Schluß mit dem Gender-Unfug

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Ich habe vor einiger Zeit meiner französischen Nachbarin gesagt, dass in verschiedenen deutschen Zeitungen das Lesen durch das Hinzufügen von Sternchen wesentlich umständlicher ist.
Wenn es zu häufig auftritt, ich sogar die Lust am Artikel verlieren kann.
Da meinte sie nur: "Ach die Deutschen machen das auch? Ich dachte das sei nur eine französische Krankheit."
 
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Aber Parteien bzw. Politiker, die sinngemäß argumentieren "über Gendern, Rassismus in der Sprache o.ä. sollten wir wegen des Kriegs und seiner Konsequenzen nicht diskutieren", stehe ich skeptisch gegenüber. Vermutlich nutzen sie schlicht die Gunst der Stunde, um Debatten, die sie nicht mögen, abzuwürgen.
...
Aber dass wir uns hier wie dort überlegen, wie wir mit Sprache andere Menschen verletzen (oder eben nicht), ist aus meiner Sicht nicht verkehrt.

Es ist es doch nicht die Frage, "ob wir uns das überlegen", oder ob Politiker irgendeiner Ausrichtung dagegen sind, sondern ob die Gesellschaft unter schlechter werdenden Bedingungen noch in der Lage, oder bereit dazu ist, sich über solche Themen Gedanken zu machen.

Außerdem verbindest du hier argumentativ zwei Dinge: Einen notwendigen und ja sowieso nachvollziehbaren Einsatz gegen Rassismus mit einer nicht unbedingt selbstverständlichen Umsetzung von Gender-Ideologien. Dies sind zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe! Letztere sind je nach Lesart und Autorin alles andere als unumstritten. Ich stelle in Frage, dass die "Lehren" bzw. unterschiedlich radikalen "Forderungen" der Gender Studies überhaupt Richtigkeit bzw. eine wissenschaftliche Fundierung beanspruchen können.
Eine Umsetzung von Gender Studies-Ideologien im Schlepptau der Rassismusbekämpfung zu legitimieren, kann ich daher so nicht stehen lassen.

Somit kannst du auch dein Argument, dass man die Umsetzung von Gender Studies mal eben nebenbei machen kann, erst dann fordern, wenn überhaupt deren Relevanz in der Bevölkerung anerkannt wurde - was sie aber dann eben nicht wird, wenn die Leute Wichtigeres zu tun haben, um sich hierüber überhaupt erst einmal eine Meinung zu bilden, oder die teilweise immer absurder werdenden Forderungen der Gender Studies-Verfechter nach deren Ansprüchen zu erfüllen.
 
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chrisild

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Eine Umsetzung von Gender Studies-Ideologien im Schlepptau der Rassismusbekämpfung zu legitimieren, kann ich daher so nicht stehen lassen.
Hat mit "Schlepptau" nichts zu tun. Denn beim Thema Rassismus im Kontext dieses Themas ging's mir ja um möglicherweise diskriminierende Sprache.
 

chrisild

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Gerade ist mir aufgefallen, dass wir das Problem des türkischen Machthabers mit den Truthähnen hier noch gar nicht hatten. ;)

Das hat nun nichts mit gendergerechter Sprache zu tun, sorgt aber bei vielen (übrigens auch bei mir) für Kopfschütteln. Erdoğan stört es seit geraumer Zeit, dass im englischen Sprachraum der Name "Turkey/turkey" sowohl Türkei als auch Truthahn heißt. Konsequenterweise heißen seit einiger Zeit die diplomatischen Vertretungen des Landes, über das er herrscht, weltweit "Botschaft (bzw Konsulat) der Republik Türkiye", frz. "Ambassade de la République de Türkiye" und natürlich "Embassy of the Republic of Türkiye".

Seit Kurzem ist das auch bei den Vereinten Nationen so geregelt. ("The Republic of Türkiye changed its official name from The Republic of Turkey on 26 May 2022 in a request submitted to the Secretary-General by the country's Minister of Foreign Affairs.") Kann man natürlich verlangen - die Elfenbeinküste hat so etwas vor Jahren auch mal durchexerziert - , aber ob's im Alltag ankommt, wird man sehen ...
 
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Seit Kurzem ist das auch bei den Vereinten Nationen so geregelt. ("The Republic of Türkiye changed its official name from The Republic of Turkey on 26 May 2022 in a request submitted to the Secretary-General by the country's Minister of Foreign Affairs.") Kann man natürlich verlangen - die Elfenbeinküste hat so etwas vor Jahren auch mal durchexerziert - , aber ob's im Alltag ankommt, wird man sehen ...
Also, persönlich kannte ich im Alltag bisher eigentlich NUR den Begriff ‚Türkiye‘ und hier überwiegend in der klassischen Form der Repetitio ‚Türkiye! Türkiye! Türkiye!‘, wie sie beispielsweise beim Einzug in das Halbfinale der Fußball-EM 2008 im Zentrum der (meiner) Landeshauptstadt ausführlich dargeboten wurde;
Hierfür gerade per Google die Erinnerung aufgefrischt, dass im Halbfinale dann Deutschland gegen Türkiye durch Philipp Lahm 3:2 in 90.+1‘ den Finaleinzug erzielte und der folgende Auto- und Hupcorso in einem moderaten ‚Finaaale Ohohoho!‘ stattfand samt angemessener Möglichkeit zur Nachtruhe...:D
 
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Erdogan gings vermutlich nur um die Bezeichnung seines Landes in internationalen Reden etc.

Wenn er glaubt, dass auch nur ein müder Ami oder Brite nun im normalen Sprachgebrauch von Turkey auf Türkiye umschwenkt, dann ist er vermutlich genauso hoffnungslos verlassen wie die Leute hierzulande, die aus Radfahrern Rad-Fahrende EMMWEEDEE machen wollen :rolleyes:
 
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