Neuzugänge in eurer Altdeutschland-Münzsammlung

Seltengast

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Da habe ich ja neulich hier im Forum gelernt, dass die Madonnentaler Bayerns und Habsburgs in der damaligen Volksmedizin eingesetzt worden waren. Das hatte mich inspiriert, und so fand dieser bayerische Madonnentaler den Weg in meine Sammlung.

Das Teil ist jetzt nicht der ganz große erhaltungstechnische Knüller, aber so ganz schlecht ist er auch nicht - und: es ist ein Taler aus gutem Jahrgang. Avers und Revers sind unbeschädigt, allerdings ist die Randschrift kaum lesbar. Diese Münze wurde also offensichtlich auch „medizinisch angewendet“.

Bayern
1 Madonnenthaler 1869
Material: Ag 900
Rauhgewicht: 18,55 g
Durchmesser: 33,35 mm
Rand: glatt mit kaum leserlichen Umschrift
Auflage: mir unbekannt
Prägestätte: München
KM #877, AKS #176, Jaeger #107

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Die im Kurfürstentum Hannover bereits 1802 beschlossene Einführung des Konventionsfußes konnte aufgrund der französischen Besetzung/Einverleibung in Westfalen zunächst nicht umgesetzt werden und gelang erst danach im Königreich im Jahr 1817. Das höchste ausgeprägte Nominal bei den Umlaufmünzen war der halbe Konventionstaler in Form der 16 Guten Groschen, von denen ich im Forum schon einige vorgestellt habe. Speziestaler wurden nicht geprägt – mit einer Ausnahme: Im Jahr 1830 wurden unter König Georg IV. Ausbeutetaler geprägt.

Das Silber stammte aus der Grube Bergwerkswohlfahrt, aus deren Ausbeute auch noch in den Jahren 1833 und 1834 unter Wilhelm IV. 2/3 Taler geschlagen wurden. Dies waren die letzten Hannoveraner Ausbeuteprägungen aus einer einzelnen Grube, von 1849 bis 1856 gab es dann noch die „allgemeinen“ Bergsegentaler.

Von diesem Ausbeutetaler gibt es zwei Varianten, die anhand der Schreibweise der Jahreszahl unterschieden werden in
- Kleine Jahreszahl mit eckiger 3 (Jaeger 26a)
- Große Jahreszahl mit runder 3 (Jaeger 26b)

Bei einem zweiten Blick fallen auf der Rückseite weitere Unterschiede auf, sowohl beim Text im Feld als auch bei der Umschrift, insbesondere bei der Stellung der beiden Texte zueinander.
Bei den Vorderseiten konnte ich bisher keine Abweichungen feststellen. Vielleicht findet ja jemand von euch Unterschiede.

Neuzugang ist übrigens das Exemplar mit der eckigen 3. Es stammt aus der Sammlung Hermann Brede, die in der 305. Künker-Auktion (März 2018) versteigert wurde. Nach der dortigen Angabe wurde es in der 140. Auktion der Frankfurter Münzhandlung 1993 versteigert, wo Brede es möglicherweise erworben hat. Im November 2018 wurde das Stück dann in der 75. Grün-Auktion zugeschlagen, jetzt ist es in meiner Sammlung gelandet.


Königreich Hannover Konventionsausbeutetaler 1830, AKS 54, Kahnt 210, Jaeger 26a und b

Hannover AKS 54 1830 Ausbeutetaler beide Av.JPGHannover AKS 54 1830 Ausbeutetaler beide Avschräg.JPGHannover AKS 54 1830 Ausbeutetaler beide Rv.JPGHannover AKS 54 1830 Ausbeutetaler beide Rvschräg.JPG


Hier noch einige Links zu Bad Grund und der Grube Bergwerkswohlfahrt/Erzbergwerk Grund:
Bad Grund: Infos, Wellness, Aktiviotäten, Sehenswürdigkeiten
Grube Bergwerkswohlfahrt
Das Erzbergwerk Grund
 
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Nach der Sommerpause mal wieder zwei hübsche Bayern für meine Sammlung: jeweils 1/2 Gulden.
Ludwig I. 1848 und sein ältester Sohn Maximilian II. 1863.
Der Maximilian müsste seltener sein, aber der Ludwig ist dafür besonders hübsch wie ich finde.
 

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Nach Weihnachten und Geburtstag bin ich in den letzten 13 Jahren immer zu WMF und Numismata gegangen =D

Da leider alles ausgefallen ist, gönne ich mir trotzdem was Schönes. Erst eine numismatische Bibliothek geschenkt bekommen und nun bei Priese & Mehlhausen drei tolle Stücke gefunden. Anhalt, Hamburg und Nürnberg. Das Zeitfenster ca. 1500-1871 ist ästhetisch, stilvolle, breit gefächert und fasziniert mich sehr. Kleinmünzen mit denen die Leute von der Hand in den Mund verkehrten sind eine tolle Nische.

LG =D
 

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Hallo Freunde =)

Konzert- und Numisfreund FooFighter/Nirvana hat Altdeutschland für mich wieder spannend gemacht. Danke dir =) Habe Münzen ggn Bücher und andersrum getauscht. Fokus sind Kleinmünzen. Sie wurden mehr genutzt als Thaler und Dukaten, welche teils nur der Repräsentation dienten. Genickbruch sind geringe Feinheit, langer Umlauf und starke Abnutzung. So zB Schweiz mit 050er Ag, welche es extrem selten in VZ gibt. Die meisten Leute dieser Zeit haben von der Hand in den Mund gelebt und konnten Geld nicht Sammeln und Schauthaler und Dukaten nie in der Hand.

Brandenburg-Preußen
Für Ostpreußen
Fredrich II. (1740–1786) | 1780 | 3 Groschen | KM 21.1
Für Großpolen
Friedrich Wilhelm III. (1797–1840) | 1799 | 4 Groschen | KM 370

Braunschweig-Lüneburg
Karl I. (1735–1780) | 1748 | 6 Pfennig | KM 855

Anhalt-Bernburg
Friedrich Albrecht (1765–1796) | 1796 | 1/48 Thaler | KM 57

Zudem habe ich eine Münze geschenkt bekommen. Man denkt an Polen. Es irritiert: Inschrift hat mich umgehauen. Prägung der Schweden für Elbing während der Besetzung im Dreißigjährigen Krieg. Angepasst gängigem Stil und Fuß. Habe mich wahnsinnig gefreut, da mein Fokus Skandinavien und Altdeutschland ist. Inschrift leider schwer lesbar, habe es aber geschafft und helfe Interessierten immer gern weiter. Daten und latainische Inschrift mit Deutung =)

Polen-Litauen
Elbing
Schwedische Besatzung
Gustav II. Adolf (1611–1632) | 1632 (?) | 1/24 Thaler = 3 Polcker | KM 11

GVS. ADO. D. G. REX. S./MON. NO. REG. SVE.

Avers:
GUS(tav) ADO(lf), (von) G(ottes) G(naden) KÖNIG (von) S(chweden)
Revers:
Ne(ue) MÜN(ze) (des) SCHWE(dischen) KÖN(igs)

Kann es immer wiederholen: Fachliteratur ist exemplarisch hier unverzichtbar. Schön für Altdeutschland, Olding und/oder Martin für Brandenburg-Preußen und Tonkin für Schweden. Die Krause-Mishler-Kataloge der Übersicht halber ab 1601 auch. Digitale Medien können nicht mithalten, da Deutschland vor 1803/06/71 teils schwer zu verstehen ist. Ob für Neuling (WMK) oder Fortgeschrittene (Beckenbauer = Regensburg/Hahn = Bayern) ist eigentlich schnurzpiepegal.

Beste Grüße =D

PS: Diese Seite hier ist wärmstens zu Empfehlen:

 

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Hallo Freunde =)

Der Musik- und Numisfreund FooFighter/Nirvana hat Altdeutschland für mich wieder spannend gemacht. Danke dir =) Ich trenne mich ein wenig von Büchern, habe auch Sachen getauscht. Und, wie es die Gruppe vermuten lässt, auch Altdeutschland. Fokus sind Kleinmünzen. Sie wurden mehr genutzt als Thaler und Dukaten, welche teils nur der Repräsentation dienten. Der eigentliche Genickbruch sind geringe Feinheit, langer Umlauf und starke Abnutzung. Das ist nun nicht der Fall =)

Brandenburg-Preußen
Für Preußen
Fredrich II. (1740–1786) | 1780 | 3 Groschen | KM 21.1
Für Polen
Friedrich Wilhelm III. (1797–1840) | 1799 | 4 Groschen | KM 370

Braunschweig-Wolfenbüttel
Karl I. (1735–1780) | 1748 | 6 Pfennig | KM 855

Anhalt-Bernburg
Friedrich Albrecht (1765–1796) | 1796 | 1/48 Thaler | KM 57

Zudem habe ich eine Münze geschenkt bekommen. Man sieht Wert und Wappen und denkt an Polen. Das große Aber: Die Inschrift hat mich umgehauen. Eine Prägung der Schweden für Elbing während der Besetzung im Dreißigjährigen Krieg. Angepasst dem gängigen Stil. Ich habe mich wahnsinnig gefreut. Inschrift leider schwer lesbar, aber ich habe es geschafft =P

GVS. ADOL. D. G. REX. S. / MON. NO. REG. SVE.

Polen-Litauen
Elbing | Schwedische Besatzung
Gustav II. Adolf (1611–1632) | ? (1628–1632) | 1/12 Thaler = 3 Polcker | KM 11

Wie mehrfach geschrieben ist Fachliteratur unverzichtbar. Hier Brandenburg-Preußen bei Olding und Martin sowie Tonkin bei Schweden. KM und WMK logischerweise auch. Digitale Medien können da nicht mithalten.

Beste Grüße =D
Tolle Münzen!

Nur eine Rückfrage: galt nicht 3 Polker = 1/24 Taler statt ein Doppelgroschen zu 1/12 Taler?
 
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Tolle Münzen!

Nur eine Rückfrage: galt nicht 3 Polker = 1/24 Taler statt ein Doppelgroschen zu 1/12 Taler?
Yo, nur verschrieben. Beim ersten Anschauen hat mich die 3 unter dem Wappen auch gewundert. Aber während dem Gesuche ist mir dann alles klar geworden.

Wir sind uns so ähnlich =P
 
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Hier sind noch mal die Beschreibungen. Je nur die von Gustav Adolf. Eine Sache wurmt mich nur. Wenn du irgendwo nach den Dingern suchst, kannst du eigentlich immer das Jahr oben erkennen. Ebenfalls unten das Herz. Ist es eine der anderen Prägungen in der Liste? Ich kann mir das nicht erklären.

Auf jeden Fall zahlt es sich mal wieder volle Kanne aus solche Bücher zu haben.
 

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