Schluß mit dem Gender-Unfug

Seltengast

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Hier mal nur ein Beispiel:
"Hannover setzt in Sachen Gender und Verwaltungssprache ein Zeichen. Künftig wird in sämtlichem Schriftverkehr eine nach Ansicht der Stadt Hannover geschlechtergerechte Verwaltungssprache verwendet."
Das hat meiner Ansicht nach mit Freiwilligkeit nichts zu tun, sondern ist schon Nötigung.

Dabei achtet die Verwaltung in Hannover nun auch peinlich genau darauf, das nicht nur Mann und Frau angemessen behandelt werden, sondern auch Personen die sich als geschlechtsneutral bezeichnen.
Wahrscheinlich gibts in ganz Hannover derer weniger als 50. Hoffen wir das sich zukünftig Menschen nicht den Marsianern zugehörig fühlen oder sich als Yeti empfinden. Das wird dann irgendwann etwas unübersichtlich in den Formularen.

:lachtot::lachtot:

Aber grundsätzlich überlese ich das. Ich lass mir doch nichts aufzwingen! Das kann man lernen nach über 12 Jahren taz-Abo. ;)
 
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Ach, du siehst das zu schwarz/weiß. Der Ursprung der Geschichte ist ja die Tatsache, dass Fauen in gesellschaftlicher, beruflicher und/oder finanzieller Hinsicht eher benachteiligt sind. Das ist ja wohn nicht zu leugnen. Die Verfechter sagen, dass diese Benachteiligung mit der Sprache anfängt. Kann man nachvollziehen, ist aber nicht erwiesen. Aber dahinter einen ideologischen oder gar politischen Kampf zu sehen, halte ich persönlich für ziemlich paranoid.

Dass Frauen "gesellschaftlich" benachteiligt waren, ist klar, dass sie es heute noch sind, wäre zu diskutieren.
Beruflich und finanziell hängen zusammen, und die Gründe sind vielschichtig und nicht allein auf "gläserne Decken" zurückzuführen.
Dass das Ganze mit Sprache anfängt, und all diese Frauen einen messbaren Nachteil dadurch haben, dass man "Kunde" statt "Kundin" sagt, halte ich für ausgemachten Blödsinn und Augenwischerei. Es ist ein Zusammenspiel von gesellschaftlichen Normen, Tendenzen zu Lebensentscheidungen und Berufswahlen und vielem vielem mehr. Keiner Frau wird es dadurch weltlich besser gehen, dass man "Kund*in" schreibt.

Und wenn du den ideologischen Kampf mal erleben willst, dann musst du nur an eine von dir bevorzugte Uni gehen, welche Gender Studies als Studieninhalt anbietet. Ich habe es dort gezwungenermaßen durch meinen Modulplan mitmachen müssen und insgesamt vier Prüfungen in zwei Modulen Gender Studies absolvieren müssen. Die verschiedenen Dozentinnen (Männer gabs ja nicht) haben sich in Puncto Radikalität, Kompromisslosigkeit und unterschwelligem Männerhass (glaubt es oder nicht) gegenseitig dauerhaft versucht zu überbieten, um die Relevanz des eigenen Sachgebietes zu rechtfertigen und Forschungsgelder und somit die nächste Finanzierung der eigenen Stelle zu erhalten.
Es ist in verschiedenen "Dunstkreisen" wie im Journalismus und im universitären Umfeld ganz sicher ein ideologischer Kampf gegen den vermeintlichen Gegner, welcher wahlweise mal der "CIS-Mann", oder einfach der Konservative ist. Und all das wirkt sich dann letztendlich auch auf die Politik aus. Wer ein TAZ-Abo hat, wird doch mit so etwas quasi wöchentlich bombardiert ;)
 

Seltengast

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Und wenn du den ideologischen Kampf mal erleben willst, dann musst du nur an eine von dir bevorzugte Uni gehen, welche Gender Studies als Studieninhalt anbietet. Ich habe es dort gezwungenermaßen durch meinen Modulplan mitmachen müssen und insgesamt vier Prüfungen in zwei Modulen Gender Studies absolvieren müssen. Die verschiedenen Dozentinnen (Männer gabs ja nicht) haben sich in Puncto Radikalität, Kompromisslosigkeit und unterschwelligem Männerhass (glaubt es oder nicht) gegenseitig dauerhaft versucht zu überbieten, um die Relevanz des eigenen Sachgebietes zu rechtfertigen und Forschungsgelder und somit die nächste Finanzierung der eigenen Stelle zu erhalten.
Es ist in verschiedenen "Dunstkreisen" wie im Journalismus und im universitären Umfeld ganz sicher ein ideologischer Kampf gegen den vermeintlichen Gegner, welcher wahlweise mal der "CIS-Mann", oder einfach der Konservative ist. Und all das wirkt sich dann letztendlich auch auf die Politik aus. Wer ein TAZ-Abo hat, wird doch mit so etwas quasi wöchentlich bombardiert ;)

Ja, an der Uni wird schon mal härter gefochten als im späteren Leben. Ist zumindest mein Eindruck damals im Rückblick gewesen. Das schleift sich dann später ein wenig ab. ;)

Und ja, auch in der taz wird den Genderthemen einen großen Raum gelassen, was in meinen Augen auch okay ist. Ich muss ja nicht die ganze Zeitung lesen. Ich überlese die Anhängsel mittlerweile einfach. Ich kann das ganz gut. Vielleicht liegt das am täglichen Lesen. Von daher hat es für mich keine so große Relevanz, wil mir das taglich begegnet und nicht wie ein - ich sach ma - „Kulturschocker“ wirkt.

Wie bereits geschrieben treffen mich die groben Ausbrüche der Jugendsprache viel härter. Ich glaube auch, dass diese viel mehr ausstrahlen werden auf unsere Sprache in zwanzig, dreißg Jahren.
 
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