Schlag gegen das Bargeld

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Also genau wie im Westen, nur das man dort richtiges Geld für seinen West-Scheck bekommen hat, mit dem man dann was kaufen konnte...
Also ich konnte mein Ostgeld mit einer Geldkarte vom Geldautomaten holen und dafür (unter anderem) auch etwas zu essen kaufen, z. Bsp. ein Brötchen für 5 Pfennig. Die Miete von 40 Mark für die Altbauwohnung im Zentrum der Stadt konnte ich durch einen Dauerauftrag an den Verwalter des Besitzers der Immobilie (der in Westdeutschland lebte) überweisen.
Ich habe den Sozialismus überlebt! Auch wenn der westdeutsche Besitzer seine Immobilie auf Verschleiß fuhr... ;)
 

bayreuth

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Also ich konnte mein Ostgeld mit einer Geldkarte vom Geldautomaten holen und dafür (unter anderem) auch etwas zu essen kaufen, z. Bsp. ein Brötchen für 5 Pfennig. Die Miete von 40 Mark für die Altbauwohnung im Zentrum der Stadt konnte ich durch einen Dauerauftrag an den Verwalter des Besitzers der Immobilie (der in Westdeutschland lebte) überweisen.
Ich habe den Sozialismus überlebt! Auch wenn der westdeutsche Besitzer seine Immobilie auf Verschleiß fuhr... ;)
Einige Tagesreisen nach Thüringen 1990 als noch DDR dranstand haben mir den Eindruck gegeben, dass da nicht nur einer seine Immobilie auf Verschleiß gefahren hatte. Straßen im Wald außerorts erinnerten mich an die Feldwege im Dorf meiner Oma wo nur für Traktoren freigegeben war.
15 Jahre später ein Aufenthalt in Leipzig, Straßen außerorts jetzt top, aber ganze Straßenzüge im Außenbereich der Stadt wirkten immer noch verfallen, gespickt mit Industrieruinen. 2010 in Ostsachsen war es für mich ungewöhnlich in einer Deutschen Innenstadt leerstehende und verfallene (inkl. Absperrband und eingestürztem Dach) Gebäude zu sehen (kein Einzelfall dort). Ähnliches hatte ich in den 90ern in Dörfern in Dalmatien gesehen, wo jahrhunderte alte Häuser deren letzte Besitzer lange verstorben oder weggezogen waren verfallen sind (dort wuchs aber bereits Vegetation zwischen den Mauern...)
Im Dresdner Industriegebiet 2010 ebenfalls noch einzelne Ruinen trotz nähe zur Eisenbahn (kleinere Bahnhöfe waren in ähnlichem Zustand). Überhaupt fanden damals viele Abrisstätigkeiten statt.
 
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Warum wohl bayreuth? Wenn sich ganze Landstriche mangels Zukunftsperspektive für die Jugend entvölkern, warum soll man da investieren?
Und ehrlicherweise gibt es solche Regionen mittlerweile nicht nur im Osten.
 
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Einige Tagesreisen nach Thüringen 1990 als noch DDR dranstand haben mir den Eindruck gegeben, dass da nicht nur einer seine Immobilie auf Verschleiß gefahren hatte. Straßen im Wald außerorts erinnerten mich an die Feldwege im Dorf meiner Oma wo nur für Traktoren freigegeben war.
15 Jahre später ein Aufenthalt in Leipzig, Straßen außerorts jetzt top, aber ganze Straßenzüge im Außenbereich der Stadt wirkten immer noch verfallen, gespickt mit Industrieruinen. 2010 in Ostsachsen war es für mich ungewöhnlich in einer Deutschen Innenstadt leerstehende und verfallene (inkl. Absperrband und eingestürztem Dach) Gebäude zu sehen (kein Einzelfall dort). Ähnliches hatte ich in den 90ern in Dörfern in Dalmatien gesehen, wo jahrhunderte alte Häuser deren letzte Besitzer lange verstorben oder weggezogen waren verfallen sind (dort wuchs aber bereits Vegetation zwischen den Mauern...)
Im Dresdner Industriegebiet 2010 ebenfalls noch einzelne Ruinen trotz nähe zur Eisenbahn (kleinere Bahnhöfe waren in ähnlichem Zustand). Überhaupt fanden damals viele Abrisstätigkeiten statt.
Genau das sah ich als ich ca. 20 Jahre später (nach 1990) mal die gebrauchten Bundesländer durchquerte von Hamburg Richtung Frankfurt am Main. Abseits der Autobahn.
 
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Einige Tagesreisen nach Thüringen 1990 als noch DDR dranstand haben mir den Eindruck gegeben, dass da nicht nur einer seine Immobilie auf Verschleiß gefahren hatte. Straßen im Wald außerorts erinnerten mich an die Feldwege im Dorf meiner Oma wo nur für Traktoren freigegeben war.
15 Jahre später ein Aufenthalt in Leipzig, Straßen außerorts jetzt top, aber ganze Straßenzüge im Außenbereich der Stadt wirkten immer noch verfallen, gespickt mit Industrieruinen. 2010 in Ostsachsen war es für mich ungewöhnlich in einer Deutschen Innenstadt leerstehende und verfallene (inkl. Absperrband und eingestürztem Dach) Gebäude zu sehen (kein Einzelfall dort). Ähnliches hatte ich in den 90ern in Dörfern in Dalmatien gesehen, wo jahrhunderte alte Häuser deren letzte Besitzer lange verstorben oder weggezogen waren verfallen sind (dort wuchs aber bereits Vegetation zwischen den Mauern...)
Im Dresdner Industriegebiet 2010 ebenfalls noch einzelne Ruinen trotz nähe zur Eisenbahn (kleinere Bahnhöfe waren in ähnlichem Zustand). Überhaupt fanden damals viele Abrisstätigkeiten statt.
Dann hast du zwei verschiedene Arten von Zerfall erlebt.
Auf dem Land gibt es schon lange keine jungen Menschen mehr, die in den Immobilien wohnen könnten, weil sie mangels Arbeit und Perspektiven abgewandert sind.
Aber in teuren und boomenden Zentren wie Leipzig sind es oft über Jahrzehnte geführte Erbschaftsstreitigkeiten, über die Immobilien in guten Lagen langsam verfallen. Oft stehen noch Forderungen von Erben im Raum, die bis in die 30er Jahre zurückdatieren.
 
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Fairerweise muss dazu anmerken, wovon sollte er denn die Immobilie erhalten? Von den 40 Ostmark Miete?
Es waren 8 Wohnungen mit Ofenheizung und Plumpsklo auf halber Treppe.
Als junge Familie mit Baby waren wir froh überhaupt eine 2-Raumwohnung bekommen zu haben. Wir haben selbst 1.800 Mark rein gesteckt, um sie einigermaßen bewohnbar zu bekommen. Das waren 10 Monate Stipendium.
Mit (seinem) Westgeld wäre einiges mehr möglich gewesen. Heißt es nicht: Eigentum verpflichtet?
Aber das nur am Rande.

Ich wollte auch nur einen kleinen Einblick in den real existierenden Sozialismus in der DDR Ende der 70iger geben.
Und ja (ehe es ein anderer anmerkt), die Geldautomaten gab es erst in den 80igern. ;)

...und so sah das gute Stück aus:

Edit: Ich hab den Anhang gelöscht, in den nachfolgenden Linktipps sind Bilder der Geldkarte zu sehen.
 
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Heinz-Rudolf

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...und so sah das gute Stück aus:

Anhang anzeigen 248992
Grüß dich Karl-Peter!
Ich kann mich zu deinem Post mangels Wissen nicht äußern.
Aber ich bin sehr interessiert an deiner -Geldkarte-,
was ist/war die PKZ Nummer,
und galt diese Karte bei allen Banken/Sparkassen?
Oder gab es nur eine Bank? War die Karte laminiert oder Ganz-Kunststoff?
Wie heißt die eventuelle Nachfolgebank und hast du noch deine alte Kto.Nr.?
.Meine erste Kto.Nr von 1958 bei "meiner" Sparkasse, ist immer noch im Hintergrund vorhanden.
Desgleichen meine uralte (4-stellige) Tel.Nr.
So und das kann ich dir/mir nicht ersparen, hast du immer noch den (Ion Tiriac) Schnauzer :) .
Liebe Grüße aus den sonnigen Alpen
Heinz-Rudolf
 
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Wie fast alles aus der DDR waren die natürlich nicht aufrüstbar auf DM und nach der Währungsunion obsolet.
Mal wieder falsch informiert.

Mit Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der Bundesrepublik Deutschland wurden die Geldautomaten der DDR auf die Ausgabe von DM umgestellt, aber der Anteil der mit DM funktionsfähigen Geldautomaten war eher gering. Dies lag teilweise an der in dieser Zeit insgesamt recht schwierigen Bargeldbeschaffung, da Schecks, die in der DDR ein übliches und sicheres Zahlungsmittel waren, weder vor noch nach Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in der Bundesrepublik Deutschland eingelöst werden konnten, die Geldkarte dort ebenfalls nicht nutzbar war und die Ausgabe von EC-Karten sowie die Aufstellung der entsprechenden Geldautomaten in der DDR erst nach und nach erfolgen konnte.

 
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