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Schluß mit dem Gender-Unfug

chrisild

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Die Überschrift dieses HNA-Artikels ist leider so alarmistisch wie Krämer und sein Verein sich das vermutlich wünschen. Im Text steht's dann etwas differenzierter: An der Uni (Zitat Anfang) können „Lehrende zum Beispiel in Hausarbeiten Punkte abziehen und so eine schlechtere Note geben, wenn die Geschlechtsbezeichnungen nicht korrekt sind“. Dies müsse aber angekündigt und begründet werden. (Zitat Ende)
 

Tobias Honscha

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Die Überschrift dieses HNA-Artikels ist leider so alarmistisch wie Krämer und sein Verein sich das vermutlich wünschen. Im Text steht's dann etwas differenzierter: An der Uni (Zitat Anfang) können „Lehrende zum Beispiel in Hausarbeiten Punkte abziehen und so eine schlechtere Note geben, wenn die Geschlechtsbezeichnungen nicht korrekt sind“. Dies müsse aber angekündigt und begründet werden. (Zitat Ende)
Das macht es aber nicht besser. Sicherlich ist das rechtlich auch nicht haltbar, da das generische Maskulinum faktisch korrekt ist.
 
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Die Überschrift dieses HNA-Artikels ist leider so alarmistisch wie Krämer und sein Verein sich das vermutlich wünschen. Im Text steht's dann etwas differenzierter: An der Uni (Zitat Anfang) können „Lehrende zum Beispiel in Hausarbeiten Punkte abziehen und so eine schlechtere Note geben, wenn die Geschlechtsbezeichnungen nicht korrekt sind“. Dies müsse aber angekündigt und begründet werden. (Zitat Ende)
Und was an diesem Zitat macht das Ganze jetzt weniger furchtbar? Dass es angekündigt werden muss? Wow!
Noch mal zur Verdeutlichung: Das ist keine richtige Rechtschreibung, die da durchgesetzt wird. Es ist eine erzwungene und mit Hilfe von Sanktionen durchgesetzte Moralvorstellung, nach dem Motto "Beuge dich meiner Moral, oder ich zeige dir, wer am längeren Hebel sitzt."

Zitat: "Andere Dozenten, sagt Honemann, gäben selbst dann schlechtere Noten, wenn man per Fußnote klarstelle, dass in der Hausarbeit stets alle Geschlechter gemeint seien."

Sollte das stimmen, dann ist es noch offensichtlicher, dass hier eben nicht die sprachliche Einbindung das Ziel ist, sondern das "Reinreiben" oder "Einschleifen" einer Moralvorstellung. Die jungen Studenten (oh, bitte nicht schlagen :p ) sollen von Anfang an auf den gewünschten Kurs gebracht werden.
So viel zur wissenschaftlichen Freiheit, Debattenkultur und freiem Denken an unseren Unis :lachtot:Ich bin nur froh, dass ich mein gesellschaftswissenschaftliches Studium vor diesem inquisitorischen Eifer abschließen konnte.
 
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chrisild

Sammler :)
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Das macht es aber nicht besser. Sicherlich ist das rechtlich auch nicht haltbar, da das generische Maskulinum faktisch korrekt ist.
Letzteres ist für mich ein wichtiger Punkt: Ist es das denn? In meinem Augen nicht, und man sollte – um orthografieregelkonform :) zu bleiben – sowohl die maskuline wie auch die feminine Form benutzen. Weil das aber auf die Dauer sehr sperrig daherkommt, gibt's eben Hilfskonstruktionen wie das Binnen-I, das Gendersternchen und andere Varianten, die versuchen, "genus-übergreifend" zu sein. Dass die Ergebnisse derzeit oft unschön daherkommen, sehe ich auch so ... aber das ist vielleicht nur eine Frage der Gewöhnung.

Was mögliche Auseinandersetzungen um Punktabzug o.ä. vor Gericht angeht: Sprachliche Konventionen und auch Regeln sind ja nicht in Stein gemeißelt, und sie sind nur für wenige Bereiche verbindlich. Ja, dazu gehören auch Schulen und die öffentliche Verwaltung. Wie wir ansonsten schreiben, bleibt uns überlassen – entscheidend ist, dass Kommunikation möglichst verlustfrei möglich ist. Ich könnte mir vorstellen, dass, wenn ein Dozent Wert auf "inklusive Bezeichnungen" legt und dies vorab ausdrücklich mitteilt, ein Punktabzug wegen Nichtbeachtung vor Gericht Bestand hat. Aber ich bin ja auch kein/e Jurist/in. ;)

Christian
 
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Eigentlich ist dieses Vorgehen der Uni Kassel ganz gut - sollte der erste sich bis zum Bundesverfassungsgericht durchklagen und dort die Uni Kassel verlieren (hoffentlich, aber man weiß ja: Vor Gericht und auf hoher See...) wäre dies ein eindeutiges Statement.

Sollte die Uni Kassel jedoch vor dem BVG gewinnen beginnen traurige Zeiten..
 
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Als beste Lösung empfinde ich beim Gendern immer noch die gesetzlich für die "Urteilssprechenden" bei Gericht:

Die führen die Amtsbezeichnung "Richter" (grammatikalischer Genus: immer Maskulin! (unabhängig vom biologischem Sexus). (Biologisch) Weibliche Richter dürfen (nicht müssen!) die Amtsbezeichnung auch in der weiblichen Form führen.
 

Seltengast

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(...)

Sollte das stimmen, dann ist es noch offensichtlicher, dass hier eben nicht die sprachliche Einbindung das Ziel ist, sondern das "Reinreiben" oder "Einschleifen" einer Moralvorstellung. Die jungen Studenten (oh, bitte nicht schlagen :p ) sollen von Anfang an auf den gewünschten Kurs gebracht werden.
So viel zur wissenschaftlichen Freiheit, Debattenkultur und freiem Denken an unseren Unis :lachtot:Ich bin nur froh, dass ich mein gesellschaftswissenschaftliches Studium vor diesem inquisitorischen Eifer abschließen konnte.
Das ist doch ein ganz alter Hut! Zu meiner Studienzeit hatte ich ziemliche Probleme mit meinem stramm rechtskonservativen Geschichtsprofessor. Das lief dann so ab, dass man keine Referate abhalten konnte, bei Meldungen übergangen wurde und anschließend wegen mangelnden Engagement keinen Schein bekam.

Was ist hier schlimmer? Das Mobben? Das gezielte Sanktionieren? Oder ein schleichend wahrnehmbares Einschleifen von neuen Regeln.

Was diese Diskussionsrunde übrigens bemerkenswert macht, ist, dass sie nur von Männern geführt wird. Und wenn nicht vollkommen, dann in der überwältigenden Mehrheit. Also reden hier immer nur diejenigen, die sich in der Opferrolle fühlen. Und nicht diejenigen, die immer in der Opferrolle waren und noch sind.

Ist nur so ein Gedanke...
 

moppel65

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...
Was diese Diskussionsrunde übrigens bemerkenswert macht, ist, dass sie nur von Männern geführt wird. Und wenn nicht vollkommen, dann in der überwältigenden Mehrheit. Also reden hier immer nur diejenigen, die sich in der Opferrolle fühlen. Und nicht diejenigen, die immer in der Opferrolle waren und noch sind.

Ist nur so ein Gedanke...

Nicht die Männer sind die Opfer dieser Kampagne, sondern die deutsche Sprache.
 

Seltengast

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Nicht die Männer sind die Opfer dieser Kampagne, sondern die deutsche Sprache.
Ich schrieb: „die sich in der Opferrolle fühlen.“

Ich habe nicht geschrieben, dass sie die Opfer sind.
Und ob tatsächlich die Sprache auf dem Opferstein liegt? ich weiß nicht so recht...
 
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Ich schrieb: „die sich in der Opferrolle fühlen.“

Ich habe nicht geschrieben, dass sie die Opfer sind.
Und ob tatsächlich die Sprache auf dem Opferstein liegt? ich weiß nicht so recht...

Die Sprache, bzw. die Verbreitung eines gewissen Sprachstils und einer gewissen Wortwahl ist ja hier nur das "Vehikel", quasi das Werkzeug, mit dem eine ideologische Richtung in die Köpfe gebracht werden soll. Es geht ja hier (hintergründig) nicht um sprachliche Genauigkeit oder Gerechtigkeit, sondern um das Ausüben bzw. Erlangen von (politisch-ideologischer) Macht/Deutungshoheit/Einflussnahme.
 
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