So alt und noch immer im Umlauf

kaamos

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Ich bin eben über ein interessantes Detail bei Numista gestolpert und muss das gleich mal hier kund tun...

Dass die Maria Theresia Taler sehr lange ihren Dienst taten, wissen wahrscheinlich die meisten hier. Aber es geht noch extremer.

Japan hat seine Kan'eitsūhō-Münzen, die ab 1668 gegossen wurden. Mit der Modernisierung Japans während der Meiji-Periode ab 1868 wurde auch das neue Währungssystem mit dem heute bekannten Yen geschaffen. Die alten Lochmünzen durften als 1 Rin (kleinste Einheit) weiter zirkulieren und taten dies, bis ab 1916 verstärkt gerundet wurde und die kleinen Einheiten aus dem Umlauf verschwanden. Seit dem 04.04.2010 werden die Kan'eitsūhō-Münzen wieder im Zahlungsverkehr akzeptiert, diesmal im Wert von 30 Yen. Und auch nur in der Stadt Kan'onji.
Meine Vermutung ist, dass es mit einem Denkmal in der Stadt zu tun hat und wahrscheinlich eher ein Tourismusmarketinggag ist - dennoch nicht schlecht :respekt:

Das Denkmal ist ein riesiges Sandbild aus dem 17. Jahrhundert, dass eben diese Münzen darstellt.
Zenigata Sunae – Wikipedia

1 Mon "Kan'eitsūhō", Japan
 

bayreuth

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Ich bin eben über ein interessantes Detail bei Numista gestolpert und muss das gleich mal hier kund tun...

Dass die Maria Theresia Taler sehr lange ihren Dienst taten, wissen wahrscheinlich die meisten hier. Aber es geht noch extremer.

Japan hat seine Kan'eitsūhō-Münzen, die ab 1668 gegossen wurden. Mit der Modernisierung Japans während der Meiji-Periode ab 1868 wurde auch das neue Währungssystem mit dem heute bekannten Yen geschaffen. Die alten Lochmünzen durften als 1 Rin (kleinste Einheit) weiter zirkulieren und taten dies, bis ab 1916 verstärkt gerundet wurde und die kleinen Einheiten aus dem Umlauf verschwanden. Seit dem 04.04.2010 werden die Kan'eitsūhō-Münzen wieder im Zahlungsverkehr akzeptiert, diesmal im Wert von 30 Yen. Und auch nur in der Stadt Kan'onji.
Meine Vermutung ist, dass es mit einem Denkmal in der Stadt zu tun hat und wahrscheinlich eher ein Tourismusmarketinggag ist - dennoch nicht schlecht :respekt:

Das Denkmal ist ein riesiges Sandbild aus dem 17. Jahrhundert, dass eben diese Münzen darstellt.
Zenigata Sunae – Wikipedia

1 Mon "Kan'eitsūhō", Japan
Nur in einer Stadt und nicht dauerhaft. Zwar hohes Alter, aber für mich ist die Gültigkeit der alten 1 Reichspfenningmünzen mit Hakenkreuz drauf in Österreich (im Nennwert von 1 Groschen) bis zur offiziellen Außerkurssetzung am 1.3.2002 (!) Das größere Kuriosum. Man konnte also tatsächlich mal Reichsmark (in Pfennigform) bei der Bank direkt in Euro tauschen. Wobei aufgrund des geringen Nennwertes das vermutlich niemand gemacht hat in größerem Umfang.
 
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Nur in einer Stadt und nicht dauerhaft. Zwar hohes Alter, aber für mich ist die Gültigkeit der alten 1 Reichspfenningmünzen mit Hakenkreuz drauf in Österreich (im Nennwert von 1 Groschen) bis zur offiziellen Außerkurssetzung am 1.3.2002 (!) Das größere Kuriosum. Man konnte also tatsächlich mal Reichsmark (in Pfennigform) bei der Bank direkt in Euro tauschen. Wobei aufgrund des geringen Nennwertes das vermutlich niemand gemacht hat in größerem Umfang.

Das ist wirklich kurios. Hatte mich damals, als ich meinen ersten Michel Deutschland Katalog Jahrgang 2000 gekauft habe, schon gewundert. Habe ihn gerade mal rausgesucht, den gibt es immer noch, wenn auch sehr zerfleddert.
Da steht bei der 1 Reichspfennig Münze aus Zink:

Außer Kurs: BR Deutschland 1.9.1948
Berlin (West): 20.3.1949
Saarland: 15.1.1948
DDR (einschl. Berlin (Ost)): 1.4.1950
Noch gültig: Österreich

Die 5 Reichspfennig Münze wurde in Österreich hingegen offiziell am 1.10.1950 außer Kurs gesetzt, obwohl diese die Gleichen Abmessungen wie die 5 Groschen Stücke hat und somit sicherlich auch ab und an als 5 Groschen aufgetaucht ist.
Allerdings spielten eben Anno 2000, als ich in Österreich in Urlaub war, die 1, 2 und 5 Groschen Münzen im Umlauf keinerlei Rolle mehr. Alles war auf 10 Groschen gerundet.
 
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Hallo,

Das Sandbild ist sehr wahrschinlich nicht so alt wie in der Wiki beschrieben. Die Schreibweise des Schriftzeichen für "Ho" (linkes Schriftzeichen) war ab 1668 auf der Münze vorgeschrieben und ist erst kurz davor eingeführt worden. Bis dahin war die Schreibweise des Schriftzeichen leicht abweichend. Auf solche Abweichungen wurde jedoch genauestens Wert gelegt. Daher, die früheste Entstehung ist ab 1668 möglich. Am wahrscheinlichsten ist die Variante 2, welche geschichtlich plausibel wäre.
Die Variante 3 im Wiki-Link hätte mit großer Wahrscheinlichkeit zur totalen Zerstörung und Verwüstung des Gebietes durch den Tokugawa Clan geführt und wäre belegt.

Der Nennwert zu einem Rin wurde übrigens erst Mitte der 1960'iger (1954 siehe numista (ich war mir beim Jahr nicht sicher und habe das nachträglich geändert)) außer Kraft gesetzt. Bis dahin konnte mit der Münze theoretisch bezahlt werden.
Die Umlaufzeit beträgt somit etwa 290 Jahre.

In China konnte im Gegenzug dazu (theoretisch) noch bis ins beginnende 20. Jahrhundert mit 1-Käsch Münzen bezahlt werden, die über 2000 Jahre alt waren. Die Größe der Münzen und das Gewicht hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur unwesentlich geändert. Zwar wurden immer wieder übergewichtige Münzen und solche aus "gutem" Kupfer ausgesondert und umgeschmolzen (was auf Grund der schier unendlichen Menge an Münzen nahezu unmöglich war), aber im Umlauf war es dem Nutzer der Münzen (einfachen Menschen) eher egal was für Schriftzeichen auf den Münzen standen. So finden sich in allen größeren Hortfunden bis in die Neuzeit hinein immer auch Münzen aus den Frühen Dynasien bis zur Wang Mang Zeit

Grüße
pingu
 
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