Schlag gegen das Bargeld

Münzadler

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Logischerweise wäre es ja auch das aus für die Gedenkmünzen, welche sonst zur Parallelwährung aufsteigen würden.
 

Smythe

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Logischerweise wäre es ja auch das aus für die Gedenkmünzen, welche sonst zur Parallelwährung aufsteigen würden.

Wenn man wesentlich mehr für diese Gedenkprägungen verlangt als z.B. an Euro-Wert draufsteht, könnte es diese noch immer geben.

ABER: wenn keine Annahmepflicht mehr besteht, bzw. teilweise sogar ein Annahmeverbot ausgesprochen wird, ist zu überdenken, ob es sich bei "Münzen" überhaupt noch um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt. Wodurch sollte sich ein Zahlungsmittel sonst auszeichnen als durch Annahmepflicht?
 
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Auch in Deutschland werden in den Supermärkten schon jetzt vorwiegend keine Scheine über 100,00 angenommen. Auf den 500er könnte man meiner Meinung schon jetzt völlig verzichten; vielleicht auch schon auf den 200er.

Dass "Plastikgeld" dazu führen kann, dass man den Überblick verliert, wieviel man eigentlich noch ausgeben kann, ohne sich zu verschulden, sehe ich nicht so. Aus den Ländern, wo das schon viel verbreiteter ist, als bei uns, habe ich zumindest noch nichts davon gehört, dass das Ganze zu einer höheren Verschuldung der Privathaushalte geführt hat /n führt. Aber vielleicht bin ich da falsch / unzureichend informiert; vielleicht findet da der ein oder andere mal ne Quelle zu.
Und wenn man da auch noch Umsatzsteuerbetrügereien verhindern bzw. einschränken kann - umso besser.
Was in dem Zusammenhang übrigens interessant ist:
Wenn es um Steuerbetrug / -Hinterziehung geht: Das größte Volumen entsteht hier nicht bei der Einkommen-/Körperschaft-/Gewerbesteuer, sondern gerade bei der Umsatzsteuer.
 
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Wenn sich auch die NZZ diesesw Themas annimmt, wird es langsam ernst.

Darüber hinaus würde die Abschaffung von Bargeld endgültig den gläsernen Konsumenten und eine totale finanzielle Überwachung durch den Staat schaffen. Dazu kämen natürlich noch generelle Fragen der Datensicherheit. Nicht umsonst gibt es das treffende Bonmot: Bargeld ist geprägte Freiheit.
Neben Bargeld müsste auch der Besitz von Gold verboten werden, da das aus liberaler Sicht gute Geld, nämlich Gold, sonst schnell das schlechte Staatsgeld verdrängen dürfte. Doch auch bei einem Goldverbot könnten sich andere Tauschmittel herauskristallisieren, etwa Zigaretten, Schmuck, Gutscheine, oder es fände ein Ausweichen auf andere Währungen statt.

Finanzielle Repression 2.0: Der Kampf gegen das Bargeld hat begonnen - NZZ Devisen


Ich hätte den Artikel anders betitelt.

Der Kampf der Staaten gegen ihre Bürger hat begonnen.

Gruß
Michael
 
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Diese ganzen Ökonomen und Wirtschaftsweisen usw. können schreiben und theoretisieren was sie wollen:
Wenn Bargeld abgeschafft wird oder per Chips ort- und verfolgbar wird, dann wird sich die Schattenwirtschaft andererer Tauschmittel bedienen.
Auf diese Weise schaffe ich doch erst eine Parallelwährung.
Sparer, die sich dem Bankendiktat nicht unterwerfen wollen werden in die Kriminalität gedrängt und die Zufriedenheit der Bevölkerung wird nachhaltig beschädigt. In einer Demokratie halte ich die totale Abschaffung von Cash für nicht durchführbar. Sogar in den USA werden kleine Geschäfte noch bar getätigt.

Ich mutmaße, dass auch zukünftig auf die Bequemlichkeit der Menschen gesetzt wird.
Die Anzahl der Bankomaten wird möglicherweise zurückgehen, die Wege zu Bankomaten würden länger, die Menschen werden aus Bequemlichkeit weniger mit cash zahlen.
Unter Umständen wird der 500er und der 200er wegen "Unötigkeit" abgeschafft werden (wodurch sich lediglich das materielle Volumen von Schwarzgeld als Schmuggelware verfünffacht).
Je nach Geldpolitik erledigt das aber auch die Inflation und es verschwinden die Kupferfarbenen Münzen aus dem Umlauf und der 5€-Schein wird doch noch durch eine Münze ersetzt werden...
Die totale Abschaffung von Bargeld wird meines Erachtens nie kommen, es sei denn, unser Wirtschaftssystem bricht zusammen, was dann aber ohnehin zu werthaltigen Tauschmitteln als Geldersatz führen dürfte.
 
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Ich will mit Sicherheit keine Werbung für eine politische Partei hier machen. Aber interessant zu dem Thema:

In Österreich hat die ÖVP (= in Deutschland CDU) vor wenigen Tagen ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet. Darin bekennt sich die Partei ausdrücklich ZUM Bargeld. Hier ein Artikel zum Antrag, der so dann auch angenommen wurde:

Beim VP-Parteitag geht es auch um Bargeld - ÖVP - derStandard.at

Wenn ich das von Österreich auf andere Länder verallgemeinere, sieht man an dem Beispiel, dass wenn das Thema Bargeldabschaffung wirklich die breite Öffentlichkeit erreichen würde, mit breiten Widerständen zu rechnen ware. Ich gehe nicht davon aus, dass das politisch durchsetzbar ware.
 

manloeste

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Bisher ist das Giralgeld in Deutschland zum Glück noch kein gesetzliches Zahlungsmittel.
(Weshalb man zum Beispiel per Überweisung nur dann wirksam seine Schuld begleichen kann, wenn der Gläubiger dies akzeptiert - Was man ihm aber regelmäßig unterstellen darf, wenn er auf seinem Briefpapier oder Rechnungen seine Bankverbindung angibt).

Bevor man das Bargeld abschafft, müsste man hierzulande also das elektronische Geld erstmal zum Zahlungsmittel "befördern"...
 
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Bisher ist das Giralgeld in Deutschland zum Glück noch kein gesetzliches Zahlungsmittel.

Genau so ist es. Giralgeld auf einem Konto stellt einen Anspruch des Kontoinhabers gegen das Kreditinstitut dar, mehr nicht.
Eine Überweisung stellt daher nur das zedieren eines Anspruchs an jemand anderen dar.

Das ist ja das schlimme, daß solche Leute wie der Genosse Bofinger, die die Abschaffung des Bargelds fordern, auch noch als Experten gelten.
In Wirklichkeit schieben all diese Leute Panik, weil sie mit den mittlerweile negativen Zinsen an eine natürliche Grenze stoßen, die sie nicht einfach so überschreiten können.
Wenn sie die Zinsen weiter in Negative setzen wollen um ihre blöde Gemeinschaftswährung zu retten, dann werden die Geschäftsbanken den Bürgern Gebühren für das verwalten ihres Giralgeldes aufbrummen und jeder der noch bei Verstand ist, wird seine Konten komplett abräumen.
Damit wären die Banken aber sofort am Ende, denn sie hätten garnicht genügend Sicherheiten um so viel Bargeld von der Zentralbank anzufordern.

Bargeld ist nicht nur das einzige gesetzliche Zahlungsmittel, es ist auch das einzige echte Zentralbankgeld.
Alles andere sind nur Forderungen.

Und da das Verhältnis all dieser Forderungen gegenüber der Menge des realen Geldes mittlerweile sehr ungesund geworden ist ...

geldmengen_de_VB.jpg


... sind das alles nur noch verzweifelte Versuche das unausweichliche noch ein Stückchen weiter in die Zukunft zu verschieben.

Gruß
Michael
 
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... Ich hätte den Artikel anders betitelt.

Der Kampf der Staaten gegen ihre Bürger hat begonnen.

Volle Zustimmung! Wie es auch im NZZ-Artikel zum Ausdruck kommt: Die Forderung nach Abschaffung des Bargelds ist ein Anschlag auf die Freiheit und Selbstbestimmung eines jeden Bürgers und würde umgehend zur totalen Überwachung und Bevormundung führen ("1984" lässt grüßen...).

Ich kann dazu nur sagen: Wehret den Anfängen! Ich würde jedenfalls alles in meiner Macht Stehende unternehmen, um das zu verhindern, und hoffe, dass viele so denken. Was hat eigentlich ein Herr Bofinger noch unter den fünf Wirtschaftweisen zu suchen?
 

Raphael

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Bofinger ist eigentlich noch der brauchbarste der "Weisen".
 
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