Schluß mit dem Gender-Unfug

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"Student" heißt genauso wie "Studierende" der UND die Lernende, Studierende, sich eifrig Bemühende. (Aus dem Lateinischen; studens ist übrigens sowohl f. als auch m., also die Studentin und der Student.) Ich habe gegen "Studierende" nichts einzuwenden!
Die Deutschen habe ich immer darum beneidet, dass in ihrer Mehrzahl Frauen, Männer, Kinder sowie LBTGQ* ohne eigene Endungen enthalten sind. Zwei Silben in "Deutsche" vs. "Österreicherinnen und Österreicher" mit deren gewaltigen elf.
Ich vertrete auch sehr, langfristig den Spieß umzudrehen und die weiblichen Formen ohne Binnen-I zu verwenden (Männer und Buben/Jungen sind "enthalten, mit gemeint") oder gar eigene Wörter zu kreieren ("Azubi", die/der Auszubildende, finde ich übrigens unschön). Sprache ändert sich, Sprache kann gestaltet werden!
Das bekannte Argument: "lieber zuerst Gleichberechtigung auf allen Ebenen" greift meines Erachtens zu kurz, denn diese hängt sehr wohl mit Vermeidung sprachlicher Diskriminierung zusammen (und bitte jetzt keinen Aufschrei aus der üblichen Ecke, ich weiß, dass das einige ganz anders sehen). Ich finde es z.B. schrecklich, wenn mir meine hervorragende Ärztin erklärt, sie sei Arzt. - Inzwischen wurden weitere Beiträge verfasst -
 
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Also wie "früher" soll das denn gewesen sein ?
Ich bin vielleicht auch nicht mehr der Jüngste, aber etwas anderes als "Sehr geehrte Damen und Herren" kenne ich nicht.
Wahrscheinlich in der "guten alten Zeit", als sich nur Männer zum Bier trinken getroffen haben:

Da bin ich heute :D
 

chrisild

Sammler :)
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Auch Muttersprachler kürzen gerne mal ab und lassen das eine oder andere Wort aus. ;)
(...)
Ich lasse mich mich bei dem Gener Käse nicht verbiegen.
Ich könnte jetzt ja fragen, aus welcher Ecke der Welt nun "Gener Käse" kommt. :cool: Muss irgendwas mit Verkürzung zu tun haben, hehe. Egal, Hauptsache, er schmeckt.

Mir tun manche Schreibweisen oder Begriffe auch in den Augen weh. Ich versuche aber, im Hinterkopf zu behalten, dass ich als weiße Mittelschichtperson männlichen Geschlechts deutlich weniger von verbaler Diskriminierung betroffen bin als einige andere. Sprich, "mich betrifft's ja nicht". Also versuche ich schlicht und einfach, auch sprachlich "höflich" zu sein. Klar, funktioniert nicht immer. Aber wenn ich mir überlege, dass es in Deutschland z.B. lange Zeit die Bezeichnung "Amtmännin" gab, eben weil den Job früher ausschließlich (Amt-)Männer machten, denke ich, Sprachwandel hat auch sein Gutes. :)

Christian
 

moppel65

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Oha... +d und -mich.
Wenn ich schon mit der altgedienten Sprache Schwierigkeiten habe, was soll ich dann mit einer Neuen?
 
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Bei dem Beispiel Amtmännin gebe ich dir recht.

Das ist Käse. Aber bei vielen anderen Bezeichnungen, Sternchen, Neukreationen ist es einfach nur eine übertriebene Reaktion, welche zum Großteil in den Ausmaßen, wie sie politisch und medial hochgekocht werden, an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist.


Nicht das "diskriminierensfreie" Wort verändert den Umgang mit Minderheiten, sondern die Erziehung und wie sich diese Minderheiten darstellen.
 
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Ich vertrete auch sehr, langfristig den Spieß umzudrehen und die weiblichen Formen ohne Binnen-I zu verwenden (Männer und Buben/Jungen sind "enthalten, mit gemeint") oder gar eigene Wörter zu kreieren ("Azubi", die/der Auszubildende, finde ich übrigens unschön). Sprache ändert sich, Sprache kann gestaltet werden!
Ich finde es z.B. schrecklich, wenn mir meine hervorragende Ärztin erklärt, sie sei Arzt. - Inzwischen wurden weitere Beiträge verfasst -

Ersterer Absatz klingt halt einfach nach genderideologischer Rache. Warum sollte man aus einem kurzen Wort, welches beide Geschlechter argumentativ umschließt, ein langes machen, welches dasselbe tut? Weil in "Schülerinnen" das Wort "Schüler" vorkommt? Sehr dünn.

Zum zweiten Punkt. Deine Ärztin hat es anscheinend nicht nötig, sich über vollkommen unsinnige genderideologische Grabenkämpfe Gedanken zu machen. Denn sie weiß was sie kann und dass ihre Identität und gesellschaftliche Anerkennung nicht davon abhängt, ob sie sich Ärztin oder Arzt nennt. Je weniger dies bei mancher der Fall ist, desto mehr scheint ein "Aufschrei" und großes Echauffieren notwendig zu sein.
 
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Hatten wir den hier schon?
"Beamta" folgt zumindest konsequent dem pädagigisch wertvollen Ansatz "Schreiben nach Gehör".

Nachdem Deutschland in den letzten Jahren auf immer mehr Gebieten im internationalen Vergleich abgehängt wurde, haben wir hier glücklicherweise ein Thema gefunden, bei dem wir weltweit führend sind. Inwieweit das unser Land für die Zukunft fit macht, ist allerdings eine andere Frage...
 
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chrisild

Sammler :)
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Na ja, die Sprachpegida (alias VDS) hat sich da zwar einen mäßig schönen Veränderungsansatz herausgepickt - "Beamt*in (a*)" ist arg gekünstelt. Aber der Text in deinem Link scheint ja ebenso manches über einen sehr breiten Kamm zu scheren. Aus den Ideen einer Arbeitsgruppe "Feministisch Sprachhandeln" an der HU werden in dem Artikel so ganz nebenbei die Vorschläge der Humboldt Universität. Was zwar Unsinn ist, sich aber vermutlich gut macht, wenn man sich aufregen will. ;)

Christian
 
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Wie das herausgepickte Beispiel zeigt, verbreitet sich der Unfug aber immer mehr. Wer der genaue Urheber dieser Verhunzungsform ist, ist da wohl eher zweitrangig - mittlerweile gibt es in Deutschland ja etliche "Experten" auf diesem Gebiet...

Schön aber, dass direkt von "Sprachpegida" gesprochen wird. Die kommt vermutlich kurz vor den "Sprachnazis"? :rolleyes:
 
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