Wissen, das kein Mensch braucht

bayreuth

Moderator
Teammitglied
Registriert
25.11.2007
Beiträge
4.250
Punkte Reaktionen
2.928
Wenn heute eine neue Zeichentrickfigur als Hauptfigur einer Serie erfunden wird, sitzt ja meist eine ganze Abteilung im Marketing beisammen für die Namensgebung damit ein möglichst einprägsamer Name dabei herauskommt mit dem man Gewinne maximieren kann.
Früher war das anders: "Bugs Bunny" ist ja fast jedem geläufig zumindest vom Namen her und die Original Bugs Bunny Cartoons aus den 40ern liefen noch in den 90ern auf den Privatsendern nahezu täglich im Programm.
Eigentlich hätte der Hase ursprünglich "Happy Rabbit" heißen sollen, weil er ja so ein fideler Hase war, zumindest war das die Idee der Studiobosse die ihn erfunden haben. Wie damals üblich waren Animationsfilme aber sehr aufwendig und es gab ein großes Team aus Zeichnern, die die einzelnen Bilder gemalt haben und einen "Chef" der dann für die jeweilige Figur darauf geachtet hat das alles läuft, korrekt aussieht und die Animation flüssig anzuschauen ist.
Dazu wurde ein gewisser Ben "Bugs" Hardaway für den neuen Hasen auserkoren, und der kreative Zeichner Charles Thorson (jüngerer Bruder des späteren Kanadischen Kriegsministers Joseph Thorson), der für das Entwerfen der Figuren zuständig war, hat ihm die Modellskizze wie der Hase ungefähr aussehen soll hausintern zugeschickt, mit dem schriftlichen Vermerk "Bugs' Bunny", gemeint als Arbeitsauftrag das sich "Bugs" Hardaway doch des Hasen annehmen soll (deswegen auch mit ' am Ende von Bugs). Danach hieß der in seinen ersten 4 Kurzfilmen gegenüber dem Publikum noch namenlose Hase intern immer nur Bugs' Bunny, und als es dann einen ersten Film gab wo der Hase Hauptfigur war wurde daraus dann kurzerhand Bugs Bunny.
Charles Thorson (der übrigens auch die Schneewittchen-Figur für den Disneyfilm 1937 designt hat, sowie eine große Anzahl weiterer Zeichentrickfiguren) ist zeitlebens nicht ein einziges Mal für seine Arbeiten in einem Filmabspann erwähnt worden.
 

bayreuth

Moderator
Teammitglied
Registriert
25.11.2007
Beiträge
4.250
Punkte Reaktionen
2.928
Geographie ist schon etwas lustiges: Wenn man an die USA denkt, so sieht sofort auf jeder Karte und Rapalbum klar, dass es da eine East-Coast (Florida, new York etc) und eine West-Coast (Kalifornien, Oregon, Washington) gibt. Dazu kommen dann noch Alaska und Hawaii die noch etwas weiter westlich sind. Alaska hat dann auch den westlichsten Punkt der USA.
Aber in welchem Bundesstaat ist der östlichste Punkt der USA? Wenn man auf die Karte schaut, denkt man sofort, okay, irgendwas in Neu-England wird es sein, und dann natürlich der Bundesstaat Maine der am weitesten in den Atlantik hineinragt unterhalb von Kanada. Ist aber falsch. Der östlichste Punkt der USA befindet sich ebenfalls in Alaska, ziemlich nahe am westlichsten Punkt, weil dort der 180ste Längengrad das Territorium durchschneidet, wo offiziell "östliche Länge" beginnt. Da die Datumsgrenze dort einen Knick macht, damit man wegen einem Inselchen keine neue Zeitzone anfangen muss, ist es witzigerweise in New York dann schon Mitternacht während es am östlichsten Punkt der USA noch Sonnenschein hat (sofern grade keine Wolken sind).
 

bayreuth

Moderator
Teammitglied
Registriert
25.11.2007
Beiträge
4.250
Punkte Reaktionen
2.928
Wenn wir schon bei Geographie sind, da gibt es sogar noch verrücktere Sachen, wie zum Beispiel diese hier:
Jeder kennt ja den Panamakanal, der ja in einem Nachbarthread sogar als Reiseziel vorgestellt wird.
Eine Ingenieustechnische Meisterleistung, die den Atlantik im Westen mit dem Pazifik im Osten verbindet.

Ja, richtig gelesen. Um vom Atlantik in den Pazifik abzukürzen muss man wie in einem schlecht programmierten Videospiel Richtung Südosten durch Panama fahren, nicht nach Westen, als ob einer den Plan verkehrt herum gehalten hat und den Kanal verkehrt herum eingebaut hat.
Überhaupt ist die Geographie dort sehr merkwürdig. Wenn man in der richtigen Gegend frühmorgens am Strand liegt und in östlicher Richtung aufs blaue weite Meer blickt, kann man tatsächlich in Östlicher Richtung über dem Pazifik am Horizont die Sonne aufgehen sehen. Wenn man dann tagsüber etwas durch die Gegend an einen anderen Strand fährt, kann man abends in westlicher Richtung die Sonne über dem Atlantik untergehen sehen. Kein Wunder, das der Kanalplaner da wohl ins Schleudern kam...
 

bayreuth

Moderator
Teammitglied
Registriert
25.11.2007
Beiträge
4.250
Punkte Reaktionen
2.928
Einen habe ich noch:
Es gibt ja hierzulande weiterhin die Schaumweinsteuer, die Kaiser Wilhelm II zur Finanzierung der Kaiserlichen Kriegsmarine eingeführt hatte. Die Kriegsmarine wurde ja entweder im 1. Weltkrieg bei Kampfhandlungen versenkt, und die Schiffe die am Kriegsende noch übrig waren haben sich dann selber versenkt in Scapa Flow.
Damit waren die Schiffe weg. Stimmt aber nicht: Etliche sind nämlich gar nicht versenkt sondern nach Gusto von den Siegermächten einkassiert worden, z.B. USA, Frankreich und erst in den 20er Jahren versenkt worden zu Übungszwecken, teilweise sogar im aktiven Dienst (mit Kriegseinsatz) oder wurden sonstigerweise abgewrackt.
Die SMS Straßburg z.B. wurde erst am 9.9.1943 selbstversenkt, aber von der jetzt italienischen Besatzung. Und dann nochmal versenkt am 23.10.1943 durch einen Bombenangriff der Alliierten, als sie wieder für die Deutsche Kriegsmarine im Dienst war. Und am 23.9.1944 dann zum 3. Mal versenkt beim 2. Luftangriff. Mir ist kein Schiff bekannt das öfter gesunken wäre.
Der Große Kreuzer SMS Goeben ist das einzige Kriegsschiff, das sowohl für die Kaiserliche Marine und die Nato im aktiven Einsatz war und gemeinsam mit der USS Missouri Schüsse abgefeuert hat. Erst 1973 wurde das Schiff außer Betrieb genommen.
Ein Schiff der kaiserlichen Marine gibt es sogar heute noch, die Goetzen. 1916 versenkt, hat man ab 1927 über 90 Jahre lang Fährbetrieb damit gemacht (mit einigen Unterbrechungen für Reparaturen) und dabei u.a. auch zigtausende Menschenleben gerettet (Kriegsflüchtlinge, zuletzt 2015). Seit 2018 ist das Schiff wieder mal in Reparatur.
 
Registriert
23.03.2021
Beiträge
1.012
Punkte Reaktionen
567
Der Große Kreuzer SMS Goeben ist das einzige Kriegsschiff, das sowohl für die Kaiserliche Marine und die Nato im aktiven Einsatz war und gemeinsam mit der USS Missouri Schüsse abgefeuert hat. Erst 1973 wurde das Schiff außer Betrieb genommen.
Ein Schiff der kaiserlichen Marine gibt es sogar heute noch, die Goetzen. 1916 versenkt, hat man ab 1927 über 90 Jahre lang Fährbetrieb damit gemacht (mit einigen Unterbrechungen für Reparaturen) und dabei u.a. auch zigtausende Menschenleben gerettet (Kriegsflüchtlinge, zuletzt 2015). Seit 2018 ist das Schiff wieder mal in Reparatur.
Korrektur: Die Goeben war ein Schlachtkreuzer und ist auch als solcher zu klassifizieren.
Schlachtkreuzer gehören zur Klasse der Großkampfschiffe.
Im Laufe der kurzen Entwicklung dieser Klasse wurden die Eigenschaften von Schlachtkreuzer und Schlachtschiff recht schnell vereinigt. Das erste Beispiel dafür sind die schon im ersten Weltkrieg eingesetzten Schiffe der britischen Queen
-Elizabeth Klasse, mit sehr starker Panzerung und einer Geschwindigkeit von 25 kn ( durch Ölfeuerung).
Die Goetzen hieß "Graf Goetzen", schiffbaulich allerdings beinahe ein Desaster.
 
Registriert
08.11.2014
Beiträge
80
Punkte Reaktionen
115
Korrektur: Die Goeben war ein Schlachtkreuzer und ist auch als solcher zu klassifizieren.
Schlachtkreuzer gehören zur Klasse der Großkampfschiffe.
Im Laufe der kurzen Entwicklung dieser Klasse wurden die Eigenschaften von Schlachtkreuzer und Schlachtschiff recht schnell vereinigt. Das erste Beispiel dafür sind die schon im ersten Weltkrieg eingesetzten Schiffe der britischen Queen
-Elizabeth Klasse, mit sehr starker Panzerung und einer Geschwindigkeit von 25 kn ( durch Ölfeuerung).
Soweit alles richtig. Nur:
In der kaiserlichen Marine wurde nur unterschieden zwischen kleinen und großen Kreuzern.
Bis zum Ende in Scapa Flow wurde dieser Schiffstyp immer als "große Kreuzer" bezeichnet.
Der Begriff Battlecruiser stammt von Admiral Sir John Fisher und sollte den Unterschied
zwischen Panzerkreuzern (bis ca. 10.000t, Kaliber bis 23cm, bis 21 Knoten) und den neuen
Kreuzern/Schlachtkreuzern (ab ca. 18.000t, Kaliber ab 30,5cm, bis 28 Knoten) darstellen.
Der erste Schlachtkreuzer "Invincible" war das Kreuzerpondon zum ersten Schlachtschiff "Dreadnought".
Der große Kreuzer "Von der Tann" war das Pondon zum Großlinienschiff "Nassau" auf deutscher Seite.

Von einem Marinehistoriker.
 

bayreuth

Moderator
Teammitglied
Registriert
25.11.2007
Beiträge
4.250
Punkte Reaktionen
2.928
Wenn man an Milchschokolade denkt, so kommt einem ja die lilafarbene Schweizer Kuh in den Sinn, und man ist geneigt zu glauben das die Schweizer das 1875 erfunden haben.
Stimmt aber nicht.
Milchschokolade wurde im Königreich Sachsen erfunden, bereits 1839, von Gottfried Heinrich Christoph Jordan und August Friedrich Timaeus, als der gemeinhin als Erfider der Michschokolade bekannte Schweizer Peter gerade mal 3 Jahre alt war. Peter hat dann nur erstmalig Kuhmilch verwendet, in Dresden hat man 1839 noch Esel gemolken.
 

kaamos

Foren - Sponsor
Registriert
04.04.2011
Beiträge
1.863
Punkte Reaktionen
10.010
Ebay Username
eBay-Logo hs.kaamos
Und die lila Kuh selbst kommt meines Wissens nach übrigens von der Böhme-Schokolade aus Delitzsch
 
Registriert
23.03.2021
Beiträge
1.012
Punkte Reaktionen
567
Soweit alles richtig. Nur:
In der kaiserlichen Marine wurde nur unterschieden zwischen kleinen und großen Kreuzern.
Bis zum Ende in Scapa Flow wurde dieser Schiffstyp immer als "große Kreuzer" bezeichnet.
Der Begriff Battlecruiser stammt von Admiral Sir John Fisher und sollte den Unterschied
zwischen Panzerkreuzern (bis ca. 10.000t, Kaliber bis 23cm, bis 21 Knoten) und den neuen
Kreuzern/Schlachtkreuzern (ab ca. 18.000t, Kaliber ab 30,5cm, bis 28 Knoten) darstellen.
Der erste Schlachtkreuzer "Invincible" war das Kreuzerpondon zum ersten Schlachtschiff "Dreadnought".
Der große Kreuzer "Von der Tann" war das Pondon zum Großlinienschiff "Nassau" auf deutscher Seite.

Von einem Marinehistoriker.
Stimmt soweit, allerdings ist die Bezeichnung "großer Kreuzer" für Laien irreführend, deshalb wird, im allgemeinen auch
von Marinehistorikern, von Schlachtkreuzern gesprochen.
Vor allem ist ja auch zu beachten, das die "großen Kreuzer" der kaiserlichen Marine durch den Bau der neuen Panzerkreuzer Scharnhorst und Gneisenau komplett entwertet wurden.
Im internationalen Flottenvergleich der Zeit vor dem großen Krieg wurden die Großkampfschiffe auf Grund der Stückzahlen und Kaliber der Hauptartillerie zusammengefasst, zudem wurde der Panzerkreuzer mit Einführung des Schlachtkreuzers für
Flottenaufgaben kaum noch verwendbar, Beispiel: Warrior und Defence.
Sicherlich wurden einzelne Schiffsklassen je nach Marine unterschiedlich bezeichnet, das berücksichtig aber nicht immer
ihren wahren Kampfwert, auch hier bieten Kurama und Ibuki ein Beispiel.
 
Oben
Sie nutzen einen Adblocker

Sicherlich gibt es Seiten im Internet, die es mit Werbung übertreiben. Dieses Seite gehört nicht dazu!

Aus diesem Grunde bitte ich Sie, Ihren Adblocker zu deaktivieren. Danke!

Ich habe den Adblocker für diese Seite ausgeschaltet