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Sehenswerte Münzen/Medaillen von Hessen Kassel

Dieses Thema im Forum "Altdeutschland" wurde erstellt von Medaillenfreund, 18. November 2018.

  1. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Danke Dir B555andi für Deine Ausführungen;
    Der Stempelriss am oberen Teil des Kopfes ist so minimal, daß er am Original praktisch nur unter starker Vergrößerung überhaupt wahrnehmbar ist. Ansonsten teile ich vollumfänglich Deine Sichtweise und auch nur so läßt sich meiner Ansicht nach die außerordentliche Seltenheit des Stückes erklären.
    Schade, das der bei Fiorino ebenfalls versteigerte Zinnabschlag nicht aufzufinden ist um diesen als Vergleich heranziehen zu können.
    Er wurde auch im Katalog der Sammlung leider nicht abgebildet.

    Die " früheren" Sammler müssen aber auch schon sehr genau die Seltenheit vorliegenden Stückes gekannt haben. Brachte es doch bei Fiorino im Jahre 1918 schon 350 Goldmark und bei Vogelsang ein paar Jahre später sogar 450 Goldmark. Das waren für die damalige Zeit immense Summen...........
    Mal zum Vergleich; In der Versteigerung der Sammlung Fiorino kosteten beispielsweise die heute so beliebten Weidenbaumtaler je nach Typ und Erhaltung zwischen 20 bis 40 Goldmark.........
     
    Muppetshow und B555andi gefällt das.
  2. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Die Medaillen Landgraf Karls zeichnen sich vor allem dadurch aus, daß die meisten heute bekannten Stücke erst um 1850/1860 mit den Originalstempeln nachgeprägt worden sind und Originale in vielen Fällen großen Seltenheitscharakter haben.
    In der Regel ( es gibt Ausnahmen ) sind die Originalprägungen mit einer Randschrift versehen, die bei den späteren Prägungen fehlt.
    Dieser Umstand ist fast allen Sammlern und auch Auktionatoren unbekannt, was zur Folge hat, daß diese Stücke sehr oft falsch beschrieben und eingeschätzt wurden / werden.

    Landgraf Karl 1670-1730
    Medaille 1691 im Gewicht eines Doppeltalers
    Signiert " CL " ( wahrscheinlich für Caspar Longerich )
    Die Randschrift lautet; IUSTITA ET PIETAS CINCTURA EST PRINCIPIS ARCTA ANNO 1691

    An diesem Stück sieht man auch wunderbar, welche Probleme vor allem bei größeren Stücken bei der damaligen Herstellung auftreten konnten und der " Doppelschlag " ist ein weiteres Echtheitsmerkmal und nicht, wie von vielen Sammlern angenommen, ein "Makel".

    Von dieser Medaille sind mir im Original neben vorliegender nur noch ein weiteres und eventuell auch drittes Stück ( nicht überprüfbar ) bekannt.
     

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  3. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Ich bin überrascht, welche " Koryphäen " in diesem Thread alle mitlesen;)

    Meine Vermutung, hier ein mögliches Unikat vorstellen zu können, war demnach zutreffend.

    Der Vollständigkeit halber noch eine Anmerkung für die " Koryphäen" zum weiteren Weg des Stückes;
    Fiorino selbst erwarb es aus der Slg. von Heinrich Buchenau, der seine private Kollektion veräussern mußte, um 1908 seine Stelle als Kustos im Staatlichen Münzkabinett München antreten zu können. Das machte man damals zur Bedingung, um mögliche " Interessenskonflikte " zu vermeiden............ .
    Darüber hinaus war Buchenau lange Jahre Herausgeber der Blätter für Münzfreunde.
     
  4. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

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    Wie sollen die Mitleser das denn verstehen?
     
  5. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Versteh nicht ganz, was Du meinst ?

    Ich meinte damit die anderen Hessenspezialisten und Interessierten............

    Wegen der Gänsefüßchen........war nicht ironisch gemeint
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. April 2019
  6. reining

    reining

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    Ich verstehe die Frage:)
     
  7. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

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    Genau die hatten mich irritiert. ;)

    Alles gut.
     
  8. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Nachdem ich den Probeabschlag der Frankenberger Ausbeutemedaille 1776 unter Wilhelm IX. bereits vorgestellt habe, folgt nunmehr der Erstentwurf von Körner unter Friedrich II 1760-1785.

    Frankenberger Ausbeute.jpg

    Dieses Stück ist ganz sicher das schönste bekannte Exemplar dieser Emission und stammt ursprünglich aus dem letzten Teil der Sammlung Schwabe, versteigert bei Kress in München 1968.

    Der Name Schwabe dürften den meisten Hessensammlern kaum bekannt sein, obwohl Herr Schwabe von ca. 1880 bis 1920 die bedeutenste Hessen Sammlung zusammengetragen hat, die jemals in Privathand vereinigt wurde. Umfangreicher und bedeutender wie die überall als Maßstab aller Hessen Sammlungen geltende Sammlung des Kasseler Bankiers Fiorino. Im Gegensatz zur Sammlung Fiorino, die zusammenhängend in zwei Teilen 1917/1918 versteigert wurde, ist die Kollektion Schwabe über einen Zeitraum von fast 20 Jahren ( 1951 - 1968 ) in vielen kleineren Serien über fast 30 Auktionen ohne Nennung seines Namens völlig " zerissen " dem Markt zugeführt worden.
     
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  9. Gerhard Schön

    Gerhard Schön Moderator Mitarbeiter

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    Diese Medaille kann nicht 1714 entstanden sein, denn Schepp ist erst 1718 geboren. Ganz offensichtlich wurde hier der Bildseitenstempel von Kohler mit einer zwischen 1751 und 1764 neu geschaffenen Porträtseite kombiniert.
     
  10. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Vielen Dank für diesen wichtigen und richtigen Hinweis !

    Das Stück ist quer durch die gesamte Hessen Literatur für das Jahr 1714 in Anspruch genommen und zeigt exemplarisch, wie Fehldatierungen über Generationen weitergeführt werden, weil oft einfach "abgeschrieben" wird, ohne die zugrundeliegende Information nochmalig auf Ihre Richtigkeit hin zu überprüfen .
     
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