www.honscha.de

Was war der Fall Otto We(n)tzlaff ?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Kronerogøre, 5. Juli 2018.

  1. Kronerogøre

    Kronerogøre

    Registriert seit:
    2009
    Beiträge:
    10.144
    Zustimmungen:
    8.364


    Die M u e n z e n woche berichtet heute, dass Herrn K aus O der Eligiuspreis, sowie der schweizer Otto- Paul- Wenger- Preis verliehen wurden. Zu den aufgeführten Meriten von K gehört, so der Artikel, auch die Entlarvung eines Fälschers namens Otto Wetzlaff, die 1993 zu dessen Verurteilung geführt haben soll.
    Eine erste Internetrecherche war nur teilweise ergiebig, 1993 steckte das www noch in den ( Klein)kinderschuhen. Einen Treff gab es allerdings. Im Leitartikel des Moneytrend 1/06 erwähnt Weege den Fälscher Wentzlaff ( nun mit " n " ), dessen Machwerke angeblich jahrelang vom etablierten Handel vertrieben wurden. Weege weisst in dem selben Artikel auf eine Fotoreportage in der Novemberausgabe 2005 seines Magazins hin.
    Hat jemand von Euch nähere Informationen zu diesem Fall, dem Prozess, darüber welche Münzen betroffen waren und besitzt vielleicht jemand von Euch den Moneytrend 11/2005 ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Juli 2018
  2. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2003
    Beiträge:
    7.854
    Zustimmungen:
    7.875
    Laut Internet gibt es ein Buch namens "Der Münzfälscher Otto Wentzlaff", verfasst von Fritz Rudolf Künker, 2004.
    Frag doch mal in Osnabrück nach, ob die davon noch eins auf Halde haben.
     
  3. Zwerg

    Zwerg

    Registriert seit:
    2002
    Beiträge:
    540
    Zustimmungen:
    94
    To cut a very long story short
    We(n)tzlaff war ein begnadeter Stempelschneider, weit besser als als der Bonner Augenarzt (die Geschichte ist übrigens noch längst nicht beendet !)
    Er hatte sich auf hochkarätige Goldstücke im mehrfachen Dukatengewicht spezialisiert. Stempelvergleiche mit Originalstempeln in Wien konnten ihn schließlich überführen.

    Zwerg
     
  4. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2003
    Beiträge:
    7.854
    Zustimmungen:
    7.875
    Komando zurück. Es handelt sich um einen Aufsatz, der in "Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft - 44" , Seiten 45-61 erschienen ist.
     
  5. Kronerogøre

    Kronerogøre

    Registriert seit:
    2009
    Beiträge:
    10.144
    Zustimmungen:
    8.364
    Vielen Dank für Eure Antworten, dann werde ich mal den neuen Hinweisen nachgehen.
     
  6. RedAuerbach

    RedAuerbach

    Registriert seit:
    2012
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    84
    Gefälscht wurden zum Beispiel

    - 8 Dukaten 1620 Paris
    - 5 Dukaten 1703 Leopold I.
    - 8 Dukaten 1697 Hohenlohe
    - 30 Dukaten 1678 Leopold I.
    - 6 Dukaten 1628 Domweihe
    - 10 Dukaten 1706


    Falls jemand von Euch Zugriff auf MÖNG 44 hat,
    dort müsste es den Artikel zu diesen Fälschung von F.R. Künker auch geben.
    Besten Dank.
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2019
    Kronerogøre gefällt das.
  7. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    103
    Zustimmungen:
    68
    Wentzlaff hat, wie schon erwähnt, vorwiegend Mehrfachdukaten und hier vorwiegend der Habsburger hergestellt und er war ein begnadeter
    " Künstler" !
    Letztlich gestolpert ist er nicht über seine Stempel.........denn die waren absolut genial und vom Original kaum zu unterscheiden !
    Aber er machte zwei schwerwiegende andere Fehler:
    Erstens fälschte er ausschließlich allergrößte Raritäten, die teilweise seit Generationen nicht mehr am Markt waren. Das allein hätte schon stutzig machen müssen ! !
    Sein zweiter und eigentlicher Fehler aber war, das er sich über den Goldgehalt der Stücke zu Ihrer Entstehungszeit nicht ausreichend informiert hat.
    Eine Metallanalyse von zwei Habsburger 10 Dukaten in Wien brachte ihn letztlich zu Fall.
    Wer mal Habsburger Wentzlaff Stücke in der Hand hatte, der kann sich nur wundern, das diese Fälschungen fast im Dutzend von " seriösen" Auktionshäusern vertrieben wurden. Namen zu nennen, erspare ich mir...................
    Denn mit etwas Erfahrung und " gutem Willen" sieht man Ihnen das " falsche Gold " an !
    Jedenfalls den Stücken, die ich persönlich in der Hand hatte.

    Gier macht blind!
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Oktober 2019
    Muppetshow gefällt das.
  8. RedAuerbach

    RedAuerbach

    Registriert seit:
    2012
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    84
    Kann es denn Absicht sein, dass man sich so schwer tut mehr über seine Fälschungen zu finden? Ich hatte einen 10 Dukaten von den Fuggern, und mir kam die Farbe auch etwas seltsam vor. Eine RFA Analyse hat mich dann richtig skeptisch werden lassen (knapp 97%). Mich würde interessieren ob es auch aus seiner Werkstatt kommen könnte. Welche Legierung hatten denn die in Wien aufgefallenen Exemplare? Danke.
     
  9. RedAuerbach

    RedAuerbach

    Registriert seit:
    2012
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    84
    Und noch was: wenn seine Stücke so perfekt waren und nur wegen dem dummen Fehler mit der Legierung zu erkennen waren, dann ist der Umkehrschluss für mich, dass man sich nirgends mehr sicher sein kann ob etwas ein Original ist oder nicht. Es sein denn man hat die perfekte Provenienz. Alles andere sagt nix!
     
  10. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

    Registriert seit:
    2013
    Beiträge:
    103
    Zustimmungen:
    68
    Nach meiner Erinnerung ca. 98 % Gold.

    Einige Adressen möchten den Fall Wentzlaff und das ganze " Drumherum" sicher gerne vergessen und nicht mehr daran erinnert werden.
    Wen wundert`s.................es hat sie viel Geld und noch mehr Ärger gekostet !
    Im Keller einiger Auktionshäuser schlummern noch heute diverse Habsburger 10 Dukaten von Wentzlaff.

    Es gibt aber eine Übersicht über die Stempel, die man bei Wentzlaff gefunden hat.
    Nach meiner persönlichen Erfahrung ist die " offizielle" Übersicht aber nur die halbe Wahrheit.

    Die Wahrscheinlichkeit liegt bei mindestens 50 %!

    Tatsache ist, daß es in manchen Bereichen heute "fast perfekte" Fälschungen gibt !
    Natürlich wird über diese Themen aus diversen Gründen nur ungern im Detail offiziell berichtet.
    Jegliche Literatur über Fälschungen ist schön und gut...........aber sie wird auch von denen genutzt, die Ihre " Machwerke" damit noch verbessern !
    Ich persönlich würde mein Wissen nicht im Detail jedem zur Verfügung stellen und damit u.a. auch den Fälschern noch Hilfestellung und Verbesserungsvorschläge an die Hand geben.
    Ohne spezielle Fachliteratur, technische Hilfsmittel, sehr, sehr viel Erfahrung und/oder wirklich " seriösen Beratern" an seiner Seite sollte man bei teuren Stücken also besser äusserst kritisch vorgehen !
    Darüber hinaus hat das Thema Provenienz natürlich eine immense Bedeutung !
    Nicht umsonst werden für seltene Stücke mit langer, lückenloser Provenienz besondere Ergebnisse erzielt !
    Mancher "verrückte Topzuschlag" bei Auktionen liegt genau hier begründet !

    Ein spannendes und äusserst umfangreiches Thema....................................................
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Oktober 2019
    RedAuerbach und Muppetshow gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese Ihrem Erleben anzupassen und Sie nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn Sie sich weiterhin auf dieser Seite aufhalten, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden