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Schlag gegen das Bargeld

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von minted, 10. Mai 2015.

  1. lightning

    lightning

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    Da ich weiß, dass hier ein paar Kassierer hin und wieder mitlesen: Wie schauts es an einer Supermarktkasse denn mit der durchschnittlichen Differenz der Kasse am Feierabend aus?
    Könnte mir auch vorstellen, dass es für Supermärkte lohnender ist, ein paar Cent an den Zahlungsdienstleister abzudrücken, als eine (dem gegenüber deutlich größere) Fehlsumme auszugleichen.
     
  2. Muppetshow

    Muppetshow

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    Ich arbeite zwar nicht in diesem Bereich, habe diese Frage aber auch schon mal an die Kassierer in meinem Bekanntenkreis gestellt.
    Die Mehrheit der Betriebe scheint es (zumindest in der Region Hannover - Göttingen) so zu handhaben, dass Beträge plus/minus 10, selten auch 20€ pro Kasse und Tag toleriert werden. Was an einem Tag zu viel drin ist, wandert in einen Topf, um damit die Verluste am anderen Tag auszugleichen.
    Ist das Minus / das Plus höher gibts ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, passiert sowas dann öfter kanns zur Kündigung führen.

    In anderen Betrieben müssen sich die Kassierer dazu bereiterklären, für Fehlbeträge in der Kasse ab einer bestimmten Höhe - oft schon ab 5€ Minus - selber aufzukommen. Was zu viel eingenommen wird, beansprucht dann die Geschäftsleitung. Ob das so rechtens ist, weiß ich nicht.
    Ein Kumpel hat mal in einem Supermarkt gejobbt, wo mehrfach nach der Samstagabend-Schicht am Sonntag in der Früh böse Anrufe vom Chef wegen Fehlbeträgen oft im Centbereich bekam. Daraufhin hat er alsbald gekündigt.
     
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  3. DDresdner

    DDresdner

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    Mit Wirrköpfen meine ich Gläubige und Verbreiter von Märchen und Sagen von Kopp-Verlag, Ken-FM, etc.
    Ich habe noch eine schöne Verschwörungstheorie über Verschwörungstheorien: Dies werden von "denen" da "oben" gezielt gefördert, damit die Anhänger zu Hause was zu lesen und zu schreiben haben, da kommen die wenigstens nicht auf dumme Gedanken, z.B. sich eine gelbe Weste anzuziehen...
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Februar 2019
  4. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Bei den Discountern haben die Kassierer ja alle eine eigene Kassenbox mit dem Wechselgeld, die sie mitnehmen wenn die Kasse schließt.
    Ich denke nicht, dass da Fehlbeträge toleriert werden, zumal sich ja bei Scannerkassen kaum "zu wenig" buchen lässt. Jeden Tag ca. 7 Euro sind nämlich auch am Ende >1500 im Jahr. Deswegen muss auch für Geldrückgaben immer eine 2. Person dabei sein, um fiktive Rückgaben zu vermeiden (ich kenne einen Fall im Bekanntenkreis da hat eine Mitarbeiterin in der Betriebskantine in 2 Jahren (länger hatten sie keine Daten) über 30000 Euro ergaunert indem sie den Kollegen regelmäßig zu teures Essen oder Extraspeisen berechnet hat und bei denen die es nicht gemerkt haben später dann wieder storniert und den korrekten Betrag eingetippt, damit es bei einer Prüfung nicht auffällt dass so viel storniert wurde. Die Stehlerei hat sich auch durch ein zwischenzeitlich eingeführtes Elektronisches Bezahlsystem nicht beenden lassen, da anonyme Gästekarten für Besucher und Praktikanten auch wieder aufgeladen werden konnten, und die Diebin davon einen Stapel leerer sich verschafft hat. Die Karten konnten sobald sie wieder einigermaßen "voll" waren gegen Erstattung des Restguthabens an einem Automaten zurückgegeben werden. Aufgeflogen ist sie dann, als eine Überprüfung ergeben hat dass der Umsatz pro Nase unlogischerweise reziprok mit der Anazhl der Besucher korreliert (je weniger Besucher im Haus waren, desto weniger Umsatz pro Besucher wurde erzielt).
     
  5. reining

    reining

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    In vielen Handelsunternehmen gibt es "Mankogeldvereinbarungen", darin wird ein Betrag festgelegt, der zusätzlich zum Festgehalt zur Verfügung gestellt wird.
    Dieser Betrag wird gegen negative Kassendifferenzen verrechnet. Falls der Betrag nicht durch Kassendifferenzen erreicht wird bzw. nicht in Anspruch genommen wird, wird er ausgezahlt. Bis zu 16 € pro Monat ist diese Auszahlung steuerfrei. Das erklärt, warum das Mankogeld gerne auf 16 € festgelegt wird.

    Positive Differenzen (zu viel in der Kasse) darf der Kassierer deshalb nicht behalten und - so kenne ich es - auch nicht gegen negative Differenzen verrechnen, damit kein Anreiz geschaffen wird, die Kunden übers Ohr zu hauen, denn das will der Händler auf keinen Fall.

    Tägliche Differenzen tauchen in vielen Handelsunternehmen zumindest beim Stammpersonal nicht auf, weil die Kassierer nur alle 7 oder 10 Tage abgerechnet werden.
    Jeder Kassierer/jede Kassiererin hat seine/ihre eigene Kassenschublade, die bei der Ablösung an der Kasse mitgebracht wird.
    Hieraus werden über mehrere (eben 7 oder 10) Tage nur Abschöpfungen vorgenommen, was aus versicherungstechnischen Gründen passiert (Überfälle/Diebstahl).
    Wenn das Kleingeld ausgeht, wird gegen Papiergeld getauscht.

    Nur alle 7 oder 10 Tage wird dann eine echte Abrechnung Soll versus Ist vorgenommen. Das spart Kosten.
    Gab es in dem Abrechnungszeitraum positive und negative Differenzen, saldieren diese sich aus.

    Große Differenzen sind versichert, allerdings muss der Händler im Wiederholungsfall (spätestens nach dem dritten Mal) den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin anders einsetzen, nicht mehr an der Kasse.
     
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  6. four9fine

    four9fine

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    Für die Händler ist die Barzahlung auch immer noch günstiger, als eine Zahlung per Kreditkarte.

    Bargeldzahlungen sind meist schneller und für Händler günstiger

    Ja, und schneller geht es auch noch. Es sei denn, man muß sich morgens auf dem Weg zur Arbeit noch mal eben schnell einen Liter Milch oder eine andere Kleinigkeit einkaufen. Dann ist garantiert jemand vor einem an der Kasse, bei dem es gefühlt Minuten dauert, bis er seine Centstücke sortiert hat. ;)

    Gruß
    9999
     
  7. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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    Ebenso zum Thema Paralleluniversum:

     
  8. chrisild

    chrisild Sammler :)

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    In der US-Großstadt Philadelphia wird es künftig nicht mehr möglich sein, die Annahme von Bargeld als Zahlungsmittel zu verweigern. :) "Cashless stores" soll es dort nicht bzw. nicht mehr geben. Ausnahmen gelten z.B. für die Zahlung von Parkgebühren, aber auch für Läden, bei denen man "Mitglied" sein muss, um überhaupt etwas kaufen zu können.

    https://gizmodo.com/philadelphia-just-banned-most-cashless-stores-a-first-1833145078 (engl.)
    Philadelphia Is First U.S. City to Ban Cashless Stores (dto., Paywall)

    Edit: Hier ein Kommentar der NZZ auf deutsch ...
    USA: Philadelphia will Bargeld nicht verbieten

    Tschüs,
    Christian
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2019
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  9. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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  10. hegele

    hegele Registered User

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