Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

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Ein neuer Zugang...

Kursächsischer Halbtaler von 1617 auf die Jahrhundertfeier der Reformation
Mit einer (wie ich finde) sehr schönen alten Silberpatina
1617.jpg

Avers sehen wir den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. und Revers den sächs. Kurfürsten Friedrich den Weisen (der seine Hand schützend über Luther hielt und diesen zum Schutz auf die Wartburg bringen ließ)
Durchmesser: 37 mm, Münzstätte: Dresden,
Stempelschneider: Ruprecht Niklas Kitzkatz (siehe das runde Ԑ in der Inschrift in "GԐOR")

Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz regte Anfang 1617 in der Protestantischen Union an, das 100-jährige Jubiläum des Beginns der Reformation gemeinsam und festlich zu begehen. In Kursachsen wurde dieses Fest auf Anweisung von Johann Georg I. vom 31. Oktober (Reformationstag) bis 2. November 1617 festlich begangen.
Zu diesem Anlass wurden Mehrfachtaler, Taler, Teiltaler sowie Dukaten und Mehrfachdukaten geprägt. Leider sind wohl viele Exemplare der nachfolgenden Kipper- und Wipperzeit zum Opfer gefallen. Das zumindest lassen die (im Gegensatz zu den zahlreich erhaltenen Jubiläumsprägungen von 1630) heute wenig in Erscheinung tretenden Münzen vermuten. Dass sie aber ebenso in großer Anzahl geprägt wurden, wird auch hier an den vielen Stempelvarianten vor allem der Rückseiten ersichtlich. So konnte ich bis jetzt schon 21 Rückseitenvarianten der Dukaten bzw 1/8-Taler ermitteln.
 
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Eine positive Überraschung beim örtlichen Münz- und Briefmarkenhändler hielt das dortige Album altdeutscher Kleinmünzen bereit, in dem ich diesen hübschen Dreier aus Preußen finden konnte. Der Preis war mit 60 Euro sicher kein Schnäppchen, aber in dieser Erhaltung konnte ich das Stück nicht liegen lassen...
DSC09993.JPGDSC09992.JPG

VG
Firenze
 
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Möchte auch hier mal ein Stück einstellen, was ich erst kürzlich günstig erworben habe. Nicht das allerbeste avers, aber revers doch recht gut. Könnte ein EA aus dem Umlauf sein, leider sind die leicht spiegelnden Felder von der Patina verdeckt.
 

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Servus Freunde =)

Letztes Wochenende auf einem Trödelmarkt für gesamt 40 € bekommen. Die aus dem Reich aus einer Kramkiste und nur S/S+, aber der Stil von vor 1871 ist toll. Stollberg mit dem Hirsch ist am schönsten und hat sogar noch etwas Patina und Glanz. Ungarn und Dänemark sind VZ. Skizzen sind mir irgendwie immer wichtig. Hoffe die Quellen helfen allen weiter.

Aber eine Sache wurmt mich: Revers vom 1/3 Thaler von Preußen ist verschoben. Bin bei Varianten usw. kein Experte, schreibe es noch mal separat.

LG :)
 

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Seltengast

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Ich kann jetzt bei dem Preußen keinen Versatz des Prägebildes erkennen, das Stück ist ja schon brutal abgegriffen.

Dennoch: Damals wurde ringlos geprägt. Die Ronden tanzten beim Prägevorgang munter hin und her, weil der Ring fehlte, der die Ronde fixieren konnte. Ein Versatz des Motivs war damals gang und gäbe. Aber trotzdem erzielen Münzen mit sauber mittig geprägten Münzbild in Topzustand höhere Preise als solche mit versetztem Prägebild, trotz Topzustand.
 
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Habe es hier noch mal geschrieben


Deine Beschreibung ist super. Man muss sich nur von diesem Luxusgedanken des Münzensammelns entfernen. Brandenburg war eines der ärmsten Länder und die Menschen auf dem Lande haben von der Land in den Mund gelebt. Es ging um Gewicht, Legierung und Metall. Da waren den Leuten Löcher, Gegenstempel, Punzen usw. scheißegal. Und auf der hier ist nun mal ein Prägefehler. Hab sie auch nur deswegen mitgenommen.
 
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Muppetshow hatte vor einer Woche bei der Vorstellung seines Dreiers geschrieben:
Als Reaktion darauf bildete sich die Braunschweiger Münzgenossenschaft (1555 - 1568), unter deren Obhut in geringer Stückzahl die recht unbeliebten Fürstengroschen und -dreier geprägt wurden, die sich nicht durchsetzen konnten. Hildesheim beteiligte sich neben einigen anderen Städten erst gar nicht an deren Ausprägung.
... der niedersächsische Reichskreis ... arbeitete ab 1570 basierend auf der neuen Reichsmünzordnung ein neues Konzept aus, um die Münzprägung wieder zu beleben.
So wurde 1573 ein neues Zeitalter der Münzprägung eingeläutet, indem fast alle Städte und Territorien gemäß der Reichsmünzordnung von 1566 mit einheitlicher Wertseite ganze Reichstaler (in sehr geringer Stückzahl), Reichsgroschen zu 1/24 Taler und zugehörige Dreier ausprägten, ...

Der Fürstengroschen wurde aber nicht nur in „Niedersachsen“, sondern darüber hinaus z. B. auch im Bistum Münster geprägt. Ich zitiere mich dazu mal selber:


Mein heutiger Neuzugang stammt aus einem Randgebiet meiner Heimatsammlung.

Die letzten regierenden Grafen von Hoya, Albrecht II. und danach Otto VIII., ließen keine Münzen prägen. Dennoch gab es während Ottos Regierungszeit noch Münzen, die die Bärenklauen aus dem Hoyaer Wappen auf Münzen eines Grafen von Hoya zeigen. Denn die beiden hatten einen Cousin namens Johann, der Karriere als Bischof machte, und zwar in Osnabrück, Münster und Paderborn – von 1568 an in allen drei Bistümern zugleich!
In Münster ließ er u. a. diesen Fürstengroschen (Schilling) prägen. Er zeigt die drei Wappen von Osnabrück (Rad), Münster (Balken) und Paderborn (Kreuz) und über dem Helm mit Krone die angesprochenen Bärenklauen. Die Umschrift MONEta NOVA ARGentea MONASTeriensis weist die Münze als aus Münster stammend aus.
Auf der Rückseite ist das Stiftswappen nochmals abgebildet, zusammen mit dem Reichsadler und Titel von Kaiser Maximilian II.

Bistum Münster Fürstengroschen 1571, Ilisch XXXIII 7
Anhang anzeigen 156885 Anhang anzeigen 156886

Damals hatte ich euch eine Münze des Jahresgangs 1571 gezeigt. Hier kommt nun der seltenere (und letzte) Jahrgang 1572. Eine Besonderheit dieser Münze: Es handelt sich um eine bei Ilisch nicht aufgeführte Variante, u. a. mit MO statt MONE für MONETA.

Noch etwas zum Gewicht der Münzen. Nach dem Beschluss des Probationstages in Köln 1570 sollten 87 Fürstengroschen auf die Mark rauh gehen, so dass sich ein Rauhgewicht von 2,69 g ergibt. Beim niedersächsischen Probationstag 1571 regte man sich über die Münsteraner Gepräge auf, da tatsächlich 98 Stück auf die Mark gingen (2,39 g rauh). Und selbst dieses Gewicht erreichen meine beiden Münzen nicht, sie wiegen nur 2,06 und 2,13 g. Was wohl nicht unüblich ist: Die schlechten Münzen sind eben erhalten geblieben.

Bistum Münster Fürstengroschen 1572, Ilisch XXXIII.8 (var.)
Münster Fürstengroschen 1572 Av.jpgMünster Fürstengroschen 1572 Rv.jpg
 
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Ein weiterer Neuzugang stammt aus der Nachbarschaft. Dieses 36 Grote-Stück aus Bremen ist zwar keine Erhaltungsgranate, weist aber eine schöne Patina auf, die mich zum Kauf veranlasst hat. Auf den Fotos kommt dies leider nicht ganz so gut raus.

Freie Hansestadt Bremen, 36 Grote 1840, AKS 1
Bremen AKS 1 1840 36 Grote Av.jpgBremen AKS 1 1840 36 Grote Avschräg.jpgBremen AKS 1 1840 36 Grote Rv.jpgBremen AKS 1 1840 36 Grote Rvschräg.jpg
 
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Dieses Prachtexemplar eines bayerischen Madonnentalers durfte ich einem Forumsmitglied abtauschen. Danke :)
Eine häufige Münze, mit dieser Erhaltung allerdings wieder etwas besonderes
 

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