Plattformen Steuertransparenz-Gesetz

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Die Meldepflicht der Plattformen hat mit Gewerblichkeit / geschäftsmäßigem Handeln nichts zu tun...
Das ist nur ein Filter der bei Überschreitung anschlägt, die gemeldeten Daten werden dann beim Finanzamt vermutlich beginnend bei besonders hohen Umsätzen / Artikelzahlen mit den Steuererklärungsdaten abgeglichen. Wer ehrlich ist, hat da nichts zu befürchten. Wer seit Jahren Steuern hinterzieht (sei es als Privatgewerblicher oder bei der Nichtangabe von Privaten Veräußerungsgewinnen) könnte ein Problem bekommen...
Ja also alles wie immer. Nur ein bürokratischer Akt mehr.
 

bayreuth

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Ja also alles wie immer. Nur ein bürokratischer Akt mehr.
Da muss sich halt 1x jemand hinstellen und kurz eine Routine programmieren, die die eh vorhandenen Daten entsprechend filtert und dann regelmäßig an eine definierte Schnittstelle des Finanzamtes schickt oder zum Abruf zur Verfügung stellt. Das ist ein einmaliger Aufwand und für Plattformbetreiber keine große finanzielle Belastung. Entsprechende Filterfunktionen sind garantiert zur Auswertung der Daten für interne Marketingzwecke schon seit Jahrzehnten vorhanden...
 
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Schon merkwürdig.
Gesetz hin oder her, die Summe 2000€ ist m.M. total am Ziel vorbei.
520 Eurojobber dürfen 6240Euro i J. Steuerfrei erarbeiten. Mal etwas übertrieben, ein Rentner , eine Mutter mit 3 Kindern, die sich mit Briefmarken, Kleidung , Haushaltwaren etc etc, etwas dazuverdienen und das evt. sogar müssen , kommen in zumindest eine mentale Konfliktsituation.Zumal der erzielte Umsatz vermutlich sogar weit weg ist von der Rendite, geschweige nach Kostenabzug. Der Nachweis mittels einer Gewinn und Verlustrechnung ,vermutlich kaum zu erbringen sein wird.
Also konstatiere ich die Opfer dieses Gesetzes sind die finanziell eng rechnenden Haushalte.
Die Meldesumme hätte bei 10000€ liegen müssen, um da eine Gerechtigkeit zu erzielen.
Wirkliche Reiche , die 10 Wohnungen RB and B ohne Meldung haben, erhascht man auch mit einer Obergrenze von 10000€.
Mein persönliche Fazit, man konfrontiert hier vollends die Falschen, wegen nicht ökonomischen Grenzwerten.
Welche Krümel haben das wohl ausgeheckt, von Kuchen verstehen Die vermutlich garnichts.
 

bayreuth

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Schon merkwürdig.
Gesetz hin oder her, die Summe 2000€ ist m.M. total am Ziel vorbei.
520 Eurojobber dürfen 6240Euro i J. Steuerfrei erarbeiten. Mal etwas übertrieben, ein Rentner , eine Mutter mit 3 Kindern, die sich mit Briefmarken, Kleidung , Haushaltwaren etc etc, etwas dazuverdienen und das evt. sogar müssen , kommen in zumindest eine mentale Konfliktsituation.Zumal der erzielte Umsatz vermutlich sogar weit weg ist von der Rendite, geschweige nach Kostenabzug. Der Nachweis mittels einer Gewinn und Verlustrechnung ,vermutlich kaum zu erbringen sein wird.
Also konstatiere ich die Opfer dieses Gesetzes sind die finanziell eng rechnenden Haushalte.
Die Meldesumme hätte bei 10000€ liegen müssen, um da eine Gerechtigkeit zu erzielen.
Wirkliche Reiche , die 10 Wohnungen RB and B ohne Meldung haben, erhascht man auch mit einer Obergrenze von 10000€.
Mein persönliche Fazit, man konfrontiert hier vollends die Falschen, wegen nicht ökonomischen Grenzwerten.
Welche Krümel haben das wohl ausgeheckt, von Kuchen verstehen Die vermutlich garnichts.
Nochmal, die 2000 Euro lösen eine Meldepflicht aus, man muss nicht zwingend dann Steuern bezahlen, nur das Finanzamt kann dann mal kurz nachschauen, ob evtl. eine Steuerpflicht besteht. Wenn sie dann sehen, jemand hat sein altes Auto für 3000 Euro verkauft und noch irgendwelchen anderen Haushaltskram, wird garantiert nix passieren. Wer allerdings jeden Monat ein weiteres altes Auto verkauft, wird ggf. irgendwann schon mal gefragt werdden wo die denn alle herkommen (hier könnte nämlich eine "Autoinstandsetzung" oder Autohandel am Werke sein)...
"Rentner , eine Mutter mit 3 Kindern, die sich mit Briefmarken, Kleidung , Haushaltwaren etc etc, etwas dazuverdienen". Wenn das Zeug für den Zweck des DAZUVERDIENENS angeschafft wurde ist das natürlich sofort gewerblich, Stichwort, Gewinnerzielungsabsicht und steuerpflichtig. Wenn es sich um alten Krempel aus dem Bestand handelt, ist es ein privates Veräußerungsgeschäft (da sind 600 Euro Gewinn steuerfrei, und wenn man keinen Gewinn macht zahlt man auch keine Steuern).
Wenn dann irgendwo 100 Artikel stehen und es ist alles gebrauchte Kinderkleidung für 1-4 Euro, wird der Sachbearbeiter im Finanzamt sicherlich nicht mal nachfragen, weil sich der Zeitaufwand nicht lohnt...

Eine von dir geforderte Obergrenze von 10000 Euro Umsatz pro Nase + Plattform macht das Gesetz komplett sinnlos. Bei 10 Plattformen mit einigen Zweitaccounts auf die Oma und andere Familienmitglieder kann man da locker eine Million schwarz umsetzen, wenn man es geschickt anstellt. Bei der 30 Artikel / 2000 Euro pro Plattform-Grenze wird das schon etwas schwerer...
 
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Hy ,
Bayreuth.
Eigentlich ist es mir egal, find es aber wie so einige Entscheidungen in letzter Zeit , völlig überbürokratisiert.
Ich kann mir nicht vorstellen das jemand 5 Plattformen ,(wenn’s die gibt) mit 5 Familienmitgliedern (falls vorhanden)und diversen Zweitaccounts (wenn erlaubt)hat. Der hätte aber Logistisch extreme Arbeit, und ich denke dafür gibt es doch Filter -oder etwa nicht??? Dann wären wie ja in unserem Ländle wie beim Puma- funzt net.

War eh nur ne Demokratische Meinung. Ich sitze ja nicht in den entsprechenden Gremien.
Mein Fazit, Gesetz völlig richtig, auch die Beweggründe völlig richtig, nur die Obergrenze völlig daneben.Siehe Überbürokratisiert.
 
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In Deutschland geht nichts einfach. Als die Bundesregierung 2020 die Selbständigen unterstützen wollte, welche im November und Dezember von den coronabedingten Maßnahmen mit Verdienstausfällen betroffen waren, gab es kurze klare Regeln. Die Länder und beauftragten Förderbanken haben daraus ein aufgeblasenes Gesetzeswerk mit hunderten Wenn´s und Aber´s daraus gemacht. In Berufung auf diese ganzen Wenn´s und Aber´s bekommen jetzt Schauspieler, Kulturschaffende, etc. reihenweise Rückforderungsbriefe. Das geht soweit, dass ein Schauspieler sich für den Widersrpruch eine Bestätigung seines Schauspielhauses holen musste, dass er im November/Dezember 2020 nicht aufgetreten ist.
Interessant wird es beim Steuertransparenz-Gesetz doch erst dann, wenn vom Bundesfinanzministerium Anwendungserlasse für die Finanzämter herausgegeben werden und erste Erfahrungsberichte von Betroffenen auftauchen.

Für 2022 würde ich mit meinem privaten Account schon über den Grenzen liegen:

PC- & Videospiele>PC- & Videospiele358,50 EUR
Foto & Camcorder>Kamera-Drohnen273,00 EUR
Foto & Camcorder>Kamera, Drohnen & Fotozubehör>Kamera-Drohnen-Zubehör232,00 EUR
Heimwerker>Sicherheitstechnik>Alarmanlagen229,22 EUR
Modellbau>Modelleisenbahn>Modelleisenbahnen & Züge>Lokomotiven197,63 EUR
TV, Video & Audio>Bühnenbeleuchtung & -effekte>Lichtsteuerungen182,05 EUR
Sport>Radsport>Radbrillen180,00 EUR
Computer, Tablets & Netzwerk>Software>Bild, Video & Audio177,50 EUR
Feinschmecker>Kaffee, Tee & Kakao>Kaffee>Kaffeekapseln & -pads154,12 EUR
Handys & Kommunikation>Handy-Zubehör>Headsets109,52 EUR
Sport>Radsport>Fahrradteile & -komponenten>Pedale49,50 EUR
Möbel & Wohnen>Kochen & Genießen>Gedeckter Tisch>Tassen & Untertassen48,49 EUR
Haushaltsgeräte>Kaffee-, Tee- & Espressomaschinen>Ersatzteile45,00 EUR
Filme & Serien>DVDs & Blu-rays42,51 EUR
Haushaltsgeräte>Kaffee-, Tee- & Espressomaschinen>Kaffeepad- & Kapselmaschinen43,50 EUR
Computer, Tablets & Netzwerk>Monitore, Projektoren & Zubehör>Sonstige41,06 EUR
Möbel & Wohnen>Kochen & Genießen>Küchenhelfer>Küchenutensilien36,50 EUR
Beauty & Gesundheit>Parfums>Herren29,50 EUR
Modellbau>Modelleisenbahn>Modelleisenbahnen & Züge>Personenwagen28,50 EUR
Modellbau>Modelleisenbahn>Modelleisenbahnen & Züge>Teile & Zubehör>Sonstige27,50 EUR
Foto & Camcorder>Teleskope & Ferngläser>Ferngläser28,07 EUR
Auto & Motorrad: Teile>Autoelektronik, GPS & Sicherheitstechnik>GPS & Navigationsgeräte>Tragbare Navigationsgeräte25,50 EUR
Sammeln & Seltenes>DDR & Ostalgie>DDR>Technik & Instrumente22,50 EUR
Reisen>Reisekoffer & -taschen>Sporttaschen23,00 EUR
Sport>Radsport>Fahrradelektronik>Fahrradcomputer & GPS21,50 EUR
Handys & Kommunikation>Handys & Smartphones20,16 EUR
Möbel & Wohnen>Kochen & Genießen>Gläser & Glaswaren18,63 EUR
Modellbau>Modelleisenbahn>Modelleisenbahnen & Züge>Güterwagen15,96 EUR
Computer, Tablets & Netzwerk>Heimnetzwerke & Zubehör>Repeater, Extender & Antennen16,50 EUR
Modellbau>Modelleisenbahn>Modelleisenbahnen & Züge>Gleismaterial1,98 EUR
 
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In Deutschland geht nichts einfach. Als die Bundesregierung 2020 die Selbständigen unterstützen wollte, welche im November und Dezember von den coronabedingten Maßnahmen mit Verdienstausfällen betroffen waren, gab es kurze klare Regeln. Die Länder und beauftragten Förderbanken haben daraus ein aufgeblasenes Gesetzeswerk mit hunderten Wenn´s und Aber´s daraus gemacht. In Berufung auf diese ganzen Wenn´s und Aber´s bekommen jetzt Schauspieler, Kulturschaffende, etc. jetzt reihenweise Rückforderungsbriefe. Das geht soweit, dass ein Schauspieler sich für den Widersrpruch eine Bestätigung seines Schauspielhauses holen musste, dass er im November/Dezember 2020 nicht aufgetreten ist.
Interessant wird es beim Steuertransparenz-Gesetz doch erst dann, wenn vom Bundesfinanzministerium Anwendungserlasse für die Finanzämter herausgegeben werden und erste Erfahrungsberichte von Betroffenen auftauchen.

Für 2022 würde ich mit meinem privaten Account schon über den Grenzen liegen:
<...>

Was die Meldung seitens der Plattform angeht, ja - da aber die Finanzämter auch wissen, dass die ganzen Sachen bei der Anschaffung in der Regel Geld gekostet haben (und zwar mehr als der Erlös), wird vermutlich keine Nachfrage erfolgen.

WENN eine schlaue (!) und günstige (!!!) digitale Infrastruktur mit einheitlicher Schnittstelle zu den Plattformen geschaffen werden würde, könnten vermutlich 90%+ der Meldungen schon im voraus gefiltert werden, bevor sich Finanzämter oder Zoll mit den verbleibenden Meldungen als Verdachtsfällen von Steuerhinterziehungen beschäftigen müssten...naja, WENN ;) - in Neuland :lachtot:

Ansonsten werden die Kosten vermutlich den Nutzen (wieder mal) übersteigen (Schaumweinsteuer?) und Steuergelder zum Fenster... <Seufz>

Apropos: was passiert meldungsmäßig eigentlich, wenn die verdächtigen Anbieter auf ausländische Plattformen wechseln? (Verkäufer und Käufer in Deutschland, Plattform irgendwo)

Ungeachtet dessen wird es m.E. seitens der Finanzämter und des Zolls den Ruf nach mehr Vollzeitstellen zur Bearbeitung des neu dazukommenden Arbeitsaufkommens geben und da liegt meines Erachtens der wahre Knackpunkt: die Stellen, die durch "Altersfluktuation" freiwerden und schon jetzt nicht mehr komplett besetzt werden können, werden um eine Stellenzahl für die neuen Aufgaben erhöht, die naturgemäß auch nur bedingt besetzt werden kann.
 
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Apropos: was passiert meldungsmäßig eigentlich, wenn die verdächtigen Anbieter auf ausländische Plattformen wechseln? (Verkäufer und Käufer in Deutschland, Plattform irgendwo)…
Da schreibt das Finanzministierium dann einen bösen Brief hin, so wie dazumal das Justizministerium an das Telegram-Büro nach Dubai.
 
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Nur mal so aus Interesse und weil mir die Erfahrung fehlt.
Gilt dies auch dann für alle Auktionshäuser? Oder ist das schon lange üblich. Wenn ich bei Künker/ Teuto etc. einliefern würde und Münzen werden versteigert, wird dies auch automatisch ans FA gemeldet?
 
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