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Neuzugänge in Eurer Sammlung

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Nachdem ich weiter oben schon mal ein Bleisiegel vorgestellt habe, ist ein weiteres "münzverwandtes" Objekt bei mir eingetroffen: ein spätrömisch/frühbyzantinisches Münzgewicht aus dem 4./5. Jahrhundert, 53,65g Ae, ca.32 x 27 x 5 mm. Vor dem Hintergrund eines stilisierten Tempels, der durch das Kreuz christianisiert wird, die Buchstaben GB für 2 Gounkia/Unzen. 2 römische Unzen entsprechen 12 Solidi a 4,5g. Da die Unterseite uninteressant plan ist, hier nur die Oberseite.
 

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Das Gewicht ist toll, sehr attraktiv!
Ja, fand ich auch. Münzgewichte sind ja meist schmucklose Klötzchen, höchstens dass das Gewicht eingeritzt ist. Und wenn mal was mit Motiv dabei ist, dann selten so gut erhalten. Deshalb musste ich da einfach zuschlagen.
 

B555andi

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Ionien / Kolophon
Alexander der Große

Tetradrachme 336 - 323 v.Chr.
(also noch geprägt zu Lebzeiten Alexanders)

mit Gegenstempel der Seleukiden (Anker)

Seleukos I. war ein Feldherr von Alexander dem Großen und einer der Diadochen (Nachfolger). Seleukos begründete das Reich der Seleukiden.
037-a.jpg 037-r.jpg
 

Rambo

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In meine Sammlung hat sich wieder ein Nominal der ersten Münzen der Welt eingefunden.

1/24 Stater aus Ionien mit geriffelter Oberfläche ca. 650 - 600 v. Chr nach milesischem Standard.
Gewicht: 0,60 g
Durchmesser: 5 mm
 

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Rambo

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Und wieder ein hat sich eine kleine Münze in die Sammlung gesellt.

1/12 Stater Krösus Lydien 560 - 546 v. Chr.
Gewicht: 0,82 g
Durchmesser: 8 mm

Es handelt sich um die erste Silbermünze der Welt nach Einführung der Bimetallwährung durch Krösus. Eine besondere Münze in besonders schöner Erhaltung für das kleine Nominal.
 

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Spätestens nach den Sasaniden ist aber mit der Antike Schluss. Die Abbasiden sind nun schon deutlich Mittelalter. Die stehen übrigens auf dem Kopf.
Vielleicht kann man ja hier im Forum noch die Kategorie Mittelalter einrichten.
Gruß ischbierra
 
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Du hast natürlich recht, @ischbierra! Aber die Byzantiner selbst sind ja auch ein sehr spezieller Fall. Da reicht die Antike plötzlich bis knapp vor Kolumbus und Luther ...
Grüße zurück!
 
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Also zurück zu den Byzantinern: Follis Justinians I. aus Kyzikos, Jahr 15 (541/42), 21,3g/41mm, Sear 207/Sommer 4.72.
Wie die Prägestätte in Nikomedia (s. meinen Post unter #212) diente auch die in Kyzikos der Grundversorgung der Bevölkerung mit den alltagsrelevanten Kupferstücken; Gold und Silber wurden an beiden Orten nicht geprägt.
 

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Unsaubere Prägungen erfreuen den Münzsammler selten, können aber gelegentlich der Numismatik weiterhelfen. An diesem anonymen Follis der Klasse B (Romanos III. Argyros, 1028-1034, zugeschrieben; 10,21g Ae) bspw. lässt sich dank des dezentrierten Revers gut erkennen, dass hier ein Follis der Klasse A wiederverwertet wurde; "+Ihsys" lässt sich noch lesen. Nur dank solcher Überprägungen ist es möglich, eine relative Chronologie der anonymen Folles des 10./11. Jahrhunderts zu erstellen.
 

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Als die Araber in den 630er Jahren mit ihren Eroberungszügen begannen, orientierten sie sich bei ihren Münzmotiven für die kommenden Jahrzehnte an denen der eroberten Gebiete. Für Silbermünzen waren die sasanidischen Drachmen Vorbild, bei Kupfermünzen kupferte man bei den Byzantinern ab. Erst um 700 wurden diese Arabo-Byzantiner und Arabo-Sasaniden von Münzen eines eigentlich islamischen Stils abgelöst, der auf bildliche Darstellungen gänzlich verzichtete. Hier ein arabo-byzantinischer Fals (Follis) aus der Zeit des Kalifen Abd al-Malik, 3,49g Ae, geprägt in Tiberias am See Genezareth.
 

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B555andi

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Diesen Winzling aus Elektron habe ich bei der E-Live Auktion von Roma Numismatics (London) Mitte April 2020 ersteigert. Aufgrund Coronabedingter Einschränkungen, was den Versand betraf, konnte das gute Stück erst vergangene Woche abgeschickt werden. Gestern kam die Sendung bei mir an.

Ich wollte unbedingt eine Münze aus dieser frühen Epoche (ca. 650 v.Chr.) in meiner Sammlung haben. Sie stammt aus Ionien, wobei die Münzstätte unbestimmt ist. Sie hat einen Durchmesser von 5mm und wiegt 0,29 Gramm. Die Vorderseite ist rauh ohne Abbild; die Rückseite zeigt ein Incusum.

Mein Scanner hat Probleme, den Winzling richtig darzustellen. Wer möchte, kann bei der 69. E-Live Auktion bei Roma Numismatics unter Los 416 nachschauen. Deren Fotos sind um Lichtjahre besser...:rolleyes:
020-a.jpg 020-r.jpg
 
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Obwohl die Jungfrau Maria als Theotokos/Gottesmutter in der byzantinischen Frömmigkeit immer schon eine herausragende Rolle spielte, kam sie vergleichsweise spät zu Münzehren: Seit dem 10. Jahrhundert erscheint sie auf Goldmünzen; ihr Debüt auf Kupfer hat sie erst mit diesem anonymen Follis der Klasse G (vermutlich Romanos IV., 1068-1071), 9,85g, Sear 1867/Sommer 40.9.
 

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Nochmals ein Münzgewicht aus dem 5./6. Jahrhundert, diesmal nicht so gut erhalten wie unter #211 und auch nur 1 Unze (6 Solidi, knapp 27g) schwer. Was auf beiden Stücken nach Silber aussieht, ist es auch. Das ansonsten besonders in der Schmuckherstellung beliebte Verfahren nennt sich Tauschierung; dabei werden kleine Silberdrähte dem Bronzeplättchen eingehämmert.
 

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Follis des Basileios I. mit seinen Söhnen Konstantin und Leon, Konstantinopel 870-879, 6,25g Ae, Sear 1712/Sommer 33.7.
Auf byzantinischen Münzen gilt die Regel: Sind zwei Söhne neben einem Kaiser abgebildet, ist der vom Betrachter aus rechte der ältere, ranghöhere und somit potentieller Nachfolger. Konstantin verstarb allerdings 879 noch vor seinem Vater, so dass der von Basileios nicht sonderlich geliebte Leon (VI.), der gerüchteweise nicht einmal Basileios' leiblicher Sohn gewesen sein soll, 886 die Nachfolge antrat.
 

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Wie seine Vorgänger verwendete Justinian I. für seine Folles zunächst das Motiv mit Profilansicht nach rechts. In Antiochia wurde dieser Typus allerdings schon ab 532 durch die thronende Darstellung abgelöst (s. #202), bevor sich dann reichsweit allgemein der Typus mit Frontalansicht durchsetzte.
Follis, Antiochia 528-532, 15,95g Ae, Sear 216 / Sommer 4.80.
 

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Von der letzten Westfalenauktion gerade eingetroffen und unscharf wie immer bei bei meinen Scyphaten-Scans ... aber wenigstens ein neuer Farbton in der Sammlung:
Alexios I. Komnenos, Elektron-Histamenon, Konstantinopel 1081-1092, 4,43g Elektron, Sear 1893 / Sommer 59.2.2.
Bis ins 11. Jahrhundert hinein waren byzantinische Goldmünzen ziemlich beständig von hoher Reinheit mit Au 900+. In den letzten Jahrzehnten des 11. Jh. fiel der Goldanteil dann schrittweise immer weiter ab; unter Alexios waren die Histamena noch maximal aus 80er(!) Gold; bei manchen Münzen war sogar der Silbergehalt schon fraglich. Die Farbe meines Exemplars lässt mich hoffen, dass zumindest Spurenelemente von Au enthalten sind ... Nachdem Alexios 1092 das byz. Währungssystem ordentlich umkrempelte, gab es dann mit den Hyperpyra auch wieder echte Goldmünzen.
 

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Die Rückseiten byzantinischer Kupfermünzen waren im 6./7. Jahrhundert mit Informationen gespickt, soweit entsprechend Platz vorhanden war: Prägeort, Prägewerkstätte (Offizin), Prägejahr und Wertangabe. Nachdem das Reich jedoch infolge der arabischen und bulgarischen Angriffe weite Gebiete und finanzielle Mittel verloren hatte, wurde auch die Ausstattung der Münzen bescheidener. Bei diesem Follis Leons III. (geprägt 735-741, 6,19g Ae, Sear 1516/Sommer 21.11) konnte man auf die Prägestätte schon mal verzichten, weil das jetzt ohnehin meist Konstantinopel war. Da außerdem die Lateinkenntnisse in Byzanz zu dieser Zeit bereits weitgehend verschwunden waren und niemand mehr wusste, was "ANNO - Sowieso" bedeuten sollte, entfiel das Prägejahr und wurde durch rein dekoratives "XXX-NNN" ersetzt. Immerhin gab es unter Leon noch verschiedene Offizinen in Konstantinopel, hier A.
 

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Auch die Unterscheidung verschiedener Offizinen wurde bald hinfällig. Auf diesem Follis Michaels II. (820-829, 7,46g Ae, Sear 1642 / Sommer 30.4 (?)) ist zwar eine Offizin "Theta" angegeben, die jedoch keine Entsprechung in der Realität gehabt haben kann: Alpha bis Eta gibt es nämlich bei diesen Münzen nicht, und eine Offizin Theta hatte nicht einmal zu Zeiten Justininians I. existiert. Wie das Prägejahr war nun auch die Offizin zum reinen Dekoelement geworden. Unter Michaels Sohn Theophilos verschwand schließlich als letztes auch noch die Wertangabe "M", nachdem neben dem ganzen Follis keine Untereinheiten mehr geprägt wurden.
 

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Der hat auf der Rückseite die Bronzepest.
Kann ansteckend sein, unbehandelt wird sich die Münze irgendwann "auflösen"
 
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