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potentieller EU-Austritt = Wertsteigerung??

Dieses Thema im Forum "Euromünzen" wurde erstellt von Uwe Mayer, 18. November 2018.

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  1. Uwe Mayer

    Uwe Mayer

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    Hallo, ich hab mir mal Gedanken gemacht, was mit den Euromünzen eines Landes passiert, wenn dieses aus der EU austreten sollte. Die Münzen sind ja schon im Umlauf in der ganzen EU und werden das auch bleiben. Sie können ja nicht alle zurückgezogen werden.
    Ich rede hier von normalen Euromünzen, meint ihr es würde hier zu einer Wertsteigerung (aufgrund von Seltenheit) oder einem Wertverfall dieser Münzen kommen?
    Ich meine es könnte ja auch von der EU erlassen werden, dass all diese Münzen des spezifischen Landes bei eines Bank abgegeben werden müssen bis zu einer bestimmten Deadline und danach keinen Realwert mehr haben.
    Vielen Dank fürs Lesen! :)
     
  2. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Das wird keinerlei Auswirkungen haben, da Euromünzen Massenware sind. Gedenkmünzen die zum Nennwert im Ausgabeland gültiges Zahlungsmittel sind dürften sich dem Metallwert anpassen, sofern es nicht unbegrenzte Umtauschfrist gibt.
    Ein Entnehmen der Münzen aus dem Umlauf steht in keinem Verhältnis zu den Kosten. Automaten prüfen nämlich Form, Gewicht und Legierung, nicht aber die geprägten Bilder, so dass es witerhin möglich wäre damit zu bezahlen. Auch schauen die Zählmaschinen in den Banken nicht auf die Bilder, und es macht keinen Sinn für Kassierer einzelne Centstücke auf Herkunftsland zu kontrollieren.
     
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  3. numisfreund

    numisfreund Moderator Mitarbeiter

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    Es ginge dabei nicht um Münzen oder Scheine eines Landes, sondern um eine bestimmten Eurobetrag, den das Land in den Gesamtumlauf gegeben hätte. Dieser wäre erfasst und könnte entsprechend gegengerechnet werden. Die ausgegebenen Münzen und Scheine wären dann "Allgemeingut" der Eurozone.
     
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  4. Alter Europäer

    Alter Europäer

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    Jepp, ich denke, diese Einschätzung ist genau richtig - empirisch lässt sich das m.E. sogar an Ausgaben von Monaco oder dem Vatikan nachweisen: man kann z.B. mal (EM-Münzen mal außen vor gelassen)
    • Preise von Münzen mit dem Thema "Gracia Patricia / Grace Kelly" mit Franc-Nominal einerseits und Euro-Nominal andererseits oder
    • Preise von Münzen des Vatikan von Lire-Zeiten mit denen aus Euro-Zeiten
    vergleichen. Ich vermute mal, daß die Vor-Euro-Münzen dieser beiden Gebiete seinerzeit ähnlich gehypt wurden wie aktuell die entsprechenden Euro-Münzen (mit entsprechenden Preisen), der damalige Einstandswert aber oft nicht mehr abgerufen werden kann (wenn denn ein Verkauf anstünde).
     
  5. Onkel Sam

    Onkel Sam

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    Finanziell nicht tragbar jeden Tag Millionen Münzen auf die Zugehörigkeit des ausgeschiedenen Landes zu überprüfen und rauszuziehen.
    Klar wenn ein Land aus der EU austreten sollte, so haben wir wenige Einwohner in der EU, bedeutet das zu deren Relation wir zuviele Euromünzen hätten. Würde meiner Logik nach beuten, dass alle EU-Länder ihre jährliche Ausgabemenge reduzieren müssten um keine Inflation hervorzurufen. Anders denke ich kannst du das nicht managen.

    Ob die Kassiererin bei deiner Hausbank oder deinem Supermarkt die Zeit hat siech die Münzen auf Ausgabeland anzuschauen beweifele ich sehr.

    Ob die Münzen des Augsbelandes welche aus der Eurozone ausgeschieden ist wertvoller werden hängt von Angebot-Nachfrage ab.
    Also eher nein, denn jeder Kursmünzensammler der nach Jahrgängen sammelt hat mit großer Wahrscheinlichkeit seine Sammlung komplett.
     
  6. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Die Franzosen-Francs aus den 90ern (außerhalb der tatsächlichen Umlaufmünzen aus den 60er/70ern) die es heute oft zum Metallwert gibt, waren früher aber nicht unbedingt zum Nennwert sondern mit saftigem Sammleraufschlag ausgegeben, und auch die 1000 Lira Vatikan Silberlinge gab es nur mit Aufpreis im KMS soweit ich weiß.
    Die alten KMS des Vatikan liegen auch heute noch deutlich über dem theoretischen Lire-Gegenwert.
    Hier geht es eher um Gedenkmünzen mit hohem Nominal und Edelmetallgehalt der darunter liegt.
    Beispiel: Österrreichische 500 Schiling Gedenkmünzen, unbegrenzt umtauschbar, daher deutlich über Metallwert und nahe am Nominal vs. Belgien 500 Francs, die bis zum Ende der Umtauschfrist mal 12,50 Euro wert war, aber heute auch (wegen Silberwert unter 10 Euro) auch meist niedriger gehandelt wird.
     
  7. dvbhsv

    dvbhsv

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    nein, so funktioniert das nicht. das würde ja bedeuten dass du beim abheben am bankautomaten die inflation ankurbelst ;)
     
  8. Onkel Sam

    Onkel Sam

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    Das glaube ich jetzt weniger.

    Nur zum Beispiel, nicht Griechenland oder ein kleiner Staat wie Luxemburg würde die Eurozone verlassen. Sondern Italien.
    Im Euroraum wären somit 60 Millionen Menschen weniger die mit dieser Wärung zahlen würden. Was würde die EZB machen? Ich Denke:

    Als Sofortmaßnahme:
    Gewisse Menge an Geldscheinen und Münzgeld aus dem verkehr ziehen damit als aller erstes die Umlaufmenge prozentual zu den Euromitbürgern wieder passt.

    die endgültige Maßnahme würde sein:
    Beschädigte italienische Euro-Scheine die irgendwann mal bei denen landen vernichtet und nicht nachgedruckt werden.

    Wie könnte es bei Münzen aussehen? Sicherlich haben die keine fleißige Chinesen oder ein paar Praktikanten die für sie jeden Münze darauf untersuchen werden, ob diese in Italien geprägt wurden oder nicht. Man wird für die kommenden Jahre den EU-Staaten die Prägemenge deutlich kürzen und den restlichen Bedarf aus Kostengründen durch die eingezogenen Münzen ausgleichen. Anders als bei den Scheinen werden somit die italienischen Euro- und Centmünzen immer im Umlauf bleiben.
     
  9. dvbhsv

    dvbhsv

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    dein zusammenhang zwischen bargeld und inflation ist einfach falsch. kannst du ja mal wo nachlesen.
    nur als beispiel, wenn, wie von einigen ökonomen gefordert, das bargeld abgeschafft wird, gäbe es dann eine dauerhafte inflation/deflation von 0%? warum ziehen staaten mit einer hohen inflation (hyperinflation) wie simbabwe, venezuela oder damals die weimarer republik nicht einfach (eines teil) ihr(es) bargeld(s) ein, damit wäre die inflation dann ja bekämpft..
    und umgekehrt, nimm z.b. japan, die hätten gerne eine höhere inflation. da kann man ja nicht einfach mehr münzen prägen, und die leute tragen dann deswegen mehr bargeld mit sich rum und dadurch steigt die inflation.
     
    IhasOuts und Havelock gefällt das.
  10. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Ich denke, dass es erst mal nicht stört, wieviele Scheine im Umlauf sind. Jedes Jahr geht eine bestimmte Menge verloren oder wird irreparabel beschädigt, dafür wird ja fleißig nachgedruckt. Das kann man sich dann eine Zeit lang sparen, bzw. etwas reduzierter als geplant durchführen, und derweil langsam die aus Italien zurücklaufenden Mengen aufbrauchen. Das wird Jahre dauern, weil Touristen ständig neues Geld hineintragen, und findige Geschäftsleute (und Wechselstuben) auch Fremdwährung in bar gerne annnehmen. Siehe DM, da kommen immer noch zig Millionen jedes Jahr zurück obwohl die Bundesbank fast keine Fillialen mehr hat, und es sind noch Milliarden ausständig, obwohl die Euroeinführung schon fast 17 Jahre zurückliegt. Irgendwann gehen im Umlauf befindliche Scheine eh kaputt oder werden durch eine neue Version ersetzt und tatsächlich eingezogen.
    Italien würde in dem Fall die umlaufenden Scheine nicht für ungültig erklären können und Einziehen, weil sie ja technisch gesehen im Rest von Europa prima zum Bezahlen geeignet wären. Daher würde vermutlich auch niemand große Mengen Bargeld gegen Nuovo Lira umtauschen. Es sei denn man kann damit einen kleinen Profit machen, was aber nicht sein wird da sonst in ganz Europa das Bargeld sehr schnell knapp werden wird dank einiger Geschäftstüchtiger Bürger.
    Außerdem wären die Italiener schön blöd, jetzt aus dem Euro auszusteigen, denn wer soll denn dann die Schulden bezahlen? Italien selber?
     
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