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Obwohl die Jungfrau Maria als Theotokos/Gottesmutter in der byzantinischen Frömmigkeit immer schon eine herausragende Rolle spielte, kam sie vergleichsweise spät zu Münzehren: Seit dem 10. Jahrhundert erscheint sie auf Goldmünzen; ihr Debüt auf Kupfer hat sie erst mit diesem anonymen Follis der Klasse G (vermutlich Romanos IV., 1068-1071), 9,85g, Sear 1867/Sommer 40.9.
 

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Nochmals ein Münzgewicht aus dem 5./6. Jahrhundert, diesmal nicht so gut erhalten wie unter #211 und auch nur 1 Unze (6 Solidi, knapp 27g) schwer. Was auf beiden Stücken nach Silber aussieht, ist es auch. Das ansonsten besonders in der Schmuckherstellung beliebte Verfahren nennt sich Tauschierung; dabei werden kleine Silberdrähte dem Bronzeplättchen eingehämmert.
 

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Follis des Basileios I. mit seinen Söhnen Konstantin und Leon, Konstantinopel 870-879, 6,25g Ae, Sear 1712/Sommer 33.7.
Auf byzantinischen Münzen gilt die Regel: Sind zwei Söhne neben einem Kaiser abgebildet, ist der vom Betrachter aus rechte der ältere, ranghöhere und somit potentieller Nachfolger. Konstantin verstarb allerdings 879 noch vor seinem Vater, so dass der von Basileios nicht sonderlich geliebte Leon (VI.), der gerüchteweise nicht einmal Basileios' leiblicher Sohn gewesen sein soll, 886 die Nachfolge antrat.
 

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Wie seine Vorgänger verwendete Justinian I. für seine Folles zunächst das Motiv mit Profilansicht nach rechts. In Antiochia wurde dieser Typus allerdings schon ab 532 durch die thronende Darstellung abgelöst (s. #202), bevor sich dann reichsweit allgemein der Typus mit Frontalansicht durchsetzte.
Follis, Antiochia 528-532, 15,95g Ae, Sear 216 / Sommer 4.80.
 

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Von der letzten Westfalenauktion gerade eingetroffen und unscharf wie immer bei bei meinen Scyphaten-Scans ... aber wenigstens ein neuer Farbton in der Sammlung:
Alexios I. Komnenos, Elektron-Histamenon, Konstantinopel 1081-1092, 4,43g Elektron, Sear 1893 / Sommer 59.2.2.
Bis ins 11. Jahrhundert hinein waren byzantinische Goldmünzen ziemlich beständig von hoher Reinheit mit Au 900+. In den letzten Jahrzehnten des 11. Jh. fiel der Goldanteil dann schrittweise immer weiter ab; unter Alexios waren die Histamena noch maximal aus 80er(!) Gold; bei manchen Münzen war sogar der Silbergehalt schon fraglich. Die Farbe meines Exemplars lässt mich hoffen, dass zumindest Spurenelemente von Au enthalten sind ... Nachdem Alexios 1092 das byz. Währungssystem ordentlich umkrempelte, gab es dann mit den Hyperpyra auch wieder echte Goldmünzen.
 

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Die Rückseiten byzantinischer Kupfermünzen waren im 6./7. Jahrhundert mit Informationen gespickt, soweit entsprechend Platz vorhanden war: Prägeort, Prägewerkstätte (Offizin), Prägejahr und Wertangabe. Nachdem das Reich jedoch infolge der arabischen und bulgarischen Angriffe weite Gebiete und finanzielle Mittel verloren hatte, wurde auch die Ausstattung der Münzen bescheidener. Bei diesem Follis Leons III. (geprägt 735-741, 6,19g Ae, Sear 1516/Sommer 21.11) konnte man auf die Prägestätte schon mal verzichten, weil das jetzt ohnehin meist Konstantinopel war. Da außerdem die Lateinkenntnisse in Byzanz zu dieser Zeit bereits weitgehend verschwunden waren und niemand mehr wusste, was "ANNO - Sowieso" bedeuten sollte, entfiel das Prägejahr und wurde durch rein dekoratives "XXX-NNN" ersetzt. Immerhin gab es unter Leon noch verschiedene Offizinen in Konstantinopel, hier A.
 

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Auch die Unterscheidung verschiedener Offizinen wurde bald hinfällig. Auf diesem Follis Michaels II. (820-829, 7,46g Ae, Sear 1642 / Sommer 30.4 (?)) ist zwar eine Offizin "Theta" angegeben, die jedoch keine Entsprechung in der Realität gehabt haben kann: Alpha bis Eta gibt es nämlich bei diesen Münzen nicht, und eine Offizin Theta hatte nicht einmal zu Zeiten Justininians I. existiert. Wie das Prägejahr war nun auch die Offizin zum reinen Dekoelement geworden. Unter Michaels Sohn Theophilos verschwand schließlich als letztes auch noch die Wertangabe "M", nachdem neben dem ganzen Follis keine Untereinheiten mehr geprägt wurden.
 

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Der hat auf der Rückseite die Bronzepest.
Kann ansteckend sein, unbehandelt wird sich die Münze irgendwann "auflösen"
 
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So ... nachdem ich die oben (#237) gezeigte Münze strikt nach Gebrauchsanleitung in Benzotriazol gebadet und mit Alkohol gereinigt habe, sieht sie nun so aus. Die verdächtigen Flecken haben die Position gewechselt, aber ob ich mir damit einen Gefallen getan habe, weiß ich noch nicht ... immerhin kann man jetzt zweifelsfrei (in der Hand noch besser als hier im Scan) erkennen, dass es sich um eine Kupfermünze handelt :) ...
 

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