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Weltmünzkatalog 42. Ausgabe

Dieses Thema im Forum "Literatur" wurde erstellt von tom40, 17. Januar 2014.

  1. Handzumgrus

    Handzumgrus

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    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

    Dass gründliche Recherche sehr zeitraubend ist und hartnäckige Enthusiasten nicht leicht zu finden sind, die sich solcher Mammutaufgaben stellen und diese dann auch zuende bringen, kann ich nachvollziehen.

    Dass Numista zwar hifreich und informativ, aber alles andere als vollständig und leider erst recht nicht zuverlässig ist, wissen vermutlich alle aus eigener Erfahrung. Dort wird meist nichts anderes eingetragen, als in Katalogen verschiedener Autoren und Verlage steht - und selbst da gibt es erhebliche Unterschiede.

    Schade finde ich, dass wieder nach Jahrhunderten getrennt wird.
    Als vor einigen Jahren das Thema hier diskutiert wurde http://www.emuenzen.de/forum/litera...nzkataloges.html?highlight=Sch%F6n+Aufteilung,
    kristallisierte sich heraus, dass die Trennung nach Ländern (alphabetisch) Vorzüge hat.

    Wer hat aus welchen Gründen entschieden so zu trennen, wie es nun durchgeführt wird?

    Gruß

    Lars
     
  2. Uwe-11

    Uwe-11

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    Hallo,
    also ich finde eine Trennung nach Jahrhunderten gar nicht so schlecht.

    Was sollte daran auch falsch sein ? Die Wahrscheinlichkeit das noch neue Münzen auftauchen die vor dem Jahr 2000 geprägt wurden, ist doch relativ gering.
    Das bedeutet, es sollte sich in diesem Katalog (20. Jahrhundert) eigentlich nie wieder etwas ändern. Wenn man den einmal hat, hat man ihn für die Ewigkeit.

    Es hätte auch den Charme, daß das nervige Ändern der Katalognummern, zumindest für diese Zeitepoche, endlich ausbleibt und man sich voll auf den neuen Katalog (21. Jahrhundert) konzentrieren kann.

    Gruß
    Uwe
     
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  3. nothing_but_me

    nothing_but_me

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    Der neue Autor

    Hallo liebe Sammlerschaft und User ...

    Nach all den ungeklärten Fragen und teils scheinbar hochgekochten Emotionen, will ich mich mal zu Wort melden. Meine Name ist Sebastian Krämer. Ich bin der Bearbeiter des im Oktober 2014 erstmalig erscheinenden 'Weltmünzkatalog 21. Jahrhundert'.

    Ich bin 27 Jahre alt, komme ursprünglich aus Berlin, bin gelernter Industriekaufmann und sammle selbst Münzen seitdem ich zwölf Jahre alt bin. Verwandte väterlicherseits und eigenes Interesse an Geschichte, Geographie, Kunst und Kultur haben mich dort hingeführt. Mein Lieblingssammelgebiet ist die Skandinavien, besonders Dänemark samt Kolonien, aber auch Europa bis 1945. Vor einem Jahr habe ich ein Praktikum beim Battenberg-Gietl-Verlag gemacht. Ich habe dort einen zweiteiligen Artikel mit dem Titel 'Das Geldwesen während der Französischen Revolution' geschrieben, welcher auch in den Ausgaben 06/2013 & 09/2013 der Zeitschrift 'Münzen & Sammeln' veröffentlicht wurde. Nebenher bin ich Gerhard Schön bei der Bearbeitung seines letzten Werkes ein wenig zur Hand gegangen und habe erste Erfahrungen bei der Bearbeitung gesammelt. Ich habe die Länder Cook Islands, Niue und Malawi erweitert. Anschließend fragte man mich ob ich denn vlt. Interesse hätte den Katalog, bzw. das 21. Jahrhundert, fortzuführen. Ich entschied mich das Angebot anzunehmen. Mir wurde schon während des Praktikums klar, was es heißt und mit sich bringt einen Katalog dieser Größenordnung zu planen, zu führen, zu erweitern und zu aktualisieren. Letzteres vor- und nachträglich. Ich wurde in die Gestaltung, das Layout, die Erfassung usw. eingearbeitet. Dann habe ich peu à peu angefangen die Länder zu bearbeiten. Selbstverständlich ist es mir am Anfang nicht leicht gefallen und ich hatte eine Menge Fragen und Probleme. Aber trotz allem habe ich nun mein Hobby zum Beruf gemacht und mir quasi via Autodidaktik und 15 Jahren Beschäftigung mit dem Hobby einen gewissen Sach- bzw. Fachverstand zugelegt, der mir sehr von Nutzen ist.

    Wie Hr. Schön in seinem Statement schon meinte ist es nicht einfach nur das Hinzufügen der ganzen aktuellen Jahrgänge. Ca. 90% der ganzen Arbeitszeit verbringe ich mit dem Durchforsten von Internetseiten von Auktionshäusern, Foren, Agenturen, Distributoren, Prägeanstalten, Banken, Edelmetallhändlern, Münzhändlern, privaten Sammlern usw. usf. Trotz vieler hilfreicher Hinweise von Hrn. Schön habe ich aber noch lange nicht die Kenntnisse, die Connections und die Übersicht über dieses riesige Geflecht von privaten Prägestätten, wie z.B. Mayer Mint, staatlichen Prägestätten, wie z.B. die Münze Österreich, Firmen, wie z.B. JVP oder Reppa, die all die Sachen von Niue, Cook Islands usw. vermarkten usw. usf.

    Ein weiteres Problem, dass sich immer wieder gestellt hat war Folgendes: Es gab des Öfteren uneinheitliche Angaben. Ob nun im KM-Katalog, bei numista oder wo auch immer. man muss gut recherchieren und diverse Quellen ausfindig machen um sich ein realistisches Bild machen zu können, dass man dann auch übernehmen kann. Denn ich will nicht nur einfach 'abschreiben', sondern bei jeder Position/Serie mindestens zwei realistische und nachvollziehbare Quellen in der Rückhand haben. Und das ist leider nicht immer einfach.

    Die Frage, die den gemeinen Sammler sicherlich am häufigsten Interessiert ist natürlich der Preis. Auch dort habe ich mich anfangs schwer getan. Es stellt sich nun die Frage, wie man Münzen bewertet, die noch nicht Mal auf dem Zweitmarkt sind bzw. die vom 'Exklusivanbieter' ach via ebay verkauft werden. Es wäre natürlich eine Milchmädchenrechnung, wenn man von einer Unze Silber zu ca. 15 Euro ausgeht. Man muß das Thema, das Land, das Motiv, die Erhaltung, die Auflage und natürlich auch einen gewissen Satz an betriebswirtschaftlichen Kosten hinzurechnen. Ein lustiger Zufall – gestern habe ich z.B. Ruanda neu bearbeitet. Das Land brachte ja nun – wie sicher alle wissen – 2013 den 'The Noble Five'-Satz heraus. Aber wie bewertet man Münzen aus Iridium? Ein Metall, das man als Privatmensch nicht kaufen kann.
    Dazu kommt auch noch, dass mein Sammelgebiet natürlich ein ganz anderes ist. Von daher sind Erhaltungsgrade, wie Polierte Platte, Proof Like, Spiegelglanz, Handgehoben, Stempelglanz, Antique Finish oder Münzen mit Inlays der unterschiedlichsten Art und Weise ein Novum. Wer sich n Bisschen auskennt, der wird wissen, was z.B. Zwei Kronen aus Norwegen unter der Regentschaft von Oscar II. kosten. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich mich in dieser Hinsicht nicht auskenne. Natürlich habe ich als Kind auch die Zehn-DM-Münzen gesammelt, lese regelmäßig die Fachzeitschriften mit den Neuheiten und auf diversen Messen der letzten über zehn Jahre habe ich immer die Trends mitverfolgt. Um die Preise optimal festlegen zu können, braucht man einfach ein wenig Zeit. Man mag es mir auch verzeihen, dass ich – um ein Extrembeispiel zu nennen – Emissionen von 50.000 Rubel in Gold, von denen 50 Exemplare geprägt werden, nicht bewerten kann.

    Ebenso ist es in Kanada, in China, in Australien, in den USA oder eben in den ganzen kleinen Pazifikstaaten á la Niue, Palau, Cook Islands usw. die fremden Agenturen aus Nordamerika und Europa gestatten Werte und Serien in ihrem Namen prägen zu lassen, wobei ich froh bin, wenn ich alles in allem erst einmal fassen kann. Denn ich habe gesehen, dass gerade bei solch Ländern, wie eben den Cook Islands, in deren Namen Unmengen von Münzen geprägt werden, es nahezu unmöglich ist eine komplette Katalogisierung möglich zu machen. Grade aus disem Grunde wurde in der Vergangenheit hin und wieder neu nummeriert bzw. Positionen zwischengeschoben usw. Ich werde in Zukunft anders handeln und größeren Raum lassen um evtl. nachträglich 'auftauchende' Münzen besser in das vergangene entsprechende Jahr zu integrieren. Eines kann ich in diesem Zusammenhang schon verraten: Das Emissionsvolumen von Niue und den Cook Inseln wird sich verdoppeln, wobei die Münzen des Jahres 2014 noch nicht ansatzweise komplett übernommen sind. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, da es nicht nur – wie z.B. in Italien – eine Münzprägestätte mit einem simplen 'R' gibt, die im Jahr max. 10–12 italienische Gedenkmünzen prägt, sondern eben duzende von Privatfirmen, die sich Rechte erwerben und in fremden Prägestätten mit mehreren zahntausend Exemplaren prägen. Und das auf diverse Themen, in den verschiedensten Metallen, Abmessungen usw. usf. Man kann es vergleichen mit:

    – Reedereien, die sich unter der Fahne Liberias registrieren lassen
    – Firmen der Medienbranche, die das Internetkürzel .tv von Tuvalu erwerben
    – Firmen, die sich auf den Cayman Islands registrieren lassen.

    ... aber ich will nicht abschweifen. Es ist ein undurchschaubares Gewirr in dem man sich erst einmal zurecht finden muß. Aber nun gut ... Abschließend will ich noch ein paar Sätze zum Katalog und mir loswerden:

    – Ich bin fleißig und motiviert und möchte das 'große Erbe' würdevoll weiterführen
    – Ich habe schon seit jeher einen hohen Selbstanspruch. Ich gehe gerne ins Details, versuche dabei mich aber nicht zu verzetteln
    – Es ist kein Katalog, der sich auf die Euros samt Varianten und Typen sowie Rußland, Kanada, Australien, China und die USA reduziert. Ich bemühe mich allen Ländern gleichermaßen Aufmerksamkeit zu widmen
    – Mit dem 'Weltmünzkatalog 20. Jahrhundert' wird es sicher die ein oder andere Überschneidung geben. Das lässt sich aber leider nicht verhindern, da manche Serien z.B. Anfang der 90er gestartet sind und bis heute laufen. Oder einige Münzen, die lange Zeit integraler Bestandteil einer Serie waren und nach mehreren Jahren weggefallen sind, müssen nach wie vor aufgenommen werden (Siehe z.B. Argentinien nach der Währungsreform 1992 oder Ostblock seit 1989/90)
    – Für sachliche Kritik bin ich stets offen. Ich bin ein umgänglicher sowie unkomplizierter Mensch und nicht unfehlbar. Man kann mich via der Mail-Adresse sebastian.kraemer@gietl-verlag.de erreichen

    Ich hoffe meine kleine Vorstellung hat allen Interessierten ein anschauliches Bild vermittelt. Ebenso wünsche ich mir, dass mein Erstlingswerk nicht komplett von der Community zerrissen wird. Anbei noch ein Foto von mir und die allerbesten Grüße an den 'grauhaarigen Mann', der schon im Vorfeld so offen und freundlich zu mir war. Der Betreffende weiß, wen ich meine ;)

    LG, Basti.
     

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  4. Gerhard Schön

    Gerhard Schön Moderator Mitarbeiter

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    Tatsächlich habe ich in den letzten Monaten für die 43. Auflage eine dreistellige Anzahl bislang ungelisteter Münztypen (darunter auch Kleinmünzen) aus der Zeit von 1900 bis 2000 katalogisiert, die auch im KM oder anderswo bislang fehlen. Es gibt also selbst für das 20. Jahrhundert noch immer einiges zu tun. Münzstätten, Prägezahlen und Künstlernamen sind vielfach noch nicht erforscht. Jahrgänge können einzeln bewertet und neue Bilder hinzugefügt werden. Also jede Menge Gründe, sich auch die kommenden Auflagen des 20. Jahrhunderts anzusehen.

    Gruß,
    gs
     
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  5. Handzumgrus

    Handzumgrus

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    Vielen Dank für die Vorstellung. :)
    So jung und ein so großes Erbe. :respekt:
    Das nährt die Hoffnung, dass das Werk sehr lange von zuverlässiger Hand weitergeführt wird.

    Was die Teilung angeht: ich bin nicht gegen eine Teilung nach Jahrhunderten. Auch ich sehe den Vorteil, dass man das 20. Jahrhundert nicht jedes Jahr neu kaufen "muss" (hab ich auch bisher nicht getan ;) ).
    Mich interessiert halt, welche Gedanken bzw. Gründe den Ausschlag gegeben haben.

    Ich wünsche den Autoren/Bearbeitern weiterhin ein gutes Händchen und viel, viel Geduld. ;)

    Gruß

    Lars
     
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  6. moppel65

    moppel65 Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Sebastian

    Willkommen und schönen Dank für die Vorstellung.
    Wie in der Vergangenheit bei GS wirst auch Du von den aktiven Usern hier im Forum profitieren.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg.
     
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  7. Uwe-11

    Uwe-11

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    Stimmt natürlich.
    Die monetären Bewertungen der Münzen sind permanenten Schwankungen unterworfen und ändern sich, genau wie Prägezahlen wenn die entsprechende Münze jahrelang geprägt wird.
    Das hatte ich in meinem ersten Posting nicht beachtet.

    Ansonsten wünsche ich ebenfalls Sebastian Krämer viel Erfolg und Kontinuität für seine zukünftige Mammutaufgabe.
    Ich werde mir den neuen Katalog auf jeden Fall kaufen und freue mich schon drauf.

    Gruß
    Uwe
     
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  8. s69_de

    s69_de

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    Hallo Sebastian,

    schön, daß Du Dich hier so offen und ausführlich vorgestellt hast. Wie lars schon sagte: Als hochmotivierter Noch-nicht-Grauhaariger ;-) kannst Du Deinem lange Zeit Deinen Stempel aufdrücken und ich bin sicher daß Du auch mit Hilfe der hier aktiven ein erstklassig recherchiertes deutschsprachiges Standardwerk schaffen kannst.
    Herzlich Willkommen hier :)
     
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  9. Seltengast

    Seltengast Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Sebastian,

    ich freue mich, dass du dich hier so ausführlich vorgestellt hast und wünsche dir bei deinen Recherchen viel Erfolg und viel Spaß!

    Es ist eine riesen Herausforderung, denn solch ein Werk weiterzuführen erfordert viel Kraft und Ausdauer. Besonders die inflationsartigen Ausgaben verschiedener numismatischer "Schurkenstaaten" wie Liberia, Nuie, Cook-Inseln o.a. machen da den Autoren das Leben schwer. Das hast du (und auch Herr Schön) sehr anschaulich dargelegt. Dafür noch meinen Dank.

    Wobei ich eigentlich nix dagegen hätte, solche Ausgaben in einen separaten Katalog auszugliedern... :cool:
     
  10. tom40

    tom40 Super-Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Sebastian,

    etwas verspätet, aber trotzdem von Herzen:
    Herzlich Willkommen hier, ich wünsche Dir viel Erfolg für den (dann neuen) Katalog. Du kannst hier viel Unterstützung bekommen, nutz diese Community ...
     
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