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Silber - Eigenschaften, Vorkommen, Förderung und Anwendung

Dieses Thema im Forum "Edelmetalle" wurde erstellt von jjjaaade, 30. Mai 2015.

  1. jjjaaade

    jjjaaade

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    Diesen Beitrag habe ich aus verschiedenen Quellen zusammengestellt, Wikipedia, GeInvost, silberde, FHI und Investorverlag.

    Gedacht ist der Beitrag für Silberanleger und generell interessierte.



    Silber ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ag und der Ordnungszahl 47. Es zählt zu den Übergangsmetallen, im Periodensystem steht es in der 5. Periode und der 1. Nebengruppe (Gruppe 11) oder Kupfergruppe. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen WortArgentum für „Silber“ ab. Silber ist ein Edelmetall.
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    VORKOMMEN:
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    Silber ist ein seltenes Element, das mit einem Anteil von etwa 0,079 ppm (entsprechend 0,0000079 %) in der Erdkruste vorkommt. Es ist damit etwa 20 mal häufiger als Gold und rund 700 mal seltener als Kupfer. In der Natur tritt es gediegen auf, das heißt elementar; meist in Form von Körnern, seltener von größeren Nuggets, dünnen Plättchen und Blechen oder als drahtig verästeltes Geflecht (Dendrit) bzw. als dünne Silberdrähte in hydrothermal gebildeten Erzgängen sowie im Bereich der Zementationszone.<O:p</O:p
    Neben gediegen Silber, das in der Natur bisher an rund 4300 Fundorten nachgewiesen werden konnte, findet man es vor allem in sulfidischen Mineralen. Zu den wichtigsten sulfidischen Silbererzen zählen unter anderem Akanthit (Silberglanz) Ag2S mit einem Silbergehalt von etwa 87 % und Stromeyerit (Kupfersilberglanz) CuAgS mit etwa 53 % Silberanteil. Das Mineral mit dem höchsten Silberanteil von maximal 99 % ist allerdings das selten vorkommende Allargentum. Ebenfalls selten vorkommende Silberminerale sind unter anderem der Chlorargyrit (veraltet Hornerz bzw. Silberhornerz) AgCl und der Miargyrit (Silberantimonglanz) AgSbS2. Insgesamt sind einschließlich gediegen Silber bisher (Stand: 2010) 167 Silberminerale bekannt.
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    FÖRDERUNG:
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    Die wichtigsten Silbervorkommen befinden sich in Nordamerika (Mexiko, den USA und Kanada) und in Südamerika (Peru, Bolivien). Mit rund 30 % der globalen Förderung war Peru 2009 der weltweit größte Silberproduzent. Im Jahr 2011 förderte Mexiko mit 4500 t weltweit das meiste Silber. China konnte seine Produktion in den letzten 3 Jahren um mehr als 50 % steigern.<O:p</O:p
    Das meiste Silber wird aus Silbererzen gewonnen, die oft zusammen mit Blei-, Kupfer- und Zinkerzen als Sulfide oder Oxide vorkommen. Wichtige Fundorte von gediegenem Silber waren: Freiberg im Erzgebirge; Schwaz (Tirol); Kongsberg/Norwegen (dort auch große Kristalle); Sankt Andreasberg im Harz; Keweenaw-Halbinsel/USA (dort mit gediegenem Kupfer als „halfbreed“); Batopilas/Mexiko; Mansfelder Kupferschiefer-Revier (Eisleben, Sangerhausen; meist Silberbleche; auch als Versteinerungsmaterial von Fossilien).<O:p></O:p>
    Zwischen dem Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die jährlich geförderte Silbermenge zwar fluktuiert, ist aber im Mittel konstant geblieben. Vom Kriegsende bis heute hat sie sich mehr als verdoppelt.<O:p</O:p
    Das polnische Unternehmen KGHM ist mit durchschnittlich 1.200 Tonnen Jahresförderung das bedeutendste Silberunternehmen der EU und das zweitgrößte weltweit.<O:p</O:p
    Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe beträgt die weltweite Reichweite der Silberressourcen nur noch 29 Jahre. Somit ist mit einer Verknappung von Silber in den nächsten Jahrzehnten zu rechnen. Allerdings wird auch immer mehr Silber recycelt, wodurch die bekannten Vorkommen geschont werden. Ausgehend von den Daten des U.S. Geological Survey vom Januar 2013 ergibt sich in Bezug auf Reserven im Verhältnis zu den weltweiten Produktionszahlen von 2011 und 2012 eine aktuelle Reichweite (statische Reichweite) für Silber von 22 bis 23 Jahren (ohne Substitute und Recycling). Demnach ist eine Verteuerung von Silber bei gleichzeitiger steigender Tendenz der industriellen Verwertung in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich.<O:p</O:p
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    ANWENDUNG:
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    Silber ist ein bemerkenswertes Metall mit außergewöhnlichen Eigenschaften. So weist das Metall beispielsweise die größte elektrische Leitfähigkeit aller Elemente und die höchste thermische Leitfähigkeit aller Metalle auf. <O:p</O:p
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    Das Metall weist bedeutsame biologische Eigenschaften auf: So wirkt Silber in kleinstverteilter Form bakterizid, d.h. es ist ein wichtiger Bestandteil in der Medizin bei Desinfektionsmitteln oder therapeutischen Mitteln zur Wundheilung. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften ist das Edelmetall Silber ein Industriemetall.<O:p</O:p
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    Neben der Verwendung von Silber als Schmuck, Besteck, Münzen, Medaillen und Barren liegt der Hauptteil des Bedarfs in der industriellen Verwendung. Diese bestreitet weltweit in den letzten beiden Jahren weit mehr als die Hälfte der Gesamt-Silber-Nachfrage, Tendenz steigend.<O:p</O:p
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    Silber in elektronischen Applikationen<O:p</O:p
    Aufgrund seiner exzellenten elektrischen Leitfähigkeit findet Silber vielfältige Verwendungsmöglichkeiten in der Elektronik. In Form von Schaltern werden Silber-Membranen bei TV-Geräten, Telefonapparaten, Mikrowellenherden, Kinderspielzeug, Computer-Tastaturen und selbst für normale Lichtschalter benutzt. Als Kontakte und Sicherungen finden Silberschichten Verwendung auf Schaltplatinen um elektrische Leitwege zu kreieren. Man verwendet sie ebenfalls als RFID-Tags zur Funkerkennung. Die kleinen RFID-Aufkleber verdrängen zunehmend den Strich(Bar)code und fungieren in Kaufhäusern als Diebstahlschutz. Silber nutzt man auch um die Beschichtung von CDs und DVDs herzustellen. Auch in Plasmabildschirmen und Monitoren findet das Metall Verwendung.<O:p</O:p
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    Silber-Legierungen in Batterien<O:p</O:p
    Viele Batterien werden mit einer Silber-Legierung als Kathode hergestellt. Obwohl teurer weisen Silber-Zellen bessere Eigenschaften als die Konkurrenz-Modelle auf. Die meisten dieser Batterien kennen Sie sicher in Form der kleinen Knopfbatterien, die in Kameras, Uhren, Taschenrechnern oder Spielzeug zur Anwendung kommen. Mittlerweile ersetzt man aufgrund von Umwelt- und Sicherheitsbedenken Lithium-Ionen-Batterien in Mobiltelefonen und Laptops durch Silber-Oxid-Batterien. Tendenz steigend.<O:p</O:p
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    Verringerte Reibung in Kugellagern<O:p</O:p
    Weil Stahl einen niedrigen Reibungs-Koeffizienten aufweist, trägt man heutzutage bevorzugt Silberschichten auf Stahlkugellager auf, was die Auswirkungen der Reibung minimiert, den Verschleiß verlangsamt und zur Langlebigkeit der Kugellager beiträgt. Solche großen Stahlkugellager, bei denen die Sicherheit durch Silberschichten erhöht wird, finden sich zum Beispiel in Flugzeug-Triebwerken.<O:p</O:p
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    Als Löt- und Hartlötmittel<O:p</O:p
    Zunehmend wird aufgrund von Gesundheitsbeeinträchtigungen das traditionelle Lötmittel, die Zinn-Blei-Legierung, durch eine Silberlegierung ersetzt. Silber-Lötmittel bieten eine Reihe wertvoller Eigenschaften: Hohe Duktilität und Zugfestigkeit, sowie eine hohe thermische Leitfähigkeit. Insbesondere Silber-Hartlötmittel setzt man bevorzugt in Klimaanlagen und Kühlschränken, aber auch in der Automobiltechnik, Luftfahrt und in der Stromverteilung ein. Als Lötmittel finden Silber-Zinn-Legierungen bevorzugt Anwendung in heimischen Kupferrohren. Hier bietet das Silber die natürliche anti-bakterielle Wirkung.<O:p</O:p
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    Silber in Chemische Katalyse<O:p</O:p
    Ein Katalysator ist in der Chemie eine Substanz, welche die Reaktionsgeschwindigkeit einer chemischen Reaktion beeinflusst. Jedes Jahr verbraucht die chemische Industrie im Durchschnitt rund 700-1.500 Tonnen Silber zur Herstellung zweier Stoffe: Ethylenoxid und Formaldehyd. Zwei Stoffe, welche essentiell für die Kunststoff-Gewinnung sind.<O:p</O:p
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    Spiegel und Beschichtungen:<O:p</O:p
    Während die Nutzung von Silber in Spiegeln seit einigen Hundert Jahren existiert, ist die Verwendung als Beschichtung von Fensterscheiben neu. Dafür sind die Auswirkungen umso effizienter: Eine Silberbeschichtung auf Fensterscheiben hält bis zu 95% der thermischen Strahlen der Sonne ab und bis zu 97% der UV-Strahlen. Silber-Scheiben lassen die Sommerhitze draußen, halten gleichzeitig die Raumwärme zurück. Perfekt für die Energie-effiziente Bauweise. Tendenz steigend !<O:p</O:p
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    Verwendung in der Medizin<O:p</O:p
    Silber wirkt anti-bakteriell. Die alten Phönizier wussten um die besonderen Eigenschaften und hielten Wasser, Wein oder Essig in Silbergefäßen auf langen Seereisen frisch. In der Medizin findet Silber große Verwendung in Form von Wundauflagen oder in Cremes mit antibakterieller Wirkung.<O:p</O:p
    Erst vor kurzem haben Wissenschaftler herausgefunden wie Silber auf Bakterien wirkt. Es hindert Bakterien daran, chemische Verbindungen einzugehen. Aufgrund dieser Verbindungen produziert die Bakterien-Zelle ihre Außenhülle, also ihre physische Struktur. Dank Silber zerfällt die Bakterien-Zelle.<O:p</O:p
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    Aus diesem Grund setzen Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen vermehrt Silber als Beschichtung nicht nur von medizinischen Gerätschaften, sondern auch von Einrichtungsgegenständen bis hin zu Papierspendern und Türgriffen ein - zur Eindämmung von multiresistenten Keinem (MRSA). Tendenz steigend !<O:p</O:p
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    Silber in der Wasseraufbereitung
    <O:p</O:pAufgrund seiner anti-bakteriellen Eigenschaften setzt man Silber zunehmend in der Wasseraufbereitung ein. Der Vorteil hierbei ist, dass durch Silber auf den Einsatz von chemischen Keimkillern wie Chlor und Brom, mit ihren teilweise gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, verzichtet werden kann. In Wasserleitungen eingesetzt können Silberionen neben den multiresistenten Staphylokokken, sogar Legionellen-(Bakterien) abtöten.<O:p</O:p
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    Solarzellen<O:p
    Der Solarenergie-Sektor ist ein starker Wachstumssektor. Der am meisten benutzte Solar-Zellen-Typ sind Silicium-Solar-Module. In rund 90% dieser Module findet Silberpaste Verwendung. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit sind mit Silber beschichtete Spiegel, welche Solarenergie auf Kollektoren bündeln, die Salze enthalten. Die dadurch aufgeheizten Salze produzieren Wasserdampf, der Turbinen antreibt, die Strom generieren. Verbrauchstendenz steigend.<O:p</O:p
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    Fotoindustrie<O:p</O:p
    Silber Halogenide, also die Verbindungen von Silber mit den Halogenen Chlor, Brom und Jod, reagieren mit Licht. Sie erst ermöglichen es visuelle Effekte als Bilder auf Papier auszudrucken.<O:p</O:p
    Eine Unze Silber ist ausreichend um etwa 5.000 Farbfotos zu produzieren.<O:p</O:p
    Wenn man sich jetzt in Erinnerung ruft wie viel weltweit fotografiert wird, dann ist die Bedeutung der Fotografie für das Silber sehr leicht zu erkennen. Viele Experten rechneten deshalb mit einem dramatischen Einbruch der Nachfrage und damit auch des Silberpreises, als sich ab etwa 2000 der Siegeszug der Digitalfotografie abzuzeichnen begann.<O:p</O:p
    Da aber immer noch viele Fotos ausgedruckt werden, wird der Silberbedarf der Fotoindustrie nicht gänzlich gegen Null gehen.<O:p</O:p
     
  2. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

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    Ich kann diesen Film zum Thema sehr empfehlen Silberberg

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    Zuletzt bearbeitet: 5. Juli 2019
  3. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Das kann ich nicht unkommentiert stehen lassen, daher hier einige Anmerkungen meinerseits:
    Antibakterielle Wirkung: Korrekt, aber die Menge an Silber die dort in Summe hineingeht ist ziemlich gering, v.a. weil schon geringste Mengen Wirkung zeigen.
    Elektronik: Meist aufgedampfte Schichten, extrem dünn. In Summe jedoch nicht zu vernachlässigende Menge weltweit (i.d.R. dem Kreislauf entzogen). Wald-und-Wiesen Chinaware ist i.d.R. überwiegend silberfrei.
    Batterien: Die Aussage, "Viele Batterien werden mit einer Silber-Legierung als Kathode hergestellt. Obwohl teurer weisen Silber-Zellen bessere Eigenschaften als die Konkurrenz-Modelle auf. Die meisten dieser Batterien kennen Sie sicher in Form der kleinen Knopfbatterien, die in Kameras, Uhren, Taschenrechnern oder Spielzeug zur Anwendung kommen. Mittlerweile ersetzt man aufgrund von Umwelt- und Sicherheitsbedenken Lithium-Ionen-Batterien in Mobiltelefonen und Laptops durch Silber-Oxid-Batterien. Tendenz steigend." ist in mehrfacher Hinsicht komplett falsch. Derartige Zellen werden aufgrund des Preises fast ausschließlich in Satelliten oder militärischen Anwendungen verbaut, wo Kosten keine Rolle spielen. Das sind was die Menge angeht absolute Nischenmärkte. Handelsübliche Knopfzellen laufen fast ausschließlich auf Basis Alkali, Li-Metall/Braunstein oder Zink/Luft. Li-Ionenbatterien für Handys und Laptops werden mittlerweile jährlich in Milliardenstückzahl hergestellt (bei Interesse mal googeln was die Dinger im Einzelkauf in deutschen Onlineshops kosten und dann abschätzen, was der Handyhersteller wohl dafür zahlt, wenn er 10 Mio kauft...). Die dabei verbrauchten Materialmengen übersteigen die Silberproduktion schon heute bei weitem. Kein vernünftiger Manager käme auch nur auf die Idee, diese Geräte mit Silberhaltigenzellen auszurüsten. Mal abgesehen davon das die Energiedichte der aktuellen Li-ionentechnologie bereits höher liegt als bei Silberoxidzellen, es somit nicht einmal technisch Sinn macht.

    Kugellager: Flugzeugtriebwerke sind auch keine Massenanwendung, sondern eine Nische. Für stationäre Anwendungen sind Keramische Schichten besser (die Keramik mag aber Starts und Landungen nicht so sehr).

    Löten: Silberlote sind tatsächlich von gewisser Relevanz,jedoch sollten die Neusilberlote nicht unterschätzt werden.

    Katalysatoren: Korrekt. Das ist eine Anwendung für richtige Mengen im Kilotonnenmaßstab. Allerdings wird davon ein Großteil wieder Recycelt.

    Silber auf Fensterscheiben: Weltweit ca. 100 t pro Jahr.

    Fotoindustrie: Konventionelle Photographie (mit Filmen und Chemikalien) ist heute im Fallen begriffen. Der reine Ausdruck von Digitalbildern benötigt kein Silber, soviel sollte erwähnt werden.

    Generell ist Silber ein wichtiges Industriemetall. Es ist aber zu bedenken, dass, als die seltenen Erden teurer wurden, die Industrie Alternativen oder Verbesserungen gefunden hat, die den Gehalt der Metalle reduziert hat. Sollte der Silberpreis durch die Decke gehen, wird das auch hier der Fall sein, zumindest wo Recycling nicht möglich ist.
     
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