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Wissen, das kein Mensch braucht

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Taigawirbel, 5. Januar 2020.

  1. bayreuth

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    Bleiben wir bei den USA. Diese wurden ja nach einem Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten gegründet. Auf Amerikanischer Seite hat ja bekanntlich George Washington die Truppen geführt. Dieser hat sein militärisches Geschick in jüngeren Jahren im Kampf gegen die Franzosen und Indianer erlent, in der Britischen Kolonialarmee, und dabei die genauen Taktiken der Briten studieren können (er war ja schließlich am Ende des Krieges Brigardiergeneral). Der ursprüngliche Auslöser dafür, dass er dem Britischen Militär später nicht mehr wohlgesonnen war, lag darin, dass er unzufrieden war, als ihm eine erhoffte (und anscheined mündlich zugesagte) Beförderung in die Reguläre Britische Armee versagt wurde, wo er als General ordentlich Geld hätte verdienen können. Außerdem war er unzufrieden mit den Steuern, die ihn als reichen Landbesitzer mit über 100 Sklaven auf seiner Plantage natürlich besonders hart getroffen haben.
    Damals war so ein Verhalten Patriotisch, heute würde man vermutlich sagen "Äquivalent zu einem Reichsbürger".
     
  2. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Nachdem soviel über die USA geschrieben wurde, warum heißt der Kontinent eigentlich Amerika, wenn ihn doch Columbus entdeckt hat? Columbus hat zwar nie das Festland betreten sondern nur Karibische Inseln, aber Kolumbien trägt ja auch seinen Namen. Warum wurde also Amerika nach Amerigo Vespucci benannt, und müsste eigentlich Vespuccia heißen?
    Die ganze Namenskonfusion lässt sich auf einen Deutschen zurückführen. Martin Waldseemüller aus einem kleinen Dorf bei Freiburg hat den Namen vergeben. Obwohl er in seinem gesamten Leben von seiner Heimat nur ins 75 km entferte Lothringen umgezogen ist, und keine weiteren Reisen gemacht hat, war er der erste Kartograph, der den neuentdeckten Kontinent auf einer Weltkarte eingezeichnet hatte. Da er 1507 noch nicht googlen konnte, weil das Internet in Deutschland noch langsamer war als heute, musste er sich auf die Berichte von Reisenden verlassen, die Berichte über neue Länder in den Häfen von den Seefahrern erhalten haben. Die Kunde der Reisen von Kolumbus war schlicht nicht zu ihm durchgedrungen, aber von Vespucci hatte er gehört. Also hat er America hingeschrieben, und der Name hatte Bestand. 1513 in der zweiten Auflage hat er wahrscheinlich schon mehr gewusst und deswegen Terra Incognita hingeschrieben und nicht mehr America. Allerdings waren die genauen Karten der ersten Auflage bei den Europäischen Fürstenhäusern beliebt, dass America schon Allgemeinwissen war und nicht mehr geändert werden konnte.
    Interessanterweise ist auf seinen Karten auch die Antarktis eingezeichnet (als Antarctica), obwohl diese erst 1820 erstmals entdeckt wurde, mehr als 300 Jahre später.
     
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  3. bayreuth

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    Albert Einstein ist ja bekant dafür etwas exzentrisch gewesen zu sein, aber auch verdammt schlau. In seinen letzten Jahren in Amerika war er ein Freund des bargeldlosen Zahlens (was in den 40er und 50er Jahren dort bei weitem nicht so verbreitet wie heute war). Einstein hat in den Geschäften in denen er eingekauft hat, einfach die Sachen die er gebraucht hat so mitgenommen (mit Einverständnis der Eigentümer). Anschließend kam dann immer seine Sekrätärin und hat einen Scheck vorbei gebracht, selbst für Kleinstbeträge. Die Händler haben die Schecks in den seltensten Fällen eingelöst, da Einsteins Unterschrift aufgrund seiner Popularität mehr wert war als die Schecksumme. Also haben die Händler die Schecks an Einstein-fans und Autogrammsammler weiterverkauft, mehr verdient als an den Waren und Einstein hat umsonst eingekauft. Salvador Dali ist übrigens in Restaurants ähnlich vorgegangen. Er hat immer eine schöne kleine Zeichnung auf den Scheck gemalt.
     
  4. Taigawirbel

    Taigawirbel

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    Die gleiche Vorgehensweise hab ich auch über Picasso mal gelesen.
     
  5. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    In Amerika und Australien sind ja allerlei Städte und Landschaften nach Europäern benannt, weil diese diese gegründet oder entdeckt haben. Nach Amerikanern ist außerhalb Amerikas nur wenig benannt, kein Wunder, denn als Amerika irgendwann auch einmal Entdecker hervorgebracht hat war ja schon alles außerhalb Amerikas entdeckt. Dennoch gibt es eine Stadt in Europa, die nach einem Amerikaner benannt ist. Wie geht denn das? Es handelt sich um die Hauptstadt Spitzbergens, Longyearbyen. Was auf den ersten Blick wie ein Wikingername für die 1906 gegründete Bergarbeitersiedlung aussieht, ist tatsächlich einfach nur eine Wortschöpfung aus dem Nachnamen des Gründers John Munroe Longyear, und dem Norwegischen Begriff für "-stadt", -byen.
     
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  6. numisphil

    numisphil

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    Es gibt Wissen, das keiner braucht. Fürwahr. Das höchstens für Spezialisten des betreffenden (Fach-)Gebiets von Bedeutung ist. Also dort sehr wohl gebraucht wird. Und ich meine, daß bloßes "isoliertes", blankes Wissen im Zeitalter des alles dominierenden Internets (Google & Co, etc) noch unbedeutender geworden ist. Hingegen das VERSTEHEN eher noch wichtiger geworden ist.

    Mir fällt ein, wenn ich hier Beispiels-Beiträge nutzlosen Wissens lese, daß es aber eines essentiellen Grundwissens bedarf (das auch noch folgerichtig miteinander verknüpft werden muß), um ggf. unbedeutende Fakten oder Vorkommnisse zu ERKLÄREN.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Februar 2020
  7. jjjaaade

    jjjaaade

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    Also Numisphil, mit Dir ein Bier zu trinken stell ich mir ziemlich anstrengend vor....
    Das ist doch ein witziger Thread hier ohne Anspruch auf jeglichen Tiefgang
     
  8. numisphil

    numisphil

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    Oh Gott, wenn Du wüßtest ...

    Und schließt denn das eine das andere aus ?? (Die Eingleisigkeit der Kommunikation im Internet, wo nur das blanke Geschriebene steht und der nonverbale Anteil gänzlich fehlt, verleitet wohl dazu ... )
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Februar 2020
  9. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Wer kennt nicht die berühmte Godfather-Trilogie von Francis Ford Coppola (inDeutschland als Der Pate I-III bekannt), die bekanntesten und vielleicht besten Mafiaverfilmungen des 20. Jahrhunderts. Wer die 3 Filme genau anschaut wird feststellen, dass das Wort Mafia nicht ein einziges Mal auftaucht. Das liegt daran, dass die echte Mafia Einwände hatte gegen diese Bezeichnung und daher das Wort aus dem Skript gestrichen wurde. Damit das auch eingehalten wird waren bei den Dreharbeiten auch meist Mafiosi zur Kontrolle anwesend. Einer davon war Lenny Montana, der, als der ursprünglich für die Rolle des Luca Brasi vorgesehene Darsteller zufällig verstarb, den Part angeboten bekam, obwohl er gar kein Schauspieler war, sondern Gangster mit der Aufgabe Bodyguard für einen Mafiaboss. In den betroffenen Szenen wirkt Luca Brasi sehr nervös wenn er dem mächtigen Don Corleone begenet. Die Nervosität ist nicht gespielt, Lenny Montana war nervös dass er gemeinsam mit dem berühmten Marlon Brando vor der Kamera stand.
     
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  10. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Es gibt ja auf der Welt einige merkwürdige Staaten, wo die Dinge anders laufen als sie ein gesunder Menschenverstand erwarten würde.
    So kan z.B. der Amerikanische Präsident laufend gegen Gesetze verstoßen ohne dass er Konsequenzen befürchten muss, obwohl nach der Verfassung alle gleich sind (in Deutschland verschwinden da einfach Beweismittel oder die Justiz ist gnädig, in den USA wird es öffentlich im Vernsehen zugegeben).
    Andere Präsidenten sind da etwas pflegeleichter. Der eine oder andere hat ja schonmal vom ewigen Präsidenten Nordkoreas gehört, wo Kim Il-Sung immer noch offiziell als Präsident geführt wird obwohl er bereits 1994 verstorben ist. Es geht aber noch besser: Staatsoberhaupt des Irans ist offiziell laut Verfassung ein Herr Muhammad al-Mahdi. In den Nachrichten hört man wenig von ihm, zumindest außerhalb des Irans. Das liegt wahrscheinlich daran dass ihn schon länger niemand mehr gesehen hat und er seinen Willen zu Beginn seiner Regierungszeit auch nur durch Botschaften kommuniziert hat (ein Schelm wer den Boten hier eine gewisse Einflussnahme unterstellt), nach dem Erreichen eines Alters wo man andernorts in Rente geht hat er gar sich nicht mehr zu Wort gemeldet. Das war allerdings schon vor 1079 Jahren...
     
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