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Plauderthread: Diskussion zu den Saalauktionen

Dieses Thema im Forum "Deutschland von 1871 bis 1948" wurde erstellt von Münzadler, 23. Oktober 2014.

  1. kleinerAdler

    kleinerAdler

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    Da scheinst du dich gut aus zu kennen :)
     
  2. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Die einheitliche Gestaltung der Adlerseite und der Zwang, beidseitig einen Perlkreis zu verwenden, galt nur für Kursmünzen, nicht für die ab 1901 zugelassenen Sonderprägungen. Diesem kleinen Unterschied verdanken wir das Bremer Zweimarkstück, dass glücklicherweise durch die Kontrollen gerutscht ist. Bei den Entwürfen für die Bremer Reichsmünzen wurden auch alternative Adlerseite vorgeschlagen, jedoch konsequenterweise verworfen. Hierzu gibt es einen sehr interessanten Artikel, der hier im Forum auch mehrmals verlinkt ist. Ich stelle ihn hier noch mal ein.
    Neben dem Schaaf existiert noch der Katalog der 7. Künker, auf der die Probensammlung von Egon Beckenbauer ( Beba- Beckenbauer ) versteigert wurde. Dieser Katalog ist noch heute als Nachdruck im Handel zu bekommen.
     
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  3. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Und auch Hörnleins Arbeiten zur Kaiserzeit gehenja schon in diese Richtung,wobei man vielleicht froh sein sollte, dass der Bundesrat Luther , da bürgerlich, als münzunwürdig empfand, da hätte uns dann , wie die Probeentwürfe zeigen, ein sowjetisches Ehrenmal gedroht. Allerdings, schaut man sich den dann verwirklichten FdW , oder auch die Uni Jena an, und vergleicht sie dann mit der Uni Tübingen, könnte man sich diese drei Ausgaben jeweils in der Republik , als auch in der Monarchie vorstellen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juli 2019
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  4. Adahn

    Adahn

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    Vielen Dank, das ist wirklich interessante Lektüre. Vielleicht kann ich hier noch ein paar Fragen anbringen, falls das nicht das Thema sprengt.
    Bisher war ich davon ausgegangen, das die Dreimarkstücke als "Ersatz" für die vorher kursierenden Taler geprägt wurden. Wenn diese aber erst 1908 aufkamen, macht das irgendwie keinen Sinn. Welche funktion hatte so ein für uns etwas "schräges" Nominal?
    Und in dem Anhang steht mehrfach, dass die alten Münzen "umgeprägt" wurden. Bisher dachte ich, eingezogene Münzen würden eingeschmolzen und wie die restlichen Münzen hergestellt. Ist das damit gemeint oder hat man auch existierenden Münzen ein neues Münzbild gegeben? Sollte das nicht Spuren hinterlassen?

    Ja, die "Jugendstil"-artigen Adlerseiten waren mir schon aufgefallen, die passen so garnicht zum Bild der verknöcherten Monarchie, wie man es nach so langer Zeit eben hat. Es wäre wirklich interessant, wenn man sehen könnte, was ohne den grossen Krieg aus Europa geworden wäre.
    Gibt es vielleicht ein Bild von diesem "sowjetisches Ehrenmal"?
    Zufällig mag ich die sowietischen Gedenkrubel aber vor Allem den Gagarinrubel. Als gebürtiger Dresdner möchte ich den realvegetierenden Solzialismus um keinen Preis zurück, aber die Ästethik hat manchmal schon etwas (und das Rathaus von Tokio könnte genauso gut in Moskau stehen ;) )

    So, ich hoffe, die Laienfragen waren nicht zu ermüdend, ich wünsche noch einen schönen verregneten Sonntagabend ;)

    Endre
     
  5. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Die " Vereinstaler deutschen Gepräges " wurden nach 1871 als Kurantgeld behandelt und liefen bis 1907 um. Laut der Nummer 2 /1908 der Zeitschrift" Die deutschen Reichsmünzen " des Münzenhändlers, Numismatikers und Münzlobbyistent Alexander Kummer begann der Einzug der Thaler mit der Verordnung vom 1. 10.1907. Der Grund war wohl, dass sie im langen Umlauf nun zu abgenutzt waren. Für den Umtausch an allen öffentlichen Kassen war eine Frist bis zum 30.09.1908 gesetzt.
    Am 26.06.1908 beschloss der Bundesrat die Einführung des Dreimarkstückes. Die erste Ausgabe der neuen Dreimarkstücke erfolgte am 21.10.1908 mit den Stücken preussischen Gepräges, die übrigen Bundesstaaten folgten später, da es Lieferschwierigkeiten gab. Berlin schaffte es nicht, den übrigen Prägeanstalten die notwendigen Urmatritzen zügig genug zur Verfügung zu stellen.

    Im Unterschied zu den Vereinstalern, die Kurantmünzen waren, waren die neuen " Taler " nur noch unterwertig ausgebrachte Scheidemünzen und die reine Goldwährung war erreicht.

    Nun kann man sich fragen, wieso das Dreimarkstück so wichtig war. Teilweise ist dies sicher mit Traditionsdenken zu erklären. Ein weiterer Grund dürfte aber auch in der Problamatik liegen, die vom Fünfmarkstück ausging : Das schwierige Fünfmarkstück

    Der Blick in die Kataloge zeigt, dass zwischen 1909 und 1913 mit Ausnahme einiger weniger Gedenkprägungen keine Fünfmarkstücke gepragt wurden.
    Das Dreimarkstück ersetzte also dieses Nominal, bevor man die Produktion des Fünfers dann 1913 doch wieder aufnehmen musste, da es trotz hoher Auflagen des DReiers vermutlich zu Hartgeldknappheit kam, die nicht zuletzt der Indistrie Schwierigkeiten bei den Lohnauszahlungen bereitete. Der deutsche Geldumlauf vor 1914 bestand im ganz überwiegenden Grad aus Münzen, die Reichskassenscheine zu 5 und 10 Mark existierten nur in ganz unzureicheichendem Masse, gleichzeitig versuchte die Reichsbank in diesen Jahren bereits Gold weitestgehend zurückzuhalten.
    Ohne Dreier hätte sich diese Situation vermutlich breits 1907/08 verschärft. Nun kann man einwenden, dass man auch die Prägungen des Zweimarkstückes hätte forcieren können. Weshalb dies nicht in Erwägung gezogen wurde, ist eine interessante Frage, die meines Wissens in keiner unmittelbar zugänglichen Quelle Erwähnung findet.
     
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  6. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Ich deute " umgeprägt " hier so wie Du es tust, also dergestalt, dass die obsoleten Münzen zur Herstellung neuer eingeschmolzen wurden.

    Die einzige mir bekannte Abbildung befindet sich in : Arnold/Fischer/Arnold : "Friedrich Wilhelm Hörnlein ", herausgegeben vom Dresdener Münzkabinett. Das Buch gibt es, glaube ich, nur och antiquarsch, aber vielleicht können Dir entweder Deine Bücherei oder das Münzkabinett selbst weiterhelfen ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juli 2019
  7. IhasOuts

    IhasOuts

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    Die beschriebenen Probleme gelten doch aber für das goldene Fünfmarkstück. Bei den Silberlingen dürfte man diese Problemstellung schwerlich gehabt haben?!
     
  8. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Das goldene Fünfmarkstück war eine Reaktion auf die Nachteile, die mit dem Silberfünfer verbunden waren, z. B. das Gewicht . Auch nach Wiederaufnahme des Ausprägung des silbernen Fünfers wurde nach Alternativen gesucht, um eine wertige Münze, die leichter zu handhaben war, anzubieten, u.a. wurde eine kleinere Silbermünze mit Goldanteil in Erwägung gezogen.Einen zufriedenstellenden Ausweg hat man nicht gefunden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Juli 2019
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  9. Adahn

    Adahn

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    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten, da werde ich mich erstmal durcharbeiten müssen ;)
    Tja, als gebürtiger Dresdner war ich auch mal im Münzkabinett, aber das ist sicher 20 Jahre her.
    Auch habe ich mich sehr gefreut, die 2-Euro mit dem Zwinger (und mal nicht der Frauenkirche) aus Zufall zu entdecken, da ist die schönste Ansicht gelungen, die ich auf Münzen kenne (nur eine etwas grössere Münze ohne Sterne würde mir noch besser gefallen).
    Ob ich aber diesen Aufwand betreiben werde, weiss ich noch nicht, da gibt es noch genügend andere Literatur zum Lesen :)
    Mit den Fünfmarkstücken verstehe ich nicht ganz, dass die Mark doch eine Goldwährung war, die Silbermünzen nur Scheidemünzen. Könnte man aber nich aus den 2 Fünfern und deren Gold- bzw. Silbergehalt auf einen festen "Wechselkurs" dieser Edelmetalle schliessen?
    Wenn ich das recht sehe, hat der Silberfünfer ca. 22.8g Silber, der Goldene 1.6g Gold und somit wäre 1 g Gold etwa 14-mal mehr Wert gewesen als Silber. Kann das sein, wenn heutzutage Silber eher 1/80 bis 1/100 Wert ist?
    Und ja, der Silberfünfer ist schon ein Riese, aber vor Allem die Details beim Adler sind faszinierend. Ein Goldfünfer zentriert auf dem Gleichen Silberfünfer wäre bestimmt ein interessantes Bild.
    Mein Exemplar ist leider ziemlich berieben, aber wenn ich irgendwann doch einmal so viel freies Kapital habe, werde ich mir einen Prägefrischen gönnen (d.H. wenn die Kinder aus dem Haus sind, in ca 14 - xx Jahren ;) )

    Grüsse vom Bodensee
    Endre
     
  10. Fusselbär

    Fusselbär

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    Das silberne 5 Markstück hat(te) 25 gramm Silber fein. Dagegen das goldene 5 Markstück 1,792 gramm fein. Macht ein Wertverhältnis von etwa 1:14 wie du schon richtig erkannt hast.
     
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