der Vorderseite das Wappen der jeweiligen Stadt. Auf den Lüneburger Witten ist daher ein Stadttor mit drei Türmen zu sehen, im Tor ein Schild mit dem Löwen. Die Umschrift lautet auf der Avers-Seite MONETA LUNEB 1502 und auf der Revers-Seite O CRUX GLORIOSA.

Beim Hoyaer Beischlag wird der Löwe im Schild durch die Hoyaer Bärentatzen ersetzt, die Umschrift lautet MONETA NOVA HOIEN. Bei der Umschrift auf der Rückseite heißt es hier O CRUX ADORANEA. Somit eine ziemlich genaue Nachahmung. Dass die Umschriften ein wenig vom Original abweichen, dürfte weniger von Bedeutung gewesen sein, da die meisten Leute eh nicht lesen konnten.

Ich hätte euch zum Vergleichen ja gern zumindest einen Link in diesen Beitrag eingefügt, aber ich habe im Internet nicht einen einzigen Hoyaer Witten zum Verlinken gefunden. So müsst ihr mit dem Exemplar aus Lüneburg vorliebnehmen.

Stadt Lüneburg, Witten 1502, Jesse 594
Witten 1502 J594 Av.jpg Witten 1502 J594 Rv.jpg
 
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Nun liegen mir alle Münzen vor, so dass ich jetzt auch die übersprungene Münze zeigen kann. Ich hätte sie gern zusammen mit dem gestern gezeigten Lüneburger Witten vorgestellt, da sie den gleichen Hintergrund hat. Es handelt sich nämlich um einen weiteren Witten, der Vorbild für eine Hoyaer Münze war.

Diesmal stammt der Witten aus der Hansestadt Lübeck aus der Zeit vor Gründung des Wendischen Münzvereins 1379 und ist ein mögliches Vorbild für den unter Graf Otto III. in der Niedergrafschaft Hoya geprägten Witten (Giesen 31). Dabei sind die Münzbilder der Rückseite sehr ähnlich: Ein Kreuz, in der Mitte ein Vierpass (mit einem Punkt). Die Umschriften: Auf dem Lübecker Witten steht CIVITAS IMPERIAL, auf dem Hoyaer MONETA IN HOYA CIVIT. Auf der Vorderseite finden sich die Wappen, die allerdings mehr voneinander abweichen: Der doppelköpfige Adler aus Lübeck bzw. die Bärentatzen aus Hoya. Die Umschriften: MONETA LVBICENS und OTTO COMES IN HOYA

Und auch heute kann ich euch leider kein Hoyaer Vergleichsstück anbieten. Wer jedoch Zugang zu den von Hermann Grote herausgegebenen Münzstudien hat, kann im Vierten Band, Heft X (1865) den Beitrag „Geld- und Münzgeschichte der Grafschaft Hoye“ nachlesen und in der Tafel 8 die beiden Witten von gestern und heute anschauen. Wie ich beim Verfassen dieses Textes feststellen musste, werde ich den Hoyaer Witten wohl nie besitzen können, denn Giesen kennt gerade mal zwei Nachweise, bei denen es sich aber auch noch um ein und dieselbe Münze handeln könnte. Und die dürfte heute im Landesmuseum Hannover liegen.

Hansestadt Lübeck, Witten o. J. (1365 - 1379), Jesse 302
Lübeck Witten oJ vor 1379 J302 Av1.jpg Lübeck Witten oJ vor 1379 J302 Rv1.jpg
 
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Der Neue ist links unten mit der Jahreszahl 1871, damit sind alle Jahrgänge komplett

2 Neugroschen Sachsen AKS 145

Obwohl schon klar war, dass die Mark eingeführt werden sollte, wurden die sächsischen Neugroschen und 2 Neugroschen noch bis 1873
geprägt.

Eigentlich passten diese Stücke gut in die neue Dezimalwährung, da der sächsische Neugroschen im Unterschied zum preußischen Silbergroschen
10 Pfennige zählte. Außerdem war er wie der Preuße 1/30 Taler, d.h. 1/10 Mark.

Es half alles nichts, beide wurden zur selben Zeit außer Kurs gesetzt, zum 31. Mai 1876.
 

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Mit dem heutigen Neuzugang geht es nun aber zu den Welfen. 1714 begann die 123 Jahre dauernde Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien. Mit der Thronbesteigung wurde aus Herzog, Kurfürst und Erzschatzmeister Georg Ludwig nun zusätzlich Georg, König von Großbritannien, Frankreich und Irland. Verteidiger des Glaubens war er selbstverständlich auch - und ein neues Wappen gab es oben drauf. Bei so vielen Titeln war auf den Münzen kein Platz mehr für den Wahlspruch IN RECTO DECUS.

Aus dieser Phase kann ich euch zwei Neuzugänge mit dem Wilden Mann zeigen. Heute gibt es den 2/3 Taler aus dem Jahr 1723.
Ich zitere mich mal selber:
vom Typ Welter 2241 aus Zellerfeld nunmehr schon eine kleine Serie.
In Zellerfeld wurde der Münzmeister Heinrich Horst 1719 suspendiert. Da Ernst Peter Hecht erst 1723 zum Münzmeister ernannt wurde, wurde die Münze zwischenzeitlich von einer Kommission verwaltet. Daher gibt es von diesem Typ Münzen mit mindestens drei verschiedenen Münzmeisterzeichen: H gekreuzte Zainhaken H für Heinrich Horst, C für die Kommission und E P H für Ernst Peter Hecht. Welter listet unter Bezug auf Fiala zusätzlich eine Münze auf, bei der 1719 dem Münzmeisterzeichen von Heinrich Horst noch ein C beigefügt wurde. Solch eine Münze habe ich aber leider noch nicht gesehen.
Auf den 2/3 Talern unter E P H findet sich im Feld der Rückseite zusätzlich die Zahl 24 (Mariengroschen), wobei es im Jahr 1723 auch Münzen ohne 24 gibt.

Und eben diese 1723er Münze ohne 24 habe ich nun erworben, zwar in keiner Toperhaltung, aber mit einem interessanten Doppelschlag auf der Rückseite im Bereich der Umschrift AR THES. Der Kerbrand des ersten Prägeschlags ist bei AR zu erkennen, ebenso das T, das bis in den Kopf des Wilden Mannes reicht. Auch das erste H ist noch zu sehen.

Braunschweig-Calenberg-Hannover 2/3 Taler 1723, Welter 2241
Hannover W 2241 1723 2.3 Taler Av.jpg Hannover W 2241 1723 2.3 Taler Rv.jpg Hannover W 2241 1723 2.3 Taler AvDoppelschlag.jpg

Und hier nun alle vier Münzen dieses Typs in meiner Sammlung: 1717 – 1722 – 1723 - 1726.
Hannover W 2241 1717-22-23-26 2.3 Taler Av.jpg Hannover W 2241 1717-22-23-26 2.3 Taler Rv.jpg

Übermorgen geht’s weiter – morgen ist ja gebotener Fast- und Abstinenztag. Ob der auch für Münzneuzugänge gilt, weiß ich zwar nicht, aber ich will lieber auf der sicheren Seite sein. ;)
 
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