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Zahlkraft von Gold

Dieses Thema im Forum "Goldmünzen" wurde erstellt von Golden-Lord, 12. November 2006.

  1. JensiS

    JensiS

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    Mit dem 10-fachen Deines Fotos gab es in den Siebzigern noch eine 10er-Streifenkarte (hab gerade keinen Scan vom passenden Aluchip zur Hand), heute zahle ich für einer 4er-Karte 5,60 Euro, in meiner Heimatstadt wird dabei heute achtstellig quersubventioniert. Der Straßenbahnfahrer wurde dabei damals und wird auch heute nicht reich.

    Hat jemand Muße zur Faktorberechnung?
     
  2. jannys33

    jannys33 Registered User

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    :confused: nach dem ersten Satz habe ich nichts mehr Verstanden.

    Ich betreibe ja mein Unternehmen, auch in erster Linie zur Deckung meiner Bedürfnisse und nicht der meiner Angestellten, diese Goldunze muss also zusätzlich erwirtschaftet werden. Wenn das der Markt nicht hergibt muss ich halt Leute die weniger fordern einstellen.
    Nur das was reinkommt kann auch verteilt werden.
     
  3. jannys33

    jannys33 Registered User

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    Meinst diese Aluchips?

    Also mit ca. 1200 Mark lies es sich gut Leben als Straßenbahnfahrer.
     

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  4. JensiS

    JensiS

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    Hallo Kay,

    genau diesen Aluchip meine ich, vor allem den linken, an den rechten kann ich mich gar nicht so recht erinnern ;) . Mit dem gleichen Text sah die etwas kleiner irgendwie ... freier ... aus.

    Hat ein Straßenbahnfahrer in der DDR wirklich 1200 Mark Lohn bekommen? Das entspricht dem Gehalt meines Vaters kurz vor der Verrentung ... er war Bauingenieur, seit 1952.

    Wenn Du eine Unternehmung gestartet hast, hast Du ja auch erstmal Goldunzen investiert (um beim Thema zu bleiben). Und die sollen natürlich mehr werden, das ist ja der Sinn einer Unternehmung, sonst wäre es ja eine Unterlassung. Aber dem Politikerpack wollen ja kluge Menschen nicht nacheifern. Deine Unternehmung muß sich demnach natürlich rechnen, dazu gibt es mehrere Alternativen:

    a) Ich besetze einen Markt mit großer Wettbewerbsintensität. Meine Angestellten kriegen einen Hungerlohn, die Fluktuation ist groß, die Motivation der Mitarbeiter reziprok. Wenn ich Glück habe, bin ich einer der Billigheimer, mein Marktanteil ist groß genug, daß genügend Goldunzen übrigbleiben. Kurzfristig beschimpft mich "Blöd" als "Blutsauger" und das "Handelsblatt" als "Vorbild". Mittelfristig sprechen meine Mitarbeiter Marathi und Mandarin (was ja nicht schlecht ist, und Marathi ist ja sogar über 195583 Ecken mit Deutsch verwandt), meine Investoren ausschließlich Englisch und keiner der Sprecher ist zufrieden. Mein Renditewachstum stagniert langfristig. Die Ratten (auch Heuschrecken oder Finanzinvestor genannt) verlassen dann das sinkende Schiff und suchen neue Futtergründe.

    b) Ich besetze einen Markt mit großer Wettbewerbsintensität. Meine Angestellten kriegen einen angemessenen Lohn, die Fluktuation ist niedrig, die Mitarbeiter motiviert ... und ich gehe pleite. Das Politikerpack (gleich welcher Coleur) ist zwischenzeitlich Investoren der Klasse a) in den Allerwertesten gekrochen und hat dort ein paar Goldunzen gefunden. Mittelfristig beschimpft mich "Blöd" als "Kommunisten" und das "Handelsblatt" als "Looser". Meine Mitarbeiter sprachen Deutsch und/oder eine andere EU-Sprache, jetzt sind sie sprach- und arbeitslos.

    c) Ich besetze einen Nischenmarkt.
    c-a) Ich hole raus, was möglich ist, zur Not weise ich dem Politikerpack den Weg zu meinem Allerwertesten (tut auf Dauer nicht weh, die sind alle aalglatt und entsprechend gleitfägig :lachtot: ). Rechtzeitig nach a) verkaufen und entweder den Ruhestand in Mexico oder Costa Rica genießen und/oder nochmal in a investieren, aber andere die Drecksarbeit machen lassen. Mittelfristig läßt mich "Blöd" in Ruhe und das "Handelsblatt" sorgt dafür, daß die Nische keine mehr ist.
    c-b) Die Goldunzen vermehren sich, solange kein Mitbewerber die Nische entdeckt. Meine Angestellten kriegen einen angemessenen Lohn, die Fluktuation ist niedrig, die Mitarbeiter motiviert, gegebenenfalls das Politikerpack schmieren, damit sie noch gleitfähiger werden. Vielleicht gehen die sogar soweit und schaffen die Meinungsfreiheit ab. Mittelfristig werden dann "Handelsblatt" oder "FTD" verboten. Aber dann sollte ich schon in Mexico/Costa Rica sein. "Blöd" titelt inzwischen "Kommunismus!" (oder war das "Neues Deutschland"?). c-b entwickelt sich augenscheinlich immer zu c-a, es sei denn, man hat genügend Goldunzen, um gleich nach Mexico/Costa Rica abzudüsen. Für den Restwert bieten sich ein management-bye-out oder Verkauf an a) an, ist die Nische noch groß genug ersteres, sonst letzteres.

    d) Ich unterwerfe mich dem Fiat Money
    d1) Ich verkaufe alle Goldunzen und kaufe Aktien, Optionen, Anleihen, Derivate etc. pp., wenn ich Glück habe, bin ich nach 1, 2, 5, 10 Jahren in Mexico/Costa Rica und schaue mir im Fernsehen an, wie sich Neoliberale vom Typ a von den Petronas Towers in die Tiefe stürzen (gibt es z.Zt. schon was Höheres?)
    d2) Ich verkaufe alle Goldunzen und kaufe Aktien, Optionen, Anleihen, Derivate etc. pp., dann stürze ich mich von den Petronas Towers in die Tiefe, wenn ich Glück habe, mit 85 Jahren, sonst früher.

    e) Gleich nach Mexico/Costa Rica, wenn`s reicht. Sonst kommt man um a) bis d) nicht herum.

    Satire beiseite, Variante e) ist ja wunderschön aber da muß ich noch ein paar Jahre a) bis d) spielen in unterschiedlichen Rollen.

    Deinem Unternehmen wünsche ich viel Erfolg, bist Du aber bisher mit der Rendite zufrieden? Kommen genügend Goldunzen rein? Und vor allem, wie sieht Deine Goldunzenprognose bis Mexico/Costa Rica aus? Reißen sich Deine Mitarbeiter den Ar... auf, um Dich schnellstmöglich mach Übersee zu verabschieden oder kneifen sie die Backen zusammen aus Angst vor HartzIV. Und vor allem, lohnt es sich für die Mitarbeiter, sich den Ar... aufzureißen?

    P.S.. Mexico und Costa Rica sind nur Beispiele (aber m.E. keine schlechten!)
     
  5. hegele

    hegele Registered User

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    Oder, um auch bei der Realität zu bleiben, eine andere Situation:

    Ich habe ein kleines Unternehmen.

    Löhne, Steuern und Kosten fressen mich auf, die Gewinne gehen gegen Null.
    Meine Mitarbeiter nennen mich einen Ausbeuter, die Nachbarn und Freunde sind neidisch auf mich, weil ich ja soviel verdiene und Kohle mache.

    Meine Frau sorgt sich jeden Monat darum, ob es für den nächsten noch reicht.

    Es ist keine Aussicht auf Besserung in Sicht.
     
  6. Fabio

    Fabio

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    die Kaufkraft von Gold um 1900 in den USA - für Umrechnung der Preise in Goldmark kann man die Dollar-Preise mit dem Faktor 4-5 multiplizieren

    (Quelle: Nachdruck des Sears - Roebuck Versandkatalogs von 1897, ISBN 0-7910-4626-5

    Kashmir-Anzug: knapp 10 Dollar = 15 g Gold = 250 Euro
    Handschuhe 10-50 cents = 0,15-0,75 g Gold = 2,50 -12,50 Euro
    Hüte 1 Dollar = 1,5 g Gold = 25 Euro
    Jugend-Fahrrad: 30 Dollar = 45 g Gold = 750 Euro
    "Laterna Magica": 10-20 Dollar = 15-30 g Gold = 250 - 500 Euro
    Winchester: 10-15 Dollar = 15-22 g Gold = 250 - 375 Euro
    Stuhl ab 50 cent = 0,75 g Gold = 12,50 Euro
    Kutsche (für Pferde) 30-100 Dollar = 45-150 g Gold = 750 - 2500 Euro
    Äxte: 5 Dollar/Dutzend = 7,5 g Gold = 125 Euro
    0,5 ltr. Kondensmilch :20 cent = 0,30 g Gold = 5 Euro
     
  7. jeggy

    jeggy ********

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    @hegele: Das ist ein Thema, wo nur diejenigen richtig mitreden können, die (nicht nebenher) ein eigenes Unternehmen haben oder hatten. Es gibt bei diesem Thema aber viele, die reden trotzdem mit.
     
  8. Tisc1

    Tisc1 Mitgliedschaft beendet

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    jeggy, das Gleiche kam mir auch in den Sinn, als ich die Abhandlung über das Unternehmertum gelesen habe. Hegele hat es kurz und knapp auf den (richtigen) Punkt gebracht.
     
  9. jannys33

    jannys33 Registered User

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    @ Hegele

    Ich denke so wird es vielen kleinen Unternehmern gehen, die Nachbarn denken nur Unternehmer = Reich.

    Ich kenne viele Unternehmer die das gleiche wie ich machen (Franchise) und den steht das Wasser bis zum Hals. Die haben mitunter kaum mehr als Hartz4. Und wenn ich an nächstes Jahr denke mit der Mwst Erhöhung, werden wohl einige aufgeben, wünsche es ihnen nicht.

    @ JensiS
    Ja 1200 M, 3 Schichtsystem, 6 Tage Arbeiten, 2 Tage frei, alle 6 Wochen 3Tage frei, 35 Tage Urlaub
    Ich habe keine Angestellten, könnte ich nicht bezahlen. Aber zum Gück eine Frau und 3 Kinder, ein Familienbetrieb sozusagen.
    Sonst sind nur Aushilfen (Schüler) für 4€/h möglich.
    Bin aber zufrieden, würde lieber Dänemark Statt Costa Rica nehmen.
     
  10. Rex Danny

    Rex Danny

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    Zitat Jeggy

    "Naja, ich sehe es schon so herum: Die Volksvertretung oder Führungselite entwächst aus dem Volk "



    ....das wäre nicht einmal das schlechteste, nur sieht es doch so aus, daß unsere Volksvertreter heute reine Berufspolitiker sind...ohne, bzw. mit kaum beruflichem Hintergrund.

    ...wir haben diesen Querschnitt des Volkes, der eigentlich in den Parlamenten sitzen sollte schon lange nicht mehr.

    ...das sind zu 90% Juristen und Lehrer, die sich mit Problemen befassen die sie selbst nicht haben bzw. nie hatten. Es fehlen massiv, Handwerker, Mittelständler, Hausfrauen, Facharbeiter.....ganz einfach Leute der "Basis"
    die " konfrontiert" sind mit dem "Leben".

    Grüsse
     
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