Wann platzt die (Reichs-)münzenblase? - Künker Auktion 230

Münzadler

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Es zieht sich aber auch durch andere Sammelgebiete, es wird falsch bewertet und die Gebote sind gemessen an der tatsächlichen Qualität der Stücke viel zu hoch.
Über sowas hier

1
Sachsen, Siegestaler, 1871, vorzügliches Stück !!! | eBay

kann man nur noch den Kopf schütteln.

Wobei hier der Sammler noch die Möglichkeit hat, anhand der Bilder, das Stück selbst zu beurteilen.

Makaber wird es, wie Thomas schon schrieb, wenn Fotos geschönt werden
und Du keine Chance zur Beurteilung hast!

Noch grotesker finde ich den Hintergrund, dass solche Stücke Abnehmer finden.
Hier liegt das Übel, es gibt Käufer dieser Angebote. :motz:
 
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Noch grotesker finde ich den Hintergrund, dass solche Stücke Abnehmer finden.
Hier liegt das Übel, es gibt Käufer dieser Angebote. :motz:

Tja, da staune ich auch immer wieder. Vielleicht fehlt es der "Generation Internet" an wirklichen sozialen Kontakten, wo man etwas lernt. Als ich anfing zu sammeln, gab es in jedem Kuhkaff eine Münzhandlung und überall Tauschtage und Sammlertreffen. Da konnte man staunen und lernen, wurde aber als sog. "Jungsammler" sicher auch mal beschissen. Aber das gehört dazu. Der Lerneffekt war für mich wichtig und nachhaltig. Ich bekam als Jugendlicher "eingebläut", dass man bei KR kleiner Adler für ein ss das Kreuz und das Hohenzollernwappen deutlich sehen können muss. Was ist davon heutzutage auch im Handel geblieben? Ich glaube kaum, dass die Generation Facebook über virtuelle Kontakte und Fachsimpeleien in irgendwelchen Chatrooms das erforderliche numismatische Wissen erwerben kann. Man muss Münzen in der Hand halten, nochmal in der Hand halten und abermals in der Hand halten. Ich glaube, es gibt eine neue Sammlergeneration, die sich stattdessen schöne (geschönte) Bilder im Netz anschaut und ihr Handwerk nicht von der Pike auf lernt. Man wird nicht als kompetenter Sammler geboren, sondern das ist ein langer Weg mit Irrungen und Wirrungen, wo man sich vieles einfach von "Alten Hasen" abschauen sollte. Da sehe ich bei den heutigen virtuellen Kontaktstrukturen große Defizite. Ähnlich wie in unserer Arbeitswelt, wo die "Alten" ja auch eher als Last denn als Lehrmeister gesehen werden...

Dieses Forum mag eine rühmliche Ausnahme darstellen, hier gibt es eine Menge lieber Leute, von denen man viel lernen kann. Aber auch das ist kein Ersatz für ständige Kontakte mit möglichst weit fortgeschrittenen Sammlern.

Grüße, Thomas
 

jeggy

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Wie kann z.B. Nr.6570 aus Auktion 239 ein Stempelglanz-Prachtexemplar(!) sein bei den Randfehlern und den zwei Kratzern am Hinterkopf von Otto??? :eek: :eek:

Die Patina bei diesem Stück ist natürlich fantastisch, aber kann man deswegen über alle anderen Makel einfach hinwegsehen!?:confused:

Ich habe an dieser Vorgehensweise grundsätzlich nichts auszusetzen. Denn ich bin für eine klare Trennung zwischen Erhaltungsgrad durch Umlauf (Abnutzung) und Beschädigungen. Würfelt man das durcheinander, entsteht nur eine schwammige Bewertungsgrundlage. Und Fotos sind für mich ein Teil der Beschreibung, nur wenn er auf diesen nicht erkennbar ist (oder Fotos ganz fehlen), muss der Makel in den Text.

Gruss,
jeggy
 
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Und Fotos sind für mich ein Teil der Beschreibung, nur wenn er auf diesen nicht erkennbar ist (oder Fotos ganz fehlen), muss der Makel in den Text.

Gruss,
jeggy

Das sehe ich anders. Z.B. ist ein Rf ein Rf. Und das gehört erwähnt. Schön ist auch immer w. Kratzer. Das kann ein winziger Kratzer heißen oder viele winzige Kratzer. Dazu dann noch ein schönes schwammiges Bild und der Sammler ist der belämmerte bei einer Auktion.
 

jeggy

********
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Ich setze natürlich voraus, dass die Fotos professionell sind, hochauflösend und scharf, alle Makel sollen natürlich gut erkennbar sein.
Dann können sie für mich gerne kryptische Kürzel wie "Rf" oder "wz.Kr." in der Beschreibung ersetzen.
Denn diese sind oft das Schwammigste der ganzen Beschreibung.
 
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Also , wie kann man den Trend, bei den zu gut bewerteten Erhaltungsgraden entgegen wirken?

Vielleicht nur so, das man wirklich alles zurück sendet , was nicht der Beschreibung entspricht. Je mehr Käufer dies machen , desto höher wird der Druck auf die Verkäufer, die Erhaltungsgrade auch richtig zu benennen.
Wäre dies ein Weg, zu unverschonten Erhaltungsgraden???
 

Münzadler

Moderator Deutschland von 1871 bis 1948
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Also , wie kann man den Trend, bei den zu gut bewerteten Erhaltungsgraden entgegen wirken?

Vielleicht nur so, das man wirklich alles zurück sendet , was nicht der Beschreibung entspricht. Je mehr Käufer dies machen , desto höher wird der Druck auf die Verkäufer, die Erhaltungsgrade auch richtig zu benennen.
Wäre dies ein Weg, zu unverschonten Erhaltungsgraden???

Wenn Du mir sagst, in welchem Verhältnis sich die verkauften Münzen
auf Sammler und Anleger aufteilen, gebe ich Dir eine Antwort.

Ich setze einfach mal voraus, dass das Gros der Anleger nicht,
auch nur annähernd, die wahren Erhaltungskriterien kennt.
 
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Also , wie kann man den Trend, bei den zu gut bewerteten Erhaltungsgraden entgegen wirken?

Vielleicht nur so, das man wirklich alles zurück sendet , was nicht der Beschreibung entspricht. Je mehr Käufer dies machen , desto höher wird der Druck auf die Verkäufer, die Erhaltungsgrade auch richtig zu benennen.
Wäre dies ein Weg, zu unverschonten Erhaltungsgraden???

Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja! Man kann sich aber auch -wie meine Wenigkeit es kürzlich erleben musste- eine lebenslange Sperre einfangen. Leider gibt es Händler, für die die gesetzlichen Vorschriften über sog. Fernabsatzgeschäfte scheinbar nicht gelten und die persönlich beleidigt sind, wenn die Ware retour geht und auch noch Ersatz der Portokosten begehrt wird. In meinem Fall konnte ich auf diesen Händler ganz gut pfeifen. Ich behaupte aber einmal ganz ketzerisch, dass es beispielsweise bei Mx so etwas wie eine Umsatz- und auch Retourenstatistik gibt. Will sagen: Deine Idee wird nur zum Ziel führen, wenn es genug aufgeklärte und auch mutige Sammler gibt, die ihr Rückgaberecht offensiv vertreten. Der Handel tut aber imho alles, um auf diesem Gebiet Transparenz zu vermeiden. Ich habe bei Mx z.B. noch nie eine Aufforderung zur Bewertung von Händlern bei stornierten Käufen bekommen. Komisch, oder? Bei Xbay habe ich einmal einen Händler positiv bewertet mit den Worten: "Die Rücknahme der den Erhaltungsangaben nicht entsprechenden Ware hat anstandslos funktioniert". Ich muss dort mal wieder kaufen, um zu testen, ob ich auf dem Index stehe :)

Grüße, Thomas
 
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Ich behaupte aber einmal ganz ketzerisch, dass es beispielsweise bei Mx so etwas wie eine Umsatz- und auch Retourenstatistik gibt.

Das nehme ich an, denn nach einer Stornierung wird man vom Mx- Team um eine Begründung für die Stornierung gebeten. es existiert allerdings keine Pflicht, Stornierungne im System zu melden, so dass es einem Händler offensteht, auch ohne solch eine Meldung rückabzuwickeln. Solch ein Storno hinterlässt dann keine bürokratischen Spuren.
 
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