Stempelriss bei J. 197 aus 1875 Ludwig II Bayern - seltener Jahrgang

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Na bitte! Da lagen wir mit unseren Einschätzungen doch ganz gut im Rahmen. Gut 32 k Exemplare laut Florian, wir hatten von maximal 50 k geschrieben.
Und das bedeutet dann meiner Meinung nach auch, dass man die Anmerkung im Jaeger, dass eine " geringe Anzahl in 1876 " enthalten sei, eigentlich konkretisieren könnte. Bei 27. 124 Exemplaren kann man nicht mehr von einer "geringen Anzahl " sprechen, im Vergleich zu den 453.748 Stk der unter 1876 katalogisierten Auflage, sind das fast 5 %.

Die Gesamtauflage der mit 1875 geprägten Doppelkronen lässt m. E. abder durchaus den Schluss zu, dass es nur einen Reversstempel gegeben haben könnte.
 
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Kroni - Die Quelle von Kummer ist ein numismatischer Volltreffer!

Ich bin mal dort dem Central-Blatt für das Deutsche Reich nachgegangen. Die ganze Zeitschrift ist online auf dem Server der Bayerischen Staatsbibliothek online einsehbar und unter nicht-kommerzieller Nutzung als pdf frei verfügbar.
Zentralblatt für das Deutsche Reich - BSB-Katalog
Auf dem Scan Nr. 7 ist unter Punkt 11 des Inhaltsverzeichnisses sind die Seiten bzgl. sämtlicher wöchentlicher Prägungen aufgeführt. Ich gehe davon aus, dass dies auch bei den anderen Jahrgängen verfügbar ist.

Die in Kummer zitierte Quelle habe ich hier angehängt. Da auch die kumulierten Prägezahlen angegeben sind, habe ich schlussfolgern können:

Prägungen mit dem Stempel "1875":
im Jahr 1875: 5002 Stk. (die Zahl muss noch in der Zeitschrift des Jahres 1875 gefunden werden)
im Jahr 1876: 27.124 Stk.

also zusammen: 32.126 Stück. Interessant dabei auch, dass die größte Anzahl der Bestellungen aus Privat kommt.


Ich denke, es wird jetzt Zeit, dass ich mir mal den Kummer zulege...
Vielen Dank für den Artikel über die Weimarer Gedenkmünzen,denich mit ehrlichem Interesse gelesen habe.
 
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Und das bedeutet dann meiner Meinung nach auch, dass man die Anmerkung im Jaeger, dass eine " geringe Anzahl in 1876 " enthalten sei, eigentlich konkretisieren könnte. Bei 27. 124 Exemplaren kann man nicht mehr von einer "geringen Anzahl " sprechen, im Vergleich zu den 453.748 Stk der unter 1876 katalogisierten Auflage, sind das fast 5 %.

Die Gesamtauflage der mit 1875 geprägten Doppelkronen lässt m. E. abder durchaus den Schluss zu, dass es nur einen Reversstempel gegeben haben könnte.
Davon gehe ich aus, dass es nur ein Prägestempel des Adlers mit 1875 gab. Die Angabe "geringe Anzahl in 1876" wurde ab Pusback's Katalog eingeführt (12. Auflage). In der letzten Jaeger-Auflage (11.) stand es noch nicht. Daher ist diese Angabe mit Vorsicht zu betrachtet. Um dies zu überprüfen, wäre es sinnvoll die Central-Blätter von 1874 bis 1876 durchzugehen und die genauen Prägezeiträume einmal zu betrachten.

Dann wäre das Zitat von Kummer eine sinnvolle Ergänzung. Ich frage mich grade, ob Kurt Jaeger nicht von den wöchentlichen Prägezahlen aus dem Central-Blatt wusste.
 
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Super recherchiert. Danke schön.
Also können wir von ca. 32000 geprägten Stücken ausgehen.
Das ist dann aber eine ganze Menge für die geforderten Preise im Handel.
Zumal meist nur in „tatsächlicher“ ss bis f.vz Erhaltung angeboten.
 
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Super recherchiert. Danke schön.
Also können wir von ca. 32000 geprägten Stücken ausgehen.
Das ist dann aber eine ganze Menge für die geforderten Preise im Handel.
Zumal meist nur in „tatsächlicher“ ss bis f.vz Erhaltung angeboten.
Ein schönes Beispiel dafür, daß manche Münzen berühmter sind als andere. Nichts ist so gut für den Preis, wie die richtige Fama.
 
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Ich habe jetzt die Zahlen im Central-Blatt einzeln überprüft, soweit es möglich war. Es gibt mehrere Diskrepanzen, die ich nicht aufklären kann, aber hier mal zusammenfassend darlege:

Es geht hier um die gesamte Menge an in München geprägten Doppelkronen betreffend Jaeger-Nr. 197 und 194. Ich gehe zeitlich in die Vergangenheit.

1878:
17.2.-23.2.1878: 388.140 M
10.2.-16.2.1878: 621.660 M
Summe: 50.490 Stück

Gesamtprägungen bis 3.1.1878: 107.959.640 M = 5.397.982 Stück

1877: kein Eintrag

Gesamtprägungen bis 23.12.1876: 107.959.640 M = 5.397.982 Stück

1876:
Oktober
8.10.-14.10.1876: 1.960.340 M
1.10.-7.10.1876: 660.000 M
August
13.8.-19.8.1876: 634.600 M
6.8.-12.8.1876: 530.000 M
Febr.-März
5.3.-11.3.1876: 1.538.280 M
27.2.-4.3.1876: 187.100 M
20.2.-26.2.1876: 1.088.480 M
13.2.-19.2.1876: 1.933.680 M
Januar
2.1.-8.1.1876: 542.480 M
Summe 1876: 453.748 Stück (nach Kurt Jaeger 481.989 Stück).

Gesamtprägung bis 1.1.1876: 98.884.680 M = 4.944.234 Stück

1875: keine Prägung (nach Hammerich)

Gesamtprägung bis 9.1.1875: 98.884.680 M = 4.944.234 Stück

1874/1875:
27.12.74-2.1.1875: 18.700 M (s. Anlage)
20.12.-26.12.1874: 348.000 M
Summe: 26.750 Stück

Gesamtprägung bis 12.12.1874: 98.517.980 M = 4.925.899 M

1874:
November
29.11.-5.12.1874: 1.764.000 M
22.11.-28.11.1874: 2.448.000 M
Oktober
18.10.-24.10.1874: 2.280.000 M
August
2.8.-8.8.1874: 1.932.000 M
Juli
19.7.-25.7.1874: 1.596.000 M
5.7.-11.7.1874: 1.200.000 M
28.6.-4.7.1874: 720.000 M
Summe 1874: 597.000 Stk
zzgl. 26.750 Stk
= 623.750 Stk (nach Jaeger und Hammerich: 615.335 Stück)

Gesamtprägung ab 1874 (neues Revers): 4.925.899 Stk.
abzüglich: 623.750 Stk.
= 4.302.149 Stk.

Gesamtprägung 1873 nach Jae & Ham: 2.770.067 Stk.
Rest: 1.532.082 Stk.

Gesamtprägung 1872 nach Hammerich (abzüglich 3.000 Stk. für Sachsen-Meiningen):
1.555.832 Stk.
Rest: - 23.750 Stück

Ich lasse die Zahlen einmal für sich sprechen und stelle Fragen:
1) Warum wurde 1872 und/oder 1873 die Auflage um 23.750 Stück zu hoch angegeben?
2) Warum wird die Prägezahl für 1974 mit 615.335 Stück angegeben?
3) Warum beträgt die Auflage nach Kurt Jaeger (11. Auflage!) für den Jahrgang 1876 481.989 Stück?

Die Lösung der Antworten ergibt die Lösung der Prägezahl der Münzen mit der Jahreszahl 1875.
 

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