Plauderthread: Diskussion zu Saal- und Onlineauktionen - Kein Ebay & Co.

FooFighter

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Wir hatten ja kürzlich schon einmal darüber diskutiert, dass viele Auktionshäuser bei anderen Auktionen "wildern", in der Hoffnung, die Stücke dann bei eigenen Auktionen gewinnbringend wieder zu versteigern. So war es auch bei der heutigen Künker-Auktion. Im Bereich Sachsen kamen insgesamt 9 Stücke unter den Hammer, welche aus der 61. Solidus-Auktion vom Juni letzten Jahres stammten. Hier mal die Preisvergleiche (in Klammern stehen die Zuschläge aus der Solidus):

Los 5210 - 420 EUR (200 EUR)
Los 5215 - 360 EUR (220 EUR)
Los 5218 - 500 EUR (325 EUR)
Los 5219 - 700 EUR (375 EUR)
Los 5222 - 800 EUR (650 EUR)
Los 5223 - 650 EUR (240 EUR)
Los 5225 - 600 EUR (425 EUR)
Los 5227 - 340 EUR (220 EUR)
Los 5228 - 700 EUR (220 EUR)

Insgesamt: 5070 EUR (2875 EUR)

Es scheint also tatsächlich ein lohnenswertes Geschäftsmodell zu sein.
 
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Wir hatten ja kürzlich schon einmal darüber diskutiert, dass viele Auktionshäuser bei anderen Auktionen "wildern", in der Hoffnung, die Stücke dann bei eigenen Auktionen gewinnbringend wieder zu versteigern. So war es auch bei der heutigen Künker-Auktion. Im Bereich Sachsen kamen insgesamt 9 Stücke unter den Hammer, welche aus der 61. Solidus-Auktion vom Juni letzten Jahres stammten. Hier mal die Preisvergleiche (in Klammern stehen die Zuschläge aus der Solidus):

Los 5210 - 420 EUR (200 EUR)
Los 5215 - 360 EUR (220 EUR)
Los 5218 - 500 EUR (325 EUR)
Los 5219 - 700 EUR (375 EUR)
Los 5222 - 800 EUR (650 EUR)
Los 5223 - 650 EUR (240 EUR)
Los 5225 - 600 EUR (425 EUR)
Los 5227 - 340 EUR (220 EUR)
Los 5228 - 700 EUR (220 EUR)

Insgesamt: 5070 EUR (2875 EUR)

Es scheint also tatsächlich ein lohnenswertes Geschäftsmodell zu sein.

Es hat zumindest den Anschein, hier ein weiteres Beispiel:

Gorny & Mosch
Schätzpreis: 1.500 € - Zuschlag: 2.800 - "vorzüglich +"

Künker
Schätzpreis: 2.000 € - Zuschlag: 3.800 - "Prachtexemplar. Vorzüglich-Stempelglanz"


Da stellt man sich schon die Frage, wo innerhalb von 1,5 Jahren ein Preisanstieg von ca. 35 % herkommt. Wenn man annimmt, dass Künker selbst bei Gorny einkauft hat (oder eine dritte Person, welche anschließend bei Künker neu eingeliefert hat), müssten seit der Gorny-Aktion doch mindestens zwei neue Kaufinteressenten für diese Münze dazugekommen sein oder zwei damals bei Gorny nicht erfolgreiche Bieter haben sich nun gleichzeitig anders entschieden und eine Preisschlacht bei Künker ausgelöst (anders wäre dieser Preisanstieg logisch nicht zu erklären - oder habe ich einen Gedankenfehler?). Aber ist dies bei einer solch speziellen Münze in einem so kurzen Zeitraum realistisch?

Hinzu kommt dann, dass diese Münze in 2017 bei Heritage in Erhaltung MS61 bei einem Schätzpreis von 3.500 $ unverkauft - damals übrigens noch im NGC-Slab - liegen geblieben war.


Da wüsste man gerne die Hintergründe.
 
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Schaut euch mal die Bieterliste bei Künker an. Nr.3 kauft nach wie vor das meiste auf...merkwürdig...

Also wenn einer alles aufkauft, dann wundern mich die hohen Preise nicht...
 
Zuletzt bearbeitet:

FooFighter

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Da stellt man sich schon die Frage, wo innerhalb von 1,5 Jahren ein Preisanstieg von ca. 35 % herkommt. Wenn man annimmt, dass Künker selbst bei Gorny einkauft hat (oder eine dritte Person, welche anschließend bei Künker neu eingeliefert hat), müssten seit der Gorny-Aktion doch mindestens zwei neue Kaufinteressenten für diese Münze dazugekommen sein oder zwei damals bei Gorny nicht erfolgreiche Bieter haben sich nun gleichzeitig anders entschieden und eine Preisschlacht bei Künker ausgelöst (anders wäre dieser Preisanstieg logisch nicht zu erklären - oder habe ich einen Gedankenfehler?). Aber ist dies bei einer solch speziellen Münze in einem so kurzen Zeitraum realistisch?

Über die genauen Gründe kann man natürlich nur spekulieren, aber ich erlebe es ja selbst bei mir. Deshalb kann ich mal versuchen, es dir aus meiner Sicht zu erklären.

Im März letzten Jahres wurde bei der 56. Solidus-Auktion dieser prachtvolle sächsische 1/3 Taler 1828 angeboten.


Dieses Stück ist sehr selten, vor allem in dieser traumhaften Erhaltung. Mir fehlten aber einerseits Vergleichswerte, um ein ungefähres Gefühl für den Preis zu haben. Andererseits hatte ich das "Problem", dass bei dieser Auktion jede Menge sächsische Top-Münzen angeboten wurden und meine Wunschliste dementsprechend lang und mein Budget begrenzt war. Ich bot dann bis 1.200 EUR mit und stieg aus. Zugeschlagen wurde es für 1.600 EUR. Dies hielt ich für extrem hoch. Als ich mich dann mit einem Sammlerkollegen unterhielt, welcher schon über 40 Jahre in der Numismatik tätig ist, sagte er mir, dass er den Zuschlag sogar noch für überraschend niedrig hielt und sich nicht wundern würde, wenn das Stück in ein paar Monaten bei einer anderen Auktion wieder auftauchen würde.

Er sollte Recht behalten, denn im September, also nur ein halbes Jahr später, tauchte das Stück bei der 349. Künker-Auktion wieder auf. Der Startpreis lag bereits bei 1.600 EUR.


Nun war es aber so, dass ich das Stück unbedingt haben wollte. Jetzt hatte ich auch das Glück, dass es das einzige Stück in der Auktion war, welches auf meiner Liste stand und ich mein Budget ausschließlich auf diese eine Münze verwenden konnte. Für wie viel das Stück zugeschlagen wurde, hast du ja sicher schon gesehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass es oftmals so ist, dass ein Interessent auf ein Stück verzichtet (verzichten muss), weil in der Auktion sein Budget nicht ausreicht. Wenn dasselbe Stück später wieder auftaucht und es finanziell besser aussieht, nimmt man auch einen teureren Preis in Kauf.

Bei der 56. und 61. Solidus-Auktion kamen unzählige traumhafte sächsische Münzen unter den Hammer. Ich habe mein Budget schon echt weit ausgereizt und konnte in beiden Auktionen insgesamt 18 Stücke erwerben. Viele andere Stücke musste ich leider liegen lassen. Aber in den Monaten danach sind einige Stücke aus den beiden Solidus-Auktionen entweder bei Händlern oder auch in anderen Auktionen aufgetaucht, so dass ich mittlerweile noch 9 weitere dieser Solidus-Stücke erwerben konnte. Hätte ich damals das nötige Kleingeld gehabt, dann hätte ich mit Sicherheit gleich alle 27 Stücke gekauft und hätte dabei jede Menge Geld gespart. Aber man kann eben immer nur im Rahmen seiner Möglichkeiten zuschlagen.
 
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@FooFighter:

Natürlich ist es möglich, dass jetzt zwei oder mehr Personen auf den Dukaten geboten haben, welcher bei letzter Gelegenheit kein Geld mehr in ihrer "Kriegkasse" hierfür hatten. Dennoch finde ich den Preisanstieg - auch unter Berücksichtigung der allgemein zu beobachtenden Preisentwicklung - in diesem kurzen Zeitraum ziemlich krass.
 
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Aber man kann eben immer nur im Rahmen seiner Möglichkeiten zuschlagen.

Genauso ist es!

Ich freue mich zu lesen, dass jemand in diesem Forum die beiden Solidus-Auktionen 56 und 61 ebenso genau verfolgt hat wie ich. Wenn so viele interessante Stücke auf einmal angeboten werden, ist das einerseits furchtbar spannend, andererseits muss man sich halt gut überlegen, welche Lose einem wirklich wichtig sind. Man kann nur das Geld ausgeben, was man hat.

Übrigens finde ich, dass es ganz verschiedene Arten von Preissteigerungen gibt, und auch wenn das jetzt eher in den Bereich Hobbypsychologie fällt, möchte ich Euch meine Theorie nicht vorenthalten.

Da gibt es zum einen die Stücke, die im Ausland angekauft werden, um sie dann in Deutschland teurer weiterzuverkaufen. Vielleicht weil etliche Sammler Auktionen im Ausland nicht verfolgen. Oder weil sie sich mit der Bezahlung und dem Zoll nicht auskennen.

Hier zum Beispiel, allerdings mit mäßigem finanziellen Erfolg (alle Beispiele Sachsen-Albertiner):
gekauft bei Heritage

verkauft bei Höhn

(Übrigens bin ich sehr gespannt, welche Heritage-Stücke, die jetzt am Wochenende zur Versteigerung gelangt sind, bei deutschen Auktionshäusern auftauchen.)

Dann gibt es auch die Fälle, die erkläre ich mir damit, dass ein großes, bekanntes Auktionshaus eben auch bessere Preise erzielt. Quasi ein Preisupgrade, so wie hier:

gekauft bei Solidus

verkauft bei Künker

Manche Fälle lassen sich einfach nur noch mit purer Spekulation erklären:

Erst bei Solidus für 18.000 Euro.

Dann Gorny & Mosch, nun gegraded, für 22.000 Euro.

Und schließlich auf der Zwei-Buchstaben-Plattform für schlappe 36.500 Euro im Angebot ;-)

Da hat sich doch der Marc Raffler von Gorny & Mosch selbständig gemacht und die Münze bzw. das Münzangebot irgendwie mitgenommen ;-) ... Einfach nur irre.

Besonders freut es mich, wenn ich sehe, dass nicht automatisch jeder absurde Preis bezahlt wird. So wie hier:

Erst bei der Teutoburger liegen geblieben:

Und dann bei Künker:

Allerdings muss man schon sagen, dass die meisten Münzen nach zwei oder drei Schleifen dann halt doch offenbar ihre zufriedenen Besitzer finden. Zumindest bei den sächsischen Stücken, die ich so beobachte.

Naja, mit meinem Sammlerleben hat das alles nicht viel zu tun. Ich beobachte zwar gerne Spitzenstücke und die Wege, die sie so nehmen. Aber wirkliches Vergnügen empfinde ich erst, wenn es mir dann doch mal gelingt, ein Stück zu ergattern, was andere "übersehen" haben und das zu meinem Sammlungsprofil und zu meinem Geldbeutel passt. So wie das Stück, das ich als Profilbild gewählt habe.
 
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