Variantenreichtum? Oder doch eher "Sammlerabzocke"?

BGK

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Na dann erledige ich mal flott die Recherche für dich: Ausgabeprogramm Luxemburg 2018 ;)
Wenn das nicht eine willkürliche Wahl von Münzzeichen ist, dann weiß ich auch nicht weiter.
Du brauchst für mich die Recherche nicht übernehmen. Aber vielen Dank.
Das Stück ist mir durchaus bekannt. Ich sehe da tatsächlich kein Problem und ist nicht unbedingt eine unsinnige Verwendung der Münzzeichen. Die Unterscheidung sehe ich sogar schon fast als sinnvolles Unterscheidungsmerkmal.
 
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Ich habe für mich einen ganz praktischen Weg gefunden, wie ich mit dem Variantenreichtum umgehe: Alle Varianten, die es auch tatsächlich in den Umlauf schaffen, die also bereits im Umlauf gefunden wurden (im Unterforum Statistiken gibt es hierzu ganz hilfreiche Listen), sind für mich sammelwürdig. Varianten, die in sehr kleiner Stückzahl und hohen Ausgabepreisen produziert werden und deswegen vermutlich niemals in einer dieser Listen auftauchen sind für mich auch nicht sammelwürdig. Und ja, aufgrund dieser Einschränkung des Sammelgebiets habe ich zu 99% circulierte Münzen in meiner Sammlung.

Um den Bezug zum Eingangsbeitrag von Numisfreund herzustellen: Solche Varianten der PP tauchen in aller Regel niemals im Umlauf auf und werden von mir deswegen ausgeklammert - so bleiben auch mehr Münzen für die Sammler, die ihr Sammelgebiet nicht anhand des Vorkommens im Umlauf abgrenzen :D
 
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Dass es unsere Euromünzen in verschiedenen Prägequalitäten bzw. Herstellungsverfahren gibt, also in unc, BU und Proof, ist uns seit langem bekannt. Manchem Sammler genügen für seine Sammlung Münzen in Umlaufqualität, manche mögen sie "frisch" aus der Rolle oder in BU und andere schwören auf Münzen in der perfekten, makellosen, glänzenden Proofqualität.

Jeder soll sammeln, was er mag.

Aus umsatzsteigernden Marketinggründen (?) sind Münzproduzenten seit längerem auf die Idee gekommen, Münzen in gewollten Varianten auf den Markt zu bringen. So gibt es - und ich spreche jetzt vor allem über die 2-€-Gedenkmünzen - solche mit und ohne Münzzeichen oder gar mit unterschiedlichem Münzzeichen (z.B. Malta, Luxemburg), andere Münzen gibt es mit "amtlicher" (!) Farbapplikation (z.B. Niederlande, Frankreich).

Sammler sind seit längerem frustriert wegen der Variantenvielfalt, die den Komplettsammler stark fordert - oder auch reizt, je nach Blickwinkel. Manche wenden sich seitdem vom Sammelgebiet ab, da sie "sowieso nicht mehr komplett" sein können.

Luxemburg hat nun, wie gestern bekannt wurde, eine weitere Variantenstufe gezündet: Die zweite 2020er 2-€-Gedenkmünze aus 2020 aus dem Großherzogtum, die der Geburt des neuen Erbherzogs Prinz Charles gewidmet ist und im Zeitraum des bevorstehenden Jahreswechsel ausgegeben werden soll, gibt es neben der "normalen" Proofausgabe, die im Umlaufmünzensatz erscheinen wird, nun zusätzlich in einer Proofvariante mit kleiner Auflage, die in der speziellen "Minted Photo Image Technique" hergestellt wird und in einem eigenen Etui ausgegeben werden soll. Einzelheiten dazu sind in unserem Thread ab hier zu lesen.

Münzen in dieser Technik gab es schon eher aus Luxemburg (2012, 2015), aber nicht als zusätzliche Variante neben der "Normalversion".

Ich nehme diese Steigerung der Variantenvielfalt zum Anlass, uns Sammlern in diesem Thread eine Möglichkeit zu bieten, sich über dieses "vervielfältigte Angebot der Ausgabestätte(n)" auszutauschen.

Empfindet ihr diese weitere Steigerung als Bereicherung eures Sammlervergnügens oder sehr ihr es anders, wie der Threadtitel es impliziert.

Wird es euer Sammlerverhalten verändern?

Ich bin auf einen regen Meinungsaustausch gespannt.
Als Komplettsammler der 2€ Gedenkmünzen stellt sich auch bei mir eine zunehmende Frustration ein. Die aufzuwendende Zeit, die 'offiziellen' Ausgaben zu verifizieren, wird immer größer. Ich habe bereits eine nicht unerhebliche Anzahl von 'inoffiziellen 2€ Gedenkmünzen, meist als sogenannte 'Coincards'. Ein risikoreiches Terrain. Hierzu gehören auch nicht-offizielle (ja, es gibt inzwischen auch einige wenige offizielle) Farbapplikationen. Und was heißt heutzutage überhaupt noch 'komplett' ? Die Definition wird zu Meinungsverschiedenheiten führen. Und dies wiederum führt bei mir dazu, daß mein Ziel, 'alle' offiziellen 2€ Gedenkmünzenvariationen zu haben, zusehens verschwommener wird, was das Sammlerherz trübt und den Enthusiasmus bremst. Und ich verabschiede mich auch immer weiter von dem naiven Wunschdenken, daß eine Komplettsammlung wertsteigernd sei. Vielleicht bleibt also nur die Leidenschaft des Sammelns, aber wenn dieses Feuer zunehmend schwächer wird ...
 
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Hallo,

was wer als Komplett betrachtet ist natürlich individuell.

Jedoch gibt es keine inoffizielle 2€ Gedenkmünze oder Ausgabe der selbigen.

Meiner Meinung nach auch nicht in Verpackung.

Dann sind es private Ausgaben.

Die Diskussion hatten wir aber auch schon, weil allein bei den Ausgaben das "Offizielle" zu keiner Einigung führte.

Und wir Komplettsammler haben durch die Waterloo-Ausgabe und deren tatsächliches auftauchen unser eigenes Waterloo bekommen.
Nämlich nie vollständig zu werden.
 

numisfreund

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.... Ich habe bereits eine nicht unerhebliche Anzahl von 'inoffiziellen 2€ Gedenkmünzen, meist als sogenannte 'Coincards'. Ein risikoreiches Terrain. ...

...

Jedoch gibt es keine inoffizielle 2€ Gedenkmünze oder Ausgabe der selbigen.

Meiner Meinung nach auch nicht in Verpackung.

Dann sind es private Ausgaben.

...
Inoffizielle 2-€-Gedenkmünzen gibt es nicht. Das wären dann Medaillen.

Gemeint sind oben offensichtlich privat hergestellte Coincards oder andere Verpackungen, die mit amtlichen, also "echten" Münzen bestückt sind.

Dieses sind dann definitionsgemäß keine amtlichen Produkte.
 
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Nun möchte ich auch einmal meinen Senf dazu geben. Grundsätzlich bin ich hier der Meinung von @prongs . Die acht Nominalwerte unserer Umlaufmünzen dienen der Abwicklung unserer alltäglichen Transaktionen, dies ist ihr eigentlicher Zweck und ihre Existenzberechtigung.

Wenn sich herstellungsbedingt zwangsläufig eine Änderung ergibt (zum Beispiel die Verkleinerung des Münzmotivs auf den deutschen 1, 2 und 5 Cent zum Zwecke der Schonung der Prägestempel), sehe ich dies als berechtigte Variante an. Dies betrifft auch Merkmale wie die Jahreszahl, das Münzmeisterzeichen (soweit im Ausgabeland gesetzlich vorgeschrieben), Abänderungen zur Einhaltung der aktuellen gesetzlichen Vorschriften bei Beibehaltung des Grundmotives (zum Beispiel mit Einführung des Länderkürzels auf den finnischen Umlaufmünzen oder die abweichende Gestaltung der spanischen Kursmünzen ab 2010) sowie die Kennzeichnung der Prägestätte.

Als Geldschneiderei sehe ich die Prägung ansonsten motivgleicher Münzen in unterschiedlichen Prägestätten oder mit unterschiedlichen Münzzeichen, soweit mindestens eine dieser Varianten nicht für den Umlauf bestimmt ist (2 Euro-Gedenkmünzen Malta und Luxemburg, neuerdings Kursmünzen der Niederlande). Darüber hinaus auch die Ausgabe kolorierter Münzen - insbesondere, wenn sich dieses wie im Falle Frankreichs prägetechnisch in Details von den uncolorierten Münzen unterscheiden.
Einen Sonderfall stellen die Kursmünzen und 2€-Gedenkmünzen dar, die von der Spezifikation zwar den Umlaufmünzen entsprechen und als solche jederzeit genutzt werden können, aber nie für den Umlauf geprägt geprägt worden sind.

Dies betrifft einerseits ganze Münztypen wie alle Centnominale Fürst Alberts von Monaco, diverse Vatikan-Münzen und auch die 1 und 2 Cent Niederlande König Willem Alexanders. Andererseits mittlerweile leider auch immer mehr 2€-Gedenkmünzen aus den Kleinststaaten, Belgien, Frankreich usw.
An sich fallen auch die nur in Sätzen ausgegebenen Jahrgänge bestimmter Kursmünzen sowie alle Münzen in Spiegelglanz und PP darunter.

All diese Münzen habe gemeinsam, dass sie nur gegen Aufpreis erhältlich sind und daher nie dafür gedacht waren, tatsächlich als Zahlungsmittel genutzt zu werden. Somit entsprechen sie eher den Sammlermünzen, die ich eher als eine Art staatlich legitimierter Medaillen - mit immerhin einlösbaren Nennwert - ansehe.
 
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Somit entsprechen sie eher den Sammlermünzen, die ich eher als eine Art staatlich legitimierter Medaillen - mit immerhin einlösbaren Nennwert - ansehe.
Wenn ich mit den Sammlermünzen zahlen kann,dann sind das für mich Münzen wie jede andere Umlaufmünze auch,somit gehören sie auch in meine 2 Euro Sammlung.Ab und zu findet man die Sammlermünzen ja auch im Umlauf,wo ich letzte Woche die 2 Euro CC Vatikan aus dem Verkehr gezogen habe.
 
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