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Verhältnis planetare Vorkommen Gold/Silber

Dieses Thema im Forum "Edelmetalle" wurde erstellt von Josuah, 12. Oktober 2008.

  1. Josuah

    Josuah

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    Hallo allerseits,

    ist jemanden bekannt ob es eine fundierte Schätzung der Vorkommen von Gold und Silber gibt bzw. auch aufgeteil in bereits geförderte Mengen bzw. noch nicht geförderte Vorkommen.

    Wäre doch mal interessant, wenn man hier die Mengen-Relation mit den Preis-Relationen vergleichen könnte.

    Grüße aus Nürnberg

    Josuah
     
  2. Tulitei

    Tulitei

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    eben mal zusammengegoogelt ...

    Ab den Jahr 1550 bis heute wurden mehr als 146000 Tonnen Gold gefördert. (Und was ist mit der Zeit vor 1550?)
    Pro Erdenbewohner macht es derzeit eine Menge von ca 0,35 Gramm aus. Man rechnet für das Jahr 2050 nur noch mit einem Anteil von ca. 0,22 Gramm je Bewohner.
    (soll sagen, die Menschen werden mehr)
    Man sieht, das auch Gold knapp wird.
    (nein, nicht wirklich)
    Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Gold-Ressourcen im Boden bei ca. 92000 Tonnen Gold betragen.
    (wer hat das geschätzt?)
    Bezüglich der jährlichen Fördermengen lag Gold 2007 um die 3.000 Tonnen.

    Die Höhe der Silberförderung ist weitgehend unbekannt.
    Es gibt Angaben, die von irgend etwas über 21.000 Tönnchen 2007 ausgehen.
    Allerdings gibt es Auskünfte (von wem?) darüber, dass ab der Kupferzeit (3000-2100 BC) bis zur Neuzeit (2007) ca. 1,5 Millionen Tonnen Silber gefördert wurden. Silber unterliegt im Gegensatz zu Gold eines ständigen Verbrauches. Das heißt nichts anderes als das Silber knapper und immer knapper wird.

    Aus verschiedenen Quellen ist zu entnehmen, dass unterschiedliche Produktionskosten für Silber und Gold genannt werden. Die Produktionskosten für 1 Unze Silber betragen ca. 16,50 Dollar und die für 1 Unze Gold ca. 850 Dollar.

    Was noch in Russland, Südamerika und in der Arktis etc. zu finden ist, steht noch in den Sternen - und sollte dort auch bleiben. Die Förderung dort ist nur ein weiterer Grabstein zum ökologischen und damit zu unserem Untergang.

    Eine sehr konkrete Aussage kann ich bezüglich der Gold- und Silbervorkommen in meiner Sammlung machen - ich habe eindeutig mehr Silber als Gold (sowohl als Münzen als auch gewichtsmäßig). :D
     
  3. blechbatzen

    blechbatzen

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    Ein interessantes Unterfangen.
    Schauen Sie bitte mal in Wikipedia:
    Gold ? Wikipedia

    Dort
    "Weltweiter Goldbestand
    In der gesamten Geschichte der Menschheit wurden bisher schätzungsweise 155.000 t Gold geschürft. Der weltweite Bestand (Dezember 2005) von 153.000 Tonnen entspricht einem Würfel mit fast 20 m Kantenlänge oder fast 8000 Kubikmetern reinem Gold.
    Verwendung dieser Goldmenge (Schätzung 2007):
    • 28.600 t (18 %) Gold gehören Zentralbanken und anderen Währungs-Institutionen. Die größten Goldbesitzer sind:
    • 79.000 t (51 %) Gold sind in Schmuck verarbeitet.
    • 18.000 t (12 %) Gold sind in Kunstgegenständen verarbeitet.
    • 25.000 t (16 %) Gold sind in Privatbesitz (Investoren) – in Form von Barren und Münzen. "
    "Vorkommen und Förderung

    Die Vorkommen sind weltweit verstreut; zirka 40 Prozent des heute bergmännisch geförderten Goldes kommen aus Südafrika, den USA, Australien und Russland. Sein Anteil in der kontinentalen Erdkruste beträgt 0,004 ppm<SUP class=reference id=cite_ref-CRC_1-0>[2]</SUP>.
    Die jährliche Förderung beträgt heute etwa 2600 Tonnen, etwa hundertmal mehr als im 19. Jahrhundert. Aktuell wird in zwei Jahren mehr Gold gefördert, als in den tausend Jahren des Mittelalters zusammen dokumentiert ist."

    und weiter oben
    "Förderung weltweit

    [​IMG] [​IMG]
    12 Staaten decken 66 % der weltweiten Goldförderung ab


    [​IMG] [​IMG]
    Zeitliche Entwicklung der weltweiten Goldförderung


    Das meiste Gold wird derzeit in Südafrika gefördert, gefolgt von den USA, Australien und der Russischen Föderation. In Europa gibt es keine nennenswerte Förderung von Gold. In Schweden erkundet die Firma Northland ein Goldvorkommen in Barsele (in der Gemeinde Storuman).<SUP class=reference id=cite_ref-3>[4]</SUP>
    <TABLE class=prettytable><CAPTION>Fördermengen und Reserven</CAPTION><TBODY><TR bgColor=#dddddd><TH> Rang </TH><TH>Land</TH><TH> Fördermengen
    (in t)<SUP>1</SUP> 2003</TH><TH> Fördermengen
    (in t)<SUP>2</SUP> 2007</TH><TH>Reserven
    1996<SUP>2</SUP></TH><TH>Reichweite<SUP>2</SUP>
    (Jahre ab 1996)</TH></TR><TR><TD> 1</TD><TD>Südafrika </TD><TD>420</TD><TD>270</TD><TD>19.000</TD><TD>36,3</TD></TR><TR><TD> 2</TD><TD>Vereinigte Staaten </TD><TD>277</TD><TD>240</TD><TD>5.600</TD><TD>17,5</TD></TR><TR><TD> 3</TD><TD>Australien </TD><TD>262</TD><TD>280</TD><TD>3.400</TD><TD>13,4</TD></TR><TR><TD> 4</TD><TD>Russ. Föderation </TD><TD>180</TD><TD>160</TD><TD>3.100</TD><TD>23,5</TD></TR><TR><TD> 5</TD><TD>Peru </TD><TD>173</TD><TD>170</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 6</TD><TD>Volksrepublik China </TD><TD>170</TD><TD>250</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 7</TD><TD>Kanada </TD><TD>141</TD><TD>100</TD><TD>1.500</TD><TD>10</TD></TR><TR><TD> 8</TD><TD>Usbekistan </TD><TD>85</TD><TD>k.A.</TD><TD>3.000</TD><TD>40</TD></TR><TR><TD> 9</TD><TD>Indonesien </TD><TD>82</TD><TD>120</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 10</TD><TD>Ghana </TD><TD>67</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 11</TD><TD>Papua-Neuguinea </TD><TD>62</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 12</TD><TD>Mali </TD><TD>58</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 13</TD><TD>Kolumbien </TD><TD>47</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 14</TD><TD>Tansania </TD><TD>45</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 15</TD><TD>Philippinen </TD><TD>38</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 16</TD><TD>Brasilien </TD><TD>37</TD><TD>k.A.</TD><TD>800</TD><TD>11,1</TD></TR><TR><TD> 17</TD><TD>Chile </TD><TD>37</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 18</TD><TD>Argentinien </TD><TD>30</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 19</TD><TD>Kasachstan </TD><TD>27</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> 20</TD><TD>Kirgisistan </TD><TD>24</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD><TD>k. A.</TD></TR><TR><TD> -</TD><TD>Erde (gesamt) </TD><TD>k. A.</TD><TD>2.500</TD><TD>46.000</TD><TD>20</TD></TR></TBODY></TABLE>
    "
     
  4. blechbatzen

    blechbatzen

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    Hallo Tulitei, jetzt haben Sie und ich wohl ziemlich gleichzeitig gegoogelt.

    Schön, dass trotzdem nicht genau der gleiche Text herauskam.
    ;)

    Für primäre Lagerstätten/ Berggold gilt laut Wiki:
    "Durch Fortschritte in der Gewinnung und dem aktuell (2007) hohen Marktpreis lohnt sich inzwischen sogar der Abbau von Gestein, das nur ein Gramm Gold pro Tonne Gestein enthält."

    Aus zurückliegender Betätigung in der Diszilplin Geologie weiß ich noch, dass sich die bergmännisch zugänglichen Schwermetalle größtenteils unter dem sogenannten eisernen Hut befinden.
    Mineralienatlas Lexikon - Eiserner Hut

    Interessant könnte noch der nachstehende Artikel sein; siehe Tonnenangaben im Ländervergleich:
    3D Capital AG steigt in Osteuropa-Markt ein | Nachrichten |
     
  5. Goldnase

    Goldnase

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    Die Rechnung ist falsch. Es gibt 24g Gold pro Mensch.
     
  6. blechbatzen

    blechbatzen

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    Unter den Prämissen
    eines Goldbestandes von 153000000000 g und einer
    Weltbevölkerung von 6700000000 Menschen (geschätzt für 2008)
    ergibt sich ein rechnerischer Betrag von ca.
    22,8 g pro Erdenbürger.

    Woran zu erkennen ist, dass der Forist Goldnase absolut den richtigen Riecher hat.

    :D

    Edit: Goldnases Einwand hat sich wohl auf Tulitei bezogen, der schrieb:
    "Pro Erdenbewohner macht es derzeit eine Menge von ca 0,35 Gramm aus. Man rechnet für das Jahr 2050 nur noch mit einem Anteil von ca. 0,22 Gramm je Bewohner."

    P.S.
    Die 22 bis 24 g Gold pro Mensch sind natürlich, wie Durchschnitte so oft, der rein rechnerische Mittelwert, der nichts über die tatsächliche Verteilung aussagt.
    In einer Welt mit ca. 1,2 Milliarden bitterarmen Menschen, können dieselben von einem solchen Goldbesitz nur träumen ...
     
  7. Goldnase

    Goldnase

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    Genau.
    Mein Mathelehrer ist bestimmt sehr stolz auf mich :)
     
  8. Josuah

    Josuah

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    Toll! Aber ...

    Hallo an alle Beiträge-Verfasser,

    ist ja toll was Ihr so zusammengetragen habt.

    Aber eigentlich ist die Fragestellung so zu sehen, wie das Verhältnis zwischen Goldmenge und Silbermenge ist, um so eine hypotetische Ratio zu ermitteln, welche Menge Silber z. Beispiel 1 Oz Gold wertmäßig entspricht und nicht welche Menge Silber oder Gold pro Kopf der Menschheit im Durchschnitte entfällt.

    Klar ist, das hier solche Faktoren, wie unterschiedliche Kosten bei der Förderung bzw. der unterschiedliche industrielle Bedarf nicht mit einbezogen werden können. Wobei sich auch die Frage stellt ob der industrielle Verbrauch im Bezug auf die Vorkommen und die dadurch
    stark unterschiedlichen Preise sowieso in etwa wieder nivellieren.

    Die Aussage das Silber VERBRAUCHT wird, ist für mich eigentlich nicht so nachzuvollziehen, den entweder wird auch Gold VERBRAUCHT - siehe zum Beispiel was in den Kisten drinn ist über die wir uns hier unterhalten, oder vergoldete Kontakte, Goldzähne, etc., etc. - oder aber alles was mit Silber oder Gold irgendwie produziert wird, ist auch im Endeffekt wieder zu recyceln.

    Im Klartext: Wenn Öl verbrannt wird, kann es nie mehr als Öl zurückgebracht werden. -bitte jetzt hier nicht theorethische Abhandlungen, das dies evtl. in der Zukunft mit entsprechender weiterentwickelter Technik möglich wäre.

    Aber ich kenne jetzt keinen Fall in dem Edelmetalle wie Gold und Silber so verändert werden, das sie in keinem Fall mehr zurückgewinnbar sind. Wobei ich mal den Einwand, des Kostenaufwands außen vor lassen möchte.

    Also lasst mich mal nicht dumm sterben ... :)

    Grüße aus Nürnberg

    Josuah
     
  9. blechbatzen

    blechbatzen

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    In diesem Punkt kann ich Ihnen voll zustimmen.

    Siehe:
    Der SPIEGEL:
    "GEFÄHRLICHER GOLDABBAU

    Ein Ehering produziert 20 Tonnen Giftmüll"

    Gefährlicher Goldabbau: "Ein Ehering produziert 20 Tonnen Giftmüll" - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten


    Als Gold-Anleger macht man sich zumindest indirekt mitschuldig an diesen Umweltzerstörungen.
    Obwohl man als Goldkäufer wenig Einfluss auf die Methoden der Goldgewinnung hat, kann man ja nicht einfach die Augen verschließen.
    Selbst wenn man "Altbestände" gekauft hat oder besitzt.
    Selbst wenn man sonst viel für die Umwelt tut.
    Selbst wenn man den Goldkauf in der momentanen Wirtschaftsmisere als alternativlos betrachten sollte.
    Es bleibt ein Rest von Unbehagen ...
     
  10. blechbatzen

    blechbatzen

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    Guten Abend, werter Forist Josuah,
    Ihre Einwände habe ich zum einen "befürchtet", zum anderen erwartet.

    Nun ist es so, dass es auf manche Fragen keine definitiven Anworten gibt - und dass selbst die Schätzungen erheblich divergieren.

    Die betrifft z.B. wie Sie es selbst erwähnen die (endlichen und zur Neige gehenden) Rohölressourcen ebenso wie alle anderen Rohstoffe.

    Selbstverständlich ließen sich (sowohl theoretisch als auch praktisch) aus Ölsand und Ölschiefer auch dann noch beträchtliche Fördermengen gewinnen, wenn die traditionellen Quellen ausgehen. Hat man z.B. in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts im Deutschen Reich propagiert; Deutschland sollte autark sein; doch das Projekt scheiterte an der Rentabilität.
    Die Frage der Rentabilität ist die eine, die Frage nach der Umweltzerstörung die andere.

    Auch Rohstoffe, die nicht "verbraucht" werden, sind von diesen Problemen betroffen.
    Es kann ja nicht sein, dass man den ganzen Planeten durchwühlt und schreddert um noch ein paar zusätzliche Tonnen Edelmetall zu herauszulösen/ zu fördern.
    Wo die Grenzen der Verträglichkeit/der Förderung zu ziehen sind ist eine Frage des Ermessens und gleichzeitig eine politische und gesetzgeberische Aufgabe.

    Silber kommt im bergmännisch zugänglichen Erdmantel noch weniger häufig vor als Gold. Fördermenge 20000 Tonnen p.a.. Das Preisverhältnis Silber zu Gold spiegelt sich nicht in den Fördermengen! Silber ist auch technisch "wertvoller" und es wird in zunehmenden Maß recyclet. Dennoch überschreitet momentan der "Silberverbrauch" die Silbergewinnung; daher prognostizieren manche warnenden Stimmen zukünftige Engpässe bei Silber.
    Andere sprechen von explodierenden Silberpreisen in spe.
    Wer weiß ...

    Da aber niemand wirklich zuverlässige Daten hat, (oder diese verborgen sind), ist alles mehr oder weniger Spekulation.

    Soweit meine spärlichen Erkenntnisse.
    :schaem:


    Gruß
    blechbatzen

    Edit:
    Die Renatabilität ist abhängig von den Förderkosten im Verhältnis zum Marktpreis des Rohstoffs. So gesehen können sich früher untentable Rohstoffquellen bei steigenden Rohstoffpreisen plötzlich wieder als lukrativ erweisen.
    Zur Entwicklung des Silberpreises siehe:
    http://www.finanzen.net/rohstoffe/silberpreis
     
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