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Neuzugänge in Eurer Medaillensammlung

Dieses Thema im Forum "Medaillen" wurde erstellt von B555andi, 25. März 2011.

  1. hegele

    hegele Registered User

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    Silberne Schulpreismedaille Ulm
    Gymnasium Ulm - Kleine Preismedaille
    -
    AV: Biene im Ährenkranz, oben überkreuzt das Blatt rechts die Ähre links, die mittleren oberen Ähren berühren sich nicht.
    RV: Im Feld dreizeilige Inschrift SUNT / SUA PRAEMIA / LAUDI (Das Lob hat seine Preise oder Dem Ruhm wird Belohnung zuteil), im Abschnitt in zwei Zeilen GYMNASIUM / ULMENSE, darunter Blume.
    Nau 238, KR 63
    Gewicht: 4,57 Gramm
    Durchmesser: 23 mm
    Stempelschneider Johann Ludwig Wagner

    Ulm Nau 238 Gymnasium - Kleine Preismedaille - Biene im Ährenkranz - SUNT SUA PRAEMIA LAUDI.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2018
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  2. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Die heute bei mir eingetroffene Plakette von Arnold Hartig aus dem Jahr 1907 war mir bis zum Auftauchen dieses Stücks bei ebay mehr oder weniger unbekannt.

    Sie ist einem gewissen Alois Kremele gewidmet. (Anmerkung: als Ergebnis der weiteren Diskussion in diesem Thread lautet der richtige Nachname Kremel).

    In seiner Autobiographie "Aus meinem Leben" (erschienen 1964) zählt Hartig sein "Lebenswerk" mit dem Untertitel "Werkverzeichnis" auf. Hier handelt es sich jedoch um eine bruchstückhafte und unvollständige Aufzählung lediglich einiger seiner Arbeiten. Man muss dazu wissen, dass Hartig 1964 bereits 86 Jahre alt war. Seit dem Alter von 84 war er zudem erblindet. Jedenfalls erwähnt er in diesem Werkverzeichnis unter Medaillen/Plaketten ein Werk aus dem Jahr 1905 auf einen Kaiserlichen Rat namens Alois Kreml.

    Ein solches Stück findet sich jedoch weder im Nachlass Hartigs (der von Prof. Dr. Prokisch aufgearbeitet wurde) noch in irgendwelchen Auktionsergebnissen.

    Unter Berücksichtigung des hohen Alters des Künstlers (mit entsprechenden Ungenauigkeiten der Gedächtnisleistung) habe ich keine Zweifel, dass es sich bei meinem Stück um den erwähnten Kaiserlichen Rat handelt (Kremel statt Kreml bei gleichem Vornamen) und Hartig sich zudem beim Entstehungsjahr geirrt hat (wobei ein Auftrag aus dem Jahr 1905, der dann zu einem Ereignis 1907 ausgegeben wurde, auch plausibel sein kann). Aus dieser frühen Phase gibt es zudem nur eine Handvoll Arbeiten Hartigs.

    07-04-avers.jpg 07-04-revers.jpg
     
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  3. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Die Wikipedia schweigt sich übrigens über einen Kaiserlichen Rat Alois Kremele aus. Der Name hat keine Spuren im Netz hinterlassen...
     
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  4. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Heute habe ich diese Plakette von Hartig beim Zoll abgeholt. Als ich auf die Frage, was dies denn sei, geantwortet habe "eine Plakette" - haben die beiden Zollbediensteten kopfschüttelnd gemeint, einen solchen Begriff hätten sie noch nie gehört...:rolleyes:

    Wie dem auch sei - diese Plakette aus dem Jahr 1905 auf den Durchbruch des Karawankentunnels ist eine zentrale Arbeit zu Beginn der Schaffenszeit des Medailleurs. Durch den Auftrag wurde er in der Wiener Kunstszene bekannt und erhielt in Folge davon mehr und mehr Aufträge.

    Die Plakette soll es in den Varianten Gold, Silber und Bronze ("soll" - weil mir die in seinen nicht immer stimmigen Lebenserinnerungen erwähnte Variante in Gold bisher noch nicht begegnet ist) geben, jeweils in der Größe 40x32mm. Von der Ausführung in Silber gibt es zudem eine Variante in der halben Größe.

    Die Ausführung in Bronze wird nach meinen Beobachtungen seltener angeboten als die silberne. Mit diesem Exemplar habe ich nun alle Varianten (bis auf die in Gold) in meiner Sammlung.

    05-02-avers.jpg 05-02-revers.jpg
     
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  5. hegele

    hegele Registered User

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    Mittlere silberne Preismedaille des Gymnasium Ulm ohne Jahr (1844-1896):
    AV: antike Öllampe,
    RV: VIRTUTI ET INDUSTRIAE
    Nau 237, KR 62
    Gewicht: 9,07g,
    Durchmesser: 27,24mm
    Erhaltung (Händlerbeschreibung): feine Kratzer (heisst auf deutsch: stark berieben, sieht man auf dem Auktionsbild leider nicht), leichte Patina, vorzüglich-Stempelglanz

    Ulm Nau 237 Gymnasium - Mittlere silberne Preismedaille - antike Öllampe - VIRTUTI ET INDUSTRIAE.jpg
     
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  6. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Das mit den "feinen Kratzern" ist natürlich ärgerlich. Diese Beschreibung ist in der Tat mit einer mehr oder weniger starken Bereibung gleichzusetzen.

    Andererseits wurde eine solche Ehrenmedaille vermutlich regelmäßig vom stolzen Besitzer (oder der noch stolzeren Mutter des stolzen Besitzers) regelmäßig auf Hochglanz poliert...;)
     
  7. Moccamaster

    Moccamaster

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    Könnte es sein, dass der Name auf der Plakette nur Kremel lautet? Dahinter geht das L in vier Zierstreifen über, die findet man wie darüber bei Alois. Die E´s in Kremel sind doch deutlich anders gestaltet?
     
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  8. Moccamaster

    Moccamaster

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    So einen gab´s zu der Zeit in Wien. Und auch nicht unbedeutend. Hat Bücher über Pharmakopoe geschrieben. Kannst du bei ZVAB sehen.

    "Gründer der ehemaligen Apotheke „zum Adler“ war Alois Kremel. Geboren am 22.11.1853 in Proßnitz /Mähren, Nach dem Pharmaziestudium an der Universität Wien und an der Techn.Hochschule (Chemie und Warenkunde) war er von1880 – 1891 Leiter des Laboratoriums an der Hofapotheke in Wien. 1891 – 1912 besaß er die Apotheke „Zum Adler“. Durch die Zusammenlegung der Troppauer Fabrik mit der Drogengroßhandlung Hell & Co und seiner Firma wurde er Mitbegründer der Chemosan AG in Wien, deren langjähriger Präsident er war. Am 8.9.1922 starb er in Wien."
     
  9. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Du hast recht - das könnten in der Tat Zierstreifen sein:)
     
  10. Moccamaster

    Moccamaster

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    Und kaiserlicher Rat war er auch, sic:

    "Kremel Alois, Pharmazeut. * Proßnitz (Prostějov, Mähren), 22. 11. 1853; † Wien, 8. 9. 1922. Stud. 1872–74 an der Univ. Wien Pharmazie (1874 Mag.pharm.), 1877–79 an der Techn. Hochschule vor allem Chemie und Warenkde. 1880–91 Leiter des Laboratoriums der Hofapotheke in Wien, 1891–1912 besaß er die Apotheke „Zum Adler” in Wien XIV., gründete dann u. a. mit Barber und Czerkis durch Zusammenlegung der Betriebe mit der Wr. Niederlassung der Troppauer Fabrik und Drogengroßhandlung G. Hell & Co die Chemosan-AG in Wien, deren Präs. er wurde. K., an der Ausarbeitung der 7. und 8. Ausgabe der österr. Pharmakopöe maßgeblich beteiligt, hielt zahlreiche Vorträge im In- und Ausland. Vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. 1895 Mitvorsteher des Wr. Apotheker-Hauptgremiums, ab 1896 ao. Mitgl. des Obersten Sanitätsrates, Ehrenvorstand der Sektion N.Ö. der Österr. pharmazeut. Ges. (deren Vorstand er ab 1892 mehrere Male war), Ehrenpräs. der Österr. pharmazeut. Ges., k. Rat."
    Kremel, Alois
     
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