Versauen wir Sammler die Preise?

bofried

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Zu Beginn des 0 Euro Souvenirscheinzeitalters war es normal, dass es die deutschen Scheine für 2 Euro zu kaufen gab. Es gab ein paar Ausnahmen, wenn etwas mit dem Erlös finanziert werden sollte.
Wir waren alle zufrieden, nicht nur die Herausgebenr sondern auch die Sammler. Dann gab es die ersten Scheine die über Agenturen vertrieben wurden und weil die auch etwas verdienen wollen, war der Preis dann oft 3 Euro.
Wenn heute ein neuer Herausgeber einen Schein für 2 Euro verkauft, dann freunen wir uns nicht nur sondern leider wird der Schein als günstig und nicht mehr Normalpreisig eingestuft. Das was am Anfang normal war, ist jetzt also günstig. Und was macht der Herausgeber, der will den Schein nicht günstig abgeben sondern zu einem normalen Preis. Und der liegt dann im Auge des Herausgebers bei 3 Euro.

Vielleicht wäre es gut, bei Scheinen die über 2 oder sogar 3 Euro kosten davon zu sprechen, dass die aber teuer sind. Vielleicht kommen wir dann wieder dahin, dass der normale Schein 2 Euro kostet.

Im Momemt unterstützen wir Sammler eher den Trend die Scheine für 3 Euro und mehr zu verkaufen. So versauen wir uns selbst den Preis.
 
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Solange sich ein Großteil der Sammler gefühlt panisch auf jeden neuen Schein stürzt und sich somit von jedem neuen Schein automatisch 2.000-3.000 Stück verkaufen, solange gibt es keinen Grund für einen Herausgeber, den Schein für nur 2,00 Euro zu verkaufen. Erst wenn die Sammler Scheine für einen Ausgabepreis von 4,00 oder 4,95 aus Prinzip nicht mehr kaufen würden, könnte sich etwas ändern.

Das Problem liegt aber generell im System: Jeder Herausgeber eines Scheins hat ein Monopol auf seinen eigenen Schein. Und als Monopolist muss man keine Preiskämpfe gegen Mitbewerber ausfechten, sondern kann den Preis selbst bestimmen. Und dies wird sich wohl auch nicht ändern.
 
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Ja es ist ein Teufelskreis und irgendwie versauen wir Sammler die Preise. Aber es sind nicht unbedingt die „gut informierten Sammler“, die auch die Möglichkeit haben über eine direkte Quelle oder in einer Sammelbestellung die Scheine zu Ausgabepreisen oder mit geringen Aufschlägen zu bekommen, sondern es sind wohl eher die Gelegenheitssammler, die auch schon mal einen Schein bei eBay kaufen. Und solange bei ebay Phantasiepreise ausgerufen und dann auch noch bezahlt werden, bekommt man das Ganze nicht in den Griff. So ist es aber in allen Sammelgebieten. Schaut euch die Preise für 5 Euro Münzen mit Polymerring (Klimazonen) an oder die 25 Euro Münze Deutsche Einheit aus 2015 (die gibt es schon fast wieder für 27 Euro). Man muss das Geschäft machen, solange es aktuell ist. Der Sammler hat meist den Drang alles sofort haben zu wollen und das nutzen die Verkäufer natürlich aus.

Und dann sehen natürlich auch die Herausgeber was sich am Markt tut. Und mancher Herausgeber denkt sich, warum soll ich meinen Schein hier für 2 Euro verkaufen, wenn in den Versteigerungsportalen auch leicht das Doppelte bezahlt wird.

Zum Beispiel Schloss Burg an der Wupper. Dort steht ein Automat, der die ersten Scheine (2017) zu 2 Euro ausgespuckt hat. Als man dann merkte, oh das läuft ja wie geschmiert, hat man von Schloss Burg nicht nur Scheine in Endlosserie aufgelegt, sondern schnell auch den Automaten auf 3 Euro umgerüstet. Gleiches Vorgehen in Solingen an der Müngstener Brücke.

Wir Sammler sollten uns einfach einmal eine Obergrenze setzen. Aber da denken dann viele Sammler auch, ach ja bei dem 1 oder den 2 Scheinen die ich sammle, was ist da schon 1 Euro mehr. Aber bei der Menge der Neuauflagen summiert es sich. Und dann kommen noch die Gelddruckerscheine von der Firma in Braunschweig hinzu. Da kostet ein Einzelstück 5,-- Euro. Glücklich der Sammler, der für eine Gruppe dann 10 Stück kaufen kann, wenn er sie nicht von vorne herein links liegen läßt. Und ganz ehrlich auch die Fußballscheine brauchte eigentlich kein Mensch. Trotzdem waren sie vor der WM heiß begehrt.

Solange man nicht weiß, wieviel Sammler es tatsächlich gibt, ist die Lage schwer einzuschätzen und „warten“ ist nicht immer eine Option. Siehe Regensburg: wer zu spät war, den bestraft das Leben. Und wenn dann Angebote von 19,99 € auch noch funktionieren, weil der Schein "selten" gemacht wird (oder vielleicht -warum auch immer- ist) dann kämpfen wir als Sammler gegen Windmühlen.
 
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In meinen Augen gibt es keinen Normalpreis, sondern nur den Grundgedanken das die Scheine zwischen 2€ und 3€ verkauft werden sollten, das hat auch sehr gut funktioniert.

In erster Linie gebe ich der Souvenirschein GmbH die Schuld an die Entwicklung wie sie momentan ist, denn sie haben alles und jeden zugestimmt Scheine zu drucken. Der Schein war ursprünglich als Souvenir gedacht, aber durch die vielen Scheine der Münzhändler und Agenturen, sind es bei vielen nur noch Gelddruckmaschinen. Wenn es nicht so wäre, würde es sowas wie zum Beispiel die Mondlandungsscheine nicht geben. Ein gutes Beispiel in meinen Augen sind auch diese Fußballscheine zur WM, das sind 32 Scheine auf einen Schlag, einfach pervers.

Klar kann die Souvenirschein GmbH dem Herausgeber nicht vorschreiben was der für einen Verkaufspreis nehmen soll, aber man kann es anders regeln.

Ich habe meinen Unmut der Souvenirschein GmbH mehrmals vorgetragen und auch Vorschläge gemacht. Sie wollen aus ihren Fehlern lernen war die letzte Anwort.

In zweiter Linie gebe ich den Sammlern die Schuld, die sich sofort jeden Schein kaufen egal was er kostet oder was darauf abgebildet ist.

Leider wird sich nichts ändern, denn die Sammler werden sich nicht ändern und auch die Souvenirschein GmbH wird aus ihren Fehlern nicht lernen. Schade, aber so ist.
 
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Eigentlich dürfte Kein Schein verschickt werden, sondern nur vor Ort gekauft werden...….. Da gebe es nicht so eine Flut von Scheinen......Die würden länger darauf sitzen.....es fährt nicht jeder 1000 km und mehr ……
aber am ende muss es jeder selbst wissen …...
 
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Meiner Meinung nach sollten die Souvenirscheine halt auch vor Ort als Souvenir gekauft werden können.;) Unerheblich, ob man selbst hinfährt (was großartig ist), oder auch zusätzlich ein Versand angeboten wird.
 
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Dann würden leider oftmals Scheine von Stiftungen und ähnlichem liegenbleiben, die das Geld nicht aus Gier verdienen wollen, sondern eventuell wirklich brauchen und somit einen Teil dazu verdienen können. Für Instandhaltungen und Unterhalt wie Burgen, Zoos,.. ohne Subventionen ist es neben Eintrittsgeldern eine zusätzliche kleine Möglichkeit.

Meiner Meinung nach sollte ein vertretbarer Zweck hinter den Scheinen liegen und auch nur durch direkte Beziehungen erstellt werden dürfen.

Wer verdient eigentlich an Scheinen wie das Oktoberfest und Mauerfall?
 
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Also quasi nur Gelddruckmaschinen, ab in die Tonne, der Schein ist der ursprünglichen Idee der 0 Euro Scheine nicht würdig :motz::wut:
 
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Ich glaube, du irrst dich ziemlich, was die ursprüngliche Idee der 0 Euro Scheine betrifft. Denn die ursprüngliche Idee bestand mit Sicherheit schon immer darin, dass Richard Faille damit viel Geld verdienen möchte. Der Mann hat seine ca. 60 Millionen Souvenir-Münzen sicher nicht als Samariter produziert, sondern Geld damit verdient. Und genausowenig hat er die Souvenir-Scheine erfunden, um damit Gutes zu tun, sondern weil er damit Geld verdienen möchte.

Das ist aus meiner Sicht auch nicht verwerflich. In einer kapitalistischen Welt ist es absolut normal ist, dass man Dinge erfindet, um damit Geld zu verdienen. Und der Mann hat auch meines Wissens nie behauptet, damit KEIN Geld verdienen zu wollen.

Deshalb kann ich nicht nachvollziehen, wenn jemand die Scheine durch eine ideologische Brille betrachtet. Hallo? Es sind Geldscheine! Geld ist das Symbol schlechthin für Kapitalismus. Geld ist nicht das Symbol für Idealismus.

Und noch etwas: Wenn du damit argumentierst, dass ein Schein "der ursprünglichen Idee der 0 Euro Scheine nicht würdig" sei, dann solltest du dich auch selbst mal fragen, ob deine Art zu sammeln denn überhaupt der ursprünglichen Idee der Scheine entspricht. Denn diese ursprüngliche Idee bestand (außer Geld zu verdienen) darin, dass die Souvenirscheine direkt am Ort der jeweiligen Sehenswürdigkeit als Andenken gekauft werden. Die Idee bestand nicht darin, dass man sich die Scheine einfach mit der Post schicken lässt.

Und genau das wird in Zukunft MEIN Sammelgebiet werden. Ich werde nur noch Scheine behalten und neu kaufen, die ich entweder selbst am jeweiligen Ort als Andenken erworben habe oder die mir jemand mitgebracht hat, weil er irgendwo an mich gedacht hat. So wie ein Arbeitskollege, der in seinem Frankreich-Urlaub in einem Museum war und mir von dort einen Schein mitgebracht hat. Oder eine andere Kollegin, die kürzlich am Kehlsteinhaus war und mir von dort "Eagles Nest" mitgebracht hat. Diese beiden Scheine werde ich in meinen Ordner packen und mich immer daran erinnern, dass da jemand in seinem Urlaub an mich gedacht hat. Somit haben diese Scheine einen ideellen Wert. Und das ist für mich die ursprüngliche Idee des Sammelns dieser Scheine.

Natürlich kann das jeder für sich anders sehen. Aber dann über "Gelddruckmaschinen" zu schimpfen, ist für mich nicht nachvollziehbar.
 
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