Wissen, das kein Mensch braucht

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Kurios ist bei Accept auch das von den 6 Bandmitgliedern nur ein Gitarrist und Backupsänger aus der Originalbesetzung mit dabei ist und sich ansonsten ein Personalkarussel dreht. Die anderen 5 aktuellen Musiker sind erst 2009 (Lead-Sänger) bzw. 2015 und 2019 dazugestoßen. Die Band ist somit auf dem Besten Weg zu einer Art modernen Wiener Philharmonikern zu werden, die ja auch unabhängig sind davon wer jetzt gerade musiziert.

Ehrlich gesagt, halte ich das nicht für ein Kuriosum. Das ist in viele Bands die über Dekaden bestehen genauso. Einige Bands haben nur noch 1 Gründungsmitglied. Vermutlich gibt es sogar welche ganz ohne.
 

numisfreund

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Wenn ich es richtig einschätze, ist @bayreuth hier derjenige mit den meisten Beiträgen, die erstaunlich umfangreiche, interessante Fakten aus vielerlei Bereichen liefern - Respekt. :respekt: Ich lese seine Beiträge gerne.

Da stellt sich aber die Frage, woher er das alles weiß??? Seine Hintergrundinfos sind ja in der Regel kein Standardwissen. Oder gibt es etwa Literatur, wo "Wissen, das kein Mensch braucht", schon gelistet und reproduzierbar ist? :rolleyes:

Mich würde das nicht stören - wir bekommen ja viele Infos hier im Forum aus irgendwelchen Fremdquellen. Gerne "weiter so!"
 

moppel65

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... Oder gibt es etwa Literatur, wo "Wissen, das kein Mensch braucht", schon gelistet und reproduzierbar ist? :rolleyes:...

Frag mal das Internet nach "unnützes Wissen".
Es gibt Videos, Bücher, Internetseiten, ... tonnenweise Material.
 

Seltengast

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An dieser Stelle mal ein Literaturtipp zum Thema:

Randall Munroe
What if? – Was wäre wenn?

Munroe versucht, völlig absurde hypothetische Fragen mit exakten wissenschaftlichen Fakten zu beantworten.

Zum Beispiel: Hätten wir genug Energie, um die gesamte Weltbevölkerung von der Erde wegzubefördern?
Oder: Was wäre, wenn sich die Erde und alles auf ihr plötzlich nicht mehr drehen würde, die Atmösphäre aber ihre Geschwindigkeit beibehielte?
Oder abschließend: Wann (wenn überhaupt) wird Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden enthalten?

Das Buch liest sich super und ist echt witzig.
 

bayreuth

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So wie ich diese Geschichte kenne (bzw. erzählt bekam) nahm sie für den Bauern aber kein gutes Ende. Der König fand das alles nämlich gar nicht lustig und lies den Bauern hinrichten.
Das ist auch absolut verständlich, weil billiger und rechtlich einwandfrei zulässig (wenn man als König seine eigenen Gesetze erlassen kann).
 

bayreuth

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Heute möchte ich etwas erzählen über einen der faszinierenden Menschen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, mit einer Lebensgeschichte die man problemlos zu mehreren Filmen verarbeiten könnte weil einer gar nicht ausreichen würde.
Die Rede ist von Sir Christopher Frank Carandini Lee, besser bekannt als Christopher Lee.
Wer zwischen 1948 und 2015 öfters mal im Kino war hat bestimmt mal einen seiner Filme gesehen, denn er hat in über 250 Stück mitgespielt, was ein Weltrekord ist. Er war oft der Bösewicht, von Dracula über den James Bond Bösewicht Scaramanga (wobei Ian Fleming, der James Bond Erfinder, ihn eigentlich bereits Jahre vorher im allerersten Bondfilm besetzen wollte, als James Bond; er war aber mit 1,96 m etwas zu groß für die Rolle) bis hin zu Count Dooku in Star Wars und Saruman im Herrn der Ringe.
Er hat aber auch mal den russischen Zarenberater Rasputin gespielt, das besondere daran ist, dass er Rasputins Mörder im echten Leben getroffen hat. Allerdings nicht in Vorbereitung für die Rolle (da waren die längst tot), sondern als Kind auf einer Party in Adelskreisen wo diese auch eingeladen waren. Wie kommt ein Kind auf so eine Party? Weit weniger bekannt ist, dass er über seine adelige Mutter ein direkter Nachfahre von Kaiser Karl dem Großen ist, und vor seiner Schauspielkarriere beim Britischen Militärgeheimdienst war, einem Vorläufer der heutigen Spezialtruppe SAS die sich im besetzten Europa während des 2. Weltkriegs mit Spionage und Sabotage beschäftigt hat, u.a. in Polen und Jugoslawien.
Neben seinen Filmen hat er im Alter auch das Singen begonnen und mit 88 Jahren sein erstes (von 3) Heavy Metal Alben herausgebracht. Bis heute ist er dadurch der älteste Musiker der jemals in den US Top100 vertreten war.
 

bayreuth

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Heute in der Kantine musste ich lachen, weil beim Salat eine neue Sorte stand. Eine Vierliterschüssel gefüllt mit Ketchup. Ja richtig gelesen, Ketchup. Genau genommen war es Tomatenketchup. Warum die Unterscheidung zwischen Tomatenketchup und Ketchup? Nun, im originalen Ketchup sind keine Tomaten enthalten, dafür aber wahlweise fermentierter Fisch oder fermentierte Sojabohnen. Erfunden haben das Ketchup wie so vieles die Chinesen, ke tsiap heißt im Chinesischen nämlich Fischsoße. Die fermentierten Sojabohnen komen aus dem indonesischen kecap, aber vermutlich ist der Vorläufer dort ebenfalls ke-tsiap.
Die Tomaten haben erst die Amerikaner 1812 dazugegeben, und erst nachdem man von grünen auf reife Tomaten umgestellt hat gab es den zähflüssigen Ketchup der heute so beliebt ist. Damit ist Ketchup eines von nur 4 Wörtern der Deutschen Sprache die aus dem Chinesischen übernommen worden (wenn man die direkten Bezeichnungen von z.B. Kampfsportarten oder Pilzen weglässt). Die anderen drei sind Kaolin, Seide und Tee.
 

bayreuth

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Heute gibt es ein paar Fakten über Ferdinand Porsche, Gründer der gleichnahmigen Firma Porsche (aber nicht dem Autobauer, den hat sein Sohn gegründet).
Hätte die KuK Monarchie nur einige Monate länger bestanden, wäre er "von Porsche" geworden, vorgeschlagen zur Erhebung in den Adelsstand war er nämlich schon.
Ursprünglich hat er bei Daimler gearbeitet, aber dort hat man ihn 1928 entlassen weil man mit seinem Führungsstil nicht einverstanden war. Daimler hat also schon vor 92 Jahren komische Entscheidungen getroffen. 1932 wollte ihn gar die Sowjetunion ins Land holen um die Wirtschaft aufzubauen, er hat sich aber entschieden mit seinem eigenen Konstruktionsbüro weiterzumachen. Die Familie Piech war damals schon mit 10% an Bord.
Herr Porsche war damals übrigens gar kein Deutscher, sondern noch Tschechoslowake. Eingebürgert wurde er erst 1934 auf Drängen des Führers.
Er war dann der erste Hauptgeschäftsführer von Volkswagen, und auch der erste der im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit dort erst vor Gericht und dann in den Knast musste.
 

bayreuth

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Kriege haben hohe Folgekosten, nicht nur was die Beseitigung von Schäden angeht, sondern auch was die Versorgung von Soldaten und deren Hinterbliebenen angeht.
In den USA, die ja dauernd irgendwo einmarschieren, gibt es entsprechend viele Soldaten und somit auch einen großen Aufwand, der sich durchaus mal länger hinzieht.
Die letzte Zahlung einer Rente für Veteranen des US Bürgerkrieges in Form einer Witwenrente für die hinterbliebene Ehefrau des Veteranen erfolgte 2004, als Alberta Martin Ende Mai verstarb, stolze 139 Jahre nach Kriegsende.
Maudie Hopkins starb erst 2008, bekam aber schon seit 1937 keine Rente mehr da nach dem Tod ihres ersten Mannes wieder geheiratet hatte (als junge Hausbesitzerin nach Erbschaft war sie eine gefragte Partie).
Wie kann sowas sein? Wohlwissend dass es die Witwenrente gab, waren betagte Veteranen mit ihrer Militärrente auch noch (und gerade) im hohen Alter begehrte Heiratspartner für junge Frauen aus ärmeren Schichten vor allem auf dem Land zur Zeit der großen Depression. Die greisen Kämpfer hingegen waren oftmals selbst verwitwert, und haben jemanden gesucht der sie pflegen und im Alter noch einge Jahre versorgen kann.
Es geht aber noch besser: Die Veteranenrente ist auch vererbbar auf eigene Kinder laut US-Gesetz, im Falle dass die Ehefrau ebenfalls bereits verstorben ist. Da ja Männer auch im hohen Alter noch Zeugungsfähig sind, sind aus etlichen dieser Ehen Kinder hervorgegangen. Und so kommt es, dass Irene Triplett auch in 2020, 155 Jahre nach Kriegsende, noch jeden Monat 73,13 Dollar Hinterbliebenenrente für den Einsatz ihres 1846 geborenen Vaters erhält, als letzte direkte Nachfarin eines Veteranen aus dem US-Bürgerkrieg. Allerdings erhält sie nur 1x Rente, obwohl ihr Vater die Voraussetzungen dafür (>90 Tage aktiver Dienst) in beiden beteiligten Armeen absolviert hat, hintereinander, erst für die Südstaaten und dann für den Norden. 73,13 Dollar pro Monat ist natürlich heute ein Witz, aber ein Inflationsausgleich wie in Deutschland bei Renten üblich war leider nicht vorgesehen. Man kann sich vorstellen dass 877,56 Dollar pro Jahr in den 20er und 30er Jahren wo ihr Vater die Rente bezogen hat eine ordentliche Stange Geld war, denn für 260 Dollar bekam man z.B. 1925 ein brandneues Model T. Man kann Irene Triplett nur wünschen, dass sie noch viele Jahre lebt, derzeit ist sie um die 90., so dass die USA noch ein wenig weiter zahlen muss.
 
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