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Silbermünzen des Königreichs Sachsen

Dieses Thema im Forum "Altdeutschland" wurde erstellt von FooFighter, 15. November 2014.

  1. XWorbad

    XWorbad

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    Gratulation zu diesem Neuzugang !
    Da sieht man mal wieder: Genaues Hinschauen lohnt sich – nicht immer, aber immer öfter. Insbesondere, wenn andere nicht so genau hingeschaut haben. :)
     
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  2. FooFighter

    FooFighter

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    So, heute kam endlich mein langersehntes Paket mit den beiden Losen der 37. Premium-Auktion Solidus vom 16.12.2018. Die Auktion hatte den Namen wirklich verdient, denn es wurden gerade im Bereich Sachsen fast ausschließlich sehr seltene Stücke wie z.B. Prämientaler oder der Schlafrocktaler angeboten. Von diesen seltenen Münzen konnte ich zwei Stück ergattern. Eines davon wird das absolute Highlight meiner Sammlung werden. Aber zunächst das andere Stück. Hierbei handelt es sich um den

    Speziestaler König Friedrich August I. 1817

    Es ist sozusagen der "normale" Taler zu dem kürzlich vorgestellten Ausbeute-Speziestaler desselben Jahrgangs. Auch dieser hier ist sehr selten und gleichzeitig der letzte Jahrgang, welcher in freier Prägung hergestellt wurde. Im selben Jahr wurde dann auf Ringprägung mit neuem Motiv umgestellt.

    Taler 1817.jpg
     
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  3. FooFighter

    FooFighter

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    Und nun zum Highlight meiner Sachsen-Sammlung. Auch hier ist der Name äußerst passend, denn der

    Speziestaler König Friedrich August I. 1806

    wird auch als "Königstaler" bezeichnet. Hier mal eine kurze geschichtliche Zusammenfassung aus Wikipedia:

    Friedrich August "der Gerechte" war seit 1763 als Friedrich August III. Kurfürst von Sachsen. An der Gründung des Rheinbundes, der zur endgültigen Auflösung des Reiches führte, beteiligte er sich nicht. Gegenüber der preußischen Idee eines norddeutschen Kaiserreiches, innerhalb dessen Sachsen zum Königreich erhoben werden sollte, zeigte er sich gleichfalls reserviert. Als Napoleon jedoch seit September 1806 bis nach Thüringen vorrückte, vereinigte sich Friedrich August mit Preußen. Im Oktober 1806 erlitten die preußisch-sächsischen Truppen gegen Napoleon eine vernichtende Niederlage. Von Preußen völlig allein und auch ohne jede Nachricht gelassen, musste Friedrich August mit Napoleon Frieden schließen. Am 11. Dezember 1806 trat Sachsen im "Frieden von Posen" dem Rheinbund bei und wurde wie zuvor Bayern und Württemberg zum Königreich erhoben. Am 20. Dezember 1806 erfolgte die Ausrufung Friedrich Augusts zum ersten König von Sachsen.

    Nach dieser kurzen Einleitung nun aber zur Münze selbst:

    Ein Grund für die Seltenheit des Königstalers ist das späte Datum der Erteilung der Königswürde. Da dies mehr oder weniger ungeplant war, musste man auch relativ spontan zum Ende des Jahres 1806 neue Münzen prägen. Diese zeigen nun auf der Vorderseite nicht mehr den Kurfürstentitel "D · G · DUX" (Fürst von Gottes Gnaden), sondern den Königstitel "D · G · REX" (König von Gottes Gnaden). Auf der Rückseite, welche bisher das kursächsische Wappenschild unter einem Kurhut zeigte, ist nun das bekrönte, königlich sächsische Wappenschild abgebildet.

    Ein weiterer Grund, warum relativ wenige Stücke geprägt wurden, liegt jedoch auch in der Darstellung des Münzbildes. In dem von mir schon einmal genannten Werk von Karl Gustav Ritter von Schulthess-Rechberg aus dem Jahre 1840 mit dem Titel "Thaler-Cabinet - Beschreibung aller bekannt gewordenen Thaler der Kaiser und Könige" steht folgende Beschreibung:

    "Sein Haupt, von der rechten Seite, mit frisiertem, im Nacken gebundenem Haare, bloßem Halse und Brust. Am Halse ist eine widrige Vertiefung. Dieser erste von Hökner geschnittene Stempel sprang sehr zeitig. Es gibt auch Exemplare, worauf die Vertiefung am Halse weniger sichtbar ist."

    Wie man es auch bei den heutigen modernen Euro-Münzen macht, indem man die Haltbarkeit der Stempel durch Verkleinerung des Münzbildes verlängert, wurde es auch schon vor über 200 Jahren gemacht. Denn das zeitige Springen des Stempels lag u.a. an der recht großen Darstellung des Kopfes. Ab dem Jahr 1807 wurde der Kopf deshalb verkleinert dargestellt.

    Hier nun das von mir erworbene Exemplar, welches glücklicherweise auch noch zu den o.g. Exemplaren gehört, bei denen die widrige Vertiefung am Hals weniger sichtbar ist.

    (Hier zum Vergleich mal ein Beispiel für ein Exemplar mit Vertiefung am Hals: Sachsen-Kurlinie ab 1547 (Albertiner) Friedrich August I | Lot 2173 | SIXBID.COM - Experts in numismatic Auctions)

    Königstaler.jpg
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Januar 2019
  4. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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    Klasse Stücke!! :respekt:

    Man muss schon echt ein Freak sein um Gold gegen altdeutsches Silber zu tauschen!
     
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  5. hegele

    hegele Registered User

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    Ich sehe schon, Du hast im letzten Vierteljahr granatenmäßig zugeschlagen. :respekt:
     
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  6. Kanisterkopp

    Kanisterkopp

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    Doppel like und mega. Da hast du mehr Freude dran und so soll es auch sein :respekt:
     
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  7. Seltengast

    Seltengast Moderator Mitarbeiter

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    Das ist schon hammermäßig, was du hier so alles vorstellst! Dazu die Hintergrundinformationen...

    Wow!! :respekt: :respekt: :respekt:

    Vielen Dank dafür!! (muss ja auch mal gesagt werden...) :)
     
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  8. FooFighter

    FooFighter

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    Freut mich, dass auch euch die Stücke gefallen. :) Um noch ein bisschen Glanz in die Hütte zu bringen, gibt es meine Neuzugänge mal noch als Fotos. Dieses Mal nicht mit dem sonst üblichen weißen Blatt Papier als Filter dazwischen, sondern unter Direktbeleuchtung der Tageslichtlampe. Da kommen vor allem beim 1817er Taler die Stempelrisse auf der Kopfseite herrlich zur Geltung.

    Königstaler 1806.jpg

    Speziestaler 1817.jpg
     
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  9. FooFighter

    FooFighter

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    Heute kam ein kleiner, aber trotzdem feiner Neuzugang in meine Sammlung. Und zwar der

    1/6 Taler König Johann 1866

    Dabei handelt es sich um die Variante mit umgeschnittener Jahreszahl aus 1865, wie man recht gut erkennen kann.


    1-6 Taler 1866 aus 1865.jpg

    IMG_7183.JPG
     
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  10. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Herzlichen Glückwunsch zu deinen herrlichen Neuerwerbungen !
    Vor allem der "Königstaler" (den ich selbst auch in der Hand hatte) ist wirklich ein "Endstück".......
    Hast ein Stück für die "Ewigkeit" in deiner Sammlung.............
    Weiter so !
     
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