Warum großer weißer Streifen auf Münzen diesen Typ's?

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In den letzten Jahren hatte ich die Theorie, der weisse Streifen rühre von der Zainwalzung her, favorisiert, aber eventuell muss man die Ursachen doch bei den Stempeln suchen ? Darauf gekommen bin ich durch die Lektüre eines Gespräches, dass die Redaktion der schwedischen numismatischen Zeitschrift " Svensk numismatisk tidning " seinerzeit mit dem langjährigen Werksmeister der königlichen Münze in Stockholm geführt hat ( SNT 8/94, S. 211ff ). Es geht um die 1972 zum 90. Geburtstag König Gustav VI Adolf herausgegebene Silbermünze zu 10 Kronen:

" Hier machte Ulvfot ( der Münzdirektor ) einen Patzer, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich die Münze bereits verlassen. ich war wärend des gesammten Herstellungsprozesses dabei, doch nicht, als wir mit der Massenproduktion begonnen. Als die Stempel in die Prägeabteilung kamen, zeigte sich, dass über die ganze Vorderseite, da wo der Schriftzug des Königs ist, ein Streifen verlief, so als ob man mit einer Schleifscheibe darübergegangen sei. Ich hätte die Stempel verworfen, aber Ulvfot meinte , das sei doch nicht so schlimm und ich konnte nichts mehr dazu sagen. Den Jungs im Prägesaal war es unangenehm, mit so schlechten Stempeln zu prägen, darum gingen sie daran, sie abzuschleifen und das schlimmste zu entfernen. Ulvfot hatte von solchen Dingen keine Ahnung "

Abgesehen davon, dass man aus diesem Passus herauslesen kann, dass der Werksmeister vom Münzdirektor vermutlich nicht so viel hielt, frage ich mich, ob dies die Erklärung ist. Was 1972 bei der Herstellung einer Sondermünze als störend empfunden wurde, könnte vor 1914 bei der Erzeugung von schnöden Zahlungsmitteln eventuell gleichgültig gewesen sein.

Bei mir hat diese numimatische Hintergrundgeschchte spontan auch das Interesse an dieser von mir bislang nicht weiter beachteten modernen Münze geweckt. Mal sehen, ob die " Jungs im Prägesaal " den Stempel gründlich nachpoliert haben.
 
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Sieht man leider nix auf dem Foto. Dann hätte man nur in München an den "schlechten" Stempel gespart. Wäre eher den Schwaben zuzutrauen gewesen. Mitunter sieht man den Streifen ja auch bei anderen Prägeanstalten, halt wesentlich seltener. Aber interessant wäre, welcher Herstellungsprozess solche Stempel dann ergibt und was genau da anders ist. Ich vermute, dass da in Schweden etwas anderes passiert ist. Der Bayernstreifen wird ja - meiner Erinnerung nach - erst nach einer Patinierung sichtbar? Oder hat den schon jemand auf einer prägefrischen Münze entdecken können?
 
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Sieht man leider nix auf dem Foto. Dann hätte man nur in München an den "schlechten" Stempel gespart. Wäre eher den Schwaben zuzutrauen gewesen. Mitunter sieht man den Streifen ja auch bei anderen Prägeanstalten, halt wesentlich seltener. Aber interessant wäre, welcher Herstellungsprozess solche Stempel dann ergibt und was genau da anders ist. Ich vermute, dass da in Schweden etwas anderes passiert ist. Der Bayernstreifen wird ja - meiner Erinnerung nach - erst nach einer Patinierung sichtbar? Oder hat den schon jemand auf einer prägefrischen Münze entdecken können?
Das Bild zeigt nicht die Münze, die ich bestellt habe und auf der ich einen Streifen zu sehen glaube., sondern das erstbeste Beispiel, dass ich auf Münzadlers Frage hin , rausgesucht habe.
Kriegen wir überhaupt noch prägefrische Münzen aus der Zeit vor 100 Jahren zu sehen ? Entweder sind die Münzen getönt oder getaucht.
Der Umstand, dass der Streifen möglicherweise erst nach der Patinabildung auf der Münze ( erst richtig gut ) sichtbar wird,schliesst ja nicht aus, dass er durch die Prägung übertragen wurde. Wäre dieser Makel belanglos gewesen, hatten die Präger in Stockholm sich möglichereise nicht um ihn gekümmert.
 
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Das Bild zeigt nicht die Münze, die ich bestellt habe und auf der ich einen Streifen zu sehen glaube., sondern das erstbeste Beispiel, dass ich auf Münzadlers Frage hin , rausgesucht habe.
Kriegen wir überhaupt noch prägefrische Münzen aus der Zeit vor 100 Jahren zu sehen ? Entweder sind die Münzen getönt oder getaucht.
Der Umstand, dass der Streifen möglicherweise erst nach der Patinabildung auf der Münze ( erst richtig gut ) sichtbar wird,schliesst ja nicht aus, dass er durch die Prägung übertragen wurde. Wäre dieser Makel belanglos gewesen, hatten die Präger in Stockholm sich möglichereise nicht um ihn gekümmert.
Moin Moin,

um überhaupt einen Zusammenhang / eine Paralellität des "gestreiften" schwedischen Stücks mit den deutschen Streifen herstellen und diskutieren zu können, muss das entsprechende schwedische Stück unbedingt gezeigt werden. Ansonsten bleibt es bei der berühmten "Spekulatius". ;)
Also herbei mit scharfen und gut vergrößerbaren Abb. des genannten Schweden :)
 
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Moin Moin,

um überhaupt einen Zusammenhang / eine Paralellität des "gestreiften" schwedischen Stücks mit den deutschen Streifen herstellen und diskutieren zu können, muss das entsprechende schwedische Stück unbedingt gezeigt werden. Ansonsten bleibt es bei der berühmten "Spekulatius". ;)
Also herbei mit scharfen und gut vergrößerbaren Abb. des genannten Schweden :)
Wie gesagt, ich habe die Münze bestellt, sobald sie da ist , werde ich sie vorstellen. ich bin schon gespannt darauf, ob mehr " als das schlimmste " wegpoliert wurde.
 
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Der Umstand, dass der Streifen möglicherweise erst nach der Patinabildung auf der Münze ( erst richtig gut ) sichtbar wird,schliesst ja nicht aus, dass er durch die Prägung übertragen wurde. Wäre dieser Makel belanglos gewesen, hatten die Präger in Stockholm sich möglichereise nicht um ihn gekümmert.
Das stimmt natürlich. Bin auch auf das Stück gespannt.
 
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Man könnte auch mal einen abgenudelten Otto mit Streifen tauchen und schauen, was vom Streifen übrigbleibt. Unabhängig davon, ob sich daraus dann neue Fragen ergeben. Ein Mysterium...
 
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